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Romane

Perlen

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Über das Buch

Marianne ist acht Jahre alt, als ihre Mutter verschwindet. Sie bleibt mit ihrem Bruder und ihrem Vater in einem Haus am Rande eines kleinen Dorfes zurück, neben dem ein Fluss entspringt. Die bruchstückhaften Erinnerungen an die Liebe ihrer Mutter geben ihr Kraft: der Duft frischer Kräuter, die Spiele, die sie spielten, die Lieder und Märchen aus ihrer Kindheit. Doch da ist vieles, was verborgen liegt im Dunkel ihrer eigenen Geschichte. Die abwesende Mutter begleitet sie durch ihre gesamte Kindheit und Jugend, bleibt auch bei ihr, als sie längst erwachsen ist. Erst Jahre nachdem sie selbst eine Tochter bekommen hat, beginnt Marianne, sich auf die Spur ihrer Erinnerungen zu begeben, und stößt auf ein Geheimnis. ›Perlen‹ erzählt davon, wie es gelingen kann, trotz widriger Umstände den eigenen Weg zu finden. Ein zarter Roman, poetisch und unprätentiös zugleich, über das Wesen der Trauer und den Trost, den wir finden können, wenn es uns gelingt, uns mit der eigenen Vergangenheit auszusöhnen.

Editionen (3)

ISBN9783755805656
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum12.05.26
Seitenzahl272

Rezensionen & Bewertungen

139 Bewertungen

30 Rezensionen

3,8

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  • magdas_buecherwelt
    magdas_buecherwelt

    666 Follower

    5,0

    Perlen ist der in England für den Booker Prize 2023 nominierte Debütroman von Siân Hughes, und das sehr verdient! Das Buch ist in einer poetischen Sprache geschrieben, wunderbar übersetzt von Tanja Handels. Marianne ist acht Jahre alt, als ihre Mutter das Haus verlässt und nicht wiederkommt. Mariannes kleiner Bruder Joe ist noch ein Baby. Der Vater der beiden übernimmt von nun an alle Aufgaben im Haushalt und kümmert sich um seine beiden Kinder neben seinem Job als Universitätsprofessor. Um näher an der Universität und der Schule zu sein, zieht die Familie in ein altes Haus um, ein Haus, in dem sie sich auch nach Jahrzehnten nicht wohl fühlt. „Der Verlust des Orts, an dem meine Mutter gelebt hatte und glücklich gewesen war, das war, als würden wir sie noch einmal verlieren.“ (S. 93) Perlen ist aus der Perspektive von Marianne geschrieben. Sie hat den Verlust ihrer Mutter nie verwunden, schwänzt die Schule, ritzt sich, hat Essstörungen. „Ich erkannte, dass sich praktisch alle meine körperlichen Auffälligkeiten auf das Verschwinden meiner Mutter zurückführen ließen. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen, Müdigkeit, …, kaputte Zähne, ungekämmte Haare, Läuse.“ (S. 41) Es geht erst aufwärts, als sie einen totgeweihten einäugigen Welpen adoptiert und sich um ihn kümmert. Teddy begleitet sie, bis sie selbst Mutter wird. Das Motiv Perlen zieht sich durch das ganze Buch. Das Buch Pearl war das Lieblingsbuch der Mutter. Um sich der Mutter näher zu fühlen und auf der verzweifelten Suche nach Trost, beschäftigt sich auch Marianne intensiv mit dem Buch. Es war herzzerreißend zu lesen, wie sehr Marianne ihre Mutter vermisst hatte und welch wichtige Rolle diese in ihrem Leben spielte, auch nachdem sie selbst Mutter geworden ist. Das Buch macht deutlich, wie wichtig eine Mutter ist und wie sehr sie unser Leben beeinflusst. „Wie oft wollte ich mit ihr reden, als Susannah klein war. Um ihr zu erzählen, dass Susannah ein neues Wort konnte, dass sie zum ersten Mal selbst ihre Jacke zugeknöpft oder ohne Hilfe ihre Schuhe angezogen hatte.“ (S. 14) Am Ende findet Marianne heraus, dass ihre Mutter sie nicht mutwillig verlassen hatte, und dass sie trotz eines traumatischen Erlebnisses zwei Jahre vor Mariannes Geburt ein glückliches Leben geführt hatte. Diese späte Erkenntnis und das tragische Ereignis haben mich zu Tränen gerührt. Es ist ein Buch für und über Mütter. Meins werde ich meiner Mutter geben und die Gelegenheit nutzen, mich bei ihr dafür zu bedanken, dass sie immer für mich und meine Kinder da war und es noch immer ist. Von mir eine große Leseempfehlung.

