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Die Dolmetscherin

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Über das Buch

Mit Fakten und Fiktion erzählt Titus Müller eine große Geschichte vor dem Hintergrund historischer Ereignisse

Asta arbeitet als Dolmetscherin im Kurhotel »Palace« in Mondorf-les-Bains, wo die US-Armee gefangengenommene Nazi-Größen interniert. Am 20. Mai 1945 reist ein neuer Gast an. Er bringt 16 Koffer, eine rote Hutschachtel und seinen Kammerdiener mit. Es ist Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Hitlers designierter Nachfolger. Asta übersetzt bei den Verhören, reist dann mit nach Nürnberg zu den Prozessen und wird jeden Tag im Gerichtssaal anwesend sein, die abscheulichsten Dinge zu hören bekommen und sie zudem ins Englische übertragen müssen. Umso empfänglicher ist sie für Leonhard, ein junger, sensibler Mann, der ihr sanft den Hof macht. Doch seine Vergangenheit ist undurchsichtig und er stellt verdächtig viele Fragen zu den Prozessen ...

Editionen (2)

ISBN9783641329754
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum13.08.25
Seitenzahl416

Rezensionen & Bewertungen

87 Bewertungen

21 Rezensionen

3,9

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  • brillenschlange78
    brillenschlange78

    556 Follower

    5,0

    Titus Müller erzählt eine spannende Geschichte rund um die Nürnberger Prozesse. Absolut lesenswert!

    13. Okt. 2025

  • magdas_buecherwelt
    magdas_buecherwelt

    666 Follower

    5,0

    Die Dolmetscherin von Titus Müller ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe, aber ganz sicher nicht das letzte. In dem Buch werden die die Nürnberger Prozesse aus der Perspektive einer Dolmetscherin sehr authentisch dargestellt. Im Sommer 1945 beginnen die Gerichtsverfahren, die die Alliierten gegen die führenden Nationalsozialisten führen. „Das Wichtigste an diesem Prozess ist nicht, dass die Nazimörder verurteilt werden, sondern dass sich die vier Großmächte zu dem Prinzip bekennen, dass ein Angriffskrieg ein Verbrechen darstellt und dass, wer auch immer ihn führt, angeklagt und verurteilt und bestraft wird. Wir können 22 Millionen Menschen nicht wieder lebendig machen, und keine Strafe der Welt kann wiedergutmachen, was diese Nazis getan haben.“ (S. 333) Die Vorbereitung der Prozesse findet in einem Hotel in Luxemburg statt. Es ist der erste Prozess, bei dem die Übersetzung simultan über Kopfhörer erfolgt. Eine der Dolmetscherinnen ist die Deutsch-Amerikanerin Asta Maschner. Asta kann nicht nachvollziehen, warum die Naziverbrecher von den Alliierten so gut behandelt werden. Göring reist mit sechzehn Koffern an und führt sich auf wie ein Hotelgast. Asta möchte, dass die Nazis zügig bestraft werden, doch mit der Kontaktaufnahme zu den Russen hat sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. In Luxemburg lernt sie den Kriegsgefangenen Leo aus Nürnberg kennen. Die beiden freunden sich an. Auf Astas Wunsch hin nimmt Leo Kontakt zu hochrangigen SS-Männern auf, die sich aus Deutschland absetzen und Göring aus dem Justizpalast befreien wollen. Der Prozess ist sehr bildhaft dargestellt, ich hatte das Gefühl, im Gerichtssaal dabei zu sein und konnte nicht fassen, was für eine One-Man-Show Göring abgezogen hatte. Er gab sich nonchalant und charmant, und schaffte es sogar, die Lacher auf seine Seite zu bekommen. Die Bilder aus dem Konzentrationslager schaute er sich interessiert und emotionslos an, während manch anderer seiner Mitangeklagten in Tränen ausgebrochen ist. Sehr interessant fand ich die Darstellung der Arbeit der Dolmetscher*innen. Hierzu hat der Autor ausgiebig recherchiert, im Nachwort kann man die Quellen nachschlagen, die er hinzugezogen hatte. Die Figur der Asta ist der Dolmetscherin Margot Bortlin aus Wisconsin nachempfunden. Ein weiterer interessanter Aspekt war für mich der Umgang mit der Ermordung tausender polnischer Offiziere in Katyn. Diese Tat wollte Stalin den Deutschen unterschieben, erst im Jahr 1990 hat Gorbatschow öffentlich zugegeben, dass die Offiziere von Russen ermordet wurden, er bezeichnete Katyń als eines "der schwersten Verbrechen des Stalinismus". Neben Asta und Leo lernen wir zwei Kriegskinder kennen - Leos 6jährigen Sohn Robert und Görings 8jährige Tochter Edda. Robert sucht in den Trümmern verzweifelt nach Essbarem und wird vom Freund seiner Mutter zum Stehlen angestiftet. Edda lebt mit ihrer Mutter, Görings zweiter Frau Emmy in einem abgelegenen Haus im Wald. Asta hat mit Emmy noch eine Rechnung offen und sucht sie dort auf. Ich fand den historischen Roman, der auf wahren Tatsachen beruht, sehr informativ und spannend. Von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

    10. Sept. 2025

  • hazelmauz
    hazelmauz

    147 Follower

    4,0

    Asta soll dolmetschen, vom deutschen ins englische. Es ist ein Dilemma. Erst weiß sie zuwenig, was sie eigentlich tun soll, im Laufe der Geschichte weiß sie zuviel. Inmitten dieses Chaos steht Leonhard, genannt Leo, der ihr ganz sachte den Hof macht und sie umschmeichelt - sofern das einem Kriegsgefangenen möglich ist. Doch auch er birgt Geheimnisse und will zuviel wissen, wie die Nürnberger Prozesse laufen. Denn schließlich hat er sie auch schon an seinem Wissen teilhaben.lassen. Ich hab schon viele Bücher, Geschichten, Zeitzeugenberichte gelesen, doch dieses Werk ist eines der schwächeren Sorte. Gut geschrieben,man sollte diese Zeit nicht vergessen, doch irgendwie fehlt mir etwas. Vielleicht ist es diesmal nicht eindrücklich genug. Trotz allem eine Leseempfehlung von mir.

    18. Jan. 2026

3 von 21 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Titus Müller

Titus Müller, geboren 1977, studierte Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift »Federwelt« und veröffentlichte seither mehr als ein Dutzend Romane. Er lebt mit seiner Familie in Landshut, ist Mitglied des PEN-Clubs und wurde u.a. mit dem C.S. Lewis-Preis und dem Homer-Preis ausgezeichnet. Seine Trilogie um »Die fremde Spionin« brachte ihn auf die SPIEGEL-Bestsellerliste und wird auch von Geheimdienstinsidern gelobt.

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