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Romane

Im Herzen der Gewalt

3,7(67)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Vom Autor des Romans ›Das Ende von Eddy‹ und ›Wer hat meinen Vater umgebracht‹

In seinem autobiographischen Roman ›Im Herzen der Gewalt‹ rekonstruiert der französische Autor Édouard Louis die Geschehnisse einer dramatischen Nacht, die sein Leben für immer verändert. Auf der Pariser Place de la République begegnet Édouard in einer Dezembernacht einem jungen Mann. Eigentlich will er nach Hause, aber sie kommen ins Gespräch. Es ist schnell klar, es ist eine spontane Begegnung, Édouard nimmt ihn, Reda, einen Immigrantensohn mit Wurzeln in Algerien, mit in seine kleine Wohnung. Sie reden, sie lachen. Aber was als zarter Flirt beginnt, schlägt um in eine Nacht, an deren Ende Reda Édouard mit einer Waffe bedrohen wird. Indem er von Kindheit, Begehren, Migration und Rassismus erzählt, macht Louis unsichtbare Formen der Gewalt sichtbar. Ein Roman, der wie schon ›Das Ende von Eddy‹ mitten ins Herz unserer Gegenwart zielt – politisch, mitreißend, hellwach.

Editionen (3)

ISBN9783596297351
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum27.03.19
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

67 Bewertungen

9 Rezensionen

3,7

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  • phoebelou32
    phoebelou32

    23 Follower

    5,0

    Sehr stark!

    Richtig toller, interessanter Erzählstil und Plotaufbau. Sehr bewegender Inhalt, richtig gut übersetzt!

    13. Feb. 2026

  • dasliestfabi
    dasliestfabi

    22 Follower

    3,0

    Ehrlich, Hart..

    Im Herzen der Gewalt von Édouard Louis hat mich inhaltlich sehr bewegt, aber beim Lesen auch frustriert. Das Thema – eine Gewalterfahrung, die das Leben des Erzählers nachhaltig prägt – ist intensiv, wichtig und emotional schwer auszuhalten. Man merkt, dass der Text stark autobiografisch geprägt ist, was ihn besonders eindringlich macht. Probleme hatte ich vor allem mit der Perspektive. Die Geschichte wird nicht nur aus der Ich-Sicht erzählt, sondern häufig durch die Erzählung der Schwester wiedergegeben. Dadurch entsteht Distanz zu einem eigentlich sehr persönlichen Erlebnis. Ich hätte mir an vielen Stellen eine direktere, klarere Perspektive gewünscht, um die Gefühle und Gedanken unmittelbarer nachvollziehen zu können. Statt Nähe entstand für mich manchmal Verwirrung. Der Schreibstil ist nüchtern, analytisch und teilweise wiederholend. Das passt zwar zum Thema Trauma – weil Erinnerungen oft kreisen und sich nicht linear ordnen lassen – aber es macht das Lesen anspruchsvoll. Insgesamt ist es ein wichtiges Buch, das zum Nachdenken zwingt, auch wenn es mich erzählerisch nicht vollständig überzeugt hat.

    18. Feb. 2026

  • wien_erleserin
    wien_erleserin

    127 Follower

    4,0

    traumatisch, autobiografisch, heilend

    Endlich habe ich etwas von Édouard Louis gelesen. „Im Herzen der Gewalt“ habe ich für meine #12für2023 ausgesucht. Es ist die autobiografische Erzählung des Schriftstellers, mit der er eine erlittene Vergewaltigung verarbeitet. Nachts von einem Unbekannten angesprochen, war Édouard so angetan von diesem Mann, dass er ihn mit nach Hause nahm. Was als angenehme und erotische Nacht begann, nimmt aber gegen Morgen eine gefährliche Wendung. Der Mann bestiehlt Édouard und als es dieser bemerkt, wird aus dem geheimnisvollen und zärtlichen nächtlichen Besucher ein potenzieller Mörder. All das und die Erfahrungen die Édouard danach gemacht hat, erzählt er seiner Schwester und diese wiederrum erzählt es ihrem Mann. Dieser Unterhaltung lauscht Édouard und so hört seine eigene Geschichte aus dem Mund einer Frau, die ihn weder versteht und zu der er keine enge Bindung hat. Die Schwester erkennt nicht die verletzte Seele, die ihr Bruder ist, macht aus seiner Erfahrung etwas Triviales. Sie ist selbstherrlich, wie man es oft ist, wenn man Dinge erzählt bekommt („Hätte er doch nur…“). Erzählt aus ihrem Mund entgleitet Édouard seine eigene Geschichte ein stückweit, er sieht sich mit dem Geist seiner Vergangenheit und Jugend konfrontiert und ausgesetzt. Sein Erlebtes wird daran gemessen. Teilweise kommt Édouard auch selbst zu Wort, macht scharfsinnige Beobachtungen und skizziert die menschliche Natur. Durch die wechselnde Perspektive erzählt der Roman nicht geradlinig, zeichnet aber ein Bild von einem Menschen, der durch eine traumatische Erfahrung sich selbst und das bisher von ihm Vertretene in Frage stellt. Es ist eine ambivalente Geschichte aus der Feder eines Verletzten. Es ist kein einfaches Buch, es die Verarbeitung einer Vergewaltigung – eines Angriffs – aus der Sicht eines Mannes, der es verarbeiten will.

    traumatisch, autobiografisch, heilend

    22. Juni 2023

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Édouard Louis

Édouard Louis wurde 1991 geboren. Sein autobiographischer Debütroman »Das Ende von Eddy«, in dem er von seiner Kindheit und Flucht aus prekärsten Verhältnissen in einem nordfranzösischen Dorf erzählt, sorgte 2015 für großes Aufsehen. Das Buch wurde zu einem internationalen Bestseller und machte Louis zum literarischen Shootingstar. Seine Bücher erscheinen in 30 Ländern und werden vielfach fürs Theater adaptiert und verfilmt. Über seine literarischen Positionen gab er u.a. Auskunft als Samuel Fischer-Gastprofessor an der Freien Universität Berlin (2018), bei der Mosse Lecture an der Humboldt-Universität Berlin (2019) oder 2023 bei den Tübinger Poetikvorlesungen. Zuletzt erschienen »Wer hat meinen Vater umgebracht«, »Die Freiheit einer Frau« sowie »Monique bricht aus«, der Gesprächsband mit Ken Loach »Gespräch über Kunst und Politik« sowie »Anleitung ein anderer zu werden«. Édouard Louis lebt in Paris.

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