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Wie die Schweine

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Über das Buch

Marcos verantwortet die Produktion einer Schlachterei. Er kontrolliert die eingehenden Stücke, kümmert sich um den korrekten Schlachtvorgang, überprüft die Qualität, setzt die gesetzlichen Vorgaben um, verhandelt mit den Zulieferern … Alles Routine, Tagesgeschäft, Normalität. Bis auf den Umstand, dass in der Welt, in der Marcos lebt, Menschen als Vieh zum Fleischverzehr gezüchtet werden.
Dieser Roman hält uns Fleischfressern kompromisslos den Spiegel vor. Er stellt Fragen in den Raum - nach Moral, Empathie, den bestehenden Verhältnissen. Und er verschafft, was nur die Literatur verschafft: neue Einsichten, neue Gefühle, nachdem alle Argumente längst ausgetauscht sind.

Editionen (1)

ISBN9783518763193
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum22.01.20
Seitenzahl237

Rezensionen & Bewertungen

338 Bewertungen

87 Rezensionen

3,9

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  • tom.blabal
    tom.blabal

    190 Follower

    5,0

    Moralisch verwertbar

    Was ich an Dystopien am meisten liebe, ist, wenn sie einem den Spiegel nicht nur aufzeigen, sondern ihn dir fest ins Gesicht drücken, sodass er Sprünge bekommt und sich die scharfen Splitter in dein Fleisch bohren und dir der Weltschmerz unter die Haut fährt. Wie die Schweine (Tender Is the Flesh) tut genau das. Agustina Bazterrica entwirft eine überbevölkerte Welt, in der tierisches Fleisch laut Regierung verseucht ist und man dazu übergegangen ist, die Mangelernährung der Bevölkerung mit Menschenfleisch zu bekämpfen. Natürlich werden diese Menschen klein gehalten: ohne Stimmbänder, ohne Wissen, ohne Bildung – und ohne Gefühle? Dieses Buch wirft viele Fragen auf… Was unterscheidet den Menschen noch von den Tieren im Schlachthof? Wird Grausamkeit erträglicher, wenn wir sie "human" gestalten? Was sagt es über uns aus, wenn wir den Akt des Tötens ebenso genießen wie das Fleisch danach? Gibt es ethische Tierversuche – selbst wenn sie Leben retten? Und kennt die Grausamkeit der Menschheit überhaupt Grenzen? Die Autorin hat es geschafft, eine wohldurchdachte Geschichte zu konstruieren, dass man von einer Gewissenskrise in die nächste taumelt. Die Sprache ist dabei so sinnlich und doch gewalttätig, ekelhaft und wunderschön, eindringlich und abstoßend – und vor allem passt sie perfekt zu dieser verqueren Welt. Dieses Buch verdient es gelesen zu werden, weil es dich verändert. ------------------ "Da ist so ein Vibrieren, etwas Warmes, Zerbrechliches, was es besonders köstlich macht. Man beißt regelrecht das Leben heraus. Genießt das Gefühl, dass ein Wesen aufhört zu existieren, weil man es will, weil man es tut, was man tut. Man spürt, wie dieser komplexe Organismus nach und nach sein Leben aushaucht und zu einem Teil von einem wird. Für immer. Dieses Wunder fasziniert mich. Diese Möglichkeit der totalen Verschmelzung."

    28. Apr. 2026

  • alocasia
    alocasia

    234 Follower

    5,0

    Dystopie, die die Grenzen auslotet, der Menschheit den Spiegel vorhält & mit den moralischen Wertvorstellungen spielt

    Ich hab es richtig „gerne“ gelesen und werde mir Sicherheit noch viel zum Nachdenken haben. Vorsicht ‼️ Wirklich harter Tobak.

    25. Apr. 2026

  • pittermesken
    pittermesken

    399 Follower

    4,5

    Wenn die eigene Spezies dem Verzehr dient

    Dieses Buch sprengt Grenzen: wir befinden uns in einer dystopischen Zukunft, in der statt Tiere Menschen auf dem Teller landen. Was zunächst wie reißerischer Splatter klingt, entpuppt sich als schonungslose Sezierung der menschlichen, heuchlerischen Moral. Mit der Zeit kann sich der Mensch an die schier scheußlichsten Grausamkeiten & Skrupellosigkeiten gewöhnen, solange es dem eigenen Wohl zugute kommt. Was die Autorin hier beschreibt, klingt zunächst einmal völlig undenkbar — aber die Menschheit hat schon längst gezeigt, dass das Undenkbare real werden kann, normal werden & Alltag sein kann. Der Unterschied liegt in dem alles entscheidenden Detail, dass in diesem Buch keine Tiere gefangen gehalten, gezüchtet & geschlachtet werden, sondern Menschen. Die Hauptfigur Marcos & alle anderen Charaktere werden mit wenigen Emotionen versehen; aber ich vermute, das hat die Autorin absichtlich so gemacht, um das Leseerlebnis so gefühlskalt & nüchtern zu machen, wie es die ganze Geschichte ist. Und doch erlaubt sich Marcos hin & wieder, kritisch zu denken & die Dinge zu hinterfragen. Wenn es jedoch um das eigene Wohl geht, die eigene Familie, das eigene Leben ... tja, dann wirft ein jeder alle Moral & Barmherzigkeit über Bord, wie das erschütternde Ende zeigt. Diese Geschichte ist vieles: aufwühlend, brutal, kalt, verabscheuungswürdig, aber vor allem ... lesenswert!

    Wenn die eigene Spezies dem Verzehr dient

    3. Dez. 2025

3 von 87 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 15967%
tom.blabal
tom.blabal11. Juni 2026

"Da ist so ein Vibrieren, etwas Warmes, Zerbrechliches, was es besonders köstlich macht. Man beißt regelrecht das Leben heraus. Genießt das Gefühl, dass ein Wesen aufhört zu existieren, weil man es will, weil man es tut, was man tut. Man spürt, wie dieser komplexe Organismus nach und nach sein Leben aushaucht und zu einem Teil von einem wird. Für immer. Dieses Wunder fasziniert mich. Diese Möglichkeit der totalen Verschmelzung." ✨✨✨

Autorin / Autor

Über Agustina Bazterrica

Agustina Bazterrica, geboren 1974 in Buenos Aires, gelang mit ihrem Roman Zart ist das Fleisch der internationale Durchbruch. Sie gewann den Premio Clarín, die bedeutendste literarische Auszeichnung Argentiniens. Übersetzungen in mehr als 30 Sprachen folgten, das Romanende ging in Tausenden Reaction Videos viral, seither gilt Agustina Bazterrica als eine der ersten TikTok-Sensationen der Weltliteratur.

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