Blick ins Buch

Romane

James

4,4(669)
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Über das Buch

"Huckleberry Finn" wird zum Roman der Freiheit – in "James" erfindet Percival Everett den Klassiker der amerikanischen Literatur neu. Pulitzer-Preis 2025 Jim spielt den Dummen. Es wäre zu gefährlich, wenn die Weißen wüssten, wie intelligent und gebildet er ist. Als man ihn nach New Orleans verkaufen will, flieht er mit Huck gen Norden in die Freiheit. Auf dem Mississippi jagt ein Abenteuer das nächste: Stürme, Überschwemmungen, Begegnungen mit Betrügern und Blackface-Sängern. Immer wieder muss Jim mit seiner schwarzen Identität jonglieren, um sich und seinen jugendlichen Freund zu retten. Percival Everetts „James“ ist einer der maßgeblichen Romane unserer Zeit, eine unerhörte Provokation, die an die Grundfesten des amerikanischen Mythos rührt. Ein auf den Kopf gestellter Klassiker, der uns aufrüttelt und fragt: Wie lesen wir heute? Fesselnd, komisch, subversiv.

Editionen (4)

ISBN9783446279483
VerlagHanser, Carl
Erscheinungsdatum18.03.24
Seitenzahl336

Merkmale

3 Bewertungen

UngewöhnlichVerstörendNachdenklichEntwickelndVielschichtigGlaubwürdig

Rezensionen & Bewertungen

669 Bewertungen

115 Rezensionen

4,4

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  • weinphilosoph
    weinphilosoph

    578 Follower

    5,0

    Bevor dieses Buch zu einer Trend-Lektüre geworden ist, wusste ich, dass ich es lesen muss. Es hat mich auf keiner Seite dieses Meisterwerks enttäuscht. Die Reise zurück in die Abenteuer-Welt des Mark Twain war so turbulent wie emotional, da ich bereits die Abenteuer des Tom Sawyer sowie Huckleberry Finns in meiner Kindheit förmlich verschlungen habe. Die Perspektive auf den Sklaven Jim bzw. James, der seine Rolle als unterwürfiger Arbeiter gegenüber den weißen Herren spielt, ist so grandios geschrieben, dass es einem leicht fällt, sich in diese Welt wieder einzufügen. Gleichzeitig legt Percival Everett mit dieser Diskrepanz so tief den Finger in die Wunde der damals salonfähigen Sklaverei in den Vereinigten Staaten. Der Alltag in der Welt um den Mississippi River erscheint so ermüdend eingefahren, dass sich die Abenteuer von James, Huckleberry Finn und allen weiteren Figuren wie eine riesige Welt anfühlen. Augenscheinlich scheint diese Welt aber so begrenzt, dass man sich fragt, ob man überhaupt vom Fleck gekommen ist und wie viel sich nur in einer Gedankenwelt abspielt. Dieser kritische Blick auf die damalige Gesellschaft und einer bereits vorhandenen Romanfigur als Symbol des Widerstandes gegen Sklaverei ist einfach einmalig und jeder Buchpreis wird diesem Werk kaum gerecht. Jede Seite dieses Buches bereitet einen auf ein Finale vor, wie es in der Abenteuer-Literatur ihres gleichen suchen kann. Ohne zu viel zu Spoilern, strotzt dieses Werk nur so von Freundschaft, Verrat und dem unbändigen Willen der Verbesserung einer Gesellschaft, die man sich ohne Sklaverei zu dem Zeitpunkt nicht mal vorstellen konnte. Wenn man die Abenteuer von Huckleberry Finn und Tom Sawyer im Vorfeld gelesen hat, wird man sich in viele Begegnungen hineindenken können, wie die mit dem König von Frankreich und Lord Bridgewater und lässt einen in der Erinnerung noch deutlicher spüren, wie die gesellschaftlichen Konventionen zu der Zeit gewesen sind. Eine klare Leseempfehlung für jede Person, die es entweder mit Abenteuer- oder gesellschaftskritischer Literatur hält. Ich habe jede einzelne Seite geliebt und wünschte, ich könnte es noch einmal zum ersten Mal lesen.

    4. Juni 2025

  • charis
    charis

    188 Follower

    5,0

    Huckleberry Finn - ganz anders

    Hier wird Jim, dem Sklaven eine Stimme gegeben und er erzählt den Plot von Huckleberry Finn aus seiner Perspektive. Das Buch hat zu recht den Booker Prize gewonnen, ich habe es verschlungen.

    14. Dez. 2024

  • leseeul
    leseeul

    173 Follower

    5,0

    Huckleberry Finn erzählt aus der Perspektive des Sklaven Jim

    Die Geschichte der Flucht des Sklaven Jim zusammen mit Huckleberry Finn ist eine furiose Abenteuergeschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Eindrücklich und zum Teil auch schonungslos wird die inhumane Lebenssituation sowie das brutale Verhalten der Weißen gegenüber den Sklaven in Südstaaten der USA im 18. Jahrhundert beschrieben. Der Autor Everett schafft es, einen fesselnden Roman mit sehr viel Tiefgang zu schreiben,. Für mich ist James eines der Lesehighlights der letzten Monate.

    9. Jan. 2026

3 von 115 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Percival Everett

Percival Everett, geboren 1956 in Fort Gordon/Georgia, ist Schriftsteller und Professor für Englisch an der University of Southern California in Los Angeles. Er hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Lyrikbände veröffentlicht. Dafür wurde er vielfach ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane »Erschütterung« (2022), »Die Bäume« (2023) sein Roman »James« (2024), für den er den National Book Award und den Pulitzer-Preis für Belletristik erhielt, sowie seine brillante Satire »Dr. No« (2025). Im Hanser-Taschenbuch ist »Ausradiert« (2026) erschienen.

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