Gratulieren müsst ihr mir nicht

Gratulieren müsst ihr mir nicht

Hardback
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Description

Alles fängt mit einer bleiernen Müdigkeit an. Doch Lilli hat keine Zeit, müde zu sein. Seit sie denken kann, muss sie sich mehr anstrengen als andere. Zu Hause, weil sie und ihre Mutter zu zweit zurechtkommen müssen. In Freundschaften, weil sie nie so richtig dazugehört. In der Schule, weil sie immer die Zahlen verdreht. Jetzt, wo Lilli kurz vor der Matura steht, kann sie ihre Müdigkeit nur ignorieren. Bis zum Zusammenbruch. Lillis Herz, stellt sich heraus, schlägt nicht schnell genug, sie benötigt einen Herzschrittmacher. Bislang hatten Lillis Probleme alle mit dem Leben zu tun. Plötzlich muss sie ums Überleben kämpfen ... Als reichte das nicht, trennt sich kurz vor der Operation ihr Freund von ihr. Und ein gebrochenes Herz kann auch ein Herzschrittmacher nicht heilen.

Ein ergreifender Debütroman voller Humor über eine junge Frau, die, während sie gerade erst ins Leben findet, dem Tod ins Auge blicken muss. Und die sich härter und früher als die meisten Menschen mit der Frage konfrontiert sieht, was am Ende wirklich zählt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
272
Price
22.70 €

Author Description

Lilli Polansky könnte mit ihrem Namen auch leicht Schauspielerin oder EU-Kommissarin werden, doch sie entschied sich ausgerechnet dafür, einen Roman zu schreiben. Nun muss sie beinahe täglich die Frage verneinen, ob sie unter einem Pseudonym oder ihrem Spitznamen veröffentlicht. 2001 in Wien geboren, lebt und studiert sie dort heute. Für Gratulieren müsst ihr mir nicht wurde sie 2025 mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet.

Posts

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Hier war alles dabei für mich. Von Humor, trotz schwerer Themen, bis zu kurzfristiger Ödnis, um dann voller Spannung den Horror der Krankengeschichte zu folgen. Witzig, kämpferisch, blutig, bleiern und trotzdem hoffnungsvoll. Eine komische Zimmernachbarin im Krankenhaus, die durch ihre skurrile Art, die traurige Geschichte der Protagonistin mit Humor würzt. Empathielose Ärzt*innen, die ohne große Anteilnahme und sehr nüchtern Diagnosen übermitteln. Kaputtes Gesundheitssystem, das Kranke und ihre Angehörigen verloren und hilflos fühlen lässt. Eine junge Frau, die schon von Kind auf mit ihrer Rechenschwäche zu kämpfen hat und dann kurz vor der Matura einige schwere Diagnosen erhält. Ein Freund, der sie kurz vor der großen OP verlässt. Eine Mutter, die zwischen Scheidung und neuer Ehe, allein mit einem Kind total überfordert ist und nicht immer alles richtig macht, aber genügend Liebe schenkt und für Lilli kämpft. Depressionen, die einen nach so viel Härte im Leben, erwischen können. Ich bin sehr gut in die autofiktionale Geschichte reingekommen, ein geschmeidiger Schreibstil, der es mir einfach gemacht hat dieses Buch zu lesen. Zwischendrin gibt es Rückblicke der Schul- und Kindergartenzeit, die zwar unschön waren, aber meiner Meinung nach nicht besonders ungewöhnlich. Die Erinnerungen waren etwas spannungslos, aber ich hab ziemlich schnell gemerkt, dass es die berühmte Ruhe vor dem Sturm war. Kaum waren die nicht chronologisch erzählten Kindheitserinnerungen erzählt, kam der blutige Horror. Ziemlich bildhaft und intensiv wurde der medizinische Notfall von Lilli beschrieben. Ich hatte das Blut gesehen und gerochen und musste das Buch kurz weglegen. Ich habe mitgefühlt, hatte Angst um Lillis Leben, habe mich über das marode Gesundheitssystem aufgeregt und über die Tatsache, dass die Genesung im Krankenhaus nicht immer leicht ist. Habe Lilli für ihren Kampf und ihre Kraft bewundert. Hätte Lilli so gerne in den Arm genommen. Es ist keine Story, die chronologisch erzählt wird, sonder zwischen verschiedenen Ereignissen springt und einige einschneidende Erlebnisse und psychische Verletzungen von Lilli aufzeigt. Sehr intensiv und authentisch. Ein wirklich gutes Debüt, macht Lust auf mehr. S.70 „Natürlich schämte ich mich, und es war mir peinlich, auf ein Gerät angewiesen zu sein. Natürlich war es mir unangenehm, eine Narbe auf meinem Schlüsselbein zu haben, die darauf hinwies, dass an dieser Stelle meines Körpers ein Fremdkörper eingesetzt worden war. Natürlich war es schmerzhaft, die Geschichte zu erzählen, wie ich mit meinen zwanzig Jahren zu so einem Hilfsmittel gekommen war.“ S. 156 „Wie ein schwerer Stein, der sich dem Meeresgrund nähert, sinke ich in diesen Schlaf, fühle ihn in seiner ganzen Wucht, fühle, wie er mich in seine Umarmung schließt, wie er mich umhüllt, bis ich nicht mehr weiß, ob ich überhaupt noch existiere.“ S.172 „Es fühlt sich an, als wäre mein Körper aus feinem Porzellan, und als stünde dieses Porzellan auf einer Klippe, und als würde jeder Windstoß das Porzellan um wenige Millimeter weiter in Richtung Kante schieben, bis es irgendwann fällt und auf den erbarmungslosen Untergrund trifft und dort in Millionen Teile zerschellt.“ S.178 „Der Arzt ist nicht sonderlich freundlich, er beachtet mich kaum. Er begrüßt mich nicht und verabschiedet sich auch nicht, als die Untersuchung zu Ende ist, sondern drückt den kühlen Ultraschallstab so tief in meine Eingeweide, dass ich kurz Angst habe, mich zu übergeben, und ich denke, dass die Wunde gleich aufplatzt, dass die Stelle auf meiner Haut, wo jetzt eine frische Narbe sitzt, niemals diesen Widerstand aushalten kann.“

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""Das ist wirklich eine bemerkenswerte Krankheitsgeschichte", meinte die Ärztin, die sonst eher wortkarg war, trocken." In dem autofiktionalen coming of age Roman, der erst 24-jährigen Autorin, erzählt uns diese vor allem von ihrer Krankengeschichte. Und die hat es wirklich in sich. Nicht nur, dass sie, seit sie 14 Jahre alt ist, unter starkem Eisenmangel leidet und daher immerzu müde ist, einen gutartigen Hirntumor hat, muss sie sich kurz nach ihrer Matura, mit 20 Jahren, einen Herzschrittmacher implantieren lassen, da ihr Herz ständig zu langsam schlägt. Flüssig und leicht zu lesen kommt dieses Drama und nimmt einen daher um so mehr mit. Sie will nicht bedauert werden, sondern einen Körper haben der funktioniert, so wie andere junge Menschen in ihrem Alter auch. Doch es kommt noch dicker. Nach Tagen mit heftigsten Bauchschmerzen liegt sie auf dem Boden, um sie ist alles voller Blut. Es ist schrecklich "mitzuerleben" wie sich Lilly quälen muss und ich habe gebannt Seite um Seite verschlungen. Der herzlose Freund, der per WhatsApp, zwei Wochen vor dem inplantieren des Schritzmachers, kurz und bündig Schluss macht, empört! Empathielose Ärzte ebenfalls! Ein bisschen was zu "meckern" habe ich allerdings auch. Einige Textpassagen, in denen es um die Schulzeit und den damit einhergehenden Schwierigkeiten ging, fand ich leider recht belanglos. Nichts, was nicht jede von uns in irgendeiner Art und Weise auch erlebt hat. Auch so manche Wiederholungen sind der noch jungen Autorin nicht vorzuwerfen, ließen meine Lesefreude aber ein bisschen sinken. Von Seiten des Verlages hätte ich mir ein anderes Cover gewünscht. Es hat so gar nichts mit dem Buch gemein. Da hätte ein Hamster schon besser gepasst. 😉 Trotz der, eigentlich kleinen Kritik, eine große Leseempfehlung für diesen Debütroman!

