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Romane

Insel der verlorenen Erinnerung

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Über das Buch

Auf einer Insel, nicht weit vom Festland entfernt, prägen sonderbare Ereignisse das Leben. In regelmäßigen Abständen verschwinden Dinge, und zwar für immer. Zunächst sind es Hüte, dann alle Vögel, später die Fähre. Bald gibt es keine Haarbänder mehr und keine Rosen … Die Bewohner haben sich damit abgefunden, dass auch ihre Erinnerung immer weiter verblasst. Nur einige wenige können nichts vergessen. Deshalb werden sie von der Erinnerungspolizei verfolgt, die dafür Sorge trägt, dass alle verschwundenen Dinge auch verschwunden bleiben, nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Als eine junge Schriftstellerin herausfindet, dass ihr Verleger Gefahr läuft, von der Erinnerungspolizei festgenommen zu werden, beschließt sie, ihm zu helfen – auch wenn sie damit ihr Leben riskiert. Sie richtet im Untergeschoss ihres Hauses ein Versteck für ihn ein. Doch die Razzien der Polizei werden ständig ausgeweitet, und immer häufiger verschwinden Dinge. Die beiden hoffen auf die Fertigstellung ihres neuen Romans als letzte Möglichkeit, die Vergangenheit zu bewahren. Yoko Ogawas internationaler Bestseller ist eine faszinierende Parabel über den Verlust von Freiheit und die Bedeutung der eigenen Vergangenheit. Selten werden die drängenden Fragen unserer Zeit so poetisch verhandelt wie hier.

Editionen (2)

ISBN9783954381227
VerlagLiebeskind
Erscheinungsdatum07.09.20
Seitenzahl352

Merkmale

1 Bewertungen

LangsamEinfachPoetischSympathischGlaubwürdigVielschichtig

Rezensionen & Bewertungen

146 Bewertungen

30 Rezensionen

3,8

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  • wayne161
    wayne161

    39 Follower

    4,5

    Eine Dystopie der anderen Art: sprachlich großartig, mit passendem, jedoch unbefriedigendem Ende.

    Der Roman von Yōko Ogawa hat mich auf sprachlicher Ebene bereits auf den ersten Seiten begeistert. Der Schreibstil ist zwar sehr einfach und ruhig erzählt, aber dennoch auf eigene Weise mitreißend. Die hier konstruierte Dystopie (dem schrittweisen Verschwinden von Dingen und der damit verbundenen Erinnerungen) unterscheidet sich deutlich von anderen, durch externe Machtausübung bestimmten Dystopien wie "1984" oder "Schöne neue Welt". Die durch die namenlosen Protagonisten verkörperte Passivität wäre in einem gewöhnlichen Roman ein Kritikpunkt, wirkt hier jedoch unglaublich passend für die stille Akzeptanz totalitärer Herrschaft. Auch ohne Vorwissen ist die Inspiration der Autorin durch Anne Frank offensichtlich und bedrückend zugleich. Das Ende des Romans sowie der "Roman im Roman" sind im Gesamtbild absolut stimmig - eine Alternative zum vage absehbaren Ausgang hätte nicht gepasst. Dennoch lässt mich der Schluss doch irgendwie unzufrieden zurück. Während des Schreibens dieser Bewertung werden es doch noch 4,5 statt 4,0 Sterne sowie ein weiteres Buch der Autorin in nächster Zeit.

    14. Apr. 2026

  • karandi
    karandi

    244 Follower

    5,0

    Absolut Lesenswert

    Für mich war das Buch ein blind buy denn es war das erste Werk von Yoko Ogawa, was ich gelesen habe aber ich muss sagen, ich bin absolut begeistert. Es ist kein sonderlich großer Roman, und man kann ihn schon fast an einem Abend lesen, aber es verbirgt sich hinter der Story doch ein viel tiefgründiger Gedanke. Auch wenn es sich in dem Buch um Erinnerungen dreht, kann man sehr gut eine Brücke zur Meinungsfreiheit schlagen. Wer eine eigene Meinung hat, wird aussortiert und so ist es auch in diesem Buch. Jene die Erinnerungen haben können an eine Zeit, die nicht mehr vorhanden ist, werden gejagt und von der Insel weggeschafft. Aus dem Augen aus dem Sinn. Und die, die sich nicht erinnern können, lösen sich auf. Auch ein sehr schönes Sinnbild darauf, dass die, die keine Meinung haben, ihre eigene Persönlichkeit verlieren. Dieses Buch war für mich eine außerordentlich gelungene Überraschung und ich werde mir gerne weitere Werke von Yoko Ogawa durchlesen.

    24. März 2026

  • readlikeawoman
    readlikeawoman

    82 Follower

    3,0

    Insel der verlorenen Erinnerung von Yoko Ogawa Auf einer Insel verschwinden nach und nach alltägliche Dinge und mit ihnen auch die Erinnerungen der Menschen daran. Wer sich trotzdem erinnert, lebt gefährlich und wird von der Erinnerungspolizei verfolgt. Als eine Schriftstellerin versucht, ihren Verleger zu verstecken, der zu den wenigen gehört, die nicht vergessen können, geraten beide immer stärker unter Druck. Die Grundidee fand ich unglaublich spannend. Dieses langsame Verschwinden von Dingen und Erinnerungen hat etwas gleichzeitig Faszinierendes und Beklemmendes und ich hatte am Anfang wirklich das Gefühl, dass sich daraus eine Geschichte entwickeln könnte, die mich komplett mitreißt. Leider hat mich die Umsetzung dann nicht ganz erreicht. Das Buch ist extrem ruhig und langsam erzählt und für mich war es stellenweise einfach zu langatmig. Es passiert über weite Strecken nicht besonders viel und obwohl genau diese Leere wahrscheinlich Teil der Atmosphäre sein soll, hat sie mich irgendwann eher auf Distanz gehalten. Auch mit der Protagonistin bin ich leider nicht richtig warm geworden. Ich konnte viele ihrer Entscheidungen und Reaktionen nicht wirklich nachvollziehen und dadurch fehlte mir emotional oft die Verbindung zur Geschichte. Trotzdem mochte ich die bedrückende Stimmung und diese konstante unterschwellige Angst davor, dass immer mehr verschwindet, bis irgendwann vielleicht nichts mehr übrig bleibt. Gerade die Idee hinter der Erinnerungspolizei und die Frage, was Menschen ohne Erinnerungen überhaupt noch ausmacht, fand ich wirklich stark. Das offene Ende hat für mich allerdings dafür gesorgt, dass ich am Ende eher unzufrieden zurückgeblieben bin. Ich hatte mir insgesamt eine andere Richtung und etwas mehr Entwicklung innerhalb der Handlung erhofft. Für mich lebt das Buch vor allem von seiner außergewöhnlichen Idee und seiner Atmosphäre, auch wenn mich die Geschichte selbst leider nicht komplett erreichen konnte. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)

    11. Mai 2026

3 von 30 Rezensionen

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