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Romane

Medea

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Über das Buch

Sie ist eine der faszinierendsten und zugleich widersprüchlichsten mythischen Gestalten. Von Euripides wurde sie als Kindsmörderin in die Literatur eingeführt, spätere Jahrhunderte haben sie immer wieder um- und anders gedeutet: Medea. Heilerin, Priesterin, Liebende, Eifersüchtige, Verräterin, Intrigantin: Christa Wolf erzählt die Geschichte - teilweise Quellen vor Euripides folgend - neu und entwirft dabei das Porträt einer eigenwilligen, einer ungewöhnlichen Frau »zwischen den Zeiten«.

Editionen (10)

ISBN9783423251570
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.09.99

Rezensionen & Bewertungen

163 Bewertungen

10 Rezensionen

3,3

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  • julsico
    julsico

    77 Follower

    4,0

    Warum Macht tötet

    Dass der mythologische Stoff um Medea kein verstaubter Text über längst Vergangenes ist, hat Christa Wolf in „Medea. Stimmen“ eindrucksvoll gezeigt. Die Entwicklungen und Verwicklungen im Streben nach Macht und Anerkennung lesen sich wie die Vorgeschichte von Game of Thrones - nur, dass Wolf dabei zusätzlich sprachlich eine unerreichbare Messlatte anlegt. Die Metaphorik, Deutungs-Tiefe und Intertextualität machen „Medea“ zu einem zeitlosen Statement für Humanität. Dabei nimmt sich Wolf den nötigen Gestaltungsspielraum für die Neuinterpretation des Mythos. Medea wird hier zu einer kraftvollen Stimme, welche patricharchialen Machtmissbrauch aufdeckt und dadurch zum Sündenbock der Männer und Frauen wird, die Angst um ihren gesellschaftlichen Status haben oder sich einfach nur über andere erheben wollen - und dabei über Leichen gehen. Auch viele weitere Themen wie Fremdenfeindlichkeit, die bewusste Verbreitung von Unwahrheiten sowie die Prägung einer Kultur durch Rituale sind brandaktuell. Immer wieder wählen würde ich auch die kommentierte Fassung, welche die eigenen Gedanken und Deutungsansätze in einen literaturwissenschaftlichen Kontext setzt.

    21. Mai 2023

  • 4,0

    Sehr interessant, wenn man sich darauf einlässt

    Ich musste das Buch damals in der 11. Klasse lesen und habe es gehasst. Jetzt nach fast 10 Jahren hab ich mal wieder danach gegriffen und muss sagen, dass es mich sehr mitgerissen hat. Ja, die Schachtelsätze sind teilweise sehr verworren und die Schreibweise an sich ist gewöhnungsbedürftig aber wenn man sich einmal darauf einlässt, ist es wirklich spannend. Es wird gut dargestellt, was Machthunger, Überheblichkeit und Hass anrichten kann und wie einfach es ist Gerüchte in die Welt zu setzen und Verachtung zu schüren. Das Leben von Medea bis zu ihrer Verbannung wurde wunderbar und verständlich dargestellt. Ich würde es nicht als Must-Read bezeichnen (oder Pflichtlektüre für die Schule 😶), war aber angenehm und interessant zu lesen.

    24. Juli 2025

  • pope
    pope

    29 Follower

    0,5

    Einfach nur nein

    30. März 2024

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Christa Wolf

Christa Wolf wurde am 18. März 1929 als Tochter eines Kaufmanns in Landsberg/Warthe geboren. Sie studierte in Jena und Leipzig Germanistik, arbeitete als Verlagslektorin und lebte bis zu ihrem Tod am 1. Dezember 2011 als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr umfangreiches erzählerisches und essayistisches Werk wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

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