Wo der Wind die Namen trägt

Wo der Wind die Namen trägt

Hardback
4.429

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Description

»Sie hatte beschlossen, nicht mehr an das Früher zu denken: die Orte, die Menschen in ihrer Heimat und schon gar nicht an das, was damals geschehen war in jenem Sommer 1946, als sie acht Jahre alt war und alles seinen Anfang nahm.«

2023. Die 85-jährige Inge Sundermann folgt widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik dieser idyllischen Landschaft im Schatten von Bergen-Belsen niederzuschreiben.

1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht.

Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben. Auf zwei Zeitebenen erzählt der neue Roman von Anja Jonuleit von den entsetzlichen Ereignissen in der Lüneburger Heide und deren Vertuschung, von alten Nazi-Seilschaften – und von zwei Frauen (1946 und 2023), die nicht bereit sind, die Vergangenheit ruhen zu lassen.

Ein aufrüttelnder, tief unter die Haut gehender Roman, genährt von der Wirklichkeit. Mit einem Nachwort der Autorin über die zugrundeliegenden Fakten.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
384
Price
24.70 €

Author Description

ANJA JONULEIT, in Bonn geboren und am Bodensee aufgewachsen, arbeitete einige Jahre für die Deutsche Botschaft in Rom und Damaskus. Danach studierte sie Italienisch und Englisch in München, arbeitete als Übersetzerin und Gerichtsdolmetscherin und begann zu schreiben. Seit 2007 stehen ihre Romane regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.Ihren Romanen – darunter »Herbstvergessene«, »Der Apfelsammler«, »Rabenfrauen« und »Das letzte Bild« – folgte mit der Dilogie »Kaiserwald« und »Sonnenwende« ein breit angelegtes Familiendrama. »Wo der Wind die Namen trägt« ist ihr jüngster Roman.Anja Jonuleit ist bekannt für ihre gründliche Recherche: Sie reist an die Handlungsorte ihrer Romane, spricht mit Zeitzeugen und Betroffenen und bringt deren Stimmen in ihre Geschichten ein. Ihre Bücher handeln von Extremismus, radikalen Weltanschauungen und Familiengeheimnissen, sie erzählt von Müttern, Kindern und Verlust – ein Motiv aus ihrer Familiengeschichte.Weitere Informationen unter www.anjajonuleit.de

Posts

13
All
4.5

Der Roman von Anja Jonuleit,der auch auf wahren Begebenheiten beruht, erzählt auf zwei Zeitebenen von Geschehnissen in der Lüneburger Heide in den vierziger Jahren und die Erinnerungen daran der Protagonistin Inge. Es geht um ungeheuerliche Verbrechen,Schuld und Vergessen. Das Buch macht wütend und fassungslos,aber auch traurig angesichts der menschenverachtenden Taten und deren Nichtbestrafung. Durch den flüssigen Schreibstil und überschaubare Kapitellänge konnte ich das Buch in kurzer Zeit auslesen. 💯 Leseempfehlung

5

Empfehlung und Warnung 😭

✨Rezensionsexemplar✨ Gestern Abend habe ich diesen herzzerreißenden Banger hier beendet und muss ihn Euch direkt vorstellen! ✨Zitate „Inge rannte um die Lok herum direkt auf die Pumpe neben dem kleinen Bahnhofsgebäude zu, wo Willi schon Position bezogen und zu pumpen begonnen hatte. Und da waren sie wieder: die Hände. Überall Hände, die durch die Ritzen in den Waggons gestreckt wurden, zu kleinen Schüsseln geformt. »Waa-ssär, Waa-ssär«, riefen die Stimmen, die zu den Händen gehörten, und manche klangen ganz kläglich.“ „Diesmal wird es gelingen. Ich werde alles daran setzen.“ „… Es war Mord.“ „Manches kann sich der Mensch einfach nicht vorstellenden und dazu gehört wohl die Endlichkeit.“ Mein erstes Buch von Anja Jonuleit und es geht direkt eine große Warnung an Euch raus, bitte lest es nur auf eigene Gefahr. Man denkt, was soll schon passieren? Der WWII war schrecklich, alles ist gesagt und alles ist bekannt, dann kommt so ein Buch hier um die Ecke 😭😭 und man hat ganz neue Schreckensbilder im Kopf und zwar für immer. ✨Inhalt Deutschland, 1946: Inge wird mit nur 8 Jahren unwillentlich in ein Verbrechen reingezogen und trägt von da an eine Schuld mit sich, die sie nie wieder loslässt. Helga hat im gleichen Jahr begonnen, Tagebuch zu schreiben über das, was sie in der idyllischen Lüneburger Heide, im Schatten von Bergen-Belsen, beobachtet. Diese Aufzeichnungen holen Inge, mittlerweile berühmt, Jahrzehnte später wieder ein… Es geht um Verleumdung und Vertuschung von grausamen Taten. ✨Meinung Es war keine Liebe auf den ersten Blick, zwischen dieser Geschichte und mir. Bis etwas über die Hälfte fühlte sich der Schreibstil distanziert an und die Autorin hat sich damit Zeit gelassen, den Plot auszurollen. Aber dann hat die Spannung mich gepackt und das Buch ging mir komplett unter die Haut. Es konzentriert sich bis zum Ende u.a. auf evtl. weniger bekannte / weniger besprochene Nazi Verbrechen und den Versuch, diese aufzuklären. Wir lesen abwechselnd aus Sicht von Inge und Helga, beide Frauen wachsen einem mit der Zeit ans Herz, auch wenn die erwachsene Inge insbesondere im ersten Drittel nicht gerade sympathisch gezeichnet ist. Es wechseln sich auch die Zeitebenen ab, wir folgen Inge im Damals und im Jetzt und Helga im Damals. Das Geflecht der Charaktere und der geschichtlichen Ereignisse ist dicht, aber leicht zu durchschauen, wenn man konzentriert am Ball bleibt. Das ist definitiv kein Buch für zwischendurch und kein klassisches Lesen zum Vergnügen, es ist ernst, traurig, erschreckend und man weiß gar nicht, wohin mit dem ganzen Schmerz. Aber es ist so so wichtig und es reißt einen mit, für die erste Hälfte habe ich etwas gebraucht, aber die zweite Hälfte habe ich quasi inhaliert. Achtung: die Verbrechen werden sehr detailliert und schonungslos geschildert und es geht um Kinder. Da muss man bereit für sein (ich war es nicht und werde es nie sein). Neben allem anderen schmerzt mein Herz auch sehr für Charakter A, den es wirklich gegeben hat (siehe Nachwort / Danksagung). 😨😨💔💔 ✨Fazit Spätestens am Ende des Buchs, wenn die Autorin die geschichtliche Einordnung aufzeigt, realisiert man nochmal, dass es zwar ein fiktiver Roman ist, aber dieser sich eng an der Realität orientiert. Es ist einfach ein Schlag ins Gesicht und nein, es ist nicht „auch mal gut“ 😭😭. Ich wünsche Euch viel Kraft, wenn Ihr Euch mal für dieses Buch entscheiden solltet. 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Empfehlung und Warnung 😭
4.5

Darum geht es: Der Roman verbindet zwei Zeitebenen und stellt ein lange verborgenes Verbrechen in den Mittelpunkt. Im Jahr 2023 kehrt die 85-jährige Inge Sundermann zu einem Klassentreffen in die Lüneburger Heide zurück. Dort erhält sie Notizbücher aus dem Jahr 1946, verfasst von einer Journalistin, die die Kriegs- und Nachkriegszeit dokumentieren wollte, dabei jedoch auf Schweigen und Widerstände stieß. Die Aufzeichnungen führen zurück in den Sommer 1946. Inge ist damals ein Kind und entdeckt im Wald die Leiche einer jungen Frau. Der anschließende Prozess scheint den Fall zu klären, lässt jedoch Fragen offen. Erst durch die Notizbücher werden Zusammenhänge sichtbar, die lange im Verborgenen lagen und bis in die Gegenwart nachwirken. Mein Leseeindruck: Dieser Roman war mein erstes Buch von Anja Jonuleit und definitiv nicht mein letztes. Besonders angesprochen hat mich die Erzählweise auf zwei Zeitebenen. Diese Struktur mag ich sehr und auch hier sorgt sie für Spannung und eine dichte Atmosphäre. Vor allem die Nachkriegszeit fand ich als Thema unglaublich interessant und eindrücklich umgesetzt. Was mich wirklich überrascht hat, war die Entwicklung der Geschichte. Mit dieser Richtung hätte ich überhaupt nicht gerechnet und genau deshalb möchte ich gar nicht zu viel verraten. Lasst euch hier am besten selbst darauf ein. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm. Im ersten Drittel hatte die Geschichte für mich ein paar kleinere Längen, aber alles, was danach folgt, macht das mehr als wett. Die Protagonistin Inge habe ich sehr gern begleitet. Sie wirkt ebenso wie die anderen Figuren lebendig und gut ausgearbeitet, sodass man schnell in die Geschichte hineinfindet. Besonders hängen geblieben ist bei mir, wie sehr mich die Handlung beschäftigt und stellenweise auch aufgewühlt hat. Dass der Roman teilweise von realen Begebenheiten inspiriert ist, gibt dem Ganzen zusätzlich Tiefe. Sehr hilfreich fand ich auch das Personenverzeichnis am Ende, das bei den verschiedenen Figuren und Zeitebenen eine gute Orientierung bietet. Fazit: 4,5/5 ⭐️ Ein atmosphärischer Roman mit unerwarteten Wendungen, der Vergangenheit und Gegenwart gekonnt verknüpft und noch lange im Kopf bleibt. Eine klare Leseempfehlung.

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5

Für alle die gerne Romane mit echtem geschichtlichen Hintergrund lesen - Lest diese Buch! 🖤❤️‍🩹💔

Wo der Wind die Namen trägt (5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐) „Sie hatte all das gewusst und versucht, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Sie hatte den Mut gehabt zu kämpfen. Am Ende war sie gescheitert.“ Dieser eine Satz hallt nach. Er steht sinnbildlich für so viele Schicksale. Für Mut, der ins Leere lief, für Gerechtigkeit, die nie kam und für die bittere Ohnmacht einer ganzen Generation. 😔 Man hört immer wieder, dass Haupttäter des Holocaust und hochrangige Nazis nach dem Krieg ihr Leben scheinbar unbehelligt weiterführten, teils sogar in angesehenen Positionen als Ärzte, Lehrer oder in der Politik. Viele Mitmenschen schwiegen, verdrängten oder wollten schlicht nichts wissen. Genau dieses schmerzhafte, oft totgeschwiegene Kapitel greift die Autorin in ihrem Roman auf und trifft damit mitten ins Herz. 💔 Die Handlung setzt nach Kriegsende ein und entfaltet eine beklemmende, zutiefst bewegende Geschichte über das, was vor aller Augen geschehen ist und doch so oft verschwiegen wurde. Es geht um die Opfer, deren Leid kaum in Worte zu fassen ist. 🕯️ Aber es geht auch um die Täter, die einfach weitermachten, als wäre nichts gewesen. Besonders eindringlich ist der Blick auf die Bevölkerung. Zerstörte Städte, Hunger, Verlust und Trauer prägen den Alltag. Ehemänner, Söhne und Brüder kehren nicht zurück. Kinder wachsen in einer Welt auf, die von Schweigen und unausgesprochenen Wahrheiten geprägt ist und begreifen oft erst Jahre später die erschütternde Realität ihrer Vergangenheit. Der Verlust von Heimat zieht sich dabei wie ein leiser, aber unaufhaltsamer Schmerz durch die gesamte Geschichte. 🏚️ Ich habe viele Romane über den Zweiten Weltkrieg gelesen, doch dieser hier hat mich auf eine ganz besondere Weise getroffen. Er gehört ohne Zweifel zu meinen Top 3. 📚 Die Autorin verwebt zwei Zeitebenen und verschiedene Perspektiven mit einer solchen Intensität, dass man das Gefühl hat, selbst Teil dieser Geschichte zu sein. Ihr Stil ist bewusst kühl und nüchtern und gerade deshalb so erschütternd. Er lässt keinen Raum für Beschönigungen und trifft einen mit voller Wucht. ⚡ Dieses Buch ist mehr als nur ein Roman – es ist eine eindringliche Erinnerung, ein Aufrütteln, ein Mahnmal. Ich kann es allen empfehlen, die sich für Geschichte interessieren und bereit sind, sich den dunklen Kapiteln Deutschlands zu stellen. Doch man sollte sich bewusst sein. Dieses Buch fordert einen heraus. Es ist schonungslos, ehrlich – und geht tief unter die Haut. 🖤

