Blick ins Buch

Romane

Lebensgeister

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Über das Buch

Nach einem schweren Unfall und dem Tod ihres Geliebten ist Sayoko nicht mehr sie selbst. Sie hat Geheimnisse der unsichtbaren Welt erfahren. In der Tempelstadt Kyoto lernt sie das Leben so zu akzeptieren, wie es ist: voller Ungewissheiten und Rätsel, dem Tod immer nahe, ob man jung ist oder alt. Aber sie begreift auch, wie einmalig das Diesseits ist.

Editionen (2)

ISBN9783257244601
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum26.09.18
Seitenzahl160

Rezensionen & Bewertungen

49 Bewertungen

9 Rezensionen

3,5

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  • karandi
    karandi

    244 Follower

    4,5

    Mein erstes aber definitiv nicht letztes Werk von Yoshimoto

    Der Grund, warum ich Yoshimoto lesen wollte, war, dass ich nach Autoren gesucht habe, die im selben Genre schreiben wie Murakami. In dem Buch Lebensgeister kann ich allerdings kaum eine Brücke zu Murakami schlagen – eigentlich gar nicht. Für mich persönlich ist Murakami in seinem Fach der GOAT. Yoshimoto hat jedoch eine ganz eigene Art zu erzählen. Selbst die Passagen mit den Geistern fand ich nicht besonders magisch beschrieben, sondern eher nüchtern und beinahe rational. Das Buch handelt letztendlich davon, dass die Hauptprotagonistin ihren Freund verliert. Sie geraten in einen Autounfall, und der erste Satz des Buches lautet: „Als ich die Eisenstange bemerkte, die in meinem Bauch steckte, dachte ich: Verdammt, das sieht nicht gut aus. Ich werde sterben.“ Diesen Einstieg finde ich geradezu brillant. Wie kann man davon nicht gefesselt sein? Wie könnte das keine Neugier wecken, weiterlesen zu wollen? Das Buch ist in seiner Tragik zugleich sehr aufbauend, denn es zeigt nicht nur Leid, sondern auch Heilung. Es beschreibt den Weg der Hauptprotagonistin und wie ein Mensch damit umgeht, einen geliebten Menschen zu verlieren. Auf dieser Reise trifft sie immer wieder auf andere, die ebenfalls Verluste erlebt haben. Besonders schön finde ich die Idee, dass die Hinterbliebenen nicht die Geister ihrer eigenen Verstorbenen sehen können, sondern die von anderen. Diese erscheinen ihnen und sagen ihnen, dass sie gut aussehen – wodurch sie Trost erfahren und den Tod besser verarbeiten können. Auf knapp über 150 Seiten wird hier eine so schöne Geschichte erzählt, dass ich mich darauf freue, ein weiteres Werk von ihr zu lesen.

    2. Apr. 2026

  • dani77
    dani77

    148 Follower

    4,0

    Ein sehr schönes Buch über den Tod, den Verlust eines Menschen ,die Trauerbewälrifunf und das Leben selbst. In typisch japanischem Erzählstil,den man mögen muss. Hab es sehr gemocht und fand es teils schon poetisch angehaucht. Eine junge Frau auf ihrem Weg den Verlust ihrer grossen Liebe zu verarbeiten und ihr eigenes Leben zu verstehen.

    10. Juni 2025

  • 2,0

    Nachdem Sayo bei einem Unfall dem Tod sehr nah war und ihr Freund sogar verstarb, ist sie eine verlorene Seele. Doch sie gibt nicht auf und kämpft sich zurück. Sieht die Welt anders, sieht sich selbst anders, denkt anders über das Leben. Sie schenkt dem Leser immer wieder kleine Weisheiten, hauptsächlich über das Leben (und den Tod). Als Leserin wurde ich mitgenommen, wie Sayo wieder ins Leben findet, Menschen findet, die ihr Halt geben & dass es mehr als nur amouröse Beziehungen gibt: nämlich Verbündete und Weggefährten. Meine 3 liebsten Zitate: 1.) Obwohl es keinen vorherbestimmten, sicheren Weg gibt, glaubte ich, mich stets auf einem solchen zu bewegen. […] Es genügte jedoch, nur einmal aus der Spur zu geraten - und schon blickt man mit Sehnsucht und Neid auf das Leben anderer. (S. 77) 2.) Jeder trägt im Leben seine kleine oder größere Bürde. Menschen, die ein dickes Fell haben und alles auf die leichte Schulter nehmen, erkennt man auf den ersten Blick. Komisch, sie erinnerten mich ein wenig an Roboter. Menschen dagegen, die ihre Bürde angenommen haben, strahlen Schönheit aus, sie sind feinfühlig und gewissenhaft. (S. 45) 3.) Überhaupt finde ich es jetzt viel schöner als früher, als ich noch hungrig und unersättlich war. Ein alltäglicher Moment wie dieser - hier der Kaffee, unsere Plauderei - bedeutet mir mehr als der Traum von einer romantischen Liebe. (S. 116 f.)

    16. Jan. 2023

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Banana Yoshimoto

Banana Yoshimoto, 1964 geboren, hieß ursprünglich Mahoko Yoshimoto. Ihr erstes Buch ›Kitchen‹ schrieb sie während ihres Studiums, sie jobbte nebenbei als Kellnerin in einem Café und verliebte sich dort in die Blüten der ›red banana flower‹, daher ihr Pseudonym. Ihr Debütroman verkaufte sich auf Anhieb millionenfach – ein Phänomen, dem man die Bezeichnung ›Bananamania‹ gab. Sie schrieb zahlreiche Bücher, die auch außerhalb Japans ungewöhnlich hohe Auflagen erreichten.

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