Blick ins Buch

Romane

In der Strafkolonie

3,6(117)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Auf einer Gefängnisinsel wohnt ein Forschungsreisender einer ihn zugleich abstoßenden wie faszinierenden Bestrafung bei: Eine Exekutionsmaschine ritzt den Verurteilten in einer zwölfstündigen Tortur ihr Urteil in die Haut, bis diese schließlich – in einem Moment erlösender Offenbarung – sterben. Das behauptet zumindest der diensthabende Offizier, ein glühender Anhänger der Maschine, der sich schließlich pflichtbewusst selbst unter die »Egge« legt, um den zweifelnden Besucher von der Methode zu überzeugen. Kafkas meisterhafte Erzählung über Fanatismus, Schuld und menschliche Grausamkeit wird eindrücklich und ungekürzt gelesen von Bruno Ganz. Ungekürzte Lesung mit Bruno Ganz 1 mp3-CD | ca. 1 h 3 min

Editionen (43)

ISBN9783862317196
VerlagDer Audio Verlag
Erscheinungsdatum18.03.16

Rezensionen & Bewertungen

117 Bewertungen

17 Rezensionen

3,6

Tippen zum Filtern

  • annejnr
    annejnr

    65 Follower

    5,0

    Kafkaesk

    Als Schriftsteller*in ein eigenes Adjektiv zugeschrieben zu bekommen, das erfordert ein Höchstmaß an Individualität und schöpferischem Können. Die Parabel „In der Strafkolonie“ beweist für mich erneut auf geradezu unheimliche Weise, wie wenig erwartbar und unergründlich Kafkas Erzählungen jedes Mal in neue Richtungen laufen. Ich werde nie das Gefühl haben vollends interpretieren zu können, was womit gesagt werden möchte aber das will ich auch gar nicht. Ein bemerkenswerter Zufall für mich ist, dass ich parallel „Fremdes Licht“ von Stavarič lese und ebenjene Protagonistin eine ähnliche Maschine bedient, aber um Leben zu erschaffen. Ein kleiner literarischer Gruß, der mir ohne diese Lektüre entgangen wäre.

    15. Feb. 2025

  • julsico
    julsico

    78 Follower

    4,5

    Mit der Vergangenheit abschließen

    Auch in dieser kurzen Parabel stellt Franz Kafka eindrücklich die Stärken seiner Literatur heraus, menschliche Abgründe subtil und doch unmissverständlich darzustellen. Auf nur wenigen Seiten aber in verhältnismäßig sehr vielen Worten wird der Schrecken der sogenannten „Maschine“ geschildert, deren Brutalität ein Offizier der Strafkolonie regelrecht verfallen ist. Jener möchte einem Besucher des Geländes, auf welchem diese Maschine noch genutzt wird, davon überzeugen, dass die Methodik des Apparats schon ihren Sinn habe - und dies auch unbedingt so bleiben soll. Ich konnte bei der Lektüre gar nicht glauben, wie wahnhaft der Offizier sich in die Begeisterung für seine Maschine hineinsteigert. Dabei kann das Prinzip der eisernen Dogmatik - wie bei vielen von Kafkas Texten - auf ganz unterschiedliche Umstände angewandt werden. Im Grunde geht es um das Verweigern vor richtigen und wichtigen Veränderungen, denn „das haben wir ja schon immer so gemacht“ und „früher war eh alles besser“. Kafka treibt dabei auf die Spitze, was mit jemandem passiert, der das Prinzip über den Blick auf den Menschen stellt. Auch wenn der Text nur wenige Seiten hat, könnte man schon wieder so viel dazu sagen - denn auch das Verhalten des Besuchers fand ich ebenso interessant wie rätselhaft. Trotzdem glaube ich, dass man diese Geschichte selbst entdecken sollte, wenn man die Nerven dafür mitbringt.

    30. Okt. 2024

  • soulfulrina_reads
    soulfulrina_reads

    117 Follower

    3,5

    Wurde mir als Einstieg in Kafkas Werke empfohlen. Interessant war es auf jeden Fall – skurril und verstörend, wie erwartet. Die Erzählung hat etwas von einem Kammerspiel. Irgendwie habe ich verstanden, worum es in der kurzen Erzählung geht, und gleichzeitig auch nicht. Ich glaube, genau das beschreibt mein Leseerlebnis am besten.

    12. Nov. 2025

3 von 17 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Franz Kafka

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloss, trat Kafka in die »Arbeiter-Unfallversicherungs-Anstalt« ein. 1917 erkrankte er an Tuberkulose, was ihn 1922 zur Aufgabe seines Berufes zwang. Ab 1923 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin und Wien, zuletzt im Sanatorium Kierling bei Wien, wo er am 3. Juni 1924, noch keine 41 Jahre alt, starb.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick