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Die Überlebenden

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Über das Buch

Über Hoffnung. Über Versöhnung. Über Leben

Nach zwei Jahrzehnten kehren die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Ort ihrer Kindheit – ein Holzhaus am See – zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Eine Reise durch die raue, unberührte Natur wie auch durch die Zeit. Im Kampf um die Liebe der Mutter, die abweisend und grob, dann wieder beinahe zärtlich war, haben die Jungen sich damals aufgerieben bis zur Erschöpfung. Heute fühlen sie sich so weit voneinander entfernt, dass es kein Aufeinanderzu mehr zu geben scheint. Und doch ist da dieser Rest Hoffnung, den Riss in der Welt zu kitten, wenn sie sich noch einmal gemeinsam in die Vergangenheit vorwagen.

Editionen (4)

ISBN9783423282932
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum20.08.21
Seitenzahl304

Rezensionen & Bewertungen

302 Bewertungen

65 Rezensionen

4,3

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  • schniepigram
    schniepigram

    139 Follower

    5,0

    Wow! Niemals hätte ich mit diesem Ende gerechnet! Gänsehaut pur! Schockmoment! Dicker Kloß im Hals. Die Erzählstruktur hat der Geschichte mehr Spannung gebracht. Sie wurde nämlich rückwärts erzählt und in zwei Zeitebenen. Eine oft beklemmende Stimmung. Ich war Hin- und Hergerissen zwischen Sympathie und Antipathie zu den Eltern. Auch bei den Brüdern merkt man immer wieder dass da ein Zusammenhalt ist und dann doch wieder nicht. Und man fragt sich: Warum? Was ist da vorgefallen? Bis zum Schluss! Und dann peng! Aber lest selbst! Unbedingt! „Sie lassen die Zigarette reihumgehen und sehen einander an, und sie brauchen jetzt nicht zu sprechen, ein kurzes Nicken genügt, oder auch nur die Andeutung eines Nickens, Sie wissen es, sie tragen sie in sich, als hätten sie sie bereits unternommen: Die Reise, die sie zum Einschlagpunkt zurückbringen wird, rückwärts in ihrer Geschichte, Schritt für Schritt, um ein letztes Mal zu überleben.“

    „Ihre kurzen Treffen, von Schweigen geprägt. Jedes Mal, wenn er bei seiner Mutter gewesen war, musste er sich anschließend beeilen, wieder nach Hause zu kommen, um zur Toilette zu gehen, immer hatte er Magenbeschwerden, nach jedem Treffen mit ihr. Lange saß er dann auf dem Klo und wartete, bis sich die Krämpfe legten.“ „Benjamin betrachtete die erwartungsvolle Tanzgruppe, fremde Gesichter, die Mama plötzlich so nahestanden, und er dachte, dass er sich vielleicht doch getäuscht hatte. Er hatte gedacht, Mama hätte aufgehört zu leben, doch anscheinend hatte sie nur aufgehört, mit ihm, mit ihrer Familie zu leben.“ „… und plötzlich blickte sie wieder zu ihm auf, nahm seine Hand und drehte ihn ein, in ihre Arme. So nahe war er ihr seit Jahren nicht mehr gewesen, nicht, seit er ein Kind gewesen war. Ihre Umarmung zu spüren, und dass es einen feinen Draht zwischen ihnen gab, der nicht zerrissen war, eine Sehnsucht nach ihr, die nie aufgehört hatte. Er nahm ihren Geruch wahr, ihren Atem an seinem Ohr. Sie standen ganz dicht beieinander. Er würde sie nie wieder los-lassen.“ „Sie konnten einander nicht helfen, und so ist es schon immer gewesen, seit sie erwachsen sind. Keiner von ihnen weiß, wie man sich in die Augen sieht, ihre Gespräche finden mit gesenktem Blick statt. Schnelle, stoßweise Kommunikation. Manchmal denkt er an alles, was sie durchgemacht haben, wie sie sich in der Kindheit aneinandergeschmiegt haben, und wie seltsam jetzt alles ist; sie benehmen sich ja wie Fremde. Er ist überzeugt, dass es nicht nur an ihm liegt, es liegt an ihnen allen.“ „Ein Text, der die Jahrzehnte miteinander verwebt, der alles von hier an das Sommerhaus knüpft, ein einfacher kleiner Brief voll mit dem, was sie alle auf der Zunge hatten, was jedoch niemals ausgesprochen wurde.“ „

    15. Juni 2025

  • thegreatescape
    thegreatescape

    83 Follower

    5,0

    Ein Ende, das einen umhaut!

    Endlich habe ich dieses Buch aus meinem SuB befreit und gelesen und jetzt sitze ich hier und spüre einen riesigen Book Hangover. Was war das für ein Buch? Wie kommt man auf dieses Ende? Woher kommt diese Wucht? Ich bin komplett sprachlos und möchte zurück. Zurück zu Benjamin, Nils und Pierre, ich möchte mit ihnen auf dem Balkon stehen und eine Zigarette rauchen in der Hoffnung, dass alles, was ich gelesen habe, nur ein Traum war. Dabei fing alles so gefühlsduselig an. Drei junge Männer erfüllen den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Mutter, indem sie ein letztes Mal zum Sommerhaus fahren, um dort ihre Asche zu verstreuen. Was kann da schon passieren? Einiges, wie man schnell merkt. Der Schreibstil ist beeindruckend. Denn während die Gegenwart in 2-Stunden-Abständen rückwärts erzählt wird, bleiben die Rückblenden in chronologischer Reihenfolge. Und nach und nach zeigt sich, dass das Familienleben alles andere als schön war, der Leser wird mit reingezogen in das tägliche Drama, die unterdrücken Gefühle und all die unausgesprochenen Sachen. Auf das Ende war ich in keinster Weise vorbereitet und macht dieses Buch zu einem kleinen Meisterwerk. Große Leseempfehlung!

    19. Dez. 2025

  • mitherzundbuch
    mitherzundbuch

    166 Follower

    5,0

    Sprachlich wunderschön und inhaltlich spannend - jetzt will ich alles vom Autor lesen!

    Ich kann nichts schreiben, was andere nicht schon über das Buch gesagt haben. Ich kann nur eine wärmste Leseempfehlung aussprechen. Die Rückwärts-Erzählweise ist super klug gemacht und dann verbinden sich Ereignisse der Kindheit mit heute auf sehr geschickte Weise. Ich habe sehr viel markiert, weil mir die Sprache so gut gefallen hat. Und das Ende?!?!?! Das habe ich nicht kommen sehen und dennoch so glaubhaft. Rundum gelungen, bitte lest es unbedingt!

    31. Jan. 2026

3 von 65 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Alex Schulman

Alex Schulman, geboren 1976, ist einer der populärsten schwedischen Schriftsteller. Sein Roman ›Die Überlebenden‹, 2021 bei dtv erschienen, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Mit ›Verbrenn all meine Briefe‹, bei dtv 2022, gelang ihm in Schweden 2018 der Durchbruch als literarischer Autor.

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