Blick ins Buch

Romane

Blaue Frau

3,3(112)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Adina wuchs als letzter Teenager ihres Dorfs im tschechischen Riesengebirge auf. Bei einem Sprachkurs in Berlin lernt sie die Fotografin Rickie kennen, die ihr ein Praktikum in einem neu entstehenden Kulturhaus in der Uckermark vermittelt. Nach einem sexuellen Übergriff durch einen westdeutschen Kulturpolitiker strandet Adina nach einer Irrfahrt durch halb Europa in Helsinki. Dort wird Leonides, ein estnischer Politikwissenschaftler und Abgeordneter der EU, zunächst zu ihrem Halt. Während er sich für die Menschenrechte stark macht, sucht Adina einen Ausweg aus dem inneren Exil.

»Blaue Frau« erzählt aufwühlend vom Ringen um persönliche Integrität einer jungen Frau, unterwegs zwischen Tschechien und Finnland, Estland und Deutschland. In ihren Erfahrungen spiegeln sich auch die jüngsten Machtverhältnisse zwischen Ost- und Westeuropa.

Editionen (4)

ISBN9783596708154
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum26.04.23
Seitenzahl432

Rezensionen & Bewertungen

112 Bewertungen

21 Rezensionen

3,3

Tippen zum Filtern

  • taunusleserin
    taunusleserin

    300 Follower

    4,0

    Gerade noch rechtzeitig vor Verleihung des Deutschen Buchpreises 2024 das Buch von 2021 fertig gehört. Ich habe es eine ganze Weile vor mir her geschoben aufgrund des schweren Themas, bin aber froh, es jetzt dann doch gehört zu haben. Die Hörbuchversion war auch die richtige Wahl für mich. Das Buch ist schwer zu begreifen, unbequem, poetisch, sperrig, komplex, zäh, vielschichtig, brisant, sprunghaft, schwer. Man muss sich darauf einlassen, dann entfaltet es seine Wirkung.

    14. Okt. 2024

  • kia.liest
    kia.liest

    28 Follower

    2,5

    Ost-West, Patriarchat, Verzweiflung

    Als junge Frau aus einem tschechischen Dorf in Deutschland Fuß fassen - das ist Adinas Versuch, der in Verzweiflung, Einsamkeit und Beziehungs-Schwierigkeiten endet. TW: Vergewaltigung Ich bin irgendwie gar nicht gut in den Roman reingekommen - und fand es unglaublich anstrengend, durchzuhalten und weiterzulesen. Ich hatte mir irgendwie mehr erhofft…

    15. Mai 2026

  • weinphilosoph
    weinphilosoph

    578 Follower

    3,5

    Schwer verdaulich

    Wer in Not ist, kennt keine Organisation, an die man sich wenden kann, keine Notrufnummern, keine Beratungshotlines oder E-Mail-Adressen. In Not hat man keine Zeit, sich im Internet zu informieren. Dieses Zitat von Seite 31 beschreibt gut, die Hilflosigkeit, der die Protagonistin Adina / Sala / Nina ausgesetzt ist. Eine Hilflosigkeit oder Unsicherheit, die der für mich einzige rote Faden des ganzen Romans ist. Leider bin ich mit der nicht-chronologischen Erzählweise überhaupt nicht warm geworden. Die Struktur der Erzählungen ist so aufgebaut, dass viele zentrale Momente nur umschrieben statt beschrieben werden, was aus einer offenkundigen Angststörung der Protagonistin herrührt. Das alles führt zu einem eher anstrengenden Leseerlebnis, aber auch zu einem starken Aufschluss, den ich als Mann gewinnen durfte. Es zeigt auf eine brutale Art und Weise, wie sich eine Frau verhält oder verhalten kann, nachdem sie sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch erfahren hat. Es werden viele gesellschaftlich wichtige Themen im Bezug auf sexualisierte Gewalt angesprochen, auch wenn das Format dieses Romans sicherlich nicht massenkompatibel ist. Eine einfachere Erzählweise könnte dazu beitragen, dass mehr Menschen für diese Themen sensibilisiert werden.

    15. Feb. 2025

3 von 21 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Antje Rávik Strubel

Antje Rávik Strubel ist Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie lehrte am Deutschen Literaturinsitut und an der Washington University in St. Louis und ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Zu ihren Veröffentlichungen zählen u.a. die Romane »Unter Schnee« (2001), »Tupolew 134« (2004) und »Kältere Schichten der Luft« (2007), für den sie mit dem Rheingau Literatur Preis sowie dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet wurde. 2021 erhielt sie den Deutschen Buchpreis für ihren Roman »Blaue Frau«. Im März 2025 erschien ihr jüngster Roman »Der Einfluss der Fasane«. Außerdem veröffentlichte sie Essays und Reiseerzählungen über Schweden und Brandenburg. Sie übersetzt aus dem Englischen und Schwedischen u. a. Joan Didion, Monika Fagerholm, Lucia Berlin und Virginia Woolf. Antje Rávik Strubel lebt in Potsdam. (www.antjestrubel.de)

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick