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Wer wir waren

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Über das Buch

Im Sommer vor seinem Tod arbeitete Roger Willemsen an einem neuen Buch: "Wer wir waren" sollte es heißen. Er sah sich unsere Gegenwart an, als wäre er schon viele Jahre weiter in die Zukunft gereist: Was machen wir gerade mit dieser Welt und unserem Leben? Warum machen wir das? Und warum machen wir es nicht anders, obwohl wir wissen, dass wir so in die Katastrophe schlittern? Roger Willemsen arbeitete an diesem Buch mit großer Entschiedenheit und Leidenschaft. "Wer wir waren" sollte im Herbst 2016 erscheinen, aber Roger Willemsen hörte auf zu schreiben, als er von seiner Krankheit erfuhr. Er trat auch nicht mehr auf. Kurz vorher hatte er im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern eine Rede von mitreißendem Furor gehalten, in der er den Kern von "Wer wir waren" formuliert hat. Sie war für ihn von großer Bedeutung und ist es für uns umso mehr: Es war sein letzter Auftritt, es ist sein letzter Text. Uns haben viele Briefe erreicht, in denen Roger Willemsens Leserinnen und Leser fragen, ob wir wissen, was er zu den politischen und sozialen Entwicklungen unserer Tage gesagt hätte. Diese Rede gibt darauf Antworten. Auch deswegen haben wir uns entschlossen, sie zu veröffentlichen. Ihr Aufruf, sich nicht einverstanden zu erklären, lässt uns alle spüren, wen wir verloren haben. Und was wir ihm und uns schuldig sind. Jörg Bong Verlegerischer Geschäftsführer S. Fischer Verlag Frankfurt, 2016

Editionen (5)

ISBN9783864844416
VerlagTacheles!
Erscheinungsdatum29.12.16

Rezensionen & Bewertungen

59 Bewertungen

10 Rezensionen

4,0

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  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    5,0

    Nachzeitig werde ich schauen, aus der Perspektive dessen, der sich seiner Zukunft berauben will, weil sie ihn schauert, im Vorauslaufen zurückblickend, um sich so besser erkennen zu können, und zwar in den Blicken derer, die man enttäuscht haben wird. Geradezu grenzenlos haben wir ja in allen Medien der historischen Rekonstruktion durch die Augen jener blicken gelernt, die waren und gingen. Vergleichsweise selten aber versuchen wir, uns im Blick jener zu identifizieren, die kommen und an uns verzweifeln werden. - Zitat, Seiten 24,25 Eine editorische Notiz hat die literarische Nachlassverwalterin von Roger Willemsen (1955 - 2016), Insa Wilke, dem kurzen Text des Buches beigefügt. Darin bezeichnet sie die in diesem Buch abgedruckte "Zukunftsrede" als Vermächtnis des Autoren. "Wer wir waren" sollte ein komplexes Werk werden, in welchem der Autor unsere Gegenwart aus der Perspektive der noch ungesehenen Zukunft betrachten wollte. Als er jedoch von seiner Krebserkrankung erfuhr, legte er seine schriftstellerische Arbeit nieder und schlich sich aus dem öffentlichen Leben davon. Geblieben ist die hier abgedruckte Rede von Roger Willemsen, die er am 24. Juli 2015 gehalten hat. Es war sein letzter öffentlicher Auftritt. Dieser nachdenklich stimmende Text ist die ideale Lektüre für das ausgehende Jahr. FAZIT Dies war mein persönlich erster Kontakt mit dem Werk von Roger Willemsen - und mir war bei der Wahl der Lektüre nicht klar, dass es sich um "das (literarische) Vermächtnis" desselben handelt. Aber dieser gedankenschwere, aber doch leichtfüßig geschriebene Text macht mir Lust auf mehr und so liegt schon ein weiteres Buch des Autoren zur Lektüre bereit! Eine unbedingte Leseempfehlung.

    13. Dez. 2025

  • carsten
    carsten

    95 Follower

    5,0

    Schlaue Gedanken. Top.

    17. Sept. 2024

  • interpolar
    interpolar

    27 Follower

    5,0

    Allein die Idee, unsere Gegenwart aus der Zukunft zu betrachten, ist brillant. Diese Brillanz ist auch sprachlich  in jede Zeile von Roger Willemsens Rede aus dem Jahr 2016 eingeschrieben. Ich bin mir sicher, es wäre ein wahnsinnig gutes Buch geworden. So viele wichtige Gedanken und Anreize finden sich allein in diesen 64 Seiten von „Wer wir waren“.  Roger Willemsen ist im Alter von 60 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben. Für das geplante Werk hatte er eine Materialsammlung angelegt und für die vorliegende Rede gab es bereits drei verschiedene Entwürfe. Nehmt euch die ein bis zwei Stunden und lest diese Rede am Stück. Ihr werdet es nicht bereuen und versteht uns, die wir uns hier aus der Zukunft betrachten, vielleicht etwas besser. Bei jedem größeren politischen oder gesellschaftlichen Ereignis, das sich hier in Deutschland oder auch in der Welt vollzieht, muss ich unweigerlich daran denken, was Roger wohl dazu schreiben würde. Er hatte die Gabe, uns Menschen so zu beobachten wie kaum ein anderer. Kurzum: Roger, du fehlst.

    7. Feb. 2024

3 von 10 Rezensionen

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