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Der letzte Sommer der Tauben

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Über das Buch

Eine mitreißende Parabel: Der große neue Roman von Abbas Khider – wie totalitäre Herrschaft in den Alltag dringt. Noah ist vierzehn Jahre alt und Taubenzüchter. Eines Tages flattern seine geliebten Tiere unruhig durch die Lüfte, über der Stadt kreisen die Helikopter des Kalifats. Noah erlebt einen Sommer voller Umbrüche: Für seinen Vater muss er Frauenkörper auf Produktfotos schwärzen, sein älterer Bruder steigt zum Leiter einer Sicherheitsbehörde auf, seine Mutter und seine Schwester dürfen nicht mehr allein aus dem Haus – und bald schon steht das Leben seiner Tauben auf dem Spiel. Mit großer Zartheit und feinem Humor erzählt »Der letzte Sommer der Tauben« vom Verlust der Kindheit und vom Erwachsensein in einer von Willkür und Gewalt bestimmten Gesellschaft. Eine mitreißende Geschichte voller eindringlicher Bilder – ein großer neuer Roman von Abbas Khider, der als Junge selbst Taubenzüchter war.

Editionen (2)

ISBN9783446282223
VerlagHanser, Carl
Erscheinungsdatum27.01.26
Seitenzahl216

Merkmale

2 Bewertungen

GlaubwürdigEinfachAnschaulichPoetischNachdenklichSympathisch

Rezensionen & Bewertungen

279 Bewertungen

59 Rezensionen

4,5

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  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    5,0

    Die Tauben werden ihren Weg nach Hause allein finden müssen. Sie werden wiederkommen. Sie müssen. - Zitat, Seite 8 Von Tauben und Träumen - so lautet eine Überschrift in Abbas Khiders Roman, ein Werk welches ebenso erschüttert wie verzaubert. Wie bewahrt man sich sein Menschsein und wie äußert sich Menschlichkeit in absolut menschlichenfeindlichen Zeiten? - Noah - in dem Namen des 14jährigen Protagonisten schwingt Hoffnung mit, doch die Macht der Mudschahedin hängt wie ein drohendes Damoklesschwert über dem Himmel, in welchen der junge Taubenzüchter seine Lieblinge ausschwärmen lässt. Diese Sommerferien sind definitiv anders, es sind Zeiten der Willkür und die Welt bekommt für den Schüler eine gewisse Unschärfe. Menschen verschwinden oder transformieren sich und "die Tränen meiner Mutter fallen auf das Foto, das all das zeigt, was Bakir [der erste Sohn] hätte bleiben können" (Zitat, Seite 58). Mit der Taubenzucht scheint Noah eine Nische gefunden zu haben, die ihn ein wenig von der Realität des Alltags abschirmt und die Beschäftigung mit den faszinierenden Tieren schenkt ihm Zuversicht. Doch ist der Taubenzüchterverein, dem auch sein Onkel Ali angehört, wirklich so harmlos? Oder werden die gefiederten Freunde als Schmuggler oder gar als Informanten über Landesgrenzen hinweg eingesetzt? Und wie wird sich Noah in diesen Zeiten positionieren? Man hat das Gefühl, als wäre in diesem Roman jedes Wort mit einer angespitzten Feder sehr sorgfältig aufs Papier gesetzt worden - damit auch kein Tropfen Tinte verloren geht. Man hat das Gefühl, als liege eine funkelnde Seele in diesem Schreiben, die all diese Gedanken und Handlungen im Roman trägt. Den Worten Raum gibt, welche die Sprach- und Fassungslosigkeit mancher Szene überwindet. Man hat das Gefühl, die flimmernde Hitze dieses Sommers zu spüren, auch wenn draußen Schnee und Eis aus den Wolken fällt. Auf leisen Sohlen folgt man Noah durch die schmalen Gassen und wendet schockiert den Blick ab, wenn "Ungläubige" mitten am Tage der Lynchjustiz zum Opfer fallen. Man hat das Gefühl, einen unglaublich packenden, atmosphärisch dichten und lyrisch angehauchten Roman zu lesen, der trotz des Schreckens der Realität einer Existenz in einem totalitären Systems leise Klänge von Menschlichkeit und Hoffnung erklingen lässt. Und diese Melodie berührt - wie der Flügelschlag einer Taube! FAZIT Auch wenn meine persönlichen Beobachtungen von Tauben sich nicht unbedingt mit den Beschreibungen der gefiederten Schützlinge im Roman deckten, hat mich diese Lektüre von Anfang an abgeholt. Das Schreiben von Abbas Khider, der 1973 in Bagdad geboren wurde und seit 2000 in Deutschland lebt, wo er Literatur und Philosophie studierte, hat mich tief beeindruckt. Ganz sicher werde ich weitere Texte des Schriftstellers belesen. Eine klare Leseempfehlung.

