Blick ins Buch

Historische Romane

Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna

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Über das Buch

Auf dem Monte Somma oberhalb der mondänen, niedergehenden Stadt Pompeji werden tote Vögel gefunden. Während einer Versammlung von Vogelschützern hat der Einwanderer Jowna eine Eingebung: Wenn der Vulkan grollt, soll man das Weite suchen. Ohne Schulbildung, Geld und Einfluss gelingt es ihm, sich an die Spitze einer Aussteigerbewegung zu setzen. Bald fürchtet das Stadtoberhaupt Fabius Rufus, die Vulkangerüchte könnten Pompeji schaden. Als sich sogar der frühere Sklave Polybius dafür interessiert, schaltet sich Rufus' Frau Livia ein, und Jownas Eingebung verkehrt sich in ihr Gegenteil.

Das Pompeji von Eugen Ruge ist eine Erfindung, die auf historischer Wahrheit beruht: ein ferner Spiegel, in dem wir uns erstaunt wiedererkennen.

Editionen (4)

ISBN9783732420186
VerlagArgon Digital
Erscheinungsdatum26.04.23

Rezensionen & Bewertungen

125 Bewertungen

27 Rezensionen

3,7

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  • robins
    robins

    157 Follower

    3,5

    Interessante Geschichte über die Entwicklung eines jungen Mannes in Pompeji vor dem großen Vulkanausbruch 🌋

    Der junge Josse ist ein Tagenichts und Herumtreiber. Aufgrund der Einflüsse von Personen in seinem Umfeld entwickelt er sich persönlich weiter und formt dadurch seine Karriere. Er steigt vom armen Jungen in die sehr wohlhabende Gesellschaft auf, auch wenn er selbst dabei nicht unbedingt reich wird. Trotzdem geht Pompeji unter…an der Geschichte hat sich nichts geändert 😉

    3. Feb. 2024

  • julsico
    julsico

    77 Follower

    4,0

    Sehenden Auges…

    … beschließt Josse - ein zwar wenig gebildeter aber eigentlich recht talentierter junger Mann - auf den Untergang Pompejis zu warten. Wie es sein kann, dass Menschen Gefahren nicht wahrhaben wollen, fragt man sich in Anbetracht des Klimawandels oder politischer Entwicklungen auch im 21. Jahrhundert immer wieder. Eugen Ruge zeigt am antiken und doch aktuellen Beispiel Pompejis, dass am Ende alles eine Frage von Geld, Macht, politischen Interessen und nicht zuletzt auch Selbstbetrug ist. Denn obwohl Josse einer der ersten ist, der die Zeichen ernst nimmt und auch eine Lösung für das offensichtliche Schicksal der Stadt sucht, verwandelt er sich nach und nach in ein Fähnchen im Wind, das eher vermeitlichen Karriereaussichten statt dem eigenen Verstand folgt. Obwohl Eugen Ruge viele Anspielungen auf historische Gegebenheiten und philosophische Grundlagen einbaut, war der Text durch seinen erstaunlich modernen Erzählton überhaupt nicht verstaubt oder trocken. Vielmehr machte es Spaß, sich in die Mischung aus Historie und Fiktion fallen zu lassen und Josse durch seinen tragisches aber nicht weniger bemerkenswertes Schicksal zu begleiten.

    23. Jan. 2024

  • elbleser
    elbleser

    27 Follower

    5,0

    Die Mechanismen von Politik & Macht sind einfach zeitlos! Ruge umschreibt eine typische Aufsteigergeschichte angesiedelt im doch recht provinziellen Pompeji kurz vorm Ausbruch des Vesuvs und des damit verbundenen Untergangs der Stadt. Dem fiktionalen Protagonisten gelingt es ohne Bildung, Stand und Herkunft in die damaligen Zirkel der Macht einer römischen Stadt von 20.000 Einwohnern vorzudringen. Dabei helfen ihm Glück, Zufall, Schlitzohrigkeit, aber auch Mut! Ruge malt uns ein vergnügliches Sittengemälde der damaligen Zeit, welches uns in vielen Situationen erschreckend aktuell erscheint - die Parallelen zu heutiger Immobilienspekulation, Vetternwirtschaft, Provinzfürstentum oder Leugnung/Umdeutung von Umweltfakten sind überdeutlich. Die Natur des Menschen hat sich halt in 2.000 Jahren kaum verändert. Ein kluges, ohne Geschichtskenntnisse zuweilen aber auch anspruchsvolles Buch! Top!

    11. Apr. 2024

3 von 27 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Eugen Ruge

Eugen Ruge, 1954 in Sosswa am Ural geboren, studierte Mathematik in Ostberlin und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Physik der Erde. Seit 1989 wirkt er als Autor für Theater, Funk und Film und machte sich mit seinen Tschechow-Übersetzungen einen Namen. Sein Familienroman In Zeiten des abnehmenden Lichts erhielt den Deutschen Buchpreis 2011.

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