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Über das Buch

Bernhard Haber ist zehn, als er 1950 mit seinen Eltern aus Breslau in eine sächsische Kleinstadt kommt, wo man Vertriebene und Ausgebombte lieber heute als morgen wieder abreisen sähe. Zwar werden Handwerker gebraucht, und Bernhards Vater ist Tischler, aber die Einheimischen bestellen ihre Möbel natürlich nicht bei dem Fremden.
Dem Jungen begegnet man in der Schule nicht viel besser, sich durchbeißen und immer wiedere Schläge einstecken - das erkennt er rasch als den einzigen Weg. Daß Bernhard nach der 8. Klasse eine Tischlerlehre beginnt, wundert niemanden, eher schon, daß er später zeitweise als Karusselbesitzer sagenhaft viel Geld verdient. Peter Koller, der in einem selbstgebauten Auto zahlende Gäste nach Westberlin gebracht hat und dafür ein paar Jahre ins Gefängnis muß, weiß genauer, woher Bernhards Wohlstand stammt, aber er verpfeift ihn nicht.
Überhaupt hat Haber Glück mit den Leuten um sich herum: mit seiner Frau Friederike, die ihn anhimmelt, mit seiner Schwägerin Katharina, die ihm beigebracht hat, was Liebe ist, mit dem Sägereibesitzer Sigurd, der dafür sorgt, daß Bernhard als Tischlermeister in den Kegelklub aufgenommen wird, wo die Selbständigen sich treffen, um den nötigen Einfluß auf die Politik des Ortes zu nehmen ... vor 1989 und erst recht in den wilden Jahren danach.

Christoph Hein erzählt die Lebensgeschichte Bernhard Habers über fast fünfzig Jahre aus der Sicht und mit den Stimmen von fünf Wegbegleitern. Es ist der Lebenslauf eines Außenseiters in der Provinz, der mit der großen Geschichte scheinbar nichts zu tun hat und doch den Verlauf deutscher Geschichte vom zweiten Weltkrieg bis zur Jahrtausendwende exemplarisch spiegelt.

Editionen (4)

ISBN9783518457290
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum02.11.05
Seitenzahl382

Merkmale

6 Bewertungen

LangsamMittelEntwickelndInformativGlaubwürdigAnschaulich

Rezensionen & Bewertungen

108 Bewertungen

2 Rezensionen

2,9

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  • no1emma
    no1emma

    6 Follower

    4,0

    „Im Mittelalter, das habe ich jedenfalls gehört, sind Dome und Kirchen und große Gebäude immer mit Blut gebaut worden. Das Blut von einem Unschuldigen, am besten von einem Kind, musste im Mörtel stecken, wenn das Gebäude halten sollte. Vielleicht ist das Aberglaube, doch vielleicht ist das noch immer so. Vielleicht brauchte es erst das Blut meines Vaters, meines unschuldigen Vaters, dass ich hier heimisch werde, dass man mich akzeptiert.“

    musste das buch für die schule lesen und war deshalb eig nicht so positiv gestimmt. die meisten sind ja eher doof und ich lese sie gar nicht. zu diesem habe ich mich aber doch durchgerungen und wurde positiv überrascht. die verschiedenen pov‘s zu lesen und über das leben der einzelnen personen zu erfahren, aber auch immer der bezug zu bernhard haber hat mir gut gefallen. mehr über die zeit zu erfahren, wie die menschen früher gelebt haben, wie die zustände und lebensweisen waren, fand ich sehr interessant. vom schreibstil her war es auch gut zu lesen, von daher empfehlenswert :)

    26. Okt. 2025

  • 3,0

    Ich weiß nicht ib uch die richtige Zielgruppe für dieses Buch bin, nun musste ich es aber für die schule lesen. Ich fand es hat sich einfach echt lang gezogen und nur wenige passagen waren irgendwie spannend. Alles in allem war es ganz ok aber muss nicht noch einmal.

    Ich weiß nicht ib uch die richtige Zielgruppe für dieses Buch bin, nun musste ich es aber für die schule lesen. Ich fand es hat sich einfach echt lang gezogen und nur wenige passagen waren irgendwie spannend. Alles in allem war es ganz ok aber muss nicht noch einmal.

    3. Dez. 2025

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 3910%
krabat
krabat9. Nov. 2025

Mir tut es grad echt leid, dass denen die Werkstatt abbrennt 🥺

Seite 5915%

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Autorin / Autor

Über Christoph Hein

Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut. Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis. Sein jüngster Roman Das Narrenschiff stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

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