Sommer 1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. Marie wird bald siebzehn, sie wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern, in den „Spinnenzimmern“ unterm Dach. Sie ist zart und verträumt, verkriecht sich lieber mit den Brüdern Karamasow, als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein. Die Leute aus dem Dorf sind argwöhnisch: Eine Tragik, die mit seiner Vergangenheit zu tun hat, umgibt ihn; gleichzeitig erregt seine charismatische Ausstrahlung Eifersucht. Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem andern lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie wie von höherer Gewalt geleitet in seine Arme treibt ...
Intensiv, fesselnd, tragisch…für mich ein kleines Meisterwerk!
Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages verschlungen.
Es ist tragisch, spannend, bildhaft und historisch präzise im Wendejahr angesiedelt. Der Schreibstil ist sensationell und hat mich wirklich sehr begeistert.
Es ist eine dieser Geschichten die einen mit voller Wucht erfasst und nicht mehr so schnell loslässt.
Für mich ein Highlight und ganz sicher nicht das letzte Buch der Autorin!
4. Jan. 2026
5,0
Intensiv, fesselnd, tragisch…für mich ein kleines Meisterwerk!
Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages verschlungen.
Es ist tragisch, spannend, bildhaft und historisch präzise im Wendejahr angesiedelt. Der Schreibstil ist sensationell und hat mich wirklich sehr begeistert.
Es ist eine dieser Geschichten die einen mit voller Wucht erfasst und nicht mehr so schnell loslässt.
Für mich ein Highlight und ganz sicher nicht das letzte Buch der Autorin!
"Doch da denke ich an mein eigenes Geheimnis und begreife, es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar."
"Jetzt muss ich erwachsen werden. Gerade jetzt, wo es nach vorne so viele Möglichkeiten gibt, schließt sich die Tür zur Kindheit für immer."
Maria, fast 17 Jahre alt, wohnt bei ihrem Freund Johannes und dessen Familie auf dem elterlichen Hof nahe der Grenze in Thüringen. Die Geschichte beginnt im Sommer 1990, es ist das Jahr der Maueröffnung, doch auf dem Hof und im Dorf scheint die Zeit stillzustehen.
Sie macht sich manchmal auf dem Hof nützlich, schwänzt die Schule, und lebt in den Tag hinein. Eine heimliche Affäre mit dem 40jährigen Henner vom Nachbarhof beginnt, doch er nutzt ihre Naivität und Leidenschaft aus, benutzt sie. In Maries Augen basiert diese Beziehung auf Liebe, sie begreift das Offensichtliche nicht.
Das Buch in Ich-Form hat eine sehr dichte Atmosphäre und ist gewohnt ausdrucksstark geschrieben. Ich mag den Schreibstil von Daniela Krien sehr gerne und auch ihr Debütroman hat mich begeistert.
Eine Leseempfehlung? Aber auf jeden Fall ⭐!!
23. Nov. 2024
5,0
"Doch da denke ich an mein eigenes Geheimnis und begreife, es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar."
"Jetzt muss ich erwachsen werden. Gerade jetzt, wo es nach vorne so viele Möglichkeiten gibt, schließt sich die Tür zur Kindheit für immer."
Maria, fast 17 Jahre alt, wohnt bei ihrem Freund Johannes und dessen Familie auf dem elterlichen Hof nahe der Grenze in Thüringen. Die Geschichte beginnt im Sommer 1990, es ist das Jahr der Maueröffnung, doch auf dem Hof und im Dorf scheint die Zeit stillzustehen.
Sie macht sich manchmal auf dem Hof nützlich, schwänzt die Schule, und lebt in den Tag hinein. Eine heimliche Affäre mit dem 40jährigen Henner vom Nachbarhof beginnt, doch er nutzt ihre Naivität und Leidenschaft aus, benutzt sie. In Maries Augen basiert diese Beziehung auf Liebe, sie begreift das Offensichtliche nicht.
Das Buch in Ich-Form hat eine sehr dichte Atmosphäre und ist gewohnt ausdrucksstark geschrieben. Ich mag den Schreibstil von Daniela Krien sehr gerne und auch ihr Debütroman hat mich begeistert.
Eine Leseempfehlung? Aber auf jeden Fall ⭐!!
Intensiv, unbequem und eindringlich – eine Liebe im Schatten des Umbruchs
In "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" von Daniela Krien taucht man in den Sommer 1990 in der ehemaligen DDR ein. Eine Zeit, in der plötzlich alles möglich scheint und sich doch vieles noch fremd anfühlt. Die 17-jährige Maria lebt mit ihrem Freund auf einem Bauernhof, eingebettet in den Alltag einer Familie, die von festen Strukturen, harter Arbeit und einem Leben unter einem Dach geprägt ist. Zwischen Stallgeruch, Ernte und gemeinschaftlichen Abläufen beginnt Maria, sich selbst neu zu entdecken. Als sie dem deutlich älteren Nachbarn Henner begegnet, gerät sie in eine intensive, körperliche und zugleich verstörende Beziehung, die sie emotional überfordert und nicht mehr loslässt.
Was dieses Buch so besonders macht, ist nicht nur die Geschichte selbst, sondern das Gefühl dieser einzigartigen Zeit. Die neu gewonnene Freiheit ist allgegenwärtig: plötzlich nicht mehr „eingesperrt“ zu sein, reisen zu dürfen, wohin und wann man möchte, dass schwingt leise, aber eindringlich mit. Gleichzeitig wird deutlich, wie fremd sich diese neue Welt anfühlen kann. Der Westen wirkt verheißungsvoll und zugleich distanziert, fast unwirklich. Diese Zerrissenheit zwischen Aufbruch und Unsicherheit überträgt sich auch auf Maria, die ihren eigenen Weg erst noch finden muss.