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Wenn der Körper nicht mitspielt

Nein, gratulieren muss man Lilli wirklich nicht. Mit 20 einen Herzschrittmacher zu bekommen, weil das eigene Herz zu langsam schlägt, und dann auch noch einen gutartigen Gehirntumor diagnostiziert zu bekommen, ist nun wirklich kein Grund für Glückwünsche. Mitleid von außen, unpassende Fragen und diese typischen verwirrten Gesichter sind da leider vorprogrammiert. „Gratulieren müsst ihr mir nicht“ erzählt genau davon: vom Aufwachsen mit einem Körper, der nicht so funktioniert, wie er soll – und davon, wie schwer es ist, jung zu sein, wenn man sich zusätzlich zu den ganz normalen Problemen plötzlich mit schweren Diagnosen herumschlagen muss. Der Roman zeigt, wie es sich anfühlt, vom eigenen Körper enttäuscht zu werden, sich selbst nicht in Krankheiten verlieren zu wollen und trotzdem irgendwie ein normales Leben zu führen. Auch Depressionen haben hier ihren Platz, ehrlich und ohne Beschönigung. Besonders charmant ist die skurrile Familie, die mit ihrer unfreiwilligen Komik immer wieder für Auflockerung sorgt. Ein Buch das gekonnt zwischen Trauer und Wut, Galgenhumor und Hoffnung wechselt und so alle Emotionen einfängt. Persönlich, berührend und trotz der Schwere erstaunlich leicht erzählt – und genau deshalb so lesenswert.

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Ein ergreifender Roman ums Überleben eines 20jährigen Mädchens. Lilli ist dauerhaft müde und erschöpft. Sie kämpft sich durch Mathematik bis zur Matura, ihre Mutter macht ihr auch ordentlich Druck und es fällt ihr schwer Freunde zu finden. Sie ist eher ein stilles, ruhiges Mädchen. Bisher konnte sie sich ihre Müdigkeit damit erklären aber dann kommt der Zusammenbruch. Sie muss ins Krankenhaus und der Kampf um ihr Leben beginnt. Kurz davor hat sich auch noch ihr Freund von ihr getrennt, Lilli ist tief verletzt und muss noch irgendwie die Kraft finden um ihr Leben zu kämpfen. Hab ich gelitten mit diesem Buch. Musste es immer mal weglegen um zu verarbeiten was ich da gelesen habe. Berührend, ergreifend aber auch humorvoll wird hier diese unheimlich tragische und traurige Geschichte erzählt. Es gibt immer wieder Rückblicke in Lillis Vergangenheit. Dadurch fühlt man sich ihr als Leser unheimlich nah und verbunden. Umso mehr nimmt einen dann auch ihre Krankengeschichte mit. Man hofft und bangt und denkt auch selbst immer wieder darüber nach was wirklich wichtig ist im Leben. Leseempfehlung.

4

Von der Machtlosigkeit die Krankheit in einem auslösen kann.

Das Buch war sehr bewegend. Die Schwere, die beschrieben wurde war wirklich greifbar, sodass man sehr mit der Protagonistin mitfühlen konnte. Manchmal war es für mich schwer auszumachen, wo genau wir uns zeitlich befinden. Durch die Sprünge war es einerseits möglich Lilli besser kennenzulernen, doch es war nicht immer einfach einzuordnen an welchem Zeitpunkt wir uns befinden. Besonders die letzten Kapitel haben mir sehr gut gefallen. Der Umgang wie es mit dem Leben nach so einer schweren Zeit weiter geht, wurde gut beschrieben. Speziell die Beschreibung der Depressionen hat mich sehr mitfühlen lassen. Ein bewegendes Buch, welches ein bleibenden Eindruck hinterlässt.

4

Lilli verbringt mit Anfang zwanzig viel Zeit im Krankenhaus. Das Einsetzen eines Herzschrittmachers ist erst der Anfang. Wir begleiten sie auf ihrem Leidensweg. „Ich war wütend, weil es mir so vorkam, als würde das Universum testen, wie viel ein Mensch aushalten konnte, und ich war wütend, weil ich das Gefühl hatte, ich sei das Versuchskaninchen dieses Experiments.“ Lilli Polanskys autofiktionaler Roman geht nahe, denn wir erleben sie authentisch in lebensbedrohenden Situationen oder mit einem Galgenhumor bei der Verarbeitung ihrer Lage. Die Figur lernen wir zudem in Rückblenden als Schulkind oder in ihrem Universitätsumfeld kennen, was das Gesamtbild vervollständigt. Dieses Buch ist Unbeschwertheit und harter Tobak in einem. Szenen aus dem Alltag wechseln sich ab mit Stellen, an denen es um körperliche und psychische Beschwerden geht. Und dann möchte ich Lilli einfach in den Arm nehmen, weil sie so liebenswürdig wirkt und kämpferisch alles durchsteht. Die Autorin hat einen Ton gefunden, mit dem sie ihrer Geschichte Leichtigkeit verleiht, und dennoch geht kein bisschen Intensität verloren. Aufwühlend, berührend, charmant!

4

📌 "Der Herzschrittmacher lässt das Herz zwar auf der passenden Frequenz schlagen und verhindert, dass man einen Herzstillstand erleidet, aber ein gebrochenes Herz kann er leider nicht heilen." - S. 13 Liest man den Klappentext, denkt man man bekommt eine Geschichte über den Verlust der ersten Liebe, über Liebeskummer.  Fast war ich enttäuscht, als ich kaum darüber gelesen habe, habe ich doch was völlig anderes bekommen, als ich erwartet habe.  Aber nur fast, denn was ich stattdessen las, war auch lesenswert nur anders. Lilli Polansky schreibt schonungslos über ihre gesundheitlichen Probleme, die ihr bereits in ihrem jungen Alter das Leben erschweren; zusätzlich zu den Alltagsbelastungen, wie das Lernen für die Matura und den weiteren Bildungsweg. Auch wenn ich die Schule lange abgeschlossen habe, habe ich mich in einigen ihrer Schilderungen wiedererkannt.  Die ausführliche Verschriftlichung ihrer gesundheitlichen Symptome und Beschwerden waren im Verlauf selbst für mich als Krankenschwester heftig zu lesen, aber nichtsdestotrotz großartig ge- und beschrieben.  Im Grunde liest man hier statt einer Geschichte über den Verlust einer Liebe, über die Erkenntnis, dass man das Leben und seinen Körper lieben, respektieren, akzeptieren und wertschätzen soll, denn nur mit einem gesunden Körper und Geist ist man in der Lage sein Leben zu bestreiten. Überraschend gut und toll geschrieben. 

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4

Ich denke das ich dieses Buch genau zur richtigen Zeit gelesen habe. Vieles was die Autorin über ihren Körper und ihre Erkrankungen schreibt, fühle ich sehr. Zwischenzeitlich haben mich einige Passagen zum weinen gebracht. Es war tröstlich, zu lesen, das ich mit meinen Gedanken und Gefühlen nicht alleine bin.

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Ein bewegendes Buch darüber, wie es ist mit Anfang 20 schwer krank zu sein und sich immer mehr von seinem eigenen Körper zu entfremden, obwohl man ihn in dieser Lebensphase eigentlich erst so richtig kennenlernt.

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Über die Schicksalsschläge einer 20-jährigen

Ich bin sprachlos, was die Autorin in diesem teilweise (überwiegend?) autofiktionalen Text beschreibt. Das Leben schickt sie durch viele Stürme, vor allem als es heißt, sie brauche mit 20 Jahren einen Herzschrittmacher und was darauf noch alles folgen sollte. Das Buch hat viel in mir ausgelöst und besonders die letzte Hälfte hatte mich getroffen. Es wurden starke und eindrucksvolle Worte gefunden, um das Erlebte zu schildern, die Kämpfe, die der Körper aber auch die Psyche ausfechten mussten. Zu Beginn des Buches berichtet die Autorin episodenhaft aus ihrem Leben als Teenagerin und Schülerin und ehrlicherweise verstand ich erst nicht, warum und inwiefern das nun zur Geschichte beitragen soll. Jetzt habe ich es aber begriffen und kann sehen, dass die Autorin damit unter anderem zeigt: aushalten musste und konnte ich schon immer. In den kleinen wie in den großen Rückschlägen nimmt sie viele Umstände hin bzw. steht sie aus. Und diese Eigenschaft, die sie damals vielleicht nichtmal an sich mochte, trug sie dann aber durch ihre Krankheitsgeschichte und diese Erkenntnis hatte mich sehr berührt. Jede Eigenschaft ist auch irgendwo ein Werkzeug. Ich kann das Buch empfehlen, möchte aber wirklich darauf hinweisen, dass es teilweise schwer zu ertragen ist, was geschildert wird.

4

Ein sensibles und zugleich humorvolles Debüt, das den Körper als Terrain von Zumutungen und Widerstand erzählt – und lange nachhallt.

