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Eine Dystopie der anderen Art: sprachlich großartig, mit passendem, jedoch unbefriedigendem Ende.
Der Roman von Yōko Ogawa hat mich auf sprachlicher Ebene bereits auf den ersten Seiten begeistert. Der Schreibstil ist zwar sehr einfach und ruhig erzählt, aber dennoch auf eigene Weise mitreißend. Die hier konstruierte Dystopie (dem schrittweisen Verschwinden von Dingen und der damit verbundenen Erinnerungen) unterscheidet sich deutlich von anderen, durch externe Machtausübung bestimmten Dystopien wie "1984" oder "Schöne neue Welt". Die durch die namenlosen Protagonisten verkörperte Passivität wäre in einem gewöhnlichen Roman ein Kritikpunkt, wirkt hier jedoch unglaublich passend für die stille Akzeptanz totalitärer Herrschaft. Auch ohne Vorwissen ist die Inspiration der Autorin durch Anne Frank offensichtlich und bedrückend zugleich. Das Ende des Romans sowie der "Roman im Roman" sind im Gesamtbild absolut stimmig - eine Alternative zum vage absehbaren Ausgang hätte nicht gepasst. Dennoch lässt mich der Schluss doch irgendwie unzufrieden zurück. Während des Schreibens dieser Bewertung werden es doch noch 4,5 statt 4,0 Sterne sowie ein weiteres Buch der Autorin in nächster Zeit.
14. Apr. 2026
Eine Dystopie der anderen Art: sprachlich großartig, mit passendem, jedoch unbefriedigendem Ende.
Der Roman von Yōko Ogawa hat mich auf sprachlicher Ebene bereits auf den ersten Seiten begeistert. Der Schreibstil ist zwar sehr einfach und ruhig erzählt, aber dennoch auf eigene Weise mitreißend. Die hier konstruierte Dystopie (dem schrittweisen Verschwinden von Dingen und der damit verbundenen Erinnerungen) unterscheidet sich deutlich von anderen, durch externe Machtausübung bestimmten Dystopien wie "1984" oder "Schöne neue Welt". Die durch die namenlosen Protagonisten verkörperte Passivität wäre in einem gewöhnlichen Roman ein Kritikpunkt, wirkt hier jedoch unglaublich passend für die stille Akzeptanz totalitärer Herrschaft. Auch ohne Vorwissen ist die Inspiration der Autorin durch Anne Frank offensichtlich und bedrückend zugleich. Das Ende des Romans sowie der "Roman im Roman" sind im Gesamtbild absolut stimmig - eine Alternative zum vage absehbaren Ausgang hätte nicht gepasst. Dennoch lässt mich der Schluss doch irgendwie unzufrieden zurück. Während des Schreibens dieser Bewertung werden es doch noch 4,5 statt 4,0 Sterne sowie ein weiteres Buch der Autorin in nächster Zeit.
14. Apr. 2026







