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Romane

Medea. Stimmen

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Über das Buch

Als Frau des Argonauten Jason lebt Medea in Korinth, wohin sie ihm aus ihrer Heimat Kolchis gefolgt ist. Im königlichen Palast Korinths gerät sie in ein Spiel aus Verleumdungen, Intrigen und Lügen. Der Kampf um die Macht steht im Mittelpunkt, und Medea soll als Sündenbock geopfert werden. Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin – hier wird diese Frauenfigur aus dem jahrtausendealten Mythos gelöst, das überkommene Bild revidiert. In ihrem Erfolgsroman erzählt Christa Wolf die Geschichte der Medea neu und entwirft das Porträt einer eigenwilligen, ungewöhnlichen Frau.

Editionen (10)

ISBN9783518742310
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum16.11.10
Seitenzahl223

Rezensionen & Bewertungen

163 Bewertungen

10 Rezensionen

3,3

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  • julsico
    julsico

    77 Follower

    4,0

    Warum Macht tötet

    Dass der mythologische Stoff um Medea kein verstaubter Text über längst Vergangenes ist, hat Christa Wolf in „Medea. Stimmen“ eindrucksvoll gezeigt. Die Entwicklungen und Verwicklungen im Streben nach Macht und Anerkennung lesen sich wie die Vorgeschichte von Game of Thrones - nur, dass Wolf dabei zusätzlich sprachlich eine unerreichbare Messlatte anlegt. Die Metaphorik, Deutungs-Tiefe und Intertextualität machen „Medea“ zu einem zeitlosen Statement für Humanität. Dabei nimmt sich Wolf den nötigen Gestaltungsspielraum für die Neuinterpretation des Mythos. Medea wird hier zu einer kraftvollen Stimme, welche patricharchialen Machtmissbrauch aufdeckt und dadurch zum Sündenbock der Männer und Frauen wird, die Angst um ihren gesellschaftlichen Status haben oder sich einfach nur über andere erheben wollen - und dabei über Leichen gehen. Auch viele weitere Themen wie Fremdenfeindlichkeit, die bewusste Verbreitung von Unwahrheiten sowie die Prägung einer Kultur durch Rituale sind brandaktuell. Immer wieder wählen würde ich auch die kommentierte Fassung, welche die eigenen Gedanken und Deutungsansätze in einen literaturwissenschaftlichen Kontext setzt.

    21. Mai 2023

  • 4,0

    Sehr interessant, wenn man sich darauf einlässt

    Ich musste das Buch damals in der 11. Klasse lesen und habe es gehasst. Jetzt nach fast 10 Jahren hab ich mal wieder danach gegriffen und muss sagen, dass es mich sehr mitgerissen hat. Ja, die Schachtelsätze sind teilweise sehr verworren und die Schreibweise an sich ist gewöhnungsbedürftig aber wenn man sich einmal darauf einlässt, ist es wirklich spannend. Es wird gut dargestellt, was Machthunger, Überheblichkeit und Hass anrichten kann und wie einfach es ist Gerüchte in die Welt zu setzen und Verachtung zu schüren. Das Leben von Medea bis zu ihrer Verbannung wurde wunderbar und verständlich dargestellt. Ich würde es nicht als Must-Read bezeichnen (oder Pflichtlektüre für die Schule 😶), war aber angenehm und interessant zu lesen.

    24. Juli 2025

  • pope
    pope

    29 Follower

    0,5

    Einfach nur nein

    30. März 2024

3 von 10 Rezensionen

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