Lilli Polansky legt mit „Gratulieren müsst ihr mir nicht“ ein starkes Debüt vor, das gleichermaßen berührt wie zum Nachdenken zwingt. Innerhalb kürzester Zeit erfährt die Erzählerin die Diagnose eines Hirntumors, bekommt einen Herzschrittmacher eingesetzt und wird kurz nach der OP per WhatsApp vom Freund verlassen. Dabei erzählt Polansky mit trockenem, oft überraschend komischem Ton, ohne die Ernsthaftigkeit der Situation zu schmälern. Besonders gelungen ist, wie sie zwischen linearem Erzählen und rückblickenden Einschüben wechselt, sodass die Geschichte nie ins Stocken gerät. Sie thematisiert Medical Gaslighting durch Ärzt*innen ebenso wie alltäglichen Ableismus in Familie und Freundeskreis und gibt damit Einblick in die Zumutungen, die ein kranker Körper in unserer Gesellschaft erfährt. Polanskys Sprache verdichtet die Fragilität des Körpers eindrucksvoll, etwa wenn sie schreibt: „Mein Körper fühlt sich an wie aus feinem Porzellan, und ich warte auf den Windstoß.“ (S. 172). Gleichzeitig erzählt der Roman auch vom Erwachsenwerden: von Liebe, Studium und Zukunftsträumen, die sich nur schwer mit einem verletzlichen Körper vereinbaren lassen. Problematisch bleibt allerdings, dass eine mutmaßlich geistig behinderte Mitpatientin im Krankenhaus abwertend beschrieben wird. In einem Buch, das sich auch als Widerstand gegen Fähigkeitsnormen liest, wirkt dies widersprüchlich – vielleicht aber auch als Spiegel internalisierter Abwertungen, die gerade in Krisenzeiten sichtbar werden. „Gratulieren müsst ihr mir nicht“ ist ein sensibles und zugleich humorvolles Debüt, das den Körper als Terrain von Zumutungen und Widerstand erzählt – und lange nachhallt.

Ein sensibles und zugleich humorvolles Debüt, das den Körper als Terrain von Zumutungen und Widerstand erzählt – und lange nachhallt.
4

Überleben statt Leben

Schwer, erdrückend & doch hoffnungsvoll. Der Kampf von Lilli. Der eigene Kampf der Autorin.

5

Jahreshighlight. Danke Lilly für dieses Buch. Ich liebe wie realistisch du die Krankenhausscenen beschrieben hast und auch die Gefühle die währenddessen aufkommen. Danke, dass du den Mut hattest über solch ein Thema ein so unfassbar emotionales und reales Buch zu schreiben. Ich wünschte ich hätte es dieses Buch schon früher lesen können. Das Buch ist eine absolute Herzensempfehlung auch wenn es einen zwischendrin echt bricht.

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"Von jemandem verlassen zu werden fühlt sich an, wie wenn jemand einen großen Teil deines Körpers, den du zum Leben brauchst, herausgerissen hätte und ihn dir nicht wiedergeben würde, sodass statt des lebensnotwendigen Körperteils ein großes schwarzes Loch klafft, das eine gähnende Leere erzeugt. Von jemandem verlassen zu werden, fühlt sich an, wie wenn dir jemand dein Herz ausgerissen hätte und nun mit Springerstiefeln darauf herumtrampeln würde." Um was geht's? Lilli hat es schon immer schwer gehabt im Leben, sie musste sich immer mehr anstrengen als die anderen. Während andere ihr Leben genießen können, findet sie sich mit Anfang 20 ganz woanders: im Krankenhaus. Es ist eine Geschichte, in der sich Lilli zurück ins Leben kämpft. Wird sie es schaffen? Ein beeindruckendes Zeugnis über das (Über)leben, des Leidens, der Beharrlichkeit, des Kämpfens. Wieviel kann ein (junger) Mensch ertragen? Dieses Buch hat mich wahnsinnig berührt, erschüttert und beeindruckt. Jeder trägt einen Kampf mit sich selbst aus, manchmal sieht man es offensichtlich und manchmal nicht. Dieses Buch wirbt für mehr Empathie, für mehr Verständnis und vor allem will es Hoffnung, wie auch Kraft geben. Aufgeben ist keine Option: eine klare Botschaft des Buches. Die Gedanken türmen sich mitunter, was nicht so störend ist, es macht die Protagonisten Lilli sympathisch und man kann sich gut in ihre Gedankenwelt einlesen. Wichtige Themen werden hier angesprochen, um einige zu nennen: Selbstliebe, Akzeptanz Depression. Für mich ein wahnsinnig interessantes und vielseitiges Buch und eine Bereicherung. Klare Empfehlung. 🌟

