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Die Vorgeschichte zu Macbeth
Schon früh wird der jungen Gruoch durch eine Prophezeiung ihr Weg vorgezeichnet: Sie wird einmal Königin von Schottland werden. Doch zunächst scheint sie nur der hilflose Spielball machthungriger Männer zu sein. Die Erfüllung ihres Schicksals scheint in weite Ferne zu rücken … Die Frage, die sich mir nach dem Lesen dieses Romans stellt, ist die, WAS ich da jetzt gerade gelesen habe. Und WAS will die Autorin mit ihrem Roman bezwecken? In ihrem Nachwort schreibt sie, dass sie einen Blick auf die ‚echte‘ Lady Macbeth werfen wollte. Das fand ich schon mal ganz interessant, denn die wenigsten wissen ja, dass Macbeth tatsächlich im 11. Jahrhundert König von Schottland war. Allerdings - im Gegensatz zu Shakespeare Tragödie, der es ja aber ohnehin nie so mit historischer Genauigkeit hatte - ein sehr guter, der Schottland Stabilität und Sicherheit brachte. Also ganz unspektakulär, und seine Frau war dann vermutlich auch keine mordende, schlafwandelnde Irre. Somit wäre es eine hervorragende Gelegenheit gewesen, Shakespeares doch ziemlich misogynes Bild dieser Königin gerade zu rücken. Aber leider, leider hat Isabelle Schuler diese Chance grandios verpasst. Ihre Gruoch ist nämlich tatsächlich einfach nur die bekannte Lady Macbeth in jung. Ein verzogenes, überhebliches Gör, dass ohne nennenswerte Fähigkeiten - wenn man von ihrem Aussehen absieht - darauf beharrt, ein Anrecht auf den Königsthron zu haben. Sie ist manipulativ, wechselt ihr Fähnchen in Windeseile von einem Mann zum anderen und hat für den Großteil ihrer Umgebung (egal ob Mann oder Frau) nur Verachtung übrig. Und natürlich, wer ihr im Weg steht, wird heimtückisch aus dem Weg geräumt. Selbst daraus könnte man eine starke Frauenfigur machen, Machthunger per se ist ja erst mal nicht schlecht. Aber leider bedient Schuler nur Shakespeares bekanntes Narrativ einer sexbesessenen, skrupellosen Frau. Schade. Dazu kommt ein viel zu moderner Sprach- und Gedankenstil der in keinster Weise ins 11. Jahrhundert passt, ebenso wie die Autorin auch moderne Lebensgewohnheiten einfach mal ins Mittelalter verfrachtet (eine Aufteilung in Frühstück/Mittagessen/Abendessen gab es so damals z. B. nicht). Auch der Umgang mit Homosexualität war im Mittelalter sehr viel komplexer und gerade in Adelskreisen sehr viel offener als dies die Autorin glauben machen will. Überhaupt finde ich die Darstellungen von Gruochs erstem Ehemann als extrem bedenklich - der ‚Schwule‘ ist natürlich ein verweichlichter, unfähiger Lebemann, der sie und ihren Sohn im Stich lässt … Puh … Sieht man darüber hinweg, ist das Buch ganz flüssig wegzulesen und ich persönlich mochte auch den eher distanzierten Schreibstil. Von daher war es als Zeitvertreib ganz ok, als feministisches oder historisches Werk kann ich es aus oben genannten Gründen allerdings nicht sehen.

25. Juni 2026
Die Vorgeschichte zu Macbeth
Schon früh wird der jungen Gruoch durch eine Prophezeiung ihr Weg vorgezeichnet: Sie wird einmal Königin von Schottland werden. Doch zunächst scheint sie nur der hilflose Spielball machthungriger Männer zu sein. Die Erfüllung ihres Schicksals scheint in weite Ferne zu rücken … Die Frage, die sich mir nach dem Lesen dieses Romans stellt, ist die, WAS ich da jetzt gerade gelesen habe. Und WAS will die Autorin mit ihrem Roman bezwecken? In ihrem Nachwort schreibt sie, dass sie einen Blick auf die ‚echte‘ Lady Macbeth werfen wollte. Das fand ich schon mal ganz interessant, denn die wenigsten wissen ja, dass Macbeth tatsächlich im 11. Jahrhundert König von Schottland war. Allerdings - im Gegensatz zu Shakespeare Tragödie, der es ja aber ohnehin nie so mit historischer Genauigkeit hatte - ein sehr guter, der Schottland Stabilität und Sicherheit brachte. Also ganz unspektakulär, und seine Frau war dann vermutlich auch keine mordende, schlafwandelnde Irre. Somit wäre es eine hervorragende Gelegenheit gewesen, Shakespeares doch ziemlich misogynes Bild dieser Königin gerade zu rücken. Aber leider, leider hat Isabelle Schuler diese Chance grandios verpasst. Ihre Gruoch ist nämlich tatsächlich einfach nur die bekannte Lady Macbeth in jung. Ein verzogenes, überhebliches Gör, dass ohne nennenswerte Fähigkeiten - wenn man von ihrem Aussehen absieht - darauf beharrt, ein Anrecht auf den Königsthron zu haben. Sie ist manipulativ, wechselt ihr Fähnchen in Windeseile von einem Mann zum anderen und hat für den Großteil ihrer Umgebung (egal ob Mann oder Frau) nur Verachtung übrig. Und natürlich, wer ihr im Weg steht, wird heimtückisch aus dem Weg geräumt. Selbst daraus könnte man eine starke Frauenfigur machen, Machthunger per se ist ja erst mal nicht schlecht. Aber leider bedient Schuler nur Shakespeares bekanntes Narrativ einer sexbesessenen, skrupellosen Frau. Schade. Dazu kommt ein viel zu moderner Sprach- und Gedankenstil der in keinster Weise ins 11. Jahrhundert passt, ebenso wie die Autorin auch moderne Lebensgewohnheiten einfach mal ins Mittelalter verfrachtet (eine Aufteilung in Frühstück/Mittagessen/Abendessen gab es so damals z. B. nicht). Auch der Umgang mit Homosexualität war im Mittelalter sehr viel komplexer und gerade in Adelskreisen sehr viel offener als dies die Autorin glauben machen will. Überhaupt finde ich die Darstellungen von Gruochs erstem Ehemann als extrem bedenklich - der ‚Schwule‘ ist natürlich ein verweichlichter, unfähiger Lebemann, der sie und ihren Sohn im Stich lässt … Puh … Sieht man darüber hinweg, ist das Buch ganz flüssig wegzulesen und ich persönlich mochte auch den eher distanzierten Schreibstil. Von daher war es als Zeitvertreib ganz ok, als feministisches oder historisches Werk kann ich es aus oben genannten Gründen allerdings nicht sehen.
25. Juni 2026








