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Romane

Die Legende vom heiligen Trinker

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Über das Buch

"Mit der Sicherheit eines Menschen, der Geld in seiner Tasche weiß, bestellte er einen Pernod, und er trank ihn auch mit der Sicherheit eines Menschen, der schon viele in seinem Leben getrunken hatte. Er trank noch einen zweiten und einen dritten, und er schüttete immer weniger Wasser in sein Glas nach. Und als gar der vierte kam, wußte er nicht mehr, ob er zwei, fünf oder sechs Gläser getrunken hatte. Auch erinnerte er sich nicht mehr, weshalb er in dieses Café und an diesen Ort geraten sei. Er wußte lediglich noch, daß er hier einer Pflicht, einer Ehrenpflicht, zu gehorchen hatte, und er zahlte, erhob sich, ging, immerhin noch sicheren Schrittes, zur Tür hinaus, erblickte die Kapelle schräg links gegenüber und wußte sofort wiederum, wo, warum und wozu er sich hier befinde." Dieses Buch enthält die Novelle "Die Legende vom heiligen Trinker" von Joseph Roth. Erstdruck: Verlag Allert de Lange, Amsterdam 1939.Vollständige Neuausgabe, LIWI Verlag, Göttingen 2019.LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag

Editionen (27)

ISBN9783965421790
VerlagLIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag
Erscheinungsdatum22.09.19
Seitenzahl28

Rezensionen & Bewertungen

39 Bewertungen

9 Rezensionen

4,1

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  • arthurzturm
    arthurzturm

    171 Follower

    5,0

    Joseph Roths Novelle Der heilige Trinker ist ein kleines, aber tief berührendes Meisterwerk, das die Geschichte von Andreas Kartak erzählt, einem obdachlosen Trinker in Paris, dem das Schicksal immer wieder unverhofftes Geld zukommen lässt. Doch trotz dieser Chancen bleibt Andreas in seinem Kreislauf gefangen, stets mit einer eigenartigen Würde und einem Ehrenkodex, der ihn von anderen unterscheidet. Roth verzichtet auf moralische Urteile und zeichnet stattdessen ein zutiefst menschliches Porträt eines Mannes, der seine "Heiligkeit" bewahrt, auch im Angesicht des Verfalls. Die prägnante und melancholische Sprache macht diese Parabel über Schicksal, freien Willen und die Würde im Fall zu einer unvergesslichen Leseerfahrung, die noch lange nachklingt.

    26. Juni 2025

  • ecem
    ecem

    194 Follower

    5,0

    Achtung Spoiler

    Die Novelle handelt von Andreas, der ein Obdachloser in Paris ist. Eine flüchtige Begegnung mit einem Herren verschaffte ihm Geld und machte den Anschein, dass sich sein Leben zum besseren entwickelt. Neue Begegnungen verschafften ihm Arbeit und er traf alte Bekannte. Seine einzige Pflicht war es jedoch das erhaltene Geld in der Kirche abzugeben, doch immer wieder wurde er darin unterbrochen bzw. aufgehalten. So vergingen Wochen in denen er immer wieder an Geld gelang und dieses bis an den Sonntag behalten wollte, um es zu spenden. Man verspürte eine Frustration, da Andreas nie etwas ablehnen konnte und durch Bekanntschaften über seine Verhältnisse lebte. Das Ende ist für mich bisher noch schwer zu deuten, da es einerseits ein Zufall oder eine göttliche Berufung sein könnte.

    7. Juni 2026

  • alpinereads
    alpinereads

    83 Follower

    4,5

    Eine wunderbare Kurzgeschichte. Der Protagonist durchlebt etliche Gefühlslagen: vom Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, über die Euphorie, Geld zurückbezahlen zu können, bis hin zur grausamen Realität, welche Macht Alkohol über einen hat. Sehr empfehlenswert.

    11. Jan. 2026

3 von 9 Rezensionen

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