Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen

Hardback
4.3105

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Description

Warum darf eine Tochter nicht glücklicher sein als ihre Mutter?

Regina ist eine typische Vertreterin der Nachkriegsgeneration, sie hatte bereits viele Möglichkeiten, sie konnte Psychologie studieren und von einer akademischen Laufbahn träumen, um dann doch der Familie zuliebe Abstriche zu machen. In ihre Töchter Antonia und Wanda setzt sie nun alle Hoffnungen. Antonia unterläuft diese konsequent, bricht ihr Studium ab und wird alleinerziehende Mutter. Wanda erfüllt alle in sie gesetzten Wünsche und manövriert sich in eine Essstörung, die von allen ignoriert wird. Ein Leben lang schwanken die Schwestern zwischen gegenseitiger Konkurrenz, Autonomie und dem Wunsch, noch über deren Tod hinaus von der Mutter anerkannt zu werden.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
384
Price
23.70 €

Author Description

Anna Brüggemann, 1981 geboren, wuchs in Südafrika, Stuttgart und Regensburg auf. 1996 stand sie erstmals vor der Kamera, seit 2004 schreibt sie Drehbücher. 2014 gewann sie zusammen mit ihrem Bruder den Silbernen Bären, ihr literarisches Debüt Trennungsroman wurde 2021 mit dem Debütpreis der lit.cologne ausgezeichnet.

Posts

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4

Eine Mutter, die nicht weniger gut dafür gemacht sein könnte. Die eine Tochter ist zu dumm, zu faul, zu dick während die andere fehlerfrei und perfekt ist. Die Mutter selbst muss besser und erfolgreicher sein als alle um sie herum, um „glücklich“ zu sein. Tatsächlich wirkt es aber eher so, als wäre sie es nicht. Dieser Familie beim Erwachsenwerden zuzuschauen hat mir viel gegeben. Ich habe Teile von mir in beiden Töchtern wiederentdeckt und mich in ihrer Gefühlswelt gut verstanden gefühlt. Ein tolles Buch über das Familienleben mit einer narzisstischen Mutter. Die Mutter über die Anorexie ihrer Tochter: „Der Gedanke des postpubertären Verhaltens gefiel Regina. Vielleicht wollte Wanda sie auch nur ärgern. Ihr eins auswischen, damit alle sahen, dass sie keine perfekte Mutter war. Wanda war eine Königin, vielleicht wollte sie ihre Mutter vom Thron stoßen. Aber ihren Thron würde Regina nicht räumen. Nicht in ihrem Haus. Da musste sich Wanda schon ein eigenes Königreich erschaffen.“ (S.146)

4.5

WENN NACHTS DIE KAMPFHUNDE SPAZIEREN GEHEN Anna Brüggemann ET: 31.10.2024 „Ich habe das Gefühl, ich hab mein ganzes Leben darauf ausgerichtet, dass sie nicht ausflippt. Ich mache alles, damit sie lieb zu mir ist.“ (S. 295) Die 50-jährige Regina hat zu allem eine Meinung – und die ist selten freundlich. Sie wertet Menschen und Situationen ab, hört nicht zu, reißt jedes Thema an sich und steht dabei immer selbst im Mittelpunkt. Sie lechzt nach Aufmerksamkeit, lästert über Abwesende und betont bei jeder Gelegenheit, dass sie Akademikerin ist – als sei das der alleinige Maßstab für Intelligenz. Selbstkritik kennt sie nicht und gesteht sich eigene Fehler nicht ein. Am meisten leiden darunter ihre beiden Töchter: Antonia, die Ältere, versucht sich an ihrer Mutter abzuarbeiten – vergeblich. Nie ist sie gut genug: weder in der Schule noch im Sport und vor allem nicht schlank genug. Später bringt sie – zum Unmut der Mutter – ein Kind ohne Vater zur Welt. Wanda hingegen verbiegt sich mit Erfolg. Sie ist gertenschlank, sportlich, Klassenbeste und immer in den „richtigen“ Mann verliebt. Doch sie trägt diese Prägung wie eine Last durchs Leben. Vater Edgar hat sich längst mit der Rolle als schweigendes Anhängsel abgefunden. Die Geschichte beginnt 1995, und über fast 30 Jahre begleiten wir diese zerrüttete Familienkonstellation. Ein Wohlfühlroman ist das nicht, aber intensiv, schonungslos und ehrlich. Immer wieder wünschte ich mir, Antonia würde ihrer Mutter endlich die Meinung sagen. Doch in einer Zeit, in der es kaum Kinderbetreuung gab, war es für eine alleinerziehende Mutter mit schlecht bezahltem Job nahezu unmöglich, ohne Hilfe eines Elternteils ein Kind großzuziehen. Ein kraftvoller, emotionaler Roman, der mich sehr bewegt hat und den ich euch sehr gerne empfehle. 4½/5

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5

Sehr authentische Darstellung einer narzisstischen Mutter und der somit toxischen Familiendynamiken. HIGHLIGHT!

4

Wie ist die Beziehung zu deiner Mutter?

In dem Buch geht es um Mutter und Töchter. Es geht darum wie sehr die Mutter einen prägt und dass man bis in das Erwachsenenalter versucht der Mama zu gefallen. Regina ist 48 und Psychologin. Ihre zwei Töchter Wanda und Antonia sind sehr verschieden, die eine ist der Liebling, die andere bekommt ihr Leben nicht so hin, wie die Mutter es gerne wollen würde. Es gibt drei Zeitkapitel. Im ersten sind die Mädels sehr jung, im zweiten junge Erwachsene und im drittem dann mittlere Erwachsene. Immer begleitet von ihrer Mutter versuchen die zwei ihr Leben zu beschreiten, vorallem immer begleitet von den Sätzen und Aussagen der Mutter. Ein gutes Buch, vorallem ehrlich und es regt einen selbst zum Nachdenken an.

4

Puh, das war irgendwie ganz schön harter Tobak und auf jeden Fall die toxischste Mutter-Töchter-Beziehung von der ich seit langem gelesen habe. Anna Brüggemann hat mit Mutter Regina die unsympathischste Protagonistin geschaffen, die mir jemals untergekommen ist. Tochter Antonia in ihrer Passivität, sowie Tochter Wanda mit ihrem stets gewollten, meist nicht erreichten Perfektionismus haben mich aber ebenso aufgeregt. Als Reginas Ehemann, der Vater von Antonia und Wanda stirbt, wird das negative Bild der Mutter noch mal verstärkt. Ein Roman über Frauenbilder und Rollenverteilung(en), toxische Familienstrukturen, Nähe und Distanz, Trauer und Verlust, ...  der mich emotional ganz schön aufgewühlt hat.

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5

Was ein Generationenroman…

Für alle Mütter und Töchter. Ich kann es sehr empfehlen!

Was ein Generationenroman…
5

Starkes Buch mit tollen Charakteren. Ich war komplett begeistert - Endlich mal wieder ein richtig guter Familienroman.

4.5

Der ungewöhnliche Titel verrät nicht, worum es in diesem Roman eigentlich geht: komplizierte Mutter-Tochter-Beziehungen, Erwartungen, Abgrenzung und Emanzipation.

Wir folgen dem über einen Zeitraum von 20 Jahren erzählten Lebensweg dreier Frauen. Da ist Regina, die Mutter, die vieles in ihrem Leben erreicht hat und dennoch vieles bedauert – verpasste Chancen, falsche Entscheidungen, ihren Lebensentwurf; Antonia, die ältere Tochter, die Reginas Erwartungen nicht gerecht werden kann und es deshalb gar nicht erst versucht; und Wanda, die jüngere Tochter, die dem Idealbild ihrer Mutter zu entsprechen scheint und daran langsam zerbricht. Obwohl sich drei Perspektiven abwechseln, bildet die Mutter das Epizentrum der Geschichte, den Fixstern, um den auch die Erzählstränge der Töchter kreisen. Was den Roman so besonders und auch schmerzhaft macht, ist die subtile Beschreibung dieser Familiendynamik: Es gibt keinen sichtbaren Missbrauch, keine gewalttätigen Ausraster, keine Extreme, keinen offenkundigen Grund, sich zu distanzieren. Mutter und Töchter verreisen zusammen, telefonieren regelmäßig und feiern miteinander Weihnachten, auch nachdem Antonia und Wanda bereits erwachsen und ausgezogen sind. Das klingt doch nach heiler Welt. Oder? Obwohl Reginas Ichbezogenheit, ihre Unzufriedenheit und Missgunst förmlich aus den Seiten schreien, richten sich ihre bissigen Kommentare selten direkt an ihre Töchter, vieles ist angedeutet und spielt sich in ihrem Inneren ab. Sie will das Beste für ihre Töchter und irgendwie auch nicht. Frei nach dem Motto „gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht“ zeigt Regina sich vordergründig liebevoll, erkennt aber auch als praktizierende Psychotherapeutin bar jeder Selbstreflexion nicht, wie sehr sie ihre Töchter prägt, indem diese ihre Gefühle zu antizipieren und ihr zu gefallen versuchen. Die daraus resultierende Anspannung beider Töchter im Umgang mit Regina ist greifbar. Beide gehen auf ihre Art damit um und erst der nachfolgenden Generation gelingt es, ihre Verletztheit offen anzusprechen und sich abzugrenzen. Ein starker Roman!

Der ungewöhnliche Titel verrät nicht, worum es in diesem Roman eigentlich geht: komplizierte Mutter-Tochter-Beziehungen, Erwartungen, Abgrenzung und Emanzipation.
5

Eine narzisstische Mutter, die unfähig ist die Bedürfnisse ihrer beiden Töchter zu stillen. Im Gegenteil, die die toxische Beziehung unter den Schwestern fördert. Bewusst oder unbewusst. Ein Buch über Erwartungen und unterdrückten Gefühlen, Bedürfnissen und Konflikten. Bedrückend und Beklemmend! Unbequem! Hat mir sehr gut gefallen!

4

Stellenweise vielleicht ein bisschen langatmig, definitiv hoch emotional und auch irgendwie heilsam. Lohnt sich auf jeden Fall!

Anna Brüggemanns Roman „Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen“ ist ein feinfühliges und gleichzeitig beklemmendes Porträt einer Familie, deren Dynamik von einer dominanten Mutterfigur geprägt wird. Der Roman durchleuchtet die Beziehungen zwischen Regina und ihren beiden Töchtern Antonia und Wanda über mehrere Jahrzehnte hinweg und zeigt eindringlich, wie familiäre Erwartungen und unterdrückte Konflikte das Leben der Protagonistinnen beeinflussen. Im Mittelpunkt steht Regina, eine Frau, die sich aus bescheidenen Verhältnissen hochgearbeitet hat, nun aber an ihrer Familie einen Anspruch auf Perfektion stellt, den weder sie selbst noch ihre Töchter erfüllen können. Brüggemann zeichnet Regina als ambivalente Figur: stark und ehrgeizig, aber auch narzisstisch und unfähig, die Bedürfnisse ihrer Kinder wahrzunehmen. Besonders eindringlich wird gezeigt, wie ihre ungleiche Behandlung der Schwestern eine toxische Dynamik zwischen den beiden fördert. Während Wanda unter dem Druck der Mutter in eine Essstörung abrutscht, kämpft Antonia um Anerkennung und rebelliert schließlich durch ein Leben abseits der mütterlichen Vorstellungen. Der Roman besticht vor allem durch seine psychologische Präzision. Brüggemann gelingt es, die inneren Konflikte und Ambivalenzen der Figuren greifbar zu machen. Die Perspektivwechsel zwischen Regina, Antonia und Wanda ermöglichen eine differenzierte Betrachtung ihrer Beziehungen und beleuchten die individuellen Prägungen und Verletzungen jeder Figur. Besonders stark ist die subtile Art, mit der Brüggemann unausgesprochene Spannungen und familiäre Verstrickungen beschreibt. Ein weiterer Pluspunkt ist die zeitliche Spannweite des Romans. Brüggemann lässt ihre Figuren über mehrere Lebensabschnitte hinweg reifen, sodass die Lesenden miterleben, wie sich die Dynamiken über Jahrzehnte verändern. Trotz aller Konflikte und Verletzungen zeigt der Roman auch Momente von Nähe und Hoffnung, was ihn umso authentischer macht. „Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen“ ist nicht nur eine Geschichte über Mütter und Töchter, sondern auch eine Reflexion über Geschlechterrollen, familiäre Erwartungen und die Suche nach der eigenen Identität. Brüggemann gelingt es, mit viel Einfühlungsvermögen und ohne moralische Urteile eine Familie zu porträtieren, deren Konflikte zeitlos wirken. Ein intensiver, kluger und emotionaler Roman, der nachhallt und dazu einlädt, über eigene familiäre Prägungen nachzudenken. Für mich ein Highlight und absolut empfehlenswert!

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4

Roman über Mütter und Töchter

Wir begleiten Regina, die Mutter und ihre beiden Töchter Wanda und Antonia. Jeweils aus der Sicht der Einzelnen wird ihr Leben, Aufwachsen, Konflikte und noch viel mehr erzählt. Die Mutter stellt harte Anforderungen an sich und ihre Töchter, ihr möchte ich eigentlich dauernd zurufen: lass sie doch in Ruhe aufwachsen und sei nicht so hart! Beide Töchter leiden eigentlich subtil an dieser Mutter und das bis sie stirbt. Das ist stark geschrieben, hatte im letzten Drittel ein paar Längen aber hat mich nachhaltig beeindruckt.

4.5

Ein Buch bei dem diesmal die Titelliebe zugeschlagen hat. 'Wenn Nachts die Kampfhunde spazieren gehen' von Anna Brüggemann macht damit von vornherein klar das hier kein Happy Life Buch um die Ecke kommt. Trotz der Schwere und des sich vor Unwohlsein winden wollen Gefühls die dieses Buch vermittelt, lässt es sich leicht und unterhaltsam lesen. Eine gute Mischung finde ich. Wir begleiten eine extrem narzisstische Regina und ihren ruhigen und recht besonnenen Mann Edgar und ihren zwei Töchtern Antonia und Wanda über 20 Jahre und bekommen eine toxische Mutter Töchter Beziehung par excellence geboten. Die eher zurückhaltende Antonia findet vor den Augen ihrer Mutter wenig Gnade. Zu weich und bleich ihr Körper, zu introvertiert und wenig ehrgeizig ihr Gemüt. Wanda hingegen ist ihrer Mutter recht ähnlich, so scheint es. Aber unter der starken, schönen und schillernden Fasade macht das Gefallen wollen Wanda komplett kaputt. Interessant fand ich wie selbstverliebt die Mutter ist, obwohl Sie sich selbst nicht genügen würde. Ich habe sehr mit den Schwestern gelitten und zum Ende hin Reginas Enkelin extrem gefeiert. Ein tolles, selbstbewusstes und kluges Mädchen welches sich auch mal traut ihrer Oma die Stirn zu bieten. Ein Buch welches ich gerne gelesen habe, was aber auch weh getan und mich geärgert hat, traurig war, aber auch mal etwas lustig und nett. Viele Gefühle und ein tiefer Einblick in ein sehr ungesundes Mutter-Töchter Gestrick. Ich mochte es gerne!

