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Alles nur Einzelfälle?

4,5(51)
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Über das Buch

Rassistische und antisemitische Polizei-Chats, Machtmissbrauch im Amt, Racial Profiling, weit verzweigte rechtsextreme Netzwerke, tödliche Polizeigewalt – laut Innenministerien und Sicherheitsbehörden alles nur Einzelfälle. Doch basierend auf repräsentativen Studien, langjährigen investigativen Recherchen und persönlichen Erlebnissen deckt Mohamed Amjahid auf, wie tief das Polizeiproblem in Deutschlands Sicherheitsarchitektur verwurzelt ist. Von der systematischen Vertuschung von Machtmissbrauch bis hin zum NSU 2.0: Dieses Buch erschüttert das Grundvertrauen in die Institution Polizei und fordert eine ehrliche Debatte über das Polizeiproblem.

ISBN9783492065207
VerlagPiper
Erscheinungsdatum26.09.24
Seitenzahl352

Rezensionen & Bewertungen

51 Bewertungen

7 Rezensionen

4,5

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  • matilda.billerby
    matilda.billerby

    104 Follower

    4,0

    Polizeigewalt, Struktur und die Grenzen von Reformen

    In „Alles nur Einzelfälle?” setzt sich Mohamed Amjahid mit der Frage auseinander, ob Polizeigewalt tatsächlich aus individuellem Fehlverhalten entsteht oder ob sie strukturell im System verankert ist. Er zeigt nachvollziehbar auf, wie institutionelle Mechanismen, fehlende Kontrolle und gesellschaftliche Machtverhältnisse dazu beitragen, dass Gewalt durch Polizei immer wieder als Ausnahme dargestellt wird. Das Buch bietet einen gut verständlichen Überblick über die Strukturen hinter Polizeigewalt und ordnet aktuelle wie historische Fälle ein. Besonders überzeugend ist die Analyse der institutionellen Logiken, die Aufarbeitung erschweren und Verantwortlichkeiten verschleiern. Amjahid macht deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein systemisches Problem. Ergänzt wird diese Perspektive durch die Kapitel zur Popkultur, in denen er zeigt, wie Filme, Serien und mediale Erzählungen das Bild der Polizei prägen und Gewalt normalisieren oder legitimieren. Diese Verbindung von institutioneller Analyse und kultureller Einordnung eröffnet neue Zugänge zum Thema. Weniger gelungen ist der Schlussteil mit den Reformansätzen. Diese bleiben eher konventionell und wirken umso schwächer, da der Autor selbst einordnet, dass viele dieser Maßnahmen kaum nachhaltige Wirkung entfalten. Hier hätte der Text zugunsten einer vertieften Auseinandersetzung mit radikaleren Perspektiven gekürzt werden können. Insbesondere das Kapitel zur Abschaffung der Polizei hätte deutlich mehr Raum verdient. Insgesamt ist „Alles nur Einzelfälle?” ein solides und informatives Buch, das einen wichtigen Beitrag zur Debatte um Polizeigewalt und institutionelle Verantwortung leistet. Mit einer Bewertung von 4/5 überzeugt es vor allem durch seine klare Analyse, auch wenn es an einigen Stellen hinter seinen eigenen Möglichkeiten zurückbleibt.

    19. Dez. 2025

  • ovr
    ovr

    89 Follower

    5,0

    Wenn du dich mit Rassismus beschäftigst, dann ist dieses Buch eine Pflichtlektüre!

    Dieses Buch gibt einen tiefen Einblick, wie das System Polizei bei uns und auch auf der Welt arbeitet. Ein toll recherchiertes Buch, was mich sprachlos gemacht hat. Wenn man sich mit dem Thema Rassismus beschäftigt, dann muss man es lesen.

    Wenn du dich mit Rassismus beschäftigst, dann ist dieses Buch eine Pflichtlektüre!

    3. Sept. 2025

  • florzinha
    florzinha

    5 Follower

    5,0

    Ein unglaublich gutes Buch für alle die sich gerne mit gesellschaftskritischen Themen auseinandersetzen.

    Der Autor nimmt uns über 349 Seiten mit auf einen wilden Ritt durch das System Polizeigewalt. Angefangen bei den Problemen der Recrutierung von neuen Polizeikräften über PawPatrol bis hin zu ekelhaften Polizei Chats und einem System, was Polizeibeamte bei Fehlverhalten schützt. Er beschreibt unglaublich wortgewaltig, aber leicht zu verstehen, und minutiös die strukturellen Probleme mit der Polizei, hauptsächlich in Deutschland aber auch weltweit. Das erste Mal, dass mir tödliche Polizeigewalt über den Weg lief, war der Tod von Oury Jalloh der unter sehr seltsamen Umständen in Dessau in der Gewahrsamszelle verbrannte. Weitere Fälle von tödlicher Polizeigewalt sollten, leider, folgen. Hier wird aber nicht nur klassisches Fingerpointing betrieben, sondern die detaillierten Recherchen zeigen zum Schluss auch Ansätze wie man es besser machen könnte, welche Maßnahmen bereits umgesetzt werden und welche Möglichkeiten nicht umsetzbar oder nicht gewollt sind. Ein unglaublich wichtiges Werk, welches uns die Augen öffnen sollte im kritischen Umgang mit der Polizei - die vier Seiten der Namen der Toten, die durch Polizeigewalt gestorben sind, sprechen Bände.

    23. Dez. 2024

3 von 7 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 288%
tamihamihaaa
tamihamihaaa15. Feb. 2026

Uffff, so unterhaltsam, inklusive ein paar Sprinkles Ironie, das Buch auch geschrieben ist, trotzdem erschreckend, mit welcher Literatur Polizeischüler:innen ausgebildet werden.

Seite 7622%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Mohamed Amjahid

Mohamed Amjahid, 1988 in Frankfurt a. M. geboren, ist politischer Journalist, Buchautor und Moderator. Er schreibt für mehrere Medien wie ZEIT, Spiegel, taz und Süddeutsche Zeitung und wurde unter anderem mit dem Alexander-Rhomberg-Preis und dem Nannen-Preis ausgezeichnet. Amjahid ist Fellow im Thomas-Mann-House in Los Angeles. Für seine Bücher »Unter Weißen« und »Der weiße Fleck« hat Amjahid viel Aufmerksamkeit bekommen. Er lebt in Berlin.

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