Romane

Bei euch ist es immer so unheimlich still

4,3(744)
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Es gibt mehrere Arten, eine Geschichte zu erzählen. Aber nur eine, die alles verändert.

Ildingen, 1950er Jahre. Evelyn Borowski hat alles, was sie sich je erträumt hat: Ein Eigenheim mit Garten, einen fürsorglichen Mann und das lang erwartete Töchterchen Silvia. Trotzdem ist sie nicht glücklich: Sie vermisst ihren Beruf als Ärztin und fühlt sich fremd und allein in dieser süddeutschen Kleinstadt. Betti, Ihre Freundin und Schwägerin, ist unverheiratet und kümmert sich deshalb um die Eltern. Mit losem Mundwerk und rasantem Fahrstil sorgt sie für reichlich Ärger.

Ein außergewöhnlicher Familienroman, der einen Bogen von der Nachkriegszeit bis zur Wende spannt.

1989, in Berlin liegt Aufbruch in der Luft. Silvia Borowski aber macht einen Schritt zurück. In einem geklauten Polo fährt sie Hals über Kopf Richtung Süden. Neben ihr die erst wenige Wochen alte Tochter Hannah. Was erwartet sie in ihrem Heimatort, aus dem Silvia vor vielen Jahren überstürzt geflohen ist? Ist sie stark genug, sich der Vergangenheit zu stellen?

Eine berührende Mutter-Tochter-Geschichte, die von der Last jahrzehntelangen Schweigens erzählt, und von dem Mut, es zu brechen.

„Auf dem IIldinger Friedhof hinter der gotischen Kirche aus hellem Sandstein ging Silvia die sauber geharkten Kiesreihen ab. Am Familiengrab der Borowskis setzte ihr Herzschlag einen Moment aus, als ihr auffiel, dass ein Stein fehlte. Ein Stein, der eine Frage beantwortet hätte, die sie nie gestellt hatte, weil sie sicher war, die Antwort zu kennen. Es gab keinen Stein für Tante Betti.« Wer Alena Schröder liest, begreift, nicht nur Aufbruch kostet Mut, sondern auch Heimkehr.

Jetzt erzählt die Autorin, was in ihrem gefeierten Bestsellerroman „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ im Dunklen blieb.

»Alena Schröder hat eine dichte, emotionale Geschichte gewoben, genauso spannend wie zum Nachdenken anregend.« Donna »Ein Starker Familienroman, in dem es auch darum geht, wie Frauen aller Generationen mit dem Muttersein hadern.« Freundin »Atmosphärisch dicht, die Rückblenden so mitreißend wie Babylon Berlin.« flow »Hoppla, Alena Schröder ist eine echte Entdeckung.« Denis Scheck, ARD Druckfrisch

Editionen (4)

ISBN9783423283397
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.08.23
Seitenzahl336

Merkmale

3 Bewertungen

EinfachGlaubwürdigLangsamEntwickelndNachdenklichSympathisch

Rezensionen & Bewertungen

744 Bewertungen

114 Rezensionen

4,3

Tippen zum Filtern

  • bookmum71
    bookmum71

    241 Follower

    4,0

    Vor achtzehn Jahren hat Silvia zuletzt ihr Heimatdorf und ihre Mutter besucht. Jetzt ist sie selbst Mutter und muss ihre Tochter Hanna ohne Vater aufziehen. Sie flüchtet aus ihrer lauten WG in Berlin zu ihrer Mutter Evelyn. Dort stellen sich beide Frauen ihrer Vergangenheit und nähern sich langsam wieder an.

    Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Die Nachkriegszeit, in der Evelyn und Karl Ihr Medizinstudium absolvieren, als Ärzte in der selben Klink arbeiten uns schließlich Ihr Wunschkind Silvia großeziehen - und in der Gegenwart, rund um die Wende, in der Silvia nach Hause zurückkehrt. Obwohl Silvia ein absolutes Wunschkind war, konnte Evelyn keine gute Beziehung zu ihrer Tochter aufbauen. Sie fühlt sich in der Mutterrolle als Versagerin. Vieles Ungesagte führte zu Schuldgefühlen, die sie nun beide abzustreifen versuchen. Das Buch erzählt von einem Mutter-Tochter-Verhältnis, das nachdenklich macht.

