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Romane

Brüste und Eier

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Über das Buch

»So großartig, dass es mir den Atem raubt.« Haruki Murakami An einem drückend heißen Sommertag wird die dreißigjährige Natsuko von ihrer älteren Schwester Makiko und deren Tochter Midoriko in Tokio besucht. Makiko, die mit zunehmendem Alter mit ihrem sich verändernden Körper nicht zurechtkommt, ist davon besessen, sich einer Brustvergrößerung zu unterziehen. Währenddessen ist ihre zwölfjährige Tochter Midoriko von der einsetzenden Pubertät überfordert und sieht sich außerstande, in einer Gesellschaft, die alles Intime und Körperliche tabuisiert, ihre Ängste, Bedürfnisse und Fragen offen zu kommunizieren. Und auch die asexuelle Natsuko hadert mit der Frage, welche Rolle noch bleibt – als unverheiratete Frau, die nicht mehr Tochter ist und vielleicht nie Mutter sein wird. Rasant und radikal widmet sich Mieko Kawakami der Diskriminierung von Frauen und damit einhergehenden Fragen nach sozialem Geschlecht, Schönheitsnormen sowie dem Alterungsprozess des weiblichen Körpers – und wagt es zu fragen, welchen Wert Frauen in der Gesellschaft haben, wenn sie sich all diesen Erwartungen widersetzen. »Einer der hellsten Sterne am japanischen Literaturhimmel, der bald die ganze Welt zum Strahlen bringen wird. Kawakami ist sowohl eine Schriftstellerin als auch eine Unterhalterin, eine Intellektuelle und eine sich ständig weiterentwickelnde Stilistin, die es gleichzeitig schafft, sehr lesbar zu schreiben und ungemein beliebt zu sein.« Japan Times

Editionen (2)

ISBN9783832170431
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum18.08.20
Seitenzahl496

Rezensionen & Bewertungen

218 Bewertungen

39 Rezensionen

3,8

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  • watashiwalena
    watashiwalena

    19 Follower

    4,0

    Stark

    Ich bin noch ein bisschen sprachlos und muss das Buch erstmal verarbeiten. Der Anfang war super stark, mit dem Mittelteil hatte ich ein bisschen zu kämpfen, aber im Nachhinein betrachtet – auch durch das starke Ende – war dieser ruhigere Mittelteil nötig. Ich mag den Schreibstil von Miko einfach sehr gerne und lese direkt mit einem anderen Roman von ihr weiter. Ein bisschen wünsche ich mir auch eine Fortsetzung, wobei es viel charmanter ist, wenn es so offen ist und man seiner fantasiefreien Lauf lässt. Ein paarmal musste ich weinen, Rückblicke in die Vergangenheit, in die Kindheit und Beziehungen zu Mutter und Großmutter sind Themen, die mich stark berühren.

