Wuhan Diary
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Description
Das Tagebuch der berühmten chinesischen Schriftstellerin Fang Fang aus einer abgeriegelten Stadt ist ein einzigartiges, ergreifendes Zeitdokument über den Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, den die Menschen in Wuhan weltweit als erste führten.
Wuhan: Am 25. Januar, zwei Tage nachdem erstmals in der Geschichte eine 9-Millionen-Einwohner-Stadt komplett von der Außenwelt abgeriegelt wurde, beginnt Fang Fang, online Tagebuch zu schreiben. Eingeschlossen in ihrer Wohnung berichtet sie vom Hereinbrechen und dem Verlauf einer Katastrophe, von der Panik während der ersten Tage der Covid-19-Epidemie bis zu ihrer erfolgreichen Eindämmung. Sie erzählt von der Einsamkeit, dem heroischen Kampf des Personals in den Krankenhäusern, vom Leid der Erkrankten, dem Schmerz der Angehörigen von Verstorbenen und der Solidarität unter Nachbarn.
Millionen Chinesen folgen ihren Gedanken und ihren Geschichten aus dem unmöglichen Alltag – vom Zorn über die Untätigkeit und Vertuschungsmanöver der Behörden während der Anfangsphase der Epidemie und der Unterdrückung warnender Stimmen, bis zur Anerkennung der wirkungsvollen Maßnahmen der Regierung in den Wochen danach.
Fang Fang liefert einen unverstellten Blick auf die Katastrophe “von unten”, ganz nah an den Menschen, ihren Ängsten und Nöten, aber auch ihren kleinen Freuden und dem speziellen Wuhaner Humor selbst in dunkelsten Stunden. Zugleich wurde ihr Wuhan Diary in China zum Gegenstand erbitterter Auseinandersetzung über den Umgang mit kritischen Stimmen und Verantwortung – und somit über Chinas künftigen Weg.
„Als Zeugen, die wir die tragischen Tage von Wuhan miterlebt haben, sind wir verpflichtet, für diejenigen Gerechtigkeit einzufordern, die gestorben sind.“
- Fang Fang
Book Information
Author Description
Fang Fang ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Chinas. Sie wurde 1955 geboren und lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Wuhan. Ihr 2020 auf Deutsch erschienenes Wuhan Diary stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Zuletzt erschienen von ihr bei Hoffmann und Campe der vielfach gefeierte Roman Glänzende Aussicht (2024) sowie Blume Vollmond (2025).
Posts
Ein Tagebuch aus der Stadt des ersten Lockdowns 🦠📓🚫
In „Wuhan Diary“ dokumentiert die bekannte chinesische Autorin Fang Fang die ersten Wochen und Monate des harten Lockdowns in Wuhan – dem Epizentrum der Covid-19-Pandemie. Ab dem 25. Januar 2020, nur zwei Tage nach der historischen Abriegelung der 9-Millionen-Stadt, beginnt sie, online Tagebuch zu führen. In 60 sehr persönlichen Einträgen schreibt sie über ihre Gedanken, Ängste und Beobachtungen: über die Hilflosigkeit der Menschen, die panische Stimmung der ersten Tage, das Leid in den überfüllten Krankenhäusern und den Mut der freiwilligen Helfer. Gleichzeitig dokumentiert sie scharf, wie Behörden versuchten, Informationen zu vertuschen, wie warnende Stimmen zum Schweigen gebracht wurden – und wie ihre eigenen Texte ständig gelöscht oder zensiert wurden. Ihr Blog wurde so zu einer der wenigen unabhängigen Stimmen aus der abgeriegelten Stadt und erreichte Millionen Leser in China, bevor er mehrfach gesperrt wurde. Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, ist der direkte Einblick in eine für mich völlig fremde Lebensrealität: Fang Fang beschreibt ein China, das voller Widersprüche steckt – zwischen Solidarität unter Nachbarn und brutal durchgesetzter Staatskontrolle, zwischen heldenhaften Ärzten und starren Parteistrukturen. Spannend fand ich auch, wie stark Fang Fang in ein soziales Netz eingebunden ist: Sie führt täglich zahlreiche Telefonate mit Freunden, Bekannten und ehemaligen Kollegen, bekommt Informationen direkt aus den Kliniken und berichtet von Ereignissen, die für den Durchschnittsbürger wahrscheinlich gar nicht sichtbar waren. Gleichzeitig macht das ihre Perspektive aber sehr speziell: Sie gehört eindeutig zur Oberschicht, ist gebildet, gut vernetzt, hat viele Kontakte – was ihr Tagebuch vielleicht weniger zu einem Spiegel des „Durchschnitts-Wuhaners“ als eher zu einem Einblick in ihre persönliche Bubble macht. Dabei fand ich manche ihrer Haltungen durchaus überraschend: Einerseits äußert sie scharfe Kritik an der chinesischen Staatsführung und fordert Aufklärung und Verantwortungsübernahme – für chinesische Verhältnisse sehr mutig. Andererseits bekennt sie sich immer wieder als Unterstützerin der staatlichen Maßnahmen, selbst wenn diese rigide ausfallen. Diese Ambivalenz ist interessant, erschwert es mir aber auch, ihre Position eindeutig einzuordnen. Am Ende des Tages ist sie eben doch in China sozialisiert worden und ich in Deutschland. Man kennt die eigene Kultur und ist mit ihr vertraut, während andere Kulturen (völlig wertfrei) erstmal als „anders“ wahrgenommen werden. Inhaltlich war das Buch für mich absolut bereichernd – aber stilistisch leider oft anstrengend. Fang Fang schreibt ohne großen literarischen Anspruch, sehr sprunghaft, häufig repetitiv (jeder einzelne Tag startet mit der Schilderung des Wetters). Das ist sicher der Authentizität eines Tagebuchs geschuldet, macht es aber schwer, über längere Passagen konzentriert dabei zu bleiben. Die holprige Übersetzung verstärkt diesen Eindruck zusätzlich: Viele chinesische Sprichwörter wirken im Deutschen eher befremdlich als stimmungsvoll („Berichte darüber sind so zahlreich wie die Haare an einem Kuhschwanz“; „Der Todesdämon eilt ständig zwischen uns her“) und bremsen den Lesefluss. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass die Emotionen Fang Fangs sehr nahbar sind, ihre Gedanken aber nicht immer strukturiert dargelegt werden. Manche Einträge wirken wie unzusammenhängende Gedankenschnipsel, die eher Momentaufnahmen als kohärente Erzählungen bieten. Trotz dieser Schwächen ist „Wuhan Diary“ ein wertvolles Dokument: Es zeigt ungeschönt, wie sich Menschen in einer Ausnahmesituation fühlen, gibt einen Einblick in chinesische Lebensrealitäten und erzählt vom Mut, in einem Land zu schreiben, in dem Kritik lebensgefährlich sein kann. Doch als Buch ist es kein Pageturner – eher eine Sammlung aufrüttelnder Einträge, die in ihrer Dichte und Direktheit erschlagen können. Fazit: Ein aufrüttelndes Zeitdokument voller Mut, Wut und Menschlichkeit, das den Blick auf die ersten Wochen der Pandemie erweitert. Gleichzeitig stilistisch sperrig, mit Wiederholungen und teils schwer zugänglicher Sprache – und gerade deshalb eher interessant für Leser, die sich intensiv mit China und den Anfängen der Pandemie auseinandersetzen wollen. Für mich ein wichtiges, aber nicht unbedingt packendes Buch. ⭐️⭐️⭐️

Hinter den Kulissen Wuhans. Fang Fang schildert völlig unverblümt die Situation während des 60 tätigen Lockdowns der Stadt Wuhan. Da sie sehr viele Beziehungen zu verschiedenen sozialen Bereichen des Lebens hat, bekommen wir einen guten Eindruck davon was sich im medizinischen und Journalistischen Sektor abgespielt hat. Sie beschreibt viel Zwischenmenschliches, Banalitäten des Alltags und dann stellt die wirklich wichtigen und richtigen Fragen . Lobt und prangert an. Zwischenzeitlich ist das Buch etwas zäh und man dreht sich im Kreis - hat der Lockdown halt so an sich
Hörbuch gesprochen von Heidi Jürgens ---- Ein Tagebuch zu bewerten ist mehr als schwierig, denn man sollte es genau als dieses betrachten. Es sind die täglichen Aufzeichnungen der chinesischen Schriftstellerin Fang Fang, die (nicht mit dem Ziel ein Buch zu veröffentlichen!) während des Lockdowns in Wuhan einen Blog führte. Zuerst einmal würde ich dieses Buch gerne allen um die Ohren hauen, welche hierzulande schreien sie wären eingesperrt und es gäbe keine Meinungsfreihei. Das Wort "Lockdown" wurde hier bisher auch allzu einfach in den Mund genommen. "Noch" hat hier niemand einen richtigen Lockdown erlebt! Das nur am Rande... Fang Fangs Aufzeichnungen sind interessant, spannend und aufwühlend. ...und manchmal fühlt man sich machtlos, bei dem Gedanken, dass so Viele offenbar nichts aus den Lehren Wuhans gezogen haben. Aber auch, dass es solange verschleiert wurde und wir (da beziehe ich mich absolut ein) es lange nicht ernst genommen haben. Wenn Fang Fang von ihren Erlebnissen (zu Hause), dem was sie durch Freunde erfährt und ihren eigenen Gefühlen berichtet zu einem Zeitpunkt, wo wir (und auch das RKI) hier noch recht arrogant von "keinem Risiko" sprachen wird mir etwas übel. Zur gleichen Zeit saßen Millionen Wuhan-Bürger schon eingesperrt in ihren Wohnungen und hofften täglich auch eine besserung der Lage. Die Parallelen sind faszinierend und erschreckend. Aber auch Positivität strahlt das Tagebuch aus. Es ist eine Achterbahn der Gefühle. Die Achterbahn die die Autorin den Lesern ihrer Blogeinträge nahe bringt! Sicherlich hat es hier und da Längen, auch wenn die Kommentare sehr hilfreich sind um einige Zusammenhänge und auch Personen die genannt werden zu verstehen. Die chinesische Kultur ist faszinierend und in einigen Punkten schon ganz anders als in Europa. Auch berichtet Fang Fang oft von Informationen, die ihr zugetragen werden. Befreundete Ärzte zum Beispiel bittet sie immer um Rat. Natürlich ist dies ein recht eingeschränkter Blick, aber viele Themen erkennt man dann doch aus den Berichterstattungen. Schockierend empfand ich zu lesen wie üblich Zensur in China ist. Wie viele Ihrer Blogbeiträge einfach gelöscht werden, dabei äußert sie sich zwar kritisch zu einigen politischen Themen, verhält sich aber Regelkonform indem sie zu Hause bleibt und sich auch keinen Verschwörungen hingibt. Sie fordert nur sehr oft eine lückenlose Aufklärung der Lage. Fang Fangs Wuhan Diary empfinde ich als ein wichtiges Zeitdokument, welches ich jedem ans Herz legen kann. Unterstützt Euren lokalen Buchhandel und macht es Euch zu Hause gemütlich, es lohnt sich.
