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Romane

In der Strafkolonie

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Über das Buch

Die Erzählung entstand im Oktober 1914 während eines Arbeitsurlaubs, als Kafka eigentlich an dem Roman Der Process arbeiten wollte. Im November 1916 las sie Kafka in München im Rahmen einer literarischen Vortragsreihe vor kleinem Publikum, auch Rainer Maria Rilke war anwesend. Der Legende nach fielen angesichts der vorgetragenen Grausamkeiten mehrere Zuhörerinnen in Ohnmacht. Die Resonanz war allgemein negativ. Ein Zeitungskritiker nannte Kafka einen Lüstling des Entsetzens. Kafka plante ursprünglich eine Veröffentlichung der Strafkolonie zusammen mit Das Urteil und Die Verwandlung unter dem Titel Strafen. Sein Verlag hielt jedoch eine solche Thematik für unverkäuflich. Durch verschiedene Verzögerungen aufgrund der Skepsis seines Verlages erfolgte die Veröffentlichung als Einzelerzählung bei dem Verleger Kurt Wolff erst 1919. Der junge Journalist Kurt Tucholsky war sehr berührt von der Erzählung und schrieb dazu: „Seit dem Michael Kohlhaas ist keine deutsche Novelle geschrieben worden, die mit bewusster Kraft jede innere Anteilnahme anscheinend unterdrückt und doch so durchblutet ist von ihrem Autor.“ [Wikipedia]

Editionen (43)

ISBN9783946619550
VerlagBoer Verlag
Erscheinungsdatum31.12.17
Seitenzahl56

Rezensionen & Bewertungen

117 Bewertungen

17 Rezensionen

3,6

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  • annejnr
    annejnr

    65 Follower

    5,0

    Kafkaesk

    Als Schriftsteller*in ein eigenes Adjektiv zugeschrieben zu bekommen, das erfordert ein Höchstmaß an Individualität und schöpferischem Können. Die Parabel „In der Strafkolonie“ beweist für mich erneut auf geradezu unheimliche Weise, wie wenig erwartbar und unergründlich Kafkas Erzählungen jedes Mal in neue Richtungen laufen. Ich werde nie das Gefühl haben vollends interpretieren zu können, was womit gesagt werden möchte aber das will ich auch gar nicht. Ein bemerkenswerter Zufall für mich ist, dass ich parallel „Fremdes Licht“ von Stavarič lese und ebenjene Protagonistin eine ähnliche Maschine bedient, aber um Leben zu erschaffen. Ein kleiner literarischer Gruß, der mir ohne diese Lektüre entgangen wäre.

    15. Feb. 2025

  • julsico
    julsico

    78 Follower

    4,5

    Mit der Vergangenheit abschließen

    Auch in dieser kurzen Parabel stellt Franz Kafka eindrücklich die Stärken seiner Literatur heraus, menschliche Abgründe subtil und doch unmissverständlich darzustellen. Auf nur wenigen Seiten aber in verhältnismäßig sehr vielen Worten wird der Schrecken der sogenannten „Maschine“ geschildert, deren Brutalität ein Offizier der Strafkolonie regelrecht verfallen ist. Jener möchte einem Besucher des Geländes, auf welchem diese Maschine noch genutzt wird, davon überzeugen, dass die Methodik des Apparats schon ihren Sinn habe - und dies auch unbedingt so bleiben soll. Ich konnte bei der Lektüre gar nicht glauben, wie wahnhaft der Offizier sich in die Begeisterung für seine Maschine hineinsteigert. Dabei kann das Prinzip der eisernen Dogmatik - wie bei vielen von Kafkas Texten - auf ganz unterschiedliche Umstände angewandt werden. Im Grunde geht es um das Verweigern vor richtigen und wichtigen Veränderungen, denn „das haben wir ja schon immer so gemacht“ und „früher war eh alles besser“. Kafka treibt dabei auf die Spitze, was mit jemandem passiert, der das Prinzip über den Blick auf den Menschen stellt. Auch wenn der Text nur wenige Seiten hat, könnte man schon wieder so viel dazu sagen - denn auch das Verhalten des Besuchers fand ich ebenso interessant wie rätselhaft. Trotzdem glaube ich, dass man diese Geschichte selbst entdecken sollte, wenn man die Nerven dafür mitbringt.

    30. Okt. 2024

  • soulfulrina_reads
    soulfulrina_reads

    116 Follower

    3,5

    Wurde mir als Einstieg in Kafkas Werke empfohlen. Interessant war es auf jeden Fall – skurril und verstörend, wie erwartet. Die Erzählung hat etwas von einem Kammerspiel. Irgendwie habe ich verstanden, worum es in der kurzen Erzählung geht, und gleichzeitig auch nicht. Ich glaube, genau das beschreibt mein Leseerlebnis am besten.

    12. Nov. 2025

3 von 17 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Franz Kafka

1883–1924

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