Für alle die gerne Romane mit echtem geschichtlichen Hintergrund lesen - Lest diese Buch!

🖤❤️‍🩹💔
4

Spannend bis zur letzten Seite.

Rezi folgt

4.5

Schwere Verbrechen und deutsche Altlasten in einer idyllischen Landschaft

Wie nach jedem Roman von Anja Jonuleit bin ich auch hier wieder begeistert. Es hat bis fast 50% gedauert, aber danach hatte mich diese Geschichte. In zwei Zeitsträngen wird das Leben von Inge und Helga beschrieben, die in der Idylle der Lüneburger Heide kurz nach dem Krieg Zeuge von düsteren Verbrechen werden - und jede geht anders damit um. Anfangs musste ich wirklich wach bleiben, wegen all der Namen, der unterschiedlichen Schrift, der Zeitsprünge (die nicht als Kapitelüberschrift mitgegeben werden) und den Verbindungen zwischen den Figuren. Aber dann -💥 - war ich voll dabei. Es wurde wirklich spannend und aufwühlend. Die historischen Tatsachen, die Jonuleit meisterhaft in die Fiktion verwoben hat, verstärken den Gänsehaut-Effekt noch. Ein Stück deutsche Geschichte, das durch die hier verflochtene Individualität nochmal nahbarer wird —> ganz toll!

Schwere Verbrechen und deutsche Altlasten in einer idyllischen Landschaft
4

Von Anja Jonuleit habe ich Kaiserwald und Sonnenwende gelesen, mochte ihren Schreibstil und obwohl mich beide Geschichten nicht komplett überzeugten, wollte ich es noch einmal mit ihrem neusten Roman probieren. Kann Schuld vererbt werden oder wie geht man damit um? Diese Entscheidung muss Inge treffen. Die 1938 geborene Inge wird zum Klassentreffen in die alte Heimat, die Lüneburger Heide, eingeladen. Zunächst möchte sie nicht, doch dann fährt sie gemeinsam mit Enkelin und Urenkel. Dabei erinnert sie sich. Und so wird diese Geschichte, in die tatsächliche Ereignisse verwoben wurden, in zwei Zeitebenen erzählt. Sehr interessant fand ich im Nachwort die Hinweise auf die tatsächliche gelebten Personen, die im Buch vorkommen und die vor, während und nach dem Krieg gelebt haben, sowie den Bezug auf ihre Taten. Erschreckend. Auch der Bezug zu dem Konzentrationslager Bergen-Belsen und dem Euthanasieprogramm der Nazis wird sehr gut beschrieben. Und auch von nach dem Krieg lebendig geblieben Nazi-Seilschaften wird erzählt. Das gibt dem Buch nochmals eine tiefere Bedeutung. Anja Jonuleit erzählt flüssig und spannend. Besonders die Darstellung der Zeit nach dem Krieg wird nachvollziehbar und lebendig. Auch Inge wird entsprechend ihres jeweiligen Alters überzeugend als Kind oder alte Dame dargestellt. Ich habe das Buch gehört. Es wurde gut, flüssig und melodisch von Ruth Reinecke, Tessa Mittelstädt und Monika Oschek gelesen. Probleme hatte ich beim Kapitelwechsel zu erkennen, in welcher Zeitebene oder Erzählstimme ich mich befand. Da hätte das Buch in gedruckter Farm parallel dazu gut getan. Die Geschichte der Inge hat mich sehr berührt. Ein Roman, der unter die Haut geht und aufrüttelt. Ich danke NetGalley und Der Audio Verlag für die Bereitstellung des Hörbuchs. Vielen Dank dafür. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