Auch wenn das Coronavirus die Jahreszahl 19 in der offiziellen Bezeichnung trägt, so ist doch 2020 das Jahr, welches maßgeblich davon bestimmt ist. Gefühlt verging bisher kein Tag, an dem man das Virus hätte vergessen können. Wohltuend, sich mit Büchern in andere Welten oder Aufgabenstellungen zu flüchten, aber als ich auf Fang Fang’s „Wuhan Diary“ aufmerksam wurde, hatte ich doch das Bedürfnis mich auch lesend mit Corona zu beschäftigen, um so eine andere Sichtweise und ein anderes Erleben im Umgang mit dem Virus kennen zu lernen – in dem Land, wo alles anfing. „Beim Ausbruch der Epidemie, von der anfänglichen Ausbreitung bis zur jetzigen Explosion, haben wir die Situation zuerst falsch eingeschätzt, dann verschleppt und schließlich falsch gehandelt. Wir haben es versäumt, dem Virus zuvorzukommen, und rennen seither ständig hinter ihm her. Dafür zahlen wir einen enorm hohen Preis.“ (Fang Fang) Erstmals in der Geschichte wurde eine Stadt mit neun Millionen Einwohnern für den Zeitraum von 76 Tagen komplett von der Außenwelt abgeriegelt. Vom 25. Januar bis zum 24. März 2020 führte die berühmte chinesische Schriftstellerin Fang Fang ein Online-Tagebuch aus ihrer Heimatstadt Wuhan. Eingeschlossen in ihrer Wohnung berichtet sie vom Hereinbrechen und dem Verlauf einer Katastrophe, von den Versäumnissen der ersten 20 Tage, der Unterdrückung warnender Stimmen, aber auch von den wirkungsvollen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Coronavirus, den vielen freiwilligen Helfern und der großen Solidarität. Fang Fang liefert einen unverstellten Blick auf die Katastrophe ‚von unten‘, ganz nah an den Menschen, ihren Ängsten und Nöten. Sie erzählt von der Einsamkeit, dem heroischen Kampf des Personals in den Krankenhäusern, vom Leid der Erkrankten, dem Schmerz der Angehörigen und der Solidarität unter Nachbarn. Millionen Chinesen folgten ihrem Blog – und teilen ihren Zorn über die Untätigkeit und Vertuschungsmanöver der Behörden während der Anfangsphase der Covid-19-Pandemie. ‚Wuhan Diary‘ ist ein leidenschaftliches Tagebuch voller Wärme, Mitgefühl und Zorn, das Online in China über 100 Millionen Leser fand. Aber man lernt dabei auch die andere Seite Chinas kennen, denn zugleich werden immer wieder ihre Beiträge aus dem Netz genommen, Fang Fang wird auf massive und entwürdigende Weise angegriffen, sie erhält sogar Morddrohungen. In dem Buch haben nun ihre Beiträge einen dauerhaften Platz gefunden und berühren die sensible Frage, wie der Umgang Chinas mit dem Ausbruch des Coronavirus zu bewerten ist. Fang Fang gibt ihrer Wut und Trauer Raum in ihren Beiträgen und verzichtet bewusst auf besonderen literarischen Ausdruck. Das macht sie zu einer Bloggerin mit einer Stimme von nebenan, die ihren Gefühlen und Eindrücken freien Lauf lässt, die sich in ihrer Entrüstung auch mehrfach wiederholt, weil die Geschehnisse sie berühren und einfach nicht loslassen. Dennoch ist sie auf gewisse Weise privilegiert, denn sie verfügt über Kontakte, die sie von ‚vorderster Front‘ informieren. Auf ihre Weise fachsimpelt sie jedoch und findet manchmal auch Lösungen, von denen man als Außenstehender ahnt, dass diese nur am virtuellen Stammtisch gedacht, insgesamt aber nicht praktikabel sind. So wirken Fang Fangs Beiträge manchmal gut strukturiert, durchdacht und sind informativ, gelegentlich sind sie jedoch auch ein wenig wirr und getrieben von Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit, gewürzt mit einer gehörigen Prise Kämpfergeist, der sie trotz aller Repressalien ihr Online-Tagebuch weiterführen lässt. Das „Wuhan Diary“ ist kein Buch, das sich leicht weglesen lässt, dazu geht die Thematik einfach zu nah. Beim Lesen werden einem die zahlreichen Todesopfer bewusst, die das Virus gefordert hat und im nach hinein lassen sich deutliche Fehler im Umgang damit erkennen. Doch der im Anhang in Kurzform geschilderte Verlauf der Coronapandemie macht deutlich, dass auch in Deutschland das Virus zu Beginn unterschätzt wurde und es zu Fehlentscheidungen kam. Es wäre wünschenswert, wenn aus den bisherigen Geschehnissen und Entscheidungen gelernt würde – weltweit und gemeinsam…
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Das Tagebuch der berühmten chinesischen Schriftstellerin Fang Fang aus einer abgeriegelten Stadt ist ein einzigartiges, ergreifendes Zeitdokument über den Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, den die Menschen in Wuhan weltweit als erste führten.
Wuhan: Am 25. Januar, zwei Tage nachdem erstmals in der Geschichte eine 9-Millionen-Einwohner-Stadt komplett von der Außenwelt abgeriegelt wurde, beginnt Fang Fang, online Tagebuch zu schreiben. Eingeschlossen in ihrer Wohnung berichtet sie vom Hereinbrechen und dem Verlauf einer Katastrophe, von der Panik während der ersten Tage der Covid-19-Epidemie bis zu ihrer erfolgreichen Eindämmung. Sie erzählt von der Einsamkeit, dem heroischen Kampf des Personals in den Krankenhäusern, vom Leid der Erkrankten, dem Schmerz der Angehörigen von Verstorbenen und der Solidarität unter Nachbarn.
Millionen Chinesen folgen ihren Gedanken und ihren Geschichten aus dem unmöglichen Alltag – vom Zorn über die Untätigkeit und Vertuschungsmanöver der Behörden während der Anfangsphase der Epidemie und der Unterdrückung warnender Stimmen, bis zur Anerkennung der wirkungsvollen Maßnahmen der Regierung in den Wochen danach.
Fang Fang liefert einen unverstellten Blick auf die Katastrophe “von unten”, ganz nah an den Menschen, ihren Ängsten und Nöten, aber auch ihren kleinen Freuden und dem speziellen Wuhaner Humor selbst in dunkelsten Stunden. Zugleich wurde ihr Wuhan Diary in China zum Gegenstand erbitterter Auseinandersetzung über den Umgang mit kritischen Stimmen und Verantwortung – und somit über Chinas künftigen Weg.
„Als Zeugen, die wir die tragischen Tage von Wuhan miterlebt haben, sind wir verpflichtet, für diejenigen Gerechtigkeit einzufordern, die gestorben sind.“
- Fang Fang
Book Information
Author Description
Fang Fang ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Chinas. Sie wurde 1955 geboren und lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Wuhan. Ihr 2020 auf Deutsch erschienenes Wuhan Diary stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Zuletzt erschienen von ihr bei Hoffmann und Campe der vielfach gefeierte Roman Glänzende Aussicht (2024) sowie Blume Vollmond (2025).
Posts
Ein Tagebuch aus der Stadt des ersten Lockdowns 🦠📓🚫
In „Wuhan Diary“ dokumentiert die bekannte chinesische Autorin Fang Fang die ersten Wochen und Monate des harten Lockdowns in Wuhan – dem Epizentrum der Covid-19-Pandemie. Ab dem 25. Januar 2020, nur zwei Tage nach der historischen Abriegelung der 9-Millionen-Stadt, beginnt sie, online Tagebuch zu führen. In 60 sehr persönlichen Einträgen schreibt sie über ihre Gedanken, Ängste und Beobachtungen: über die Hilflosigkeit der Menschen, die panische Stimmung der ersten Tage, das Leid in den überfüllten Krankenhäusern und den Mut der freiwilligen Helfer. Gleichzeitig dokumentiert sie scharf, wie Behörden versuchten, Informationen zu vertuschen, wie warnende Stimmen zum Schweigen gebracht wurden – und wie ihre eigenen Texte ständig gelöscht oder zensiert wurden. Ihr Blog wurde so zu einer der wenigen unabhängigen Stimmen aus der abgeriegelten Stadt und erreichte Millionen Leser in China, bevor er mehrfach gesperrt wurde. Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, ist der direkte Einblick in eine für mich völlig fremde Lebensrealität: Fang Fang beschreibt ein China, das voller Widersprüche steckt – zwischen Solidarität unter Nachbarn und brutal durchgesetzter Staatskontrolle, zwischen heldenhaften Ärzten und starren Parteistrukturen. Spannend fand ich auch, wie stark Fang Fang in ein soziales Netz eingebunden ist: Sie führt täglich zahlreiche Telefonate mit Freunden, Bekannten und ehemaligen Kollegen, bekommt Informationen direkt aus den Kliniken und berichtet von Ereignissen, die für den Durchschnittsbürger wahrscheinlich gar nicht sichtbar waren. Gleichzeitig macht das ihre Perspektive aber sehr speziell: Sie gehört eindeutig zur Oberschicht, ist gebildet, gut vernetzt, hat viele Kontakte – was ihr Tagebuch vielleicht weniger zu einem Spiegel des „Durchschnitts-Wuhaners“ als eher zu einem Einblick in ihre persönliche Bubble macht. Dabei fand ich manche ihrer Haltungen durchaus überraschend: Einerseits äußert sie scharfe Kritik an der chinesischen Staatsführung und fordert Aufklärung und Verantwortungsübernahme – für chinesische Verhältnisse sehr mutig. Andererseits bekennt sie sich immer wieder als Unterstützerin der staatlichen Maßnahmen, selbst wenn diese rigide ausfallen. Diese Ambivalenz ist interessant, erschwert es mir aber auch, ihre Position eindeutig einzuordnen. Am Ende des Tages ist sie eben doch in China sozialisiert worden und ich in Deutschland. Man kennt die eigene Kultur und ist mit ihr vertraut, während andere Kulturen (völlig wertfrei) erstmal als „anders“ wahrgenommen werden. Inhaltlich war das Buch für mich absolut bereichernd – aber stilistisch leider oft anstrengend. Fang Fang schreibt ohne großen literarischen Anspruch, sehr sprunghaft, häufig repetitiv (jeder einzelne Tag startet mit der Schilderung des Wetters). Das ist sicher der Authentizität eines Tagebuchs geschuldet, macht es aber schwer, über längere Passagen konzentriert dabei zu bleiben. Die holprige Übersetzung verstärkt diesen Eindruck zusätzlich: Viele chinesische Sprichwörter wirken im Deutschen eher befremdlich als stimmungsvoll („Berichte darüber sind so zahlreich wie die Haare an einem Kuhschwanz“; „Der Todesdämon eilt ständig zwischen uns her“) und bremsen den Lesefluss. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass die Emotionen Fang Fangs sehr nahbar sind, ihre Gedanken aber nicht immer strukturiert dargelegt werden. Manche Einträge wirken wie unzusammenhängende Gedankenschnipsel, die eher Momentaufnahmen als kohärente Erzählungen bieten. Trotz dieser Schwächen ist „Wuhan Diary“ ein wertvolles Dokument: Es zeigt ungeschönt, wie sich Menschen in einer Ausnahmesituation fühlen, gibt einen Einblick in chinesische Lebensrealitäten und erzählt vom Mut, in einem Land zu schreiben, in dem Kritik lebensgefährlich sein kann. Doch als Buch ist es kein Pageturner – eher eine Sammlung aufrüttelnder Einträge, die in ihrer Dichte und Direktheit erschlagen können. Fazit: Ein aufrüttelndes Zeitdokument voller Mut, Wut und Menschlichkeit, das den Blick auf die ersten Wochen der Pandemie erweitert. Gleichzeitig stilistisch sperrig, mit Wiederholungen und teils schwer zugänglicher Sprache – und gerade deshalb eher interessant für Leser, die sich intensiv mit China und den Anfängen der Pandemie auseinandersetzen wollen. Für mich ein wichtiges, aber nicht unbedingt packendes Buch. ⭐️⭐️⭐️

Hinter den Kulissen Wuhans. Fang Fang schildert völlig unverblümt die Situation während des 60 tätigen Lockdowns der Stadt Wuhan. Da sie sehr viele Beziehungen zu verschiedenen sozialen Bereichen des Lebens hat, bekommen wir einen guten Eindruck davon was sich im medizinischen und Journalistischen Sektor abgespielt hat. Sie beschreibt viel Zwischenmenschliches, Banalitäten des Alltags und dann stellt die wirklich wichtigen und richtigen Fragen . Lobt und prangert an. Zwischenzeitlich ist das Buch etwas zäh und man dreht sich im Kreis - hat der Lockdown halt so an sich
Hörbuch gesprochen von Heidi Jürgens ---- Ein Tagebuch zu bewerten ist mehr als schwierig, denn man sollte es genau als dieses betrachten. Es sind die täglichen Aufzeichnungen der chinesischen Schriftstellerin Fang Fang, die (nicht mit dem Ziel ein Buch zu veröffentlichen!) während des Lockdowns in Wuhan einen Blog führte. Zuerst einmal würde ich dieses Buch gerne allen um die Ohren hauen, welche hierzulande schreien sie wären eingesperrt und es gäbe keine Meinungsfreihei. Das Wort "Lockdown" wurde hier bisher auch allzu einfach in den Mund genommen. "Noch" hat hier niemand einen richtigen Lockdown erlebt! Das nur am Rande... Fang Fangs Aufzeichnungen sind interessant, spannend und aufwühlend. ...und manchmal fühlt man sich machtlos, bei dem Gedanken, dass so Viele offenbar nichts aus den Lehren Wuhans gezogen haben. Aber auch, dass es solange verschleiert wurde und wir (da beziehe ich mich absolut ein) es lange nicht ernst genommen haben. Wenn Fang Fang von ihren Erlebnissen (zu Hause), dem was sie durch Freunde erfährt und ihren eigenen Gefühlen berichtet zu einem Zeitpunkt, wo wir (und auch das RKI) hier noch recht arrogant von "keinem Risiko" sprachen wird mir etwas übel. Zur gleichen Zeit saßen Millionen Wuhan-Bürger schon eingesperrt in ihren Wohnungen und hofften täglich auch eine besserung der Lage. Die Parallelen sind faszinierend und erschreckend. Aber auch Positivität strahlt das Tagebuch aus. Es ist eine Achterbahn der Gefühle. Die Achterbahn die die Autorin den Lesern ihrer Blogeinträge nahe bringt! Sicherlich hat es hier und da Längen, auch wenn die Kommentare sehr hilfreich sind um einige Zusammenhänge und auch Personen die genannt werden zu verstehen. Die chinesische Kultur ist faszinierend und in einigen Punkten schon ganz anders als in Europa. Auch berichtet Fang Fang oft von Informationen, die ihr zugetragen werden. Befreundete Ärzte zum Beispiel bittet sie immer um Rat. Natürlich ist dies ein recht eingeschränkter Blick, aber viele Themen erkennt man dann doch aus den Berichterstattungen. Schockierend empfand ich zu lesen wie üblich Zensur in China ist. Wie viele Ihrer Blogbeiträge einfach gelöscht werden, dabei äußert sie sich zwar kritisch zu einigen politischen Themen, verhält sich aber Regelkonform indem sie zu Hause bleibt und sich auch keinen Verschwörungen hingibt. Sie fordert nur sehr oft eine lückenlose Aufklärung der Lage. Fang Fangs Wuhan Diary empfinde ich als ein wichtiges Zeitdokument, welches ich jedem ans Herz legen kann. Unterstützt Euren lokalen Buchhandel und macht es Euch zu Hause gemütlich, es lohnt sich.
