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Romane

Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen

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Über das Buch

Editionen (12)

ISBN9783458146315
VerlagInsel Verlag
Erscheinungsdatum31.12.88
Seitenzahl216

Rezensionen & Bewertungen

64 Bewertungen

8 Rezensionen

3,3

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  • sanftekritik
    sanftekritik

    43 Follower

    4,0

    „Der König von Spanien 🇪🇸“ oder doch nur ein kleiner, russischer Beamter?

    „Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen“ ist eine zugleich komische und beklemmende Erzählung über sozialen Druck, Einsamkeit und den Wunsch nach Bedeutung. Der schleichende Übergang vom Alltag in den Wahnsinn macht die Geschichte besonders eindringlich und überraschend modern. Besonders stark fand ich die ironische Erzählweise und die langsame Steigerung des Wahnsinns. Poprischtschin ist zu Beginn des Buches ein unbedeutender Titularrat, der sich permanent gedemütigt fühlt und dessen Liebe zu der Tochter eines Vorgesetzten nicht erwidert wird. Seine Fixierung auf Rang und Status zeigt sehr deutlich, wie sehr die Gesellschaft Menschen über ihre Position definiert. Ich mag außerdem das Tagebuchformat und dass die Erzählung an Kafkas Die Verwandlung erinnert. Ein Punkt Abzug weil ich es schwer fand reinzukommen und mir das Ende nicht ganz ausreichte. 🫶🏽

    1. März 2026

  • nilu.g
    nilu.g

    38 Follower

    4,0

    Sehr interessan. Drei Geschichten und ein Haufen Leute deren Alltag in den Wahnsinn übergeht.

    Wie lesen unter anderem einen Briefwechsel zwischen Hunden, begleiten den König von Spanien und suchen einen Nase. Hat mir gut gefallen. Man erkennt oft auch gut die Wahrheit hinter dem was der jeweilige Hauptcharakter sich einbildet. Kurz aber unterhaltsam. :)

    8. Sept. 2025

  • somniummortem
    somniummortem

    15 Follower

    3,5

    Aber auf dieser Welt ist nichts von Dauer, darum ist auch die Freude in der zweiten Minute niemals so lebhaft wie in der ersten.

    In „Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen“ von Nikolai Gogol lesen wir die Tagebucheinträge des Beamten Poprischtschin. Wir verfolgen seine Gedanken und Erlebnisse, während er sich in die Tochter seines Chefs verliebt. Nach und nach zeigen sich immer deutlichere Anzeichen seines aufkommenden Wahnsinns – beginnend damit, dass er glaubt, Hunde sprechen zu hören. All dies lässt sich als ein verzweifelter Ruf nach Sichtbarkeit und Anerkennung verstehen. In „Die Nase“ folgen wir sowohl dem Barbier Iwan Jakowlewitsch als auch Major Kowaljow. Der Barbier entdeckt eines Morgens beim Frühstück plötzlich die Nase des Majors in einem frischgebackenen Brot. Kowaljow wiederum wacht ohne seine Nase auf und verfällt in panische Verzweiflung, während er alles daransetzt, sie wiederzufinden. Ein starkes Motiv dieser Erzählung ist die Entmenschlichung durch den Verlust der Nase. Kowaljow fühlt sich ohne sie gesellschaftlich wertlos und meint sogar, er wäre lieber arm, solange er nur seine Nase – und damit seine gesellschaftliche Stellung – behalten könnte. Gogol kritisiert hier eindrücklich das Rangdenken und die Oberflächlichkeit des Beamtentums. Der Mantel“ schließlich gilt vielleicht als die beste von Gogols Petersburger Erzählungen. Wir begleiten den armen, unscheinbaren Beamten Akatij Akakijewitsch, der etwa fünfzig Jahre alt ist. Als er bemerkt, dass sein alter Mantel völlig unbrauchbar geworden ist, spart er mühsam das Geld für einen neuen zusammen – sogar, indem er hungert. Der neue Mantel bringt ihm nicht nur Wärme und Freude, sondern auch endlich Anerkennung unter seinen Kollegen. Gogol kritisiert hier deutlich die Bürokratie, die nicht nur langsam und ineffizient ist, sondern vor allem die Schwachen und Armen benachteiligt. Am besten gefiel mir persönlich die letzte der drei Geschichten, da sie die emotionalste ist und das Schicksal des kleinen, unscheinbaren Menschen am eindringlichsten zeigt.

    13. Okt. 2025

3 von 8 Rezensionen

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