Ebenso eindrucksvoll ist das Leben auf dem Bauernhof geschildert. Man spürt die Routinen, die körperliche Arbeit, das Funktionieren im Familienverbund. Jeder hat seine Aufgabe, jeder trägt seinen Teil bei und genau darin liegt auch eine gewisse Enge, aus der Maria auszubrechen versucht. Dieses dichte, authentische Setting verleiht der Geschichte eine besondere Bodenständigkeit und macht sie greifbar.
Die Beziehung zwischen Maria und Henner ist dabei der emotionale Kern und gleichzeitig das Unangenehmste an diesem Buch. Als junges, unerfahrenes Mädchen gerät sie in eine Dynamik, die man beim Lesen kaum aushält. Es ist intensiv, verstörend und stellenweise wirklich mit Bauchschmerzen verbunden. Doch genau diese schonungslose Ehrlichkeit macht den Roman so kraftvoll.
Trotz seiner Kürze enthält das Buch alles, was eine gute Geschichte braucht: starke Atmosphäre, komplexe Figuren und Emotionen. Es ist ein gelungenes Erstlingswerk, das sich unglaublich flüssig lesen lässt. Ich habe es an einem Tag regelrecht inhaliert, auch wenn es alles andere als leichte Kost ist.
Ein eindringlicher, vielschichtiger Roman über Freiheit, Orientierung und eine Liebe, die mehr zerstört als erfüllt. Atmosphärisch dicht, emotional fordernd und absolut lesenswert und macht definitiv Lust auf mehr Bücher von der Autorin.
3. Mai 2026
4,5
Intensiv, unbequem und eindringlich – eine Liebe im Schatten des Umbruchs
In "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" von Daniela Krien taucht man in den Sommer 1990 in der ehemaligen DDR ein. Eine Zeit, in der plötzlich alles möglich scheint und sich doch vieles noch fremd anfühlt. Die 17-jährige Maria lebt mit ihrem Freund auf einem Bauernhof, eingebettet in den Alltag einer Familie, die von festen Strukturen, harter Arbeit und einem Leben unter einem Dach geprägt ist. Zwischen Stallgeruch, Ernte und gemeinschaftlichen Abläufen beginnt Maria, sich selbst neu zu entdecken. Als sie dem deutlich älteren Nachbarn Henner begegnet, gerät sie in eine intensive, körperliche und zugleich verstörende Beziehung, die sie emotional überfordert und nicht mehr loslässt.
Was dieses Buch so besonders macht, ist nicht nur die Geschichte selbst, sondern das Gefühl dieser einzigartigen Zeit. Die neu gewonnene Freiheit ist allgegenwärtig: plötzlich nicht mehr „eingesperrt“ zu sein, reisen zu dürfen, wohin und wann man möchte, dass schwingt leise, aber eindringlich mit. Gleichzeitig wird deutlich, wie fremd sich diese neue Welt anfühlen kann. Der Westen wirkt verheißungsvoll und zugleich distanziert, fast unwirklich. Diese Zerrissenheit zwischen Aufbruch und Unsicherheit überträgt sich auch auf Maria, die ihren eigenen Weg erst noch finden muss.
Ebenso eindrucksvoll ist das Leben auf dem Bauernhof geschildert. Man spürt die Routinen, die körperliche Arbeit, das Funktionieren im Familienverbund. Jeder hat seine Aufgabe, jeder trägt seinen Teil bei und genau darin liegt auch eine gewisse Enge, aus der Maria auszubrechen versucht. Dieses dichte, authentische Setting verleiht der Geschichte eine besondere Bodenständigkeit und macht sie greifbar.
Die Beziehung zwischen Maria und Henner ist dabei der emotionale Kern und gleichzeitig das Unangenehmste an diesem Buch. Als junges, unerfahrenes Mädchen gerät sie in eine Dynamik, die man beim Lesen kaum aushält. Es ist intensiv, verstörend und stellenweise wirklich mit Bauchschmerzen verbunden. Doch genau diese schonungslose Ehrlichkeit macht den Roman so kraftvoll.
Trotz seiner Kürze enthält das Buch alles, was eine gute Geschichte braucht: starke Atmosphäre, komplexe Figuren und Emotionen. Es ist ein gelungenes Erstlingswerk, das sich unglaublich flüssig lesen lässt. Ich habe es an einem Tag regelrecht inhaliert, auch wenn es alles andere als leichte Kost ist.
Ein eindringlicher, vielschichtiger Roman über Freiheit, Orientierung und eine Liebe, die mehr zerstört als erfüllt. Atmosphärisch dicht, emotional fordernd und absolut lesenswert und macht definitiv Lust auf mehr Bücher von der Autorin.
3. Mai 2026
3 von 75 Rezensionen
Autorin / Autor
Über Daniela Krien
Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliß/Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen in einem Dorf im Vogtland (Sachsen), lebt seit 1999 in Leipzig. 1996 -1999 besuchte sie das Abendgymnasium in Chemnitz, studierte anschließend Kultur- und Medienwissenschaften. 2004 und 2006 Geburt ihrer beiden Töchter. Ihr Romandebüt Irgendwann werden wir uns alles erzählen (2011) war ein Bestseller und erscheint in 15 Sprachen. Die Verfilmung ist in Vorbereitung. 2015 wurde Daniela Krien mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet.