Blick ins Buch

Romane

Die Sanfte

3,6(107)
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Die Erzählung basiert auf zwei Zeitungsmeldungen, in denen von einer Frau berichtet wird, die sich, mit einer Ikone in der Hand, aus dem Fenster eines fünften Stockwerks gestürzt hatte. Der Erzählung geht ein „Vorwort“ voraus, in dem ein fiktiver Herausgeber die Erzählung als „fantastisch“ bezeichnet. Er bezieht sich weniger auf den Inhalt der realistischen Erzählung als vielmehr auf die Form. "Denken Sie sich einen Mann, der vor der Leiche seiner Frau steht, einer Selbstmörderin, die sich erst vor wenigen Stunden aus dem Fenster gestürzt hat. Er ist noch ganz bestürzt und hat noch nicht Zeit gehabt, seine Gedanken zu sammeln. Er geht in seinem Zimmer auf und ab und bemüht sich, das Geschehene zu fassen, 'seine Gedanken auf einen Punkt zu konzentrieren'. Er gehört obendrein zu jenen Hypochondern, die mit sich selbst sprechen. So spricht er mit sich selbst, erzählt sich den Sachverhalt, und sucht ihn sich zu klären.Trotz der scheinbaren Folgerichtigkeit seiner Rede widerspricht er sich einige Male wie in der Logik so auch in den Gefühlen. Er rechtfertigt sich und beschuldigt sich zur gleichen Zeit und gerät zuweilen in durchaus nebensächliche Erklärungen; neben einer gewissen Rohheit der Gedanken und des Herzens verrät er auch hier und da tiefes Gefühl. Allmählich gelingt es ihm auch wirklich, sich den Sachverhalt zu klären und seine Gedanken auf einen Punkt zu konzentrieren. Eine Reihe von Erinnerungen, die er in sich weckt, zwingt ihn schließlich, die Wahrheit zu sehen; und diese Wahrheit wirkt erhebend auf seinen Verstand und sein Herz. Gegen das Ende verändert sich sogar der Ton der Erzählung im Vergleich zu dem so verworrenem Anfang. Die Wahrheit zeigt sich dem Unglücklichen recht klar und eindeutig; jedenfalls glaubt er sie so zu sehen."

Editionen (4)

ISBN9783944621982
VerlagReese, Lothar
Erscheinungsdatum16.04.15
Seitenzahl80

Rezensionen & Bewertungen

107 Bewertungen

14 Rezensionen

3,6

Tippen zum Filtern

  • asreading
    asreading

    29 Follower

    5,0

    Guter Einstieg in die Werke von Dostojewski

    Das Buch ist sehr fesselnd. Ich würde vorab empfehlen, das Buch langsam und Satz für Satz zu lesen. Der Mann im Buch erzählt teilweise ziemlich wirr, gerade am Anfang. Meiner Meinung nach macht das Buch aber genau deshalb so gut. An einigen Stellen würde ich am liebsten durchs Buch springen und ihn einmal kräftig schütteln. Dostojewski schreibt in diesem Buch über Liebe und Misskommunikation beziehungsweise fehlende Kommunikation. Ich persönlich kann einiges für mich mitnehmen und werde es vermutlich noch einmal lesen. Klare Empfehlung.

    4. Feb. 2026

  • bethi
    bethi

    60 Follower

    4,0

    "Ihre Stimme klang aber so, als ob in ihr etwas gesprungen oder gerissen wäre, als ob sie nicht die Kraft hätte, als ob das Liedchen selbst krank wäre." (S.59)

    ​Dostojewski ist für mich immer eine Reise in eine andere Zeit. Auch wenn ich es immer ein klein wenig traurig finde, das Werk nicht im Original lesen zu können, hat mich dieser intensive innere Monolog bewegt. Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um mich auf das Buch einzulassen und in das umtriebige Denken des Protagonisten einzutauchen. Das Vorwort hilft hier sehr beim Verständnis. ​Die Geschichte beginnt mit dem Suizid seiner Frau und führt uns zurück zu ihrem Kennenlernen im Pfandhaus und ihrer Geschichte. ​Das Buch ist eine bittere Analyse von Reue und der schmerzlichen "Plötzlichkeit der Liebe". Der Witwer sinniert darüber, wie alles soweit kommen konnte. Schuld, Verletzlichkeit, Täter, Opfer, Liebe, Leid, Unrecht..

    "Ihre Stimme klang aber so, als ob in ihr etwas gesprungen oder gerissen wäre, als ob sie nicht die Kraft hätte, als ob das Liedchen selbst krank wäre." (S.59)

    18. Jan. 2026

  • noraslmn
    noraslmn

    4 Follower

    5,0

    ein kunstwerk !!!

    so viele ebenen, auf denen das buch aus psychologischer sicht analysiert werden kann. teilweise verstörend, aber dadurch auch interessanter und originaler. würde es jedem empfehlen, der sich dafür interessiert, wie menschen miteinander interagieren und bisschen wissen darüber hat, damit die textpassagen nicht zu verwirrend werden.

    20. Okt. 2024

3 von 14 Rezensionen

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick