Blick ins Buch

Romane

Reise nach Laredo

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Über das Buch

Was bleibt, wenn man nicht mehr ist, was man ein Leben lang war? Der neue große Roman von Arno Geiger über das, worauf es im Leben wirklich ankommt: die Freundschaft, die Liebe und das Loslassen. „In jedem Menschen steckt ein zurückgetretener König.“ Karl hat sich in ein abgelegenes Kloster in Spanien zurückgezogen. Er ist krank und wartet auf sein Ende. Doch dann begegnet er dem elfjährigen Geronimo, und gemeinsam beschließen sie, davonzureiten, nachts, auf Pferd und Maulesel. Sie geraten in wilde Abenteuer, finden Weggefährten auf dem Weg nach Laredo. Karl lernt kennen, was er trotz Macht, Ruhm und Reichtum bisher nicht hatte: Freundschaft, Liebe, Unbeschwertheit und die Freiheit, die es bedeutet, nur im Moment zu leben. "Reise nach Laredo" ist ein fantastischer, magischer Roman über das Loslassen, über das, worauf es im Leben ankommt – und vor allem eine mitreißende Geschichte.

Editionen (4)

ISBN9783446281189
VerlagHanser, Carl
Erscheinungsdatum19.08.24
Seitenzahl272

Merkmale

1 Bewertungen

MittelUngewöhnlich

Rezensionen & Bewertungen

83 Bewertungen

15 Rezensionen

3,3

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  • readingjane
    readingjane

    380 Follower

    3,5

    Spanien, 1558. König Karl ist fast 60 und es geht ihm gar nicht gut. Aufgrund seiner Fettleibigkeit und einer schweren Gicht ist er praktisch bewegungsunfähig. Er zieht sich zum Sterben in ein Kloster zurück, wo er seinen 11-jährigen illegitimen Sohn Geronimo kennen lernt. Gemeinsam brechen die beiden mit Pferd und Maultier auf eine Reise auf. Karl möchte nach Laredo ans Meer. Unterwegs treffen sie auf die Geschwister Honza und Angelita und helfen ihnen aus einer schrecklichen Situation, woraufhin sie die Reise zu viert fortsetzen. Eine sehr interessante, fast märchenhafte Geschichte, in einer wunderschönen Sprache erzählt, mit Sätzen, die mich teilweise tief berührt haben. Und dennoch empfand ich das Buch auch über weite Strecken als sehr langweilig und es hat mich immer wieder verloren. Vielleicht sollte ich dieses Buch in ein paar Jahren nochmal lesen. Ich rate dazu, von diesem Buch eine Leseprobe zu lesen, bevor man es sich zulegt. Arno Geiger ist ein sehr vielseitiger Autor, bei dem man nicht unbedingt sagen kann, wenn einem ein Buch gefällt, gefallen einem die anderen auch. Und wer einfach gerne historische Romane liest, dem kann man auch nicht generell zu diesem Buch raten. Man muss sich hier wirklich auf eine langsam erzählte, außergewöhnliche Geschichte einlassen.

    16. März 2025

  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    4,0

    " Das Leben ist ein Taumel"

    Karl V., der alte und bereits abgedankte und todgeweihte Kaiser/König macht sich auf zu seiner letzten Reise nach Laredo in Nordspanien. Eigentlich möchte er nicht einmal, er hat sich in ein Kloster zum Sterben zurückgezogen, des Lebens überdrüssig, sein Körper kein behagliches Heim mehr, alles scheint Qual und Hinfälligkeit. Diesem alten, griesgrämigen Zeitgenossen stellt Arno Geiger den 11 jährigen, von Leben und Optimismus strotzenden Geronimo gegenüber, der mit seiner offenen, neugierigen und unbefangenen Art, die es fast nur noch bei Kindern gibt, alles überstrahlt und Karl eigentlich erst zu der Reise animiert. Da Karl schon alles egal ist, lässt er sich mitreissen. So entsteht eine Dualität, die der Geschichte die Bewegung gibt. Der stets sinnierende Karl und der spontane, auf der Suche nach Glück strebende Geronimo. Auch hier beweist Geiger wieder sein Talent für ausgefeilte Sprache, die er dem philosophierenden Karl in den Mund legt und das macht den eher langsamen Plot interessant und nach meiner Ansicht das Buch zu einem literarischen Meisterwerk. Die sehr gekonnte Figurenzeichnung verbindet optimal mit den Protagonisten, auch wenn man nicht immer gern mit allen verbunden sein möchte. Karl sinniert am Ende über das perfekte Ende, indem er die bildgebende Kunst aufführt und den „letzten Pinselstrich“ als unnötig erachtet. Tätigt der Künstler diesen letzten Strich im Streben nach Perfektion, wird er diese nie erreichen. Auch in diesem Roman scheint Geiger auf den letzten Pinselstrich verzichtet zu haben, was nach meiner Ansicht das Kunstwerk eher schmälert. Am Ende scheinen sich die Handlungsstränge zu verflüchtigen. So lebendig und atmosphärisch die Geschichte erzählt wird und so gern man die Reisebegleitung Karls bekommt, als Karl sein Ziel erreicht, scheinen diese übrigen Personen in Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Am Schluss bleibt Ernüchterung, was dieser sonst so grossartig gewebter Geschichte einen Dämpfer gibt

    27. Aug. 2025

  • salufi
    salufi

    219 Follower

    4,0

    „Also, das ist das Leben, das ist es, wozu man lebt.“

    In dem Buch geht es um einen alten König, der am Ende seines Lebens noch einmal loszieht. Er denkt viel über sein Leben nach – über Fehler, Schuld und was wirklich wichtig ist. Es gibt schöne Passagen und ich mag den Schreibstil, aber es passiert auch oft recht wenig und es zieht sich etwas. „So war ich nie, so frei, so unabhängig. Vielleicht könnt ich’s jetzt, für einige Augenblicke, für drei Tage, das wäre immerhin etwas.“ „Vielleicht ist das Leben nur so auszuhalten, wenn man die Schatten betrachtet, die von den Dingen geworfen werden.“

    „Also, das ist das Leben, das ist es, wozu man lebt.“

    4. Mai 2025

3 von 15 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Arno Geiger

Arno Geiger, 1968 geboren, lebt in Wien. Sein Werk erscheint bei Hanser, zuletzt "Alles über Sally" (Roman, 2010), "Der alte König in seinem Exil" (2011), "Grenzgehen" (Drei Reden, 2011), "Selbstporträt mit Flusspferd" (Roman, 2015), "Unter der Drachenwand" (Roman, 2018), "Der Hahnenschrei" (Drei Reden, 2019) und "Das glückliche Geheimnis" (2023). Er erhielt u. a. den Deutschen Buchpreis (2005), den Johann-Peter-Hebel-Preis (2010), den Hölderlin-Preis (2011), den Literaturpreis der Adenauer-Stiftung (2011), den Joseph-Breitbach-Preis (2018), den Bremer Literaturpreis (2019), den in den Niederlanden vergebenen Europese Literatuurprijs (2019) und den Rheingau Literatur Preis (2023).

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