Blick ins Buch

Biografien

Wer wir waren

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Über das Buch

Roger Willemsen hatte vor seinem Tod an einem neuen Buch gearbeitet. Es sollte ›Wer wir waren‹ heißen und unsere Gegenwart betrachten – aus der Zukunft. Als Roger Willemsen im Sommer 2015 krank wurde, musste er die Arbeit an seinem Text einstellen. Zentrale Gedanken davon aber stecken in einer mitreißenden »Zukunftsrede«, die zu seinem letzten öffentlichen Auftritt wurde. Sie ist der leidenschaftliche Aufruf an die nächste Generation, sich nicht einverstanden zu erklären.

Editionen (5)

ISBN9783596522071
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum28.11.18
Seitenzahl64

Rezensionen & Bewertungen

59 Bewertungen

10 Rezensionen

4,0

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  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    5,0

    Nachzeitig werde ich schauen, aus der Perspektive dessen, der sich seiner Zukunft berauben will, weil sie ihn schauert, im Vorauslaufen zurückblickend, um sich so besser erkennen zu können, und zwar in den Blicken derer, die man enttäuscht haben wird. Geradezu grenzenlos haben wir ja in allen Medien der historischen Rekonstruktion durch die Augen jener blicken gelernt, die waren und gingen. Vergleichsweise selten aber versuchen wir, uns im Blick jener zu identifizieren, die kommen und an uns verzweifeln werden. - Zitat, Seiten 24,25 Eine editorische Notiz hat die literarische Nachlassverwalterin von Roger Willemsen (1955 - 2016), Insa Wilke, dem kurzen Text des Buches beigefügt. Darin bezeichnet sie die in diesem Buch abgedruckte "Zukunftsrede" als Vermächtnis des Autoren. "Wer wir waren" sollte ein komplexes Werk werden, in welchem der Autor unsere Gegenwart aus der Perspektive der noch ungesehenen Zukunft betrachten wollte. Als er jedoch von seiner Krebserkrankung erfuhr, legte er seine schriftstellerische Arbeit nieder und schlich sich aus dem öffentlichen Leben davon. Geblieben ist die hier abgedruckte Rede von Roger Willemsen, die er am 24. Juli 2015 gehalten hat. Es war sein letzter öffentlicher Auftritt. Dieser nachdenklich stimmende Text ist die ideale Lektüre für das ausgehende Jahr. FAZIT Dies war mein persönlich erster Kontakt mit dem Werk von Roger Willemsen - und mir war bei der Wahl der Lektüre nicht klar, dass es sich um "das (literarische) Vermächtnis" desselben handelt. Aber dieser gedankenschwere, aber doch leichtfüßig geschriebene Text macht mir Lust auf mehr und so liegt schon ein weiteres Buch des Autoren zur Lektüre bereit! Eine unbedingte Leseempfehlung.

    13. Dez. 2025

  • carsten
    carsten

    95 Follower

    5,0

    Schlaue Gedanken. Top.

    17. Sept. 2024

  • interpolar
    interpolar

    27 Follower

    5,0

    Allein die Idee, unsere Gegenwart aus der Zukunft zu betrachten, ist brillant. Diese Brillanz ist auch sprachlich  in jede Zeile von Roger Willemsens Rede aus dem Jahr 2016 eingeschrieben. Ich bin mir sicher, es wäre ein wahnsinnig gutes Buch geworden. So viele wichtige Gedanken und Anreize finden sich allein in diesen 64 Seiten von „Wer wir waren“.  Roger Willemsen ist im Alter von 60 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben. Für das geplante Werk hatte er eine Materialsammlung angelegt und für die vorliegende Rede gab es bereits drei verschiedene Entwürfe. Nehmt euch die ein bis zwei Stunden und lest diese Rede am Stück. Ihr werdet es nicht bereuen und versteht uns, die wir uns hier aus der Zukunft betrachten, vielleicht etwas besser. Bei jedem größeren politischen oder gesellschaftlichen Ereignis, das sich hier in Deutschland oder auch in der Welt vollzieht, muss ich unweigerlich daran denken, was Roger wohl dazu schreiben würde. Er hatte die Gabe, uns Menschen so zu beobachten wie kaum ein anderer. Kurzum: Roger, du fehlst.

    7. Feb. 2024

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Roger Willemsen

Roger Willemsen, geboren 1955 in Bonn, gestorben 2016 in Wentorf bei Hamburg, arbeitete zunächst als Dozent, Übersetzer und Korrespondent aus London, ab 1991 auch als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold, den Rinke- und den Julius-Campe-Preis, den Prix Pantheon-Sonderpreis, den Deutschen Hörbuchpreis und die Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft. Willemsen war Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und stand mit zahlreichen Soloprogrammen auf der Bühne. Zuletzt erschienen im S. Fischer Verlag seine Bestseller »Der Knacks«, »Die Enden der Welt«, »Momentum«, »Das Hohe Haus« und »Wer wir waren«. Über Roger Willemsens umfangreiches Werk informiert der Band »Der leidenschaftliche Zeitgenosse«, herausgegeben von Insa Wilke. Willemsens künstlerischer Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste, Berlin. Literaturpreise:Rinke-Preis 2009Julius-Campe-Preis 2011Prix Pantheon-Sonderpreis 2012

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