    Stark

    24. Apr. 2026

  • greenwitchthinks
    greenwitchthinks

    161 Follower

    4,5

    Frausein in all seinen Widersprüchen

    Was hat mir dieses Buch die Augen geöffnet. Obwohl sich die gesamte Geschichte um Natsuko dreht, möchte ich meine Kritik in die beiden großen Lebensabschnitte aufteilen, die auch das Buch voneinander trennt. Im ersten Abschnitt bekommt Natsuko Besuch von ihrer Schwester und deren Tochter. Die Schwestern hatten keine einfache Kindheit. Beide haben Gewalt erlebt und sich ins Leben gekämpft, bis ihnen irgendwann die Kraft ausging. Trotzdem erinnern sie sich unterschiedlich an ihre Vergangenheit. Besonders spannend fand ich Midoriko, die Tochter von Natsukos Schwester. Sie spricht nicht mehr mit ihrer Mutter, zieht sich zurück und schämt sich für deren lautes Auftreten sowie für die geplante Brustoperation. Gleichzeitig lesen wir ihre Tagebucheinträge, in denen sie mit ihrem sich verändernden Körper ringt. Die erste Periode, die Verunsicherung des Erwachsenwerdens und die Frage, was es bedeutet, eine Frau zu werden, werden eindrücklich dargestellt. Hinzu kommt ihre schwierige Beziehung zur Mutter, die sie so belastet, dass sie sich selbst niemals Kinder wünscht. Dieser erste Abschnitt zeigt eindrucksvoll, wie viel Wandel, Erschöpfung und gesellschaftlicher Druck im Leben vieler Frauen steckt. Er macht deutlich, was passiert, wenn man einem Schönheitsideal hinterherjagt, obwohl die eigentlichen Probleme oft ganz woanders liegen. Mit dem zweiten Abschnitt hatte ich zunächst meine Schwierigkeiten. Es dauerte lange, bis ich wieder richtig in die Geschichte hineinfand. Umso schöner war es zu sehen, was aus Natsuko geworden ist. Sie schreibt wieder, hat erste Erfolge und wirkt hoffnungsvoller als zuvor. Besonders interessant fand ich, wie sie ihre Asexualität immer besser versteht und gleichzeitig erkennt, dass sie einen unerfüllten Wunsch in sich trägt: Mutter zu werden. Anfangs dachte ich, dieser Wunsch sei lediglich eine Reaktion auf gesellschaftlichen Druck. Doch genau mit dieser Frage spielt das Buch sehr geschickt. Mit jeder Seite wird deutlicher, dass Natsukos Sehnsucht aus ihr selbst heraus entsteht. Das Ende rund um die künstliche Befruchtung und die Geburt hat mich schließlich sehr berührt. Gerade Natsukos Gedanken und Beweggründe haben diesem Abschluss viel emotionale Tiefe verliehen. Zwar hätte ich mir gewünscht, einige Entwicklungsschritte von Natsuko noch ausführlicher mitzuerleben, doch insgesamt hat das für mich gut funktioniert. „Brüste und Eier“ erzählt davon, wie schwer es sein kann, eine Frau zu sein – unabhängig davon, ob es um gesellschaftlichen Druck, Erwartungen, Selbstbild, Mutterschaft oder die Wahrnehmung des eigenen Körpers geht. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und viele Fragen stellt, auf die es keine einfachen Antworten gibt.

    1. Juni 2026

  • ropex
    ropex

    50 Follower

    2,5

    Starker erster Teil - schwacher zweiter Teil

    Brüste und Eier hat mich leider sehr zwiegespalten zurückgelassen. Der erste Teil des Buches (etwa das erste Drittel) ist für mich mit Abstand der stärkere: stilistisch dichter, emotional greifbarer und insgesamt deutlich interessanter. Der Wechsel zwischen der eigentlichen Handlung und den Gedanken der Nichte funktioniert hier hervorragend und hat es mehrfach geschafft, mich wirklich zu packen. Auch die Figuren der Schwester und der Nichte tragen enorm zur Intensität bei und geben der Geschichte eine klare emotionale Erdung. Im zweiten Teil verliert das Buch für mich jedoch stark an Fokus. Die Handlung verläuft sich zunehmend in eine Richtung, in der ich vieles nicht mehr nachvollziehen konnte und den Bezug zur Geschichte verloren habe. Gerade die Figuren, die im ersten Teil so stark waren, rücken viel zu sehr in den Hintergrund. Die Schwester und die Nichte fehlen mir hier sehr, während neue Charaktere eingeführt werden, die für mich eher nervig als bereichernd wirkten – inklusive der Hauptfigur selbst, zu der ich zunehmend Distanz aufgebaut habe. Die thematische Grundlage des Buches ist ohne Frage wichtig und relevant, aber sie wird im zweiten Teil für mich zu wenig zugänglich vermittelt. Statt Nähe entsteht eher ein Gefühl von Entfremdung, und der Charme sowie die Klarheit des ersten Teils gehen größtenteils verloren. Rückblickend erklärt das für mich auch einiges: Der erste Teil funktioniert hervorragend als eigenständige Geschichte, während die Erweiterung viele Jahre später zwar ambitioniert ist, aber dem ursprünglichen Kern nicht gut tut. Statt die Geschichte organisch weiterzuerzählen, wirkt vieles übererklärt und aufgebläht, wodurch man sich eher vom Geschehen entfernt als ihm näherkommt. Durch den starken Kontrast zwischen einem sehr gelungenen ersten und einem deutlich schwächeren zweiten Teil kann ich das Buch insgesamt leider nur mit 2,5/5 bewerten. Ich werde der Autorin aber definitiv noch eine Chance geben.

    25. Jan. 2026

3 von 39 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Mieko Kawakami

MIEKO KAWAKAMI, geboren in Osaka, ist die Autorin des internationalen Bestsellerromans ›Brüste und Eier‹ (DuMont 2020), der von der New York Times zu einem der bemerkenswertesten Bücher des Jahres gekürt und vom Time Magazine unter die besten zehn Bücher 2020 gewählt wurde. 2006 debütierte Kawakami als Lyrikerin und veröffentlichte im Folgejahr ihren ersten Roman ›My Ego, My Teeth, and the World‹. Für ihr Werk wurde sie mit zahlreichen renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter der Ak

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