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3.5

»Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen, sie bekommen nichts. Simone de Beauvoir« (S. 111) Zwei grund-verschiedene Schwestern, Antonia & Wanda, die beide nie den Ansprüchen der eigenen narzisstischen Mutter gerecht werden können. Eigentlich sollte sie dies zu Verbündeten machen, aber manchmal sind die Unterschiede auch zwischen den Menschen, die wir von Geburt an kennen, zu groß, um sie nah sein zu lassen. »Sie mochte diese Momente alleine, in denen kein Gegenüber sie ansah, sie niemanden glücklich machen wollte.« (Wanda, S. 29) Authentisch zeichnet Anna Brüggemann das Porträt einer Familie, die ein Abziehbild so vieler deutscher Familien aus den 80er/90er Jahren sein könnte. Vielleicht nicht ganz genau so, aber die unterschwellige Kritik wird deutlich: An der Pick-Me-Girl-Attitude, dem toxischen Körperbild und Essstörungen, den Ansprüchen von Eltern (nennen wir es beim Namen, hier vor allem: Müttern) an ihre Kinder (Töchter), und wie sich dies ein Leben lang auswirken könnten. »Abstrakt, dachte Antonia. Was sie mir hier von Wanda erzählt, ist alles irgendwie abstrakt. Ich weiß immer noch nicht, wie der Urlaub war, wie es Mama geht und wie Wanda. Mama legt immer einen Standard fest, wie bei einer Maßtabelle, und entweder man passt da rein oder nicht. Und wenn wir Idealmaße haben, machen wir sie glücklich.« (S. 285) Anna Brüggemann zeichnet in ihrem neuen Roman »Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen. Roman über Mütter und Töchter« gekonnt und in perfektioniertem Schreibstil ein gelungenes Psychogramm von Mütter-Töchter-Beziehungen, in dem sich sicherlich die ein oder andere an verschiedenen Stellen selbst wiedererkennen kann. Große Leseempfehlung 💜 Einziger — m i n i 🤏🏼 — Kritikpunkt von meiner Seite: Der Roman wird in drei zeitlichen Teilen erzählt. Teilweise sind mir Passagen zu langatmig, dafür fehlen mir gedanklich auf der anderen Seite doch einige Details zwischen den Jahren.

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4

Ich hab etwas gebraucht um in das Buch reinzukommen. Wir begleiten eine narzisstische Mutter deren Selbstverliebtheit mich in den Wahnsinn getrieben hat und ihre zwei Töchter über zwanzig Jahre. Wer sich für eine toxische Familiendymanik interessiert kann definitiv zu dem Buch greifen. Bedrückend, beklemmend, unangenehm. Ein intensiver Roman.

4

Ich brauchte anfangs echt lange, um reinzukommen. Dann konnte ich es nicht mehr weglegen. Hier wird aus drei Perspektiven in drei unterschiedlichen Jahrzehnten des Lebens einer Familie erzählt. Eine Mutter *1948, die selbst keine schöne Kindheit hatte und all diese erfahrenen Traumatisierungen an ihre Töchter weitergibt. Diese reagieren ganz unterschiedlich auf die Anforderungen, die die Mutter stellt. Und erst im zuletzt erzählten Jahrzehnt wird deutlich, dass eine Enkelin, die dann bereits anders aufgewachsen ist, hier unbedarft lieben kann.

3.5

Ein Familienepos, schockierend, berührend, wütend. Wichtige Themen, schwierige Figuren, die mich einen Großteil meiner Nerven gekostet haben. Ein Ende, mit dem ich gut leben konnte.

4.5

Ein ganz toller Roman. Eine Mutter-Tochter-Geschichte, die mich sehr oft an meine Kindheit erinnert hat. Wunderbar und schön zu lesen. Ein Buch, das mich auch sehr oft nachdenklich gestimmt hat.

5

Ufff. So schmerzhaft und fordernd wie eine Therapiesitzung. Über Mütter, Töchter und Geschwister - die damit verbundenen Erwartungen, unausgesprochene Konflikte und die Vergänglichkeit des Lebens. Ich bin tief bewegt, emotional durchgeschüttelt und irgendwie trotzdem versöhnt. Weil unter jedem Dach ein ach undso. In diesem Text werden sich einige Töchter wiederfinden. Brüggemann schafft es, das reale Leben ungeschönt, wertfrei und flüssig lesbar zu verpacken. Tolle Autorin!

4

Die Erwartungen einer Mutter an ihre Töchter

Inhalt: Das Buch von der Autorin Anna Brüggemann ist in drei Teile gegliedert 1998,2010 und 2019. Eine Geschichte über die Mutter Regina und ihre beiden Töchter Wanda und Antonia. Regina ist als Mutter nicht gerne Hausfrau, sie ist leistungsorientiert und hat hohe Erwartungen an ihre Töchter. Die Töchter Antonia und Wanda könnten jedoch nicht unterschiedlicher sein. Beide gehen ihren eigenen Weg, aber Regina als Mutter ist nie zufrieden. Meine Meinung: Ein ungewöhnlicher Titel, für ein eher ungewöhnliches Buch. Das Cover ist schön gemacht, ein Hingucker ohne viel Schnick Schnack. Den Titel beginnt man Richtung Ende des Buches zu verstehen, ich finde ihn aber doch nicht ganz so passend. Die Geschichte ist gut geschrieben aus den drei Perspektiven der Frauen. Es gibt einige emotionale Stellen im Buch. Man sollte sich vielleicht vorher Informieren, es gibt einige Triggerthemen unter anderem das Thema Esstörung. Die eher toxische Beziehung zur Mutter, die Wanda und Antonia haben ist gut dargestellt. Fazit: Ein Generationen Roman über eine Mutter und ihre Töchter. Der Roman trifft das Herz. 4 von 5 🌟

3

In Teilen überbewertet

Regina ist Psychotherapeutin, hat sich selbst aus einfachen Verhältnisse heraus Wissen angeeignet und studiert und ist mit ihrer Lebenslust überall angeeckt. Edgar, ihr finanziell gut gestellter Ehemann, erhebt sie in ein privilegiertes Leben, indem sie sich überlegen fühlt, dies jedem ungeschönt unter die Nase reibt und grundsätzlich die meisten ihrer persönlichen Kontakte unter ihrem Niveau empfindet. Ihre Töchter Wanda und Antonia haben sehr unter dem Perfektionismus ihrer Mutter zu leiden. Wanda verbiegt sich bis zur Essstörung, um zu gefallen. Antonia kann es ihrer Mutter grundsätzlich nie recht machen und oszilliert in alltäglicher Passivität. In Anna Brüggemanns Roman geht es um toxische Mutter-Tochter-Beziehungen, Rollenverteilung und Wiedergutmachung. Wenn dies überhaupt möglich ist! Die Autorin transportiert auf jeder Seite ein hohes Maß an Unwohlsein, Unglaube und Fassungslosigkeit und für mich stellte sich beim Lesen immer wieder die Frage: Muss man nicht irgendwann so reflektiert und in der Lage sein und erkennen, ob man selbst Kinder in die Welt setzt oder besser nicht? Aber wer bin ich, dies beurteilen zu können und wäre ich überhaupt eine bessere Mutter? Oder war ich schlau genug und habe es aus diesem Grund gelassen? „Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen“ bietet ein hohes Maß an Austausch zwischen Lesenden und das Ende hat es m.E. nicht wohlwollender gemacht und den mittlerweile erwachsenen Töchtern, lebensnah, ein Anrecht auf ein ausgeglichenes Seelenleben verwehrt. Was mich die Punktzahl nach unten hat korrigieren lassen ist nicht die Tatsache, dass die Autorin kaum über Männer schreibt, sondern der Protagonistin Regina (auch hier wieder) ein negatives Meinungsübergewicht in den Mund legt, welches für mich das Buch unrund abschließt. Edgar, Vater und Ehemann, spielt eine nebensächliche Rolle, nämlich die des „Spermiengebers“ und bestenfalls „Liebhabers“, von dem man „Keine intellektuellen Höhenflüge, kein Verstehen, bloß nichts Romantisches(…)“ erwarten kann. (S. 367) 💔