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5

BLEIBT in meinem Gedächtnis

Ich weiß, ich werde es nach einer Zeit nochmal lesen, denn ao ganz konnte ich es beim ersten Lesen nicht erfassen. Es ist eine Lektüre, die mich geschluckt- ordentlich durchgekaut- verdaut hat und nun in mir lebt. Eine harte Lektüre, die fast unerträglich war, ich habe es ja aus "Mama- Sicht" gelesen. Hier musste ich weinen, war fassungslos und fieberte von Seite 1 weg mit. Dieses Buch gehört nun zu meinen ALL-TIME-FAV'S Lebenslektüren. Wenn ihr wissen wollt wieso- LEST ES. Als Nebenwirkung kann es passieren, sein eigenes Leben wieder mehr Wertschätzung entgegen zu bringen und alltägliche Tätigkeiten/ Fähigkeiten nicht mehr als Selbstverständlich wahrzunehmen.

BLEIBT in meinem Gedächtnis
5

Dieses Buch hat mich so sehr mitgerissen, aber auch immer wieder so tief berührt. Ich hab unglaublich mit Lilli gefühlt, so viel von mir in ihr wieder erkannt und ihren Schmerz wahrgenommen als wäre es mein eigener. Ein wirklich unglaublich tolles Buch und klares Jahreshighlight für mich. Längere Rezension folgt

5

Schrecklich was die Autorin alles mitmachen und erdulden musste. Die Aufarbeitung ist ihr mit diesem Roman gelungen - toll fand ich auch dass sie sich zum Schluss bei den Mitarbeitern des Wiener AKH' s bedankt hat ....... beim Lesen hatte ich bei der Symptomatik oft das Gefühl: das war haarscharf 🫣 5⭐️

5

Schönes Erstlingswerk

Unglaublich tolles Buch, hat mich tatsächlich sehr berührt und mitgenommen. Habe auch eine Tochter großgezogen und konnte mich oft auch total mit Lillis Mutter identifizieren. Humorig, traurig, berührend, realistisch, aktuelle Zeit, Sorgen, Ängste und das „Anderssein“ junger Erwachsener … Immerhin das erste Buch der Autorin und sehr schön und unterhaltsam geschrieben! Klare Leseempfehlung 😊

5

Fesselnd, toller Stil. Ein Highlight!

Es hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen! Der Schreibstil ist flüssig und leicht, dass ich regelrecht über die Seiten flog, ein Pageturner, der mich nicht losgelassen hat. Besonders gut gefallen hat mir, wie mühelos die Autorin es schafft, einen in die Geschichte hineinzuziehen. Man wird problemlos in das Leben der Protagonistin geworfen, was mit viel Humor und Stärke erzählt wird, dass ich viel schmunzeln musste, vor allem im ersten Teil des Buches. Je weiter die Geschichte vorankommt, desto tiefer wird die emotionale Seite. Was erst unterhaltsam und leicht wirkte, entwickelt sich zu einer berührenden und intensiven Story. Vor allem im letzten Teil des Buches habe ich sehr mitgelitten und mitgefühlt. Selten hat mich ein Buch so tief berührt. Mir wurde nur sehr langsam klar, dass es sich um eine biografische Erzählung handelt und die Autorin damit ihre eigenen Erfahrungen verarbeitet. Das verleiht der Geschichte noch mehr Tiefe und Stärke. Die Art und Weise, wie Polansky ihr Trauma in Worte fasst, ist bemerkenswert, denn sie erzählt ehrlich, ungeschont und schafft es trotzdem dabei zart zu bleiben. Wir mir somit nachhaltig im Gedächtnis bleiben und ist ein Highlight, vermutlich sogar das Jahreshighlight. Kann ich wirklich uneingeschränkt empfehlen!

Fesselnd, toller Stil. Ein Highlight!
4.5

Der Roman „Gratulieren müsst ihr mit nicht“ von Lilli Polansky erschien im Jahr 2024 beim Verlag Schöffling & Co. Der Roman verhandelt Kindheit, Jugend und das frühe Erwachsenenleben der Protagonistin Lilli Polansky oder „Lilli P.“. Es stehen ihre Liebes- und ihre Krankheitsgeschichte im Mittelpunkt des Werkes. Die beiden Stränge sind nicht trennscharf voneinander zu differenzieren, da beide mitten ins Herz treffen. Lilli Polansky gelingt es, sie parallel nebeneinander darzustellen, sodass eine spürbare Anspannung und Bedrücktheit entsteht. Zentral scheint mir in beiderlei Hinsicht die Verarbeitung bewegender Schicksalsