
556 Follower
Titus Müller erzählt eine spannende Geschichte rund um die Nürnberger Prozesse. Absolut lesenswert!
13. Okt. 2025
Titus Müller erzählt eine spannende Geschichte rund um die Nürnberger Prozesse. Absolut lesenswert!
13. Okt. 2025
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87 Bewertungen
21 Rezensionen
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13. Okt. 2025
13. Okt. 2025

666 Follower
Die Dolmetscherin von Titus Müller ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe, aber ganz sicher nicht das letzte. In dem Buch werden die die Nürnberger Prozesse aus der Perspektive einer Dolmetscherin sehr authentisch dargestellt. Im Sommer 1945 beginnen die Gerichtsverfahren, die die Alliierten gegen die führenden Nationalsozialisten führen. „Das Wichtigste an diesem Prozess ist nicht, dass die Nazimörder verurteilt werden, sondern dass sich die vier Großmächte zu dem Prinzip bekennen, dass ein Angriffskrieg ein Verbrechen darstellt und dass, wer auch immer ihn führt, angeklagt und verurteilt und bestraft wird. Wir können 22 Millionen Menschen nicht wieder lebendig machen, und keine Strafe der Welt kann wiedergutmachen, was diese Nazis getan haben.“ (S. 333) Die Vorbereitung der Prozesse findet in einem Hotel in Luxemburg statt. Es ist der erste Prozess, bei dem die Übersetzung simultan über Kopfhörer erfolgt. Eine der Dolmetscherinnen ist die Deutsch-Amerikanerin Asta Maschner. Asta kann nicht nachvollziehen, warum die Naziverbrecher von den Alliierten so gut behandelt werden. Göring reist mit sechzehn Koffern an und führt sich auf wie ein Hotelgast. Asta möchte, dass die Nazis zügig bestraft werden, doch mit der Kontaktaufnahme zu den Russen hat sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. In Luxemburg lernt sie den Kriegsgefangenen Leo aus Nürnberg kennen. Die beiden freunden sich an. Auf Astas Wunsch hin nimmt Leo Kontakt zu hochrangigen SS-Männern auf, die sich aus Deutschland absetzen und Göring aus dem Justizpalast befreien wollen. Der Prozess ist sehr bildhaft dargestellt, ich hatte das Gefühl, im Gerichtssaal dabei zu sein und konnte nicht fassen, was für eine One-Man-Show Göring abgezogen hatte. Er gab sich nonchalant und charmant, und schaffte es sogar, die Lacher auf seine Seite zu bekommen. Die Bilder aus dem Konzentrationslager schaute er sich interessiert und emotionslos an, während manch anderer seiner Mitangeklagten in Tränen ausgebrochen ist. Sehr interessant fand ich die Darstellung der Arbeit der Dolmetscher*innen. Hierzu hat der Autor ausgiebig recherchiert, im Nachwort kann man die Quellen nachschlagen, die er hinzugezogen hatte. Die Figur der Asta ist der Dolmetscherin Margot Bortlin aus Wisconsin nachempfunden. Ein weiterer interessanter Aspekt war für mich der Umgang mit der Ermordung tausender polnischer Offiziere in Katyn. Diese Tat wollte Stalin den Deutschen unterschieben, erst im Jahr 1990 hat Gorbatschow öffentlich zugegeben, dass die Offiziere von Russen ermordet wurden, er bezeichnete Katyń als eines "der schwersten Verbrechen des Stalinismus". Neben Asta und Leo lernen wir zwei Kriegskinder kennen - Leos 6jährigen Sohn Robert und Görings 8jährige Tochter Edda. Robert sucht in den Trümmern verzweifelt nach Essbarem und wird vom Freund seiner Mutter zum Stehlen angestiftet. Edda lebt mit ihrer Mutter, Görings zweiter Frau Emmy in einem abgelegenen Haus im Wald. Asta hat mit Emmy noch eine Rechnung offen und sucht sie dort auf. Ich fand den historischen Roman, der auf wahren Tatsachen beruht, sehr informativ und spannend. Von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
10. Sept. 2025
Die Dolmetscherin von Titus Müller ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe, aber ganz sicher nicht das letzte. In dem Buch werden die die Nürnberger Prozesse aus der Perspektive einer Dolmetscherin sehr authentisch dargestellt. Im Sommer 1945 beginnen die Gerichtsverfahren, die die Alliierten gegen die führenden Nationalsozialisten führen. „Das Wichtigste an diesem Prozess ist nicht, dass die Nazimörder verurteilt werden, sondern dass sich die vier Großmächte zu dem Prinzip bekennen, dass ein Angriffskrieg ein Verbrechen darstellt und dass, wer auch immer ihn führt, angeklagt und verurteilt und bestraft wird. Wir können 22 Millionen Menschen nicht wieder lebendig machen, und keine Strafe der Welt kann wiedergutmachen, was diese Nazis getan haben.“ (S. 333) Die Vorbereitung der Prozesse findet in einem Hotel in Luxemburg statt. Es ist der erste Prozess, bei dem die Übersetzung simultan über Kopfhörer erfolgt. Eine der Dolmetscherinnen ist die Deutsch-Amerikanerin Asta Maschner. Asta kann nicht nachvollziehen, warum die Naziverbrecher von den Alliierten so gut behandelt werden. Göring reist mit sechzehn Koffern an und führt sich auf wie ein Hotelgast. Asta möchte, dass die Nazis zügig bestraft werden, doch mit der Kontaktaufnahme zu den Russen hat sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. In Luxemburg lernt sie den Kriegsgefangenen Leo aus Nürnberg kennen. Die beiden freunden sich an. Auf Astas Wunsch hin nimmt Leo Kontakt zu hochrangigen SS-Männern auf, die sich aus Deutschland absetzen und Göring aus dem Justizpalast befreien wollen. Der Prozess ist sehr bildhaft dargestellt, ich hatte das Gefühl, im Gerichtssaal dabei zu sein und konnte nicht fassen, was für eine One-Man-Show Göring abgezogen hatte. Er gab sich nonchalant und charmant, und schaffte es sogar, die Lacher auf seine Seite zu bekommen. Die Bilder aus dem Konzentrationslager schaute er sich interessiert und emotionslos an, während manch anderer seiner Mitangeklagten in Tränen ausgebrochen ist. Sehr interessant fand ich die Darstellung der Arbeit der Dolmetscher*innen. Hierzu hat der Autor ausgiebig recherchiert, im Nachwort kann man die Quellen nachschlagen, die er hinzugezogen hatte. Die Figur der Asta ist der Dolmetscherin Margot Bortlin aus Wisconsin nachempfunden. Ein weiterer interessanter Aspekt war für mich der Umgang mit der Ermordung tausender polnischer Offiziere in Katyn. Diese Tat wollte Stalin den Deutschen unterschieben, erst im Jahr 1990 hat Gorbatschow öffentlich zugegeben, dass die Offiziere von Russen ermordet wurden, er bezeichnete Katyń als eines "der schwersten Verbrechen des Stalinismus". Neben Asta und Leo lernen wir zwei Kriegskinder kennen - Leos 6jährigen Sohn Robert und Görings 8jährige Tochter Edda. Robert sucht in den Trümmern verzweifelt nach Essbarem und wird vom Freund seiner Mutter zum Stehlen angestiftet. Edda lebt mit ihrer Mutter, Görings zweiter Frau Emmy in einem abgelegenen Haus im Wald. Asta hat mit Emmy noch eine Rechnung offen und sucht sie dort auf. Ich fand den historischen Roman, der auf wahren Tatsachen beruht, sehr informativ und spannend. Von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
10. Sept. 2025

148 Follower
Asta soll dolmetschen, vom deutschen ins englische. Es ist ein Dilemma. Erst weiß sie zuwenig, was sie eigentlich tun soll, im Laufe der Geschichte weiß sie zuviel. Inmitten dieses Chaos steht Leonhard, genannt Leo, der ihr ganz sachte den Hof macht und sie umschmeichelt - sofern das einem Kriegsgefangenen möglich ist. Doch auch er birgt Geheimnisse und will zuviel wissen, wie die Nürnberger Prozesse laufen. Denn schließlich hat er sie auch schon an seinem Wissen teilhaben.lassen. Ich hab schon viele Bücher, Geschichten, Zeitzeugenberichte gelesen, doch dieses Werk ist eines der schwächeren Sorte. Gut geschrieben,man sollte diese Zeit nicht vergessen, doch irgendwie fehlt mir etwas. Vielleicht ist es diesmal nicht eindrücklich genug. Trotz allem eine Leseempfehlung von mir.
18. Jan. 2026
Asta soll dolmetschen, vom deutschen ins englische. Es ist ein Dilemma. Erst weiß sie zuwenig, was sie eigentlich tun soll, im Laufe der Geschichte weiß sie zuviel. Inmitten dieses Chaos steht Leonhard, genannt Leo, der ihr ganz sachte den Hof macht und sie umschmeichelt - sofern das einem Kriegsgefangenen möglich ist. Doch auch er birgt Geheimnisse und will zuviel wissen, wie die Nürnberger Prozesse laufen. Denn schließlich hat er sie auch schon an seinem Wissen teilhaben.lassen. Ich hab schon viele Bücher, Geschichten, Zeitzeugenberichte gelesen, doch dieses Werk ist eines der schwächeren Sorte. Gut geschrieben,man sollte diese Zeit nicht vergessen, doch irgendwie fehlt mir etwas. Vielleicht ist es diesmal nicht eindrücklich genug. Trotz allem eine Leseempfehlung von mir.
18. Jan. 2026
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Autorin / Autor
Titus Müller, geboren 1977, studierte Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift »Federwelt« und veröffentlichte seither mehr als ein Dutzend Romane. Er lebt mit seiner Familie in Landshut, ist Mitglied des PEN-Clubs und wurde u.a. mit dem C.S. Lewis-Preis und dem Homer-Preis ausgezeichnet. Seine Trilogie um »Die fremde Spionin« brachte ihn auf die SPIEGEL-Bestsellerliste und wird auch von Geheimdienstinsidern gelobt.
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