2

Endlich auf Seite 297 haben die aufmerksamen Leser*innen es schriftlich: Die gemeine, egoistische Mutter bringt ihren Töchtern keine Liebe entgegen und macht jedes Thema zu ihrem. Arme Frau, aber mein Mitgefühl gehört den Töchtern. Trotz vieler wichtiger Themen bleibt der Roman auf knapp 400 Seiten oberflächlich und nichts sagend. Warum dann doch 2 Sterne? Weil die Themen eigentlich vielversprechend waren. Und, oh mein Gott, wie viele unnötige Adjektive in einem Roman…

4

Eine Geschichte über eine narzisstische Mutter, einen passiven Vater und die Auswirkungen der Verhaltensweisen auf deren Töchter.

Sprachlich war es für mich teilweise etwas holprig und daher mein Lesefluss verlangsamt. Mit Fortschreiten des Buches wurden die Kapitel kürzer und die Thematik dramatischer. Trotzdem sehr eindrucksvoll von der Autorin ausgearbeitet, wie eine Mutter die Entwicklung ihrer unterschiedlichen Töchter prägt. Regt mich als 3fach Mama zum Nachdenken an.

4

Worum es in diesem Buch geht, kann man schon gut und ausführlich in den anderen Rezensionen lesen, deshalb gehe ich da nicht drauf ein. Bis auf zwei Schreibfehler, die mir aufgefallen sind, hat mir das Buch sprachlich gesehen gut gefallen. Ich konnte es zügig lesen und die Kapitel sind kurz gehalten. Ich hätte mir doch ein wenig mehr ‚Hintergrundinfos‘ zur Grundproblematik (Generationelles Trauma/Narzissmus) gewünscht. Hätte man den Erzählstrang von Wandas Besuch bei der Therapeutin weitergeführt, hätte die Geschichte für mich etwas mehr Tiefe gehabt. Ich hätte gerne gesehen, dass eine der Töchter selbstreflektiert an sich arbeitet, da diese Thematik so so viele Familien betrifft. So hatte es für mich etwas von ‚am Ende kann sich keine Tochter richtig lösen und alle haben sich ja doch irgendwie lieb.‘. Eine besondere Rolle hat für mich die Tochter von Antonia - Celina - gespielt. Sie ist ein starker Character und bietet ihrer Oma auch mal die Stirn. Ich mochte das Buch auf jeden Fall und würde es weiterempfehlen. Danke an den Lesetipp, Eva!

3

Ich habe in den ersten 2/3 mehrfach überlegt das Buch abzubrechen. Jedoch hat sich das durchhalten gelohnt. Der letzt Teil war emotional & ich habe oft mitgefühlt.

4

Zwischendurch fand ich es etwas zu lang, aber alles in allem erlebt man eine narzisstische Mutter, die sich mit einer Tochter gut und mit der anderen weniger gut versteht. Die Geschichte erzählt sich über die Jahre immer wieder aus den einzelnen Perspektiven der Frauen. Bis sie selbst keine jungen Mädchen mehr sind, sondern Erwachsene mit eigenen Kindern. Die Tochter, die Mutters Liebling war, hat dann endlich gemerkt, wie die Mutter wirklich war. Die andere, die in der Kindheit mehr gelitten hat, kümmerte sich trotz allem um ihre Mutter. Nach dem Tod von dieser geht es der einen Tochter nicht so gut und die andere fühlt sich endlich befreit. Geschichten wie sie das Leben schreibt…

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