Blick ins Buch

Romane

Seit er sein Leben mit einem Tier teilt

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Über das Buch

»Ein Meistererzähler.« Richard Kämmerlings

Vier Tage vor dem Höhepunkt des Sommers, dort, wo sich Louis Arthur Schongauer, einst düsterer Deutscher in Hollywood-Filmen, nach dem Tod seiner Frau zurückgezogen hat. Jetzt will er nur noch mit seiner Hündin leben, inmitten alter Oliven oberhalb des Gardasees. Doch dann strandet eine Reisebloggerin beim Wenden in seiner Zufahrt, und am nächsten Tag erwartet er eine Autorin, die ihn mit einem Porträt aus der Vergessenheit holen will: zwei Frauen mit Gespür für die Wunden in seinem Leben. Umso wichtiger wird ihm nun sein Tier, für das es nur ein Hier und Jetzt gibt … In Bodo Kirchhoffs neuem Roman geht es um die Sehnsucht nach dem Menschen, der uns erkennt, und die Abgründe, die sich auftun, wenn wir dieser Sehnsucht folgen.

Editionen (4)

ISBN9783423283571
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum11.01.24
Seitenzahl384

Rezensionen & Bewertungen

46 Bewertungen

11 Rezensionen

3,8

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  • i_heart_books
    i_heart_books

    122 Follower

    5,0

    L. A. Schongauer, einst deutscher Kleindarsteller gemeiner Nazis in Hollywood, jetzt fast 75-jährig mit seiner Hündin Ascha in einem Häuschen am Gardasee lebend, findet eines Tages eine Reisebloggerin mit Wohnmobilpanne in seiner Auffahrt, die 24-jährige Frida...zu allem Überfluss kurz bevor sich Almut, eine Journalistin Ende 40 angekündigt hat, die ein Portrait über ihn, den so gut wie vergessenen, schreiben will. Das Buch schildert die wenigen Tage, die Frida auf die Reparatur ihres Wohnmobils wartet, sich mit Ascha anfreundet und sich in Schongauers Haus nützlich macht, während Almut Schongauer zu interviewen versucht. Dazu kommen immer wieder Rückblenden auf Schongauers verstorbene Frau, eine Tierfotografin, und eine junge Kostümbildnerin, mit der er noch zu seinen Hollywoodzeiten eine kurze Beziehung hatte und die Selbstmord begangen hat. Auf den ersten Blick hat das Setting ein gewisses Potenzial, in einer Altmännerphantasie zu enden, aber Bodo Kirchhoff entgeht dieser Falle (weitestgehend, es gab einen oder zwei Momente, wo dies nicht so war, dies fand ich aber nicht weiter störend). Ich war insgesamt positiv überrascht von diesem Buch, auch wenn der Schreibstil ohne direkte wörtliche Rede für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war. Ein paar Kleinigkeiten fand ich etwas aufgesetzt bzw. weit hergeholt, so dass ich ein wenig zwischen 4,5 und 5 Sternen geschwenkt habe, aber letzten Endes überwog für mich der gute Gesamteindruck.

    10. Aug. 2025

  • annejnr
    annejnr

    64 Follower

    3,5

    Wie ein Italienurlaub… mit dem Großvater

    Kirchhoffs Romane sind für mich stark geprägt von Atmosphäre, vom Eintauchen in Situationen und einem untrüglichen Gefühl für szenische Feinheiten. So ist auch das vorliegende Buch wieder großartig und detailreich erzählt. Die Geschichte spielt vorrangig in einem kleinen italienischen Dorf, in dem sich der pensionierte Schauspieler Arthur Schongauer mit seiner Hündin nach einer eher mittelmäßigen Hollywoodkarriere als Quoten-Deutscher zur Ruhe gesetzt hat. Unterbrochen werden Witwer und Tier von diversen Nebencharakteren, die nach und nach in die Handlung und sein Haus eintreten — alle jünger und alle ausnahmslos weiblich. Und hier beginnt das Problem für mich. Warum muss ein älterer Mann über einen älteren Mann schreiben, der mit einer deutlich jüngeren Journalistin anbandelt und zusätzlich ein gerade dem Teenageralter entwachsenes Mädchen auf Auslandsreise beherbergt bzw in sein Leben lässt. Dass die titelgebende Hündin, die angeblich einzige noch notwendige Beziehung, in Schongauers Leben, über weite Strecken nur als Tier bezeichnet wird, zeugt für mich ebenfalls vom mangelnden Verständnis, eine liebevolle Beziehung zu führen.

    24. Dez. 2025

  • marzipanhirsch
    marzipanhirsch

    122 Follower

    4,0

    Louis Arthur Schongauer ist 74 Jahre alt und hat weitestgehend mit seinem Leben abgeschlossen. Mit einer Hündin lebt er alleine in einem Haus mit Olivenhain am Gardasee. Doch dann strandet Frida bei ihm, eine 24- jährige Reisebloggerin, die sich verfahren hat. Und einen Tag nach Frida kommt auch noch Almuth, eine Schriftstellerin, die über sein Leben als Schauspieler kleiner Nebenrollen ein Buch schreiben möchte. Und auf einmal spürt Schongauer, dass eine Sehnsucht in ihm erwacht. Die Sehnsucht, noch mal gesehen und gemocht zu werden. Mir an der ein oder anderen Stelle etwas zu langatmig, aber insgesamt ein gutes und berührendes, sprachlich schönes Buch.

    11. Nov. 2024

3 von 11 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Bodo Kirchhoff

Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Nach seinen vielfach gefeierten Romanen ›Die Liebe in groben Zügen‹ (2012) und ›Verlangen und Melancholie‹ (2014) wurde er 2016 für seine Novelle ›Widerfahrnis‹ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen sind die Romane ›Dämmer und Aufruhr‹ (2018), ›Bericht zur Lage des Glücks‹ (2021) und ›Seit er sein Leben mit einem Tier teilt‹ (2024).

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