    7. Juli 2025

  • anja._liest
    anja._liest

    331 Follower

    4,0

    Die Mutter von Marianne verschwindet als Marianne acht Jahre alt war. Sie ist gegangen und niemand hat jemals erfahren was mit ihr passiert ist. Die Familie wird völlig aus der Bahn geworfen, versteht nicht warum. Glückliche Jahre hat Marianne in dem alten Haus und verwildertem Garten verbracht, zusammen mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder. Was bleibt sind viele Erinnerungen und die Trauer, die geht nicht mehr weg. Marianne wird zum Problemkind, schwänzt die Schule, ritzt sich. Ein leises, poetisches Buch. Die Stimmung ist melancholisch und zieht sich durch das ganze Buch. Das Gefühl der Verlorenheit von Marianne ist so greifbar und tut fast schon weh beim lesen. Sie macht sich Vorwürfe, konnte nie verarbeitet was damals geschehen ist. Was bleibt, ist ein leerer Platz in ihrem Herzen. Als Erwachsene stellt sie sich ihrem Trauma und beginnt zu verstehen und zu heilen. Die Sprünge zwischen hier und früher waren für mich manchmal nicht so richtig greifbar und anstrengend zu lesen. In der Mitte des Buches war ich richtig begeistert aber leider zog sich das auch nicht bis zum Ende hin durch. Ab und zu gab es ein paar Längen. Trotzdem sprachlich stark, ein spannendes Thema. Absolut lesenswert.

    15. Mai 2025

  • bea777
    bea777

    482 Follower

    4,0

    Berührendes Buch über den Verlust der Mutter

    Sie war glücklich. Das war ja das Unglück. Sie war so glücklich, dass sie vergessen hat, traurig zu sein. Die achtjährige Marianne verliert ihre Mutter, in dem diese einfach das Haus verlässt und nicht mehr zu ihr, ihrem kleinen Bruder Joe und ihrem Mann zurück kommt. Man kennt die Beweggründe lange Zeit nicht, vieles bleibt im Ungefähren, versteckt hinter Andeutungen. Die Lesenden lernen eine sehr zugewandte Mutter kennen, die aus der Perspektive der Tochter beschrieben wird. Sie wird von ihr zu Hause betreut, beschult und aufrichtig geliebt. Wir begleiten Marianne in ihrer Kindheit und Jugend und leiden mit ihr unter den psychischen Belastungen, Drogenkonsum, Delinquenz, ausgelöst durch den Verlust der Mutter. Es gibt jedoch auch glückliche Momente, z.B. als sie einen Hund bekommt und dieser ihr den Weg zurück ins Leben zeigt. Später wird sie selber Mutter einer Tochter, hadert mit der Rolle, erleidet Panikattaken aus Sorge und versucht alles, um ihr ein gesundes und familiäres Umfeld zu bieten. Eine wichtige Rolle nimmt auch Mariannes Vater ein, der ebenfalls unter der Trauer leidet und trotzdem eine große Stütze ist. Eine sehr zugängliche und empathische Person. Ein tragisches Ereignis in der Familie führt letztlich zur sukzessiven Aufklärung des Rätsels um das Verschwinden der Mutter! Das Buch ist in kleinere Kapitel geteilt, was das Lesen sehr angenehm macht. Den Kapiteln vorangestellt sind englische Kinderlieder, Verse und Abzählreime, die Andeutungen auf die Hintergründe des Geschehens geben. Die Handlung ist nicht chronologisch erzählt und dennoch fällt es nicht schwer, ihr zu folgen. Das Buch hat mich sehr berührt und ich empfehle es gerne weiter. Triggerwarnung: Selbstverletzendes Verhalten, Tod und Trauer

    13. Mai 2026

3 von 30 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Siân Hughes

SIÂN HUGHES wuchs in dem kleinen Dorf in Cheshire auf, wo ›Perlen‹ auch spielt. Ihr Gedichtband ›The Missing‹ (2009) stand auf der Longlist des Guardian First Book Award, kam in die engere Wahl für den Felix Dennis und den Aldeburgh Prize und gewann den Seamus Heaney Centre Prize for Poetry. ›Perlen‹ ist ihr erster Roman, erschienen bei dem kleinen unabhängigen Verlag Indigo Press. Er stand auf der Longlist für den Booker Prize und auf der Shortlist für den Author’s Club Best First Novel.

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