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Gedenken neu denken

4,6(105)
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Über das Buch

Unsere Erinnerungskultur muss sich verändern. Wie und warum, legt Susanne Siegert in diesem Buch dar. Sie plädiert für eine pluralistische, neue Gedenkarbeit mit einem Schwerpunkt auf der Verantwortung der Nachfahren der Tätergeneration anstelle unserer »einstudierten« gemeinsamen Rückschau mit den Opfern. Es geht um weniger bekannte NS-Verbrechen, um weniger bekannte Orte, um bisher vernachlässigte Opfergruppen. Gleichzeitig zeigt dieses Buch, wie wichtig eine aktivere, vielfältigere Gedenkkultur ist, um künftige Generationen auch ohne direkte Zeitzeugenberichte zu erreichen.

Editionen (1)

ISBN9783492065450
VerlagPiper
Erscheinungsdatum31.10.25
Seitenzahl240

Merkmale

4 Bewertungen

AnschaulichNachdenklichInformativVerstörendMittelTraurig

Rezensionen & Bewertungen

105 Bewertungen

15 Rezensionen

4,6

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  • josis.books
    josis.books

    118 Follower

    5,0

    Ein wichtiger Beitrag zur modernen Gedenkarbeit❗️

    „Aber wenn das Feuer schon brennt und niemand löscht, Menschen stattdessen wegschauen oder sogar Beifall klatschen, dann sollte man sich fragen, warum und woher das kommt.“ (S. 157) Susanne Siegert habe ich eher zufällig auf Instagram über ihren Account @keine.erinnerungskultur entdeckt. Dort hat sie mich mit ihren professionellen, kritischen und wahnsinnig gut recherchierten Beiträgen sofort überzeugt 😄 Auch ihr Buch ist mir daraufhin immer wieder begegnet und ich muss gestehen, dass ich trotz ihrer starken Online-Inhalte zunächst unsicher war, ob ein Buch zu diesem komplexen, emotional aufgeladenen und gesellschaftlich stark diskutierten Thema nicht vielleicht „zu viel“ sein könnte. Aber ich kann nur sagen: Susanne Siegert hat hier ein Werk vorgelegt, das absolut überzeugt. Ich selbst habe Geschichte und Archäologie studiert und arbeite auch in meiner täglichen Praxis teilweise mit erinnerungskulturellen und gedenkbezogenen Kontexten. Gerade deshalb empfinde ich ihre Ansätze als erfrischend, kritisch und in genau dem richtigen Maß unbequem. Denn sie zeigt deutlich: Als ehemalige Tätergesellschaft neigen wir dazu, uns auszuruhen, uns in Gewohnheiten einzurichten und es uns bequem zu machen. Und genau das lässt dieses Buch nicht zu. Dabei passiert das nicht auf eine anklagende oder moralisierende Weise. Im Gegenteil: Alles ist wissenschaftlich fundiert, sauber recherchiert und nachvollziehbar erläutert und gleichzeitig so zugänglich geschrieben, dass man sich gut vorstellen kann, es auch Schüler*innen in die Hand zu geben, damit sie ein erstes Gespür entwickeln und selbst kritische Fragen stellen. Besonders beeindruckt hat mich die Auseinandersetzung mit der Rolle der ehemaligen Tätergesellschaft. Es ist erschreckend aktuell, wie schwer wir uns noch immer damit tun, uns sowohl kollektiv als auch individuell mit unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen; sei es in der Familiengeschichte oder im gesellschaftlichen Kontext. Der Satz „Reicht es nicht endlich?“ begegnet einem dabei leider viel zu oft. Umso mehr werde ich „Gedenken neu denken“ künftig jedem empfehlen, der sich fragt, ob das Thema Nationalsozialismus nicht längst „abgeschlossen“ sei. Auch das Kapitel zur Vermittlungsarbeit hat mich (als Museumspädagogin) besonders angesprochen 😄 Susanne Siegert spricht mir hier aus der Seele: Immer wieder wird gefragt, warum man sich überhaupt noch mit Geschichte beschäftigen soll, während gleichzeitig erwartet wird, sie nicht auf aktuelle Konflikte zu beziehen. Dabei wird Geschichte erst dann wirklich relevant, wenn wir sie in Beziehung zur Gegenwart setzen und Strukturen erkennen, die sich wiederholen oder ähneln. Nur so kann Lernen aus der Vergangenheit überhaupt funktionieren. Und genau diese Vermittlungsarbeit muss nicht nur in Museen oder Schulen stattfinden - sie darf und soll auch auf Plattformen wie TikTok oder Instagram stattfinden, gerade wenn sie so reflektiert umgesetzt wird wie bei der Autorin. Eine große Empfehlung!!

    16. Mai 2026

  • thegreatescape
    thegreatescape

    84 Follower

    5,0

    Ein Muss!

    Ich wusste nicht, was mich bei diesem Buch erwartet. Gedenken neu denken? Wie das? Wir haben doch die Gedenktage zum zweiten Weltkrieg, überall sehe ich #niewieder und ähnliches, was soll daran falsch sein? Jetzt habe ich das Buch gelesen und weiß: alles ist daran falsch. Warum halten deutsche Politiker lange Reden an Gedenktagen, während die Holocaustüberlebenden zu Statisten degradiert werden? Das ist nur einer der wichtigen Punkte, die Susanne Siegert hier zusammengefasst hat und in ihrem Instagram-Account massentauglich verbreitet. Dieses Buch gibt zahlreiche neue Impulse, um Gedenken tatsächlich neu zu denken, es gibt Impulse, Geschehnisse aus anderer Perspektive zu sehen und mir persönlich hat es den Impuls gegeben, auch in meiner Familie zu forschen, ohne Angst vor dem, was ich finden könnte. Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre in den Schulen werden!

    27. Feb. 2026

  • annabelannabel
    annabelannabel

    3 Follower

    4,0

    Ich hab so viel gelernt in diesem Buch und so viel mitgenommen. Bin dankbar für die Arbeit der Autorin. Und ich kann es euch allen wirklich nur ans Herz legen es zu lesen. Auch ihre Lesung war ganz toll.

    3. Apr. 2026

3 von 15 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 198%
wiehar
wiehar1. März 2026

„Warum brauche ich 20 Sekunden, um die ehemalige Adresse eines Juden herauszufinden, der von den Nazis ermordet wurde - und sechs Monate und 120 Euro, wenn ich etwas Licht in die Nazivergangenheit meiner eigenen Familie bringen möchte?!“

Autorin / Autor

Über Susanne Siegert

Susanne Siegert, geboren 1992, ist Journalistin und eine der bekanntesten Stimmen der digitalen Erinnerungskultur in Deutschland. Sie klärt auf Instagram und TikTok über den Holocaust auf. Für ihre innovative und engagierte Arbeit wurde sie 2024 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet, 2025 erhielt sie den Margot Friedländer Preis. Siegert lebt in Leipzig.

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