Blick ins Buch

Krimis

Nacht der Ruinen

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Über das Buch

März 1945: Amerikanische Verbände haben Köln erreicht. Trotz der Durchhalteparolen aus Berlin ist der Widerstand gering, die Stadt wie ausgestorben. Kaum mehr 20.000 Menschen leben in den Trümmern. Doch die Amerikaner erobern nur einen Teil der zerstörten Metropole, denn der Rhein bildet wochenlang die Front. Unlängst wurde die Domstadt noch einmal schwer bombardiert. Ein abgeschossener Pilot stürzte dabei mit seinem Fallschirm mitten hinein ins Chaos – und wurde Opfer eines feigen Lynchmords. Nun soll der junge amerikanische Soldat Joe Salmon, eigentlich Joseph Salomon, ein Kölner Jude, der nach der »Reichskristallnacht« mit knapper Not in die USA emigrieren konnte, den Fall klären. Joe sucht den Mörder oder die Mörderin – tatsächlich aber sucht er insgeheim noch zwei andere Menschen, die er einst in der Heimat zurücklassen musste: Jakub und Hilda, seinen besten Freund und die Frau, in die er hoffnungslos verliebt war. Auf verschlungenen Pfaden nähert Joe sich der Lösung des Falls und der eigenen Vergangenheit und begegnet dabei historischen Persönlichkeiten, die im März 1945 in Köln gelebt und gewirkt haben: George Orwell, Konrad Adenauer, Hans Habe, Irmgard Keun.

Editionen (3)

ISBN9783755815259
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum11.02.25

Rezensionen & Bewertungen

78 Bewertungen

20 Rezensionen

4,3

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  • bea777
    bea777

    482 Follower

    4,5

    Ein historischer Kriminalroman - informativ und spannend erzählt

    Cay Rademacher nimmt die Lesenden mit in das nahezu vollständig zerstörte Köln im März 1945. Joe Salmon kehrt nach seiner Flucht Ende der 1930er Jahre in seine Heimatstadt zurück. Zwischenzeitlich hat er die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen und dient als Leutnant in der US Army. Er erhält den Auftrag, den Lynchmord an einem Piloten, der sich mit einem Fallschirmsprung aus dem abstürzenden Bomber retten konnte, aufzuklären. Dabei begegnet er auch seiner eigenen Vergangenheit und großen Liebe Hilda und versucht Informationen zum Schicksal des gemeinsamen Freundes Jakub Blum zu erlangen. Bei der Aufklärung des Mordes beginnt er historischen Figuren wie dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, der Schriftstellerin Irmgard Keun und dem Autoren und Journalisten George Orwell. Diese Figuren waren im März 1945 tatsächlich alle in Köln. Cay Rademacher hat mit diesem Kriminalroman durch eine detaillierte Recherche die Zustände in der Domstadt sehr eindrücklich beschrieben. Man hat eine Vorstellung von den Ausmaßen der Zerstörung und den furchtbaren Lebensumständen in den Ruinen. Folgende Zitate seien beispielhaft erwähnt: S. 97 "Von achtzigtausend Häusern sind noch etwa dreihundert intakt", bestätigt Winkler. " Viele davon haben die Amerikaner beschlagnahmt. Die meisten Menschen leben also in Ruinen. " Auch das Ausmaß der Verbrechen an den jüdischen Menschen während des NS-Regimes wird eindrücklich beschrieben. Zitat S. 99: Winkler seufzt: "Wenn man Deserteure, Kommunisten und die anderen mit einrechnen, ja, das waren Tausende. Aber untergetaucht Juden? Von denen haben vielleicht fünfzig durchgehalten. " "Fünfzig...", flüstert Joe. Ihn schwindelig. Vor der Nazizeit haben mindestens fünfzehntausend Juden in Köln gelebt. Cay Rademacher verwendet in seinem Buch altmodische Begriffe und Wörter (z.B. Schickse), die den Zeitgeist wiedergeben und Authentizität vermitteln sollen. Dabei kommen auch Wörter zur Anwendung, die heute eindeutig diskriminierend sind und zurecht nahezu aus dem Sprachgebrauch verschwunden sind. In seinem Nachwort schildert Rademacher seine nachvollziehbaren Beweggründe zur Verwendung dieser Begriffe. Hier ordnet er auch die historischen Fakten ein und gibt Hinweisefür weiterführende Literatur. Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es wirklich weiterempfehlen.

    27. Mai 2025

  • madl_books86
    madl_books86

    133 Follower

    4,5

    Cay Rademacher hat mit "Nacht der Ruinen" einen äußerst spannenden historischen Kriminalroman geschrieben, der mich absolut fesseln und begeistern konnte. Gepaart mit sehr guter Recherche, verbindet er hier Fiktion und historische Geschichte ausgezeichnet. Der Schreibstil ist dazu bildlich und atmosphärisch, sodass ich mich gut in diese Zeit hineinversetzen konnte. Mit überraschenden Wendungen und vielen kleinen Puzzleteilen war es für mich bis zum Ende nicht vorhersehbar und an keiner Stelle langweilig. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle, die gerne historische Kriminalromane lesen. Hier werdet ihr nicht enttäuscht.

    16. März 2025

  • agni
    agni

    158 Follower

    5,0

    Nicht nur was für Kölner

    Tolle Geschichte, spannend, informativ, grausam… Weil ich mir beim Lesen so gewünscht hätte, mich in den Straßen und Plätzen etc. in Köln wirklich auszukennen, so dass man die Wege des Protagonisten im Geiste mitgehen kann, habe ich es einer gebürtigen Kölnerin zum Geburtstag geschenkt- Volltreffer.

    4. Juni 2025

3 von 20 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 12529%
leseratz
leseratz3. Juni 2025

Jetzt gerade beim Zurückblättern bemerkt: Es gibt hier zu viele Samstage ... 😅

Autorin / Autor

Über Cay Rademacher

CAY RADEMACHER, geboren 1965, schreibt in mehrere Sprachen übersetzte Kriminalromane, etwa die ›Trümmermörder‹-Trilogie aus dem Hamburg der Nachkriegszeit oder die erfolgreiche Provence-Serie um Capitaine Roger Blanc. Außerdem erschienen bei DuMont ›Ein letzter Sommer in Méjean‹ (2019), ›Stille Nacht in der Provence‹ (2020), ›Die Passage nach Maskat‹ (2022), ›Nacht der Ruinen‹ (2025) sowie das historische Sachbuch ›Drei Tage im September‹ (2023). Er lebt mit seiner Familie bei Salon-de-Provence.

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