Auch wenn das Coronavirus die Jahreszahl 19 in der offiziellen Bezeichnung trägt, so ist doch 2020 das Jahr, welches maßgeblich davon bestimmt ist. Gefühlt verging bisher kein Tag, an dem man das Virus hätte vergessen können. Wohltuend, sich mit Büchern in andere Welten oder Aufgabenstellungen zu flüchten, aber als ich auf Fang Fang’s „Wuhan Diary“ aufmerksam wurde, hatte ich doch das Bedürfnis mich auch lesend mit Corona zu beschäftigen, um so eine andere Sichtweise und ein anderes Erleben im Umgang mit dem Virus kennen zu lernen – in dem Land, wo alles anfing. „Beim Ausbruch der Epidemie, von der anfänglichen Ausbreitung bis zur jetzigen Explosion, haben wir die Situation zuerst falsch eingeschätzt, dann verschleppt und schließlich falsch gehandelt. Wir haben es versäumt, dem Virus zuvorzukommen, und rennen seither ständig hinter ihm her. Dafür zahlen wir einen enorm hohen Preis.“ (Fang Fang) Erstmals in der Geschichte wurde eine Stadt mit neun Millionen Einwohnern für den Zeitraum von 76 Tagen komplett von der Außenwelt abgeriegelt. Vom 25. Januar bis zum 24. März 2020 führte die berühmte chinesische Schriftstellerin Fang Fang ein Online-Tagebuch aus ihrer Heimatstadt Wuhan. Eingeschlossen in ihrer Wohnung berichtet sie vom Hereinbrechen und dem Verlauf einer Katastrophe, von den Versäumnissen der ersten 20 Tage, der Unterdrückung warnender Stimmen, aber auch von den wirkungsvollen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Coronavirus, den vielen freiwilligen Helfern und der großen Solidarität. Fang Fang liefert einen unverstellten Blick auf die Katastrophe ‚von unten‘, ganz nah an den Menschen, ihren Ängsten und Nöten. Sie erzählt von der Einsamkeit, dem heroischen Kampf des Personals in den Krankenhäusern, vom Leid der Erkrankten, dem Schmerz der Angehörigen und der Solidarität unter Nachbarn. Millionen Chinesen folgten ihrem Blog – und teilen ihren Zorn über die Untätigkeit und Vertuschungsmanöver der Behörden während der Anfangsphase der Covid-19-Pandemie. ‚Wuhan Diary‘ ist ein leidenschaftliches Tagebuch voller Wärme, Mitgefühl und Zorn, das Online in China über 100 Millionen Leser fand. Aber man lernt dabei auch die andere Seite Chinas kennen, denn zugleich werden immer wieder ihre Beiträge aus dem Netz genommen, Fang Fang wird auf massive und entwürdigende Weise angegriffen, sie erhält sogar Morddrohungen. In dem Buch haben nun ihre Beiträge einen dauerhaften Platz gefunden und berühren die sensible Frage, wie der Umgang Chinas mit dem Ausbruch des Coronavirus zu bewerten ist. Fang Fang gibt ihrer Wut und Trauer Raum in ihren Beiträgen und verzichtet bewusst auf besonderen literarischen Ausdruck. Das macht sie zu einer Bloggerin mit einer Stimme von nebenan, die ihren Gefühlen und Eindrücken freien Lauf lässt, die sich in ihrer Entrüstung auch mehrfach wiederholt, weil die Geschehnisse sie berühren und einfach nicht loslassen. Dennoch ist sie auf gewisse Weise privilegiert, denn sie verfügt über Kontakte, die sie von ‚vorderster Front‘ informieren. Auf ihre Weise fachsimpelt sie jedoch und findet manchmal auch Lösungen, von denen man als Außenstehender ahnt, dass diese nur am virtuellen Stammtisch gedacht, insgesamt aber nicht praktikabel sind. So wirken Fang Fangs Beiträge manchmal gut strukturiert, durchdacht und sind informativ, gelegentlich sind sie jedoch auch ein wenig wirr und getrieben von Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit, gewürzt mit einer gehörigen Prise Kämpfergeist, der sie trotz aller Repressalien ihr Online-Tagebuch weiterführen lässt. Das „Wuhan Diary“ ist kein Buch, das sich leicht weglesen lässt, dazu geht die Thematik einfach zu nah. Beim Lesen werden einem die zahlreichen Todesopfer bewusst, die das Virus gefordert hat und im nach hinein lassen sich deutliche Fehler im Umgang damit erkennen. Doch der im Anhang in Kurzform geschilderte Verlauf der Coronapandemie macht deutlich, dass auch in Deutschland das Virus zu Beginn unterschätzt wurde und es zu Fehlentscheidungen kam. Es wäre wünschenswert, wenn aus den bisherigen Geschehnissen und Entscheidungen gelernt würde – weltweit und gemeinsam…











