Blick ins Buch

Biografien

Die Träume, die wir hatten

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Über das Buch

Christiane Hoffmann über den Verlust persönlicher und politischer Träume

Ende der achtziger Jahre: eine Gruppe von jungen Frauen studiert Russisch. Sie lesen Dostojewski, trinken Wodka und reisen durch die Sowjetunion. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, der Träume von einem demokratischen Russland und einem friedlichen Europa. Jahrzehnte später nimmt sich eine von ihnen das Leben. Es ist die Woche, in der Russland die Ukraine überfällt.

24. Februar 2022: Russland überfällt die Ukraine. Doch Christiane Hoffmann erhält an diesem Tag eine weitere schlimme Nachricht. Eine ihrer engsten Freundinnen hat sich das Leben genommen. Nun stellt sie sich die Frage: Hätte man es verhindern können? Den Tod der Freundin, aber auch den Krieg gegen die Ukraine und die Selbstzerstörung Russlands? Feinfühlig beobachtet und glänzend geschrieben, verbindet Hoffmanns Buch die Erinnerung an eine besondere Freundschaft mit der Geschichte der deutsch-russisch-ukrainischen Beziehungen, erzählt aus der persönlichen Anschauung der Autorin. Es tut dies auf eine Weise, die Raum lässt für Zweifel und Trauer, für Fragen und Ambivalenzen. Damit gibt sie den Debatten um Russland die emotionale Tiefe zurück, für die im ersten Schock nach dem Angriff kein Platz mehr war, und schlägt zugleich Brücken über die Gräben, die dieses Thema in die deutsche Gesellschaft eingezogen hat.

Editionen (2)

ISBN9783406843785
VerlagC.H.Beck
Erscheinungsdatum09.07.26
Seitenzahl300

Rezensionen & Bewertungen

2 Bewertungen

2 Rezensionen

4,0

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  • starlight.of.books
    starlight.of.books

    383 Follower

    5,0

    Ein berührendes Buch

    „Die Träume, die wir hatten“ ist kein Buch, das man einfach liest und wieder aus der Hand legt, es begleitet einen noch lange nach der letzten Seite. Christiane Hoffmann verbindet auf beeindruckende Weise ihre ganz persönliche Geschichte mit den politischen Entwicklungen zwischen Russland, der Ukraine und Deutschland. Dabei erzählt sie nicht nur von Freundschaft, Hoffnung und verlorenen Träumen, sondern auch davon, wie eng persönliche Schicksale und Weltgeschichte miteinander verwoben sein können. Besonders berührt hat mich die ruhige, einfühlsame Art, mit der die Autorin schwierige Themen behandelt. Ohne zu urteilen, lädt sie zum Nachdenken ein und zeigt, wie komplex Erinnerungen, Identität und Geschichte sein können. Die wechselnden Zeitebenen fügen sich stimmig zusammen und verleihen der Erzählung eine besondere Tiefe. Dieses Buch ist keine leichte Lektüre, aber eine unglaublich wertvolle. Es regt zum Innehalten an, macht betroffen und eröffnet neue Perspektiven auf aktuelle Ereignisse und ihre historischen Wurzeln. Ein bewegendes, kluges und feinfühlig geschriebenes Buch über Freundschaft, Verlust, Hoffnung und die Zerbrechlichkeit von Träumen. Wer literarische Sachbücher oder autobiografische Erzählungen mit historischem Hintergrund schätzt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

    Ein berührendes Buch

    4 Tage vor

  • yukaza
    yukaza

    4 Follower

    3,0

    Ein bewegendes Buch mit einer spannenden Perspektive auf Krieg und Trauer

    Schon das Cover wirkt ruhig und nachdenklich und passt damit gut zur Stimmung des Buches. Besonders interessant fand ich die Thematik, denn das Buch beleuchtet den Zweiten Weltkrieg und gleichzeitig auch den aktuellen Krieg zwischen Russland und der Ukraine aus einer etwas anderen Perspektive. Gerade diese Verbindung der beiden Konflikte hat mich neugierig gemacht und zum Nachdenken angeregt. Auch wenn ich persönlich nicht jeder Meinung der Autorin zustimmen würde, fand ich ihre Gedanken nachvollziehbar und spannend dargestellt. Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch die Autorin ihre Trauer verarbeitet. Man spürt auf jeder Seite den Schmerz über den Verlust ihrer Freundin und merkt, dass hier sehr viel Persönliches eingeflossen ist. Dadurch wirken die Gefühle ehrlich und greifbar, sodass ich mich gut in ihre Situation hineinversetzen konnte. Weniger überzeugen konnte mich allerdings der Schreibstil. Die immer wieder eingestreuten lyrischen Passagen waren leider nicht mein Fall und haben meinen Lesefluss eher unterbrochen. Außerdem empfand ich den Stil insgesamt als recht nüchtern. Ich hätte mir an vielen Stellen etwas ausführlichere Beschreibungen und längere Sätze gewünscht. Hinzu kommt, dass manche Aussagen mehrfach nahezu wortgleich wiederholt werden, was ich mit der Zeit etwas störend fand. Trotz dieser Kritikpunkte fand ich das Buch insgesamt lesenswert. Vor allem Leserinnen und Leser, die sich für den Krieg in der Ukraine, den Zweiten Weltkrieg oder das Thema Trauerbewältigung interessieren, werden hier sicherlich viele interessante Denkanstöße finden. Mich hat das Buch zwar nicht vollständig begeistert, dennoch habe ich es gerne gelesen und konnte einige neue Blickwinkel mitnehmen.

    3 Tage vor

Autorin / Autor

Über Christiane Hoffmann

Christiane Hoffmann ist Autorin, Journalistin und Osteuropa-Expertin. Nach dem Studium der Slawistik, osteuropäischen Geschichte und Journalistik in Freiburg, Leningrad und Hamburg arbeitete sie fast 20 Jahre für die FAZ, unter anderem als Auslandskorrespondentin in Moskau und Teheran. Anfang 2013 wechselte sie in die Leitung des Spiegel-Hauptstadtbüro. Sie war zudem häufig Gast in Rundfunk und Fernsehen, bevor sie unter der Ampelkoalition Stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung wurde.

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