5

Die 85jährige Inge erhält eine Einladung zum Klassentreffen. Sofort kehren alte Erinnerungen zurück, die sie doch so gut verdrängt hatte. 1946 hat sie im Wald eine Leiche entdeckt. Es wurde niemand dafür zur Rechenschaft gezogen. Aus Angst wurde geschwiegen. Von ihrem alten Freund bekommt sie jetzt alte Tagebücher und Dokumente, die zur Aufklärung beitragen werden. Doch es geht nicht „nur“ um die Leiche. Alte Naziseilschaften und Verbrechen aus dieser Zeit und danach spielen eine große Rolle. Ich hab schon ein paar Bücher von Anja Jonuleit gelesen und sie konnten mich immer wieder begeistern. Das hat sie auch hier wieder geschafft. Ein bewegender Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt und gekonnt die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet. Historische Ereignisse werden in einer fiktiven Geschichte gekonnt erzählt, die mich zutiefst erschüttert hat. Das diese Zeit schrecklich war, das ist alles klar. Trotzdem ist es für mich immer wieder erschreckend über einzelne Ereignisse zu lesen. Die Autorin lässt uns hier noch an den historischen Hintergründen teilhaben und auch daran wie ihr die Idee zu diesem Buch gekommen ist. Die Charaktere sind toll gezeichnet und absolut authentisch. Da gibt’s kein schwarz-weiß. Das trägt gut dazu bei die unruhige und ungeordnete Nachkriegszeit glaubwürdig darzustellen. Die Atmosphäre wirkte auch mich sehr beklemmend, allein die Natur der Lüneburger Heide gab ein paar schöne Eindrücke her. Ein ganz großartiger Roman. Die Autorin erschafft hier ein eindrucksvolles und emotionales Werk, das sehr gut recherchiert ist. Eine dichte Atmosphäre und starke Figuren runden die Geschichte ab. Eine ganz große Empfehlung!

5

Leseempfehlung! Ein historischer Roman, der sich auf zwei Zeitebenen abspielt und sich mit Schuld und Gerechtigkeit befasst. Örtlichen begrenzt nach dem Ende des 2. Weltkriegs tauchen wir ein, in Orte und Dörfer, die versuchen zu überleben und ihre Vergangenheit zu beschönigen. Bis eine Chronistin Fragen stellt. Wow, da waren Handlungsstränge, die ich nicht erwartet habe. Überraschende Wendungen und viele moralische Fragen. Die Autorin ist in der Zwischenzeit ein Garant für ungewöhnliche Geschichten.