    24. Jan. 2026

  • minijane
    minijane

    168 Follower

    4,0

    Gestörtes Mutter - Tochter Verhältnis „ Bei euch ist es immer so unheimlich still“ , dieser Roman mit dem etwas sperrigen ( superlangen) Titel handelt vom Zurückkommen, vom Neubeginn und dem Aufarbeiten einer gestörten Mutter -Tochter Beziehung. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt und führt die Leser in die Nachkriegszeit zurück bis in die 70er Jahre und in die Gegenwart von 1989 bis zum Fall des DDR Regimes. Silvia kehrt ihrer Westberliner WG den Rücken. Mit dem „ geliehenen“ Polo eines WG Mitbewohners macht sie sich auf den Weg ins schwäbische Ildingen und taucht nach Jahren der Abwesenheit im Haus ihrer Mutter auf und präsentiert ihr die Enkeltochter Hannah. Ohne diesen kleinen Menschen hätte Silvia diesen Schritt wohl nicht gewagt. Es ist zu viel passiert zwischen Mutter und Tochter. Evelyn hat in den 1950er Jahren als Ärztin im Krankenhaus gearbeitet, keine Selbstverständlichkeit für eine Frau in dieser Zeit. Mit der Geburt ihrer Tochter war ihre Karriere dann allerdings vorbei und sie wurde Hausfrau in der Kleinstadt Ildingen im eigenen Haus mit spießiger Nachbarschaft. Und dann ist da noch Betti ihre Freundin und inzwischen Schwägerin, ein quirliger, unverheirateter Freigeist. Betti sagt was sie denkt, kümmert sich nicht ums Gerede und kurvt mit ihrem roten Flitzer viel zu schnell durch die Gegend, was ihr letztendlich zum Verhängnis wird. Betti und Evelyn, das war einmal ein untrennbares Gespann, doch die Freundschaft hat gelitten seit Evelyn Karl geheiratet hat. In der Geschichte war mir Silvia auf jeden Fall näher als die schweigsame Evelyn. Ich hatte mit Silvia auch viele Nostalgiemomente, die ich sehr genossen habe. Auch wenn der Roman ein 2.Teil ist, kann man ihn unabhängig vom ersten Buch gut lesen. Ich mochte Teil 1 und habe auch die Fortsetzung sehr gerne gelesen. Der flotte , unterhaltsame Schreibstil lässt einen beim Lesen durch die Seiten fliegen. Betti war auf jeden Fall eine Lieblingsfigur. Sie hat das verstaubte Ildingen ordentlich aufgemischt. Bei den Nebenfiguren waren mir Monika und Rüdiger sehr sympathisch, Schulfreunde von Silvia, denen sie bei ihrer Rückkehr in die Heimat wiederbegegnet. Wer Familiengeschichten auf zwei Zeitebenen mag, der wird sicherlich Freude an der Geschichte haben. Zur Vertiefung gerne beide Bücher lesen!

    2. Jan. 2026

  • frida_schmitt
    frida_schmitt

    51 Follower

    4,5

    So gut! Zwei Frauen, Mutter & Tochter… eine Familiengeschichte … eng miteinander verbunden und gleichzeitig durch langes Schweigen getrennt. Während man liest, merkt man nach und nach, wie viel Unausgesprochenes zwischen den Zeilen steckt. Wie sehr kann das, was nie ausgesprochen wurde, ein ganzes Leben beeinflussen? Brechen Sie das Schweigen?

    Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen – in den 60er- und 70er-Jahren in einem badischen Dorf und dann wieder 1989, von Berlin ausgehend, kurz vor der deutschen Wende. Dieses Zusammenspiel hat mir richtig gut gefallen. Es ist nicht dramatisch im großen Stil, sondern eher leise erzählt – aber genau das hat mich berührt & auch gefesselt. Dieses Dorf… Fiktiv, alle Menschen mit badischem Dialekt, so gut beschrieben, dass ich ständig Bilder im Kopf hatte. Auch die unterschiedlichen Figuren sind einfach toll gezeichnet: Tante Betti, viel zu laut, viel zu emotional in ihrem knallroten BMW „Wolf“… Rüdiger, der Automechaniker von nebenan oder Monika, die Avon-Beraterin, auf dem schwarzen Kunstledersofa. Das sind keine Sidecharaktere, sondern Menschen mit Ecken, Kanten und ganz viel Herz. Und dann die vielen Alltagsmomente … Für mich Nostalgie pur. Abendliche Schnittchen mit Aufschnitt und Gürkchen. Fernsehabende mit der Lindenstraße, Herzblatt oder Liebling Kreuzberg. Auch die „Rudi Carrell Show“ läuft… und im Walkman läuft „Eternal Flame“ von The Bangles oder „In the Air Tonight“ von Phil Collins. Ich war sofort wieder in dieser Zeit. Meine Zeit. Vieles fühlte sich einfach sehr vertraut an, denn das Buch ist auch eine kleine Reise durch deutsche Geschichte. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Poetisch, anrührend, manchmal melancholisch, dann wieder klar und direkt. Diese Mischung aus leisen und malerischen Tönen. Es hat mich stellenweise an Mariana Leky und „Was man von hier aus sehen kann“ erinnert – dieses Warmherzige, dieses feine Beobachten. Ich mochte das Buch sehr!

    24. Feb. 2026

3 von 114 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 5817%
blauersmiley
blauersmiley19. Aug. 2025

Wow. Betti ist das Problem, weil sie den Bürgermeister darauf anspricht, dass er seine Frau schlägt. Es ist heute ja noch genug nicht in Ordnung, aber was war das früher für eine falsche Moralvorstellung?

Seite 6620%

1 Kommentar verdeckt

Seite 6921%

1 Kommentar verdeckt

Seite 7823%

1 Kommentar verdeckt

Seite 15947%

1 Kommentar verdeckt

7 weitere SocialReads-Kommentare in der App, sortiert nach deinem aktuellen Fortschritt.

Autorin / Autor

Über Alena Schröder

Alena Schröder, geboren 1979, arbeitet als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie hat Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego studiert und die Henri-Nannen-Schule besucht. Nach einigen Jahren in der ›Brigitte‹-Redaktion arbeitet sie heute frei u.a. als ›Brigitte‹-Kolumnistin. Gemeinsam mit Till Raether spricht sie in ihrem Podcast »sexy und bodenständig« über das Schreiben.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick