Blick ins Buch

Romane

Das Dream Hotel

3,8(86)
Sprache
Deutsch
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Als Sara Hussein von einer Geschäftsreise nach Los Angeles zurückkehrt und den Flughafen verlassen will, wird sie von einem Angestellten des Amts für Risikobewertung aufgehalten: Ihr Risikowert sei zu hoch, denn die Analyse ihrer Traumdaten habe ergeben, dass sie zur Gefährdung für ihren Ehemann werden könnte. Zu seiner Sicherheit muss sie sich für einundzwanzig Tage unter Beobachtung begeben. Während ihr Mann ahnungslos mit den zweijährigen Zwillingen auf ihre Rückkehr wartet, wird Sara in Gewahrsam genommen. Zunächst versucht sie genau wie die anderen inhaftierten Frauen, ihre Unschuld zu beweisen. Doch als immer neue Gründe auftauchen, weshalb sich ihre Haft verlängert, beginnt Sara zu ahnen, dass sie auf eigene Faust für ihre Freiheit einstehen muss.

Editionen (1)

ISBN9783036950839
VerlagKein & Aber
Erscheinungsdatum13.10.25
Seitenzahl496

Rezensionen & Bewertungen

86 Bewertungen

17 Rezensionen

3,8

Tippen zum Filtern

  • ro_ke
    ro_ke

    484 Follower

    5,0

    Ein dystopischer Albtraum über KI, Kontrolle und kriminalisierte Träume - beklemmend kühl und erschreckend real verfasst.

    16. Mai 2026

  • alexaengel
    alexaengel

    198 Follower

    5,0

    Beklemmend, beunruhigend und sehr eindringlich. Der Roman The Dream Hotel von Laila Lalami ist eine zutiefst beklemmende und zugleich erschreckend real wirkende Dystopie, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Im Mittelpunkt steht Sara Hussein, eine Archivarin, Histrikerin und Mutter, die nach einer Reise bei der Einreise in die USA festgesetzt wird. Der Grund ist kein begangenes Verbrechen, sondern eine Prognose: Ein staatlich eingesetzter Algorithmus hat ihre Träume analysiert und darin ein angebliches Gewaltpotenzial erkannt. Auf dieser Grundlage wird sie in ein sogenanntes „Retention Center“ gebracht – eine Einrichtung, die offiziell der Prävention dient, tatsächlich aber wie ein Gefängnis funktioniert. Der Roman schildert eindringlich, wie Sara in diesem System aus Überwachung, Datenauswertung und undurchsichtiger Bürokratie gefangen ist. Sie versucht verzweifelt zu verstehen, wie ein Traum – etwas Unkontrollierbares, Intimes – als Beweis gegen sie verwendet werden kann. Während sie auf eine Neubewertung ihres Falls wartet, begegnet sie anderen Frauen, die aus ähnlich abstrusen Gründen interniert wurden. Durch diese Begegnungen wird deutlich, dass das System nicht einzelne Ausnahmen betrifft, sondern strukturell auf Kontrolle und Machterhalt ausgelegt ist. Besonders eindrucksvoll ist, wie nüchtern und beinahe sachlich die Behörden argumentieren – immer im Namen der Sicherheit, immer gestützt auf Daten. Gerade diese Kälte macht die Geschichte so unglaublich beunruhigend. Sara ist keine Heldin im klassischen Sinn, sondern eine realistische Figur mit Ängsten, Zweifeln und wachsender Wut. Ihre Sorge um ihre Familie, ihre Ohnmacht gegenüber der algorithmischen Entscheidung und ihr langsames Begreifen der Tragweite dieser Technologie machen die Handlung intensiv und greifbar. Die Vorstellung, dass nicht Taten, sondern Wahrscheinlichkeiten bestraft werden, wirkt erschreckend plausibel, weil sie sich konsequent aus heutigen Entwicklungen rund um Big Data und Predictive Policing ableitet. Genau darin liegt die enorme Stärke des Romans: Er fühlt sich nicht wie ferne Science-Fiction an, sondern wie eine mögliche nächste Stufe unserer Gegenwart. Besonders begeistert hat mich, wie dicht die Atmosphäre ist. Es gibt keine lauten Actionmomente, sondern eine stetige, wachsende Beklemmung. Die Enge des Retention Centers, die permanente Beobachtung, die scheinbar objektiven, aber unmenschlichen Bewertungen – all das erzeugt ein Gefühl von Ausgeliefertsein, das lange nachwirkt. Gleichzeitig ist der Text präzise und klar erzählt, ohne pathetisch zu werden. Diese Zurückhaltung verstärkt die Wirkung nur noch mehr. The Dream Hotel ist damit nicht nur spannend, sondern zutiefst verstörend. Der Roman stellt die Frage, wem unsere Daten gehören und was geschieht, wenn Algorithmen über Freiheit entscheiden. Er wirkt so real, dass man sich beim Lesen unwillkürlich fragt, wie weit wir von einer solchen Realität tatsächlich entfernt sind. Ein eindringliches, klug konstruiertes und unglaublich beunruhigendes Buch, das mich gleichermaßen fasziniert und erschüttert hat

    3. März 2026

  • katziliest
    katziliest

    33 Follower

    3,0

    Erschreckendes Szenario. Teilweise langatmig. Wenig Auflösung. Bisschen zu philosophisch für mich. Dennoch gut. Wichtig. Viel Stoff zum Nachdenken.

    27. März 2026

3 von 17 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Laila Lalami

Laila Lalami wurde in Rabat geboren und hat in Marokko, Großbritannien und den Vereinigten Staaten studiert. Sie ist Autorin von vier Romanen und zahlreichen Essays, die u. a. in der Washington Post, The Nation und der New York Times erschienen sind. Ihre Bücher wurden in zwanzig Sprachen übersetzt. Bei Kein & Aber erschienen ihre Romane Die Anderen, der auf der Shortlist des National Book Award stand, sowie Der verbotene Bericht, mit dem sie den American Book Award erhielt und Finalistin des Pulitzer Prize wurde. Laila Lalami ist Professorin für Kreatives Schreiben an der University of California, Riverside. Sie lebt in Los Angeles.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick