
508 Follower
Viel packender und amüsanter als gedacht, traurig wäre nicht das richtige Wort, emotional vielleicht?
24. Nov. 2025
Viel packender und amüsanter als gedacht, traurig wäre nicht das richtige Wort, emotional vielleicht?
24. Nov. 2025
Blick ins Buch
»I’ll see you in twenty-five years.« Laura Palmer.
»Also, ich musste wieder auf ein paar Tage nach Zürich. Es war ganz schrecklich. Aus Nervosität darüber hatte ich mich das gesamte verlängerte Wochenende über so unwohl gefühlt, dass ich unter starker Verstopfung litt. Dazu muss ich sagen, dass ich vor einem Vierteljahrhundert eine Geschichte geschrieben hatte, die ich aus irgendeinem Grund, der mir nun nicht mehr einfällt, ›Faserland‹ genannt hatte. Es endet in Zürich, sozusagen auf dem Zürichsee, relativ traumatisch.«
Christian Krachts lange erwarteter neuer Roman beginnt mit einer Erinnerung: vor 25 Jahren irrte in »Faserland« ein namenloser Ich-Erzähler (war es Christian Kracht?) durch ein von allen Geistern verlassenes Deutschland, von Sylt bis über die Schweizer Grenze nach Zürich. In »Eurotrash« geht derselbe Erzähler erneut auf eine Reise – diesmal nicht nur ins Innere des eigenen Ichs, sondern in die Abgründe der eigenen Familie, deren Geschichte sich auf tragische, komische und bisweilen spektakuläre Weise immer wieder mit der Geschichte dieses Landes kreuzt. »Eurotrash« ist ein berührendes Meisterwerk von existentieller Wucht und sarkastischem Humor.
188 Bewertungen
23 Rezensionen
3,6
3,6
Tippen zum Filtern
Tippen zum Filtern

508 Follower
24. Nov. 2025
24. Nov. 2025

481 Follower
Grundsätzlich kann ich dem Plot einiges abgewinnen. Ein Sohn begibt sich mit seiner 80jährigen, alkoholkranken Mutter auf Reisen. Er versucht die Verstrickungen seines Großvaters mütterlicherseits in das NS-Regime in Gesprächen mit ihr zu thematisieren. Erfährt aber nicht viel Neues, weil sie sich mit Tabletten- und Alkoholkonsum entzieht. Unangenehm fand ich, wie Christian Kracht den Leser*innen seine Belesenheit um die Ohren haut. Auch wenn er sich selber nicht als intellektuell bezeichnet. Folgendes Zitat von S. 160 macht es vielleicht deutlich: Ich war vor einigen Tagen auf diese Filmveranstaltung in Zürich gegangen, weil ich so tun wollte, als interessiere mich so etwas, während ich in Wahrheit nur mit Bildung angeben wollte, so wie mein Vater mit seinem Vermögen. Ich hatte wirklich häufig das Gefühl, dass er mit Bildung angeben will. Mich hat es leider eher gelangweilt, obwohl ich die Dialoge mit seiner Mutter auch stellenweise witzig fand.
1. März 2025
Grundsätzlich kann ich dem Plot einiges abgewinnen. Ein Sohn begibt sich mit seiner 80jährigen, alkoholkranken Mutter auf Reisen. Er versucht die Verstrickungen seines Großvaters mütterlicherseits in das NS-Regime in Gesprächen mit ihr zu thematisieren. Erfährt aber nicht viel Neues, weil sie sich mit Tabletten- und Alkoholkonsum entzieht. Unangenehm fand ich, wie Christian Kracht den Leser*innen seine Belesenheit um die Ohren haut. Auch wenn er sich selber nicht als intellektuell bezeichnet. Folgendes Zitat von S. 160 macht es vielleicht deutlich: Ich war vor einigen Tagen auf diese Filmveranstaltung in Zürich gegangen, weil ich so tun wollte, als interessiere mich so etwas, während ich in Wahrheit nur mit Bildung angeben wollte, so wie mein Vater mit seinem Vermögen. Ich hatte wirklich häufig das Gefühl, dass er mit Bildung angeben will. Mich hat es leider eher gelangweilt, obwohl ich die Dialoge mit seiner Mutter auch stellenweise witzig fand.
1. März 2025

314 Follower
In Eurotrash schickt Christian Kracht eine Version von sich selbst gemeinsam mit seiner dementen und alkoholkranken Mutter auf eine Reise durch die Schweiz und damit auch in seine eigene Biografie. Wie so häufig bei Kracht verschwimmen unterwegs Wahrheit und Fiktion mit Fragmenten der Gegenwart und der Erinnerung. Der Ton ist sarkastisch, manchmal melancholisch, und die vielen plastischen Beschreibungen fangen die Absurdität vieler Situationen perfekt ein. Als eigenständiges Werk hat mir das Buch gut gefallen. An die seltsame Faszination von Faserland kann es für mich aber nicht wirklich anknüpfen. Auch wenn der namenlose Erzähler nun Christian Kracht heißt und die Barbourjacke zugunsten eines Wollpullis abgelegt hat, funktioniert Eurotrash als Fortsetzung von Faserland für mich nur bedingt.
14. März 2026
In Eurotrash schickt Christian Kracht eine Version von sich selbst gemeinsam mit seiner dementen und alkoholkranken Mutter auf eine Reise durch die Schweiz und damit auch in seine eigene Biografie. Wie so häufig bei Kracht verschwimmen unterwegs Wahrheit und Fiktion mit Fragmenten der Gegenwart und der Erinnerung. Der Ton ist sarkastisch, manchmal melancholisch, und die vielen plastischen Beschreibungen fangen die Absurdität vieler Situationen perfekt ein. Als eigenständiges Werk hat mir das Buch gut gefallen. An die seltsame Faszination von Faserland kann es für mich aber nicht wirklich anknüpfen. Auch wenn der namenlose Erzähler nun Christian Kracht heißt und die Barbourjacke zugunsten eines Wollpullis abgelegt hat, funktioniert Eurotrash als Fortsetzung von Faserland für mich nur bedingt.
14. März 2026
3 von 23 Rezensionen
Autorin / Autor
Christian Kracht, Schweizer, zählt zu den modernen deutschsprachigen Schriftstellern. Seine Romane »Faserland«, »1979«, »Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten«, »Imperium«, »Die Toten«, »Eurotrash« und »Air« sind in über 35 Sprachen übersetzt. Er lebt in Zürich.
Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.




Bibliothek
Behalte den Überblick