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Alles, was wir nicht erinnern

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Über das Buch

Die Flucht des Vaters – eine Nachwanderung nach 75 Jahren

»Zu Fuß?« »Allein?« Christiane Hoffmanns Vater floh Anfang 1945 aus Schlesien. 75 Jahre später geht die Tochter denselben Weg. Sie kämpft sich durch Hagelstürme und sumpfige Wälder. Sie sitzt in Kirchen, Küchen und guten Stuben. Sie führt Gespräche – mit anderen Menschen und mit sich selbst. Sie sucht nach der Geschichte und ihren Narben. Ein Buch über Flucht und Heimat, über die Schrecken des Krieges und über das, was wir verdrängen, um zu überleben.

Christiane Hoffmann verschränkt ihre Familiengeschichte mit der Historie, Zeitzeugenberichte mit Begegnungen auf ihrem Weg. Doch es ist vor allem ein sehr persönliches Buch, geschrieben in einer literarischen Sprache, die Suche einer Tochter nach ihrem Vater und seiner Geschichte.


Ein berührendes, emotionales Buch über ein bis heute schwieriges Thema Ein Fünftel der deutschen Bevölkerung erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg Flucht und Vertreibung Was bedeutet der Verlust von Heimat, auch für die nachfolgenden Generationen?

Editionen (5)

ISBN9783423352161
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum12.10.23
Seitenzahl288

Merkmale

1 Bewertungen

MittelMittelAnschaulichUngewöhnlichVerstörendSympathisch

Rezensionen & Bewertungen

68 Bewertungen

13 Rezensionen

4,3

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  • philippeg
    philippeg

    384 Follower

    4,0

    Rosenthal ist keine Heimat, eher ein Ursprung

    Ein wunderbares Buch über Herkunft, Wurzeln und kulturelle Identität. Hoffmanns Vater ist Ende des zweiten Weltkriegs als kleines Kind vor der sowjetischen Armee geflohen und konnte lange nicht nach Rosenthal zurückkehren, wo früher Deutschland war und heute Polen ist. Sie wandert den Fluchtweg nach und erzählt über ihre Erkenntnisse zu dieser Flucht und ihre Folgen. Ein Satz fasst alles zusammen: Rosenthal ist keine Heimat, eher ein Ursprung. Die lange Trennung von der Heimat des Vaters verhindert eine emotionale Bindung der Tochter. Für sie ist Rosenthal als Ursprung von Interesse, aber als Heimat würde sie den Ort nicht bezeichnen. Seit der Invasion der Ukraine sind wieder Millionen Europäer auf der Flucht. Je länger der Krieg dauert, umso wahrscheinlicher wird es, dass ihnen das gleiche Schicksal wie Hoffmanns Vater ereilt: der Verlust der Heimat. Hoffmanns Buch gefällt, weil sie nicht jammert, vergangenen Zeiten nicht nachtrauert, die nicht zurückkommen werden. Das Leben geht weiter, nimmt einen anderen Weg, prägt die Menschen. Die Generationen ihres Vaters und ihrer Grosseltern haben gelitten, ihre Generation fühlt eine Leere und für die Generation ihrer Kinder wird Rosenthal der Geburtsort des Grossvaters sein.

    24. Juli 2024

  • 5,0

    Ein ganz, ganz tolles Buch wie ich finde! Sensibel, sprachlich wundervoll, vom Thema überfällig. Vieles in der eigenen Familie erklärt sich, ja, es fällt einem regelrecht wie Schuppen von den Augen. Die Autorin hat damit ihre, aber ein Stück weit auch unsere Familiengeschichte aufgearbeitet.

    11. Sept. 2024

  • soleyrabi
    soleyrabi

    51 Follower

    4,0

    Lesenswert, auch wenn ich teilweise Schwierigkeiten mit der Zuordnung hatte, von wem gerade die Rede ist.

    19. Mai 2024

3 von 13 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

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nina64
nina6416. März 2025

Eine Tochter läuft den Fluchtweg ihres Vaters aus Schlesien nach, und erzählt sehr spannend und berührend die damalige Fluchtsituation . Unterwegs trifft sie viele Menschen die ihr einiges über diese Zeit erzählen. Ein sehr emotionales Buch über Vertreibung, Flucht,Heimat und Familie dass mich sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht hat. Gerade in der jetzigen Zeit finde ich es sehr lesenswert.

Autorin / Autor

Über Christiane Hoffmann

Christiane Hoffmann ist Erste Stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung. Hoffmann studierte Slawistik, osteuropäische Geschichte und Journalistik in Freiburg, Leningrad und Hamburg. Sie arbeitete fast 20 Jahre für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» und berichtete als Auslandskorrespondentin aus Moskau und Teheran. Anfang 2013 wechselte sie als stellvertretende Leiterin ins Hauptstadtbüro des «Spiegel». Seit 2018 war sie dort Autorin und häufiger Gast in Rundfunk und Fernsehen. Hoffmann ist die Tochter zweier Flüchtlingskinder. Ihre Vorfahren väterlicherseits stammen aus Schlesien, die Familie ihrer Mutter aus Ostpreußen.

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