    26. März 2026

  • fruggielicious
    fruggielicious

    2569 Follower

    5,0

    Sehr schön und berührend 🩵

    ✨Hörbuch✨ Dieses Buch hat mich sofort berührt und es ist absolut lesenswert. Für mich ist es nach der Leseprobe das Hörbuch geworden und ich bilde mir ein, dass dadurch zusätzliche Atmosphäre entstanden ist, denn die Geschichte wurde sehr schön und ruhig eingesprochen. ✨Zitat „Einsame Tauben suchen sich einen Gefährten, egal wie weit sie dafür fliegen müssen.“ ✨Inhalt Die Geschichte spielt in einem nicht näher benannten Land (aber wir wissen, dass es der Irak ist) und der vierzehnjährige Taubenzüchter Noah verbringt mit seinen Tieren noch die letzten Momente in Freiheit und in einem Gefühl, das nur der Sommer bringen kann, bevor das Kalifat ausgerufen wird. Das Terrorregime verändert alles… ✨Meinung Vor dem Lesen / Hören habe ich noch gedacht, na wie heftig kann es werden, es sind ja nicht so viele Seiten. Dabei weiß ich doch schon, dass es AutorInnen gibt, die einen schon nur mit einem Zitat gefühlt umbringen können. Abbas Khider, den ich bisher nicht kannte, ist scheinbar genau jemand aus der Gruppe. Und ohnehin haben Parabeln meist die Kraft, etwas tief in uns zu bewegen. Das Buch hat mich sofort in den Bann gezogen. Die Tauben, die natürlich sowohl in echt, als als auch metaphorisch auftreten, haben mir das Herz herausgerissen. Die schwüle, trockene Hitze der Straßen der fiktiven Stadt (wir wissen, dass es Bagdad ist) hat mich regelrecht eingenommen. Als Kind habe ich mehrere Sommer in Zentralasien verbracht und durch die geografische Nähe (relativ gesehen. Das Buch spielt im mittleren Osten) kann ich Euch sagen, es herrscht dort genau die Hitze, die der Autor so brilliant in seinem Buch eingefangen hat. Wie sich das Schicksal und das Leben insbesondere für Frauen, aber schlussendlich für alle Familien geändert hat, ist kaum in Worte zu fassen und unvorstellbar. Ich denke, wir nehmen unsere Freiheit doch als zu selbstverständlich hin und jeder müsste politischer sein. ✨Fazit Das ist ein großartiges Buch und ich werde es irgendwann bestimmt auch nochmal erleben. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

    Sehr schön und berührend 🩵

    13. Apr. 2026

  • theagri
    theagri

    777 Follower

    4,5

    Mit einer anschaulich erzählen Metapher, Tauben fliegen und nicht alle kommen zurück, starten wir in die Geschichte des 14jährigen Noah, der auf Grund der Machtübernahme im Kalifat erwachsen werden muss. Noah ist Taubenzüchter und muss sich plötzlich in einer anderen Welt zurechtfinden. Willkür und Hass unter Nachbarn, Einengung en im Alltag, neue Verhaltensweisen, Zwang, Zensur, Willkür, Verlust, Religionspolizei. Seine Familie führt ein Modegeschäft und plötzlich muss die gesamte Ware den neuen islamischen Vorschriften angepasst werden. Noah erzählt seine Geschichtig, glaubwürdig im Stil eines jungen Menschen, der sich Gedanken macht und mit der neuen Situation nur schwer zurecht kommt. Kurze Kapitel, in denen, knapp geschildert, viel Potenzial zum Nachdenken und Nachfühlen steckt. Noah, klug, mitfühlend, aufmerksam, verändert sich vom Kind zum Jugendlichen. Noch weiß er nicht, was alles bedeutet, aber er beginnt zu verstehen und sucht nach Antworten , Wahrheit, Vertrauen und Menschlichkeit. Man bekommt einen guten Einblick in die Gefühle und Erfahrungen der nicht oder wenig religiösen Bevölkerung, ihrer Unsicherheiten und Ängste als die Mudschahedin die Macht ergriffen. Wie Misstrauen und Ängste plötzlich die Verhältnisse zwischen Freunden, Kindern ebenso wie Erwachsenen, zerstören. Sprachlosigkeit und Angst. Es gelingt Abbas Khider so nah Noahs Geschichte zu erzählen, dass man die Luft anhält und sich mitängstigt. Und es stellt sich die Frage, wird die Taube wieder fliegen? Ein wichtiges, bewegendes Buch, voller Tragik, Grausamkeiten, Melancholie und dem Funken Hoffnung. Eine Geschichte, die heute aktuell ist.

    3. Feb. 2026

3 von 59 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 2813%
kiraalicia
kiraalicia13. Mai 2026

Der Stil hat mich jetzt schon gepackt, ich könnte es in einem Zug lesen.🕊️

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Autorin / Autor

Über Abbas Khider

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman »Der falsche Inder«, es folgten die Romane »Die Orangen des Präsidenten« (2011) und »Brief in die Auberginenrepublik« (2013). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Hilde-Domin-Preis, dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem Berliner Literaturpreis geehrt. Außerdem war er im Jahre 2017 Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt zurzeit in Berlin. Bei Hanser erschienen von ihm »Ohrfeige« (Roman, 2016), »Deutsch für alle« (Das endgültige Lehrbuch, 2019), »Palast der Miserablen« (Roman, 2020), »Der Erinnerungsfälscher« (Roman, 2022) und »Der Sommer der Tauben« (Roman, 2026).

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