4

Trotz einiger Längen ein interessanter Roman

"Wo der Wind die Namen trägt" von Anja Jonuleitist ein Roman über die Nachkriegszeit, der in großen Teilen den Tatsachen entspricht. Deshalb unbedingt das Nachwort lesen! Ich habe den Roman als Hörbuch gehört, gesprochen von Ruth Reinecke;, Tessa Mittelstaedt und Monika Oschek. 2023: Inge Sundermann ist 85 Jahre alt und erhält die Einladung zu einem Klassentreffen. Widerwillig kehrt sie nach langer Zeit in ihre Heimat in der Lüneburger Heide zurück. Sie hat große Teile ihrer Vergangenheit verdrängt, die sie jetzt durch Aufzeichnungen von Helga von Borcke wieder einholen. Helga hat bereits 1946 damit begonnen, eine Chronik der Gegend aufzuschreiben, dazu Menschen aus der Gegend befragt. In einem zweiten Zeitstrang begleiten wir Inge als 8-jähriges Mädchen. Sie findet auf dem Weg zum Geigenunterricht eine Leiche. Eine junge Frau ist ermordet worden. Erst jetzt auf der Reise in ihre eigene Vergangenheit wird Inge klar, was damals passiert ist, was vertuscht wurde und dass die damaligen Seilschaften auf viel später noch fest in der Gesellschaft verankert sind. Anja Joneleit hat den fiktiven Roman gut recherchiert. In ihrem Nachwort finden wir genaue Angaben darüber und können daher genau zwischen Tatsache und Fiktion unterscheiden. Der Roman ist aus drei Perspektiven beschrieben: Inge als Kind, Inge als alte Frau und Helga, die in der damaligen Zeit recherchiert. Durch diese wechselnden Perspektiven bleibt der Roman durchgängig spannend. Die Sprache ist leicht verständlich, die Gefühle der Protagonist*innen sind nachvollziehbar. Die kleine Inge, die noch nicht versteht, was um sie herum geschieht, daneben aber auch Helga und ihre Recherchen, die einerseits sehr offen Auskunft bekommt, auf der anderen Seite aber auch gegen Mauern aus Schweigen stößt. Mit einem Teil der Auflösung gegen Ende des Romans habe ich tatsächlich nicht gerechnet. Am Anfang bin ich etwas schwer in die Geschichte gekommen, zwischendurch gab es ein paar Längen. Der Roman hätte gut etwas gekürzt werden können, ohne der eigentlichen Handlung zu schaden. So wurden mir z.B. die Wege zwischen den einzelnen Dörfern immer wieder und sehr ausführlich (nur aus unterschiedlichen Perspektiven) beschrieben, was meinen Hörfluss etwas gehemmt hat. Die Sprecherinnen sind gut und bringen Abwechslung in das Gehörte. Ich kann den Roman auf jeden Fall weiter empfehlen, da er deutlich aufzeigt, dass "Nie wieder ist jetzt" so wichtig ist. Wegen der von mir empfundenen Längen bekommt der Roman von mir allerdings "nur" 4 Sterne.

4

Vielen Dank an den @deraudioverlag und @netgalleyde für die zur Verfügungsstellung des Hörbuchs Inhalt 2023. Die 85-jährige Inge Sundermann folgt widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik dieser idyllischen Landschaft im Schatten von Bergen-Belsen niederzuschreiben. 1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht. Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben. Auf zwei Zeitebenen erzählt der neue Roman von Anja Jonuleit von den entsetzlichen Ereignissen in der Lüneburger Heide und deren Vertuschung, von alten Nazi-Seilschaften – und von zwei Frauen (1946 und 2023), die nicht bereit sind, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Meinung Das Buch beginnt mit einer Einladung zum Klassentreffen und entrollt eine Geschicht um schuld, die grausamer nicht sein könnte. Ich bin ein großer Fan von Geschichten rund um den Holocaust, gerade wenn sie nicht nur fiktionaler Natur sind. Inge und Helga waren sehr starke Protagonistinnen. Ich fand die Vertonung gelungen. Die Geschichte ist harter Tobak, eigentlich weiß man ja wie zu der Zeit verfahren wurde, aber es nochmal so deutlich vor Augen geführt zu bekommen hinterlässt beim Leser/Hörer Spuren. Große Lese/Hör Empfehlung

5

Aufwühlend! Erschütternd! Berührend! Atmosphärisch fabelhaft geschrieben, gut recherchiert. Vom Schweigen und Vertuschen der Gräueltaten alter Seilschaften. Eine Erzählung, dass Monster nach wie vor unter uns leben und sich Geschichte- bedauerlicherweise- wiederholt! Lesenswert!!!

5

Ein tolles Buch, das mich teilweise sprachlos zurückgelassen hat.

Die Täter des Nationalsozialismus konnten nach dem Krieg, teilweise unbehelligt, ein ganz normales Leben führen. Unfassbar, dass das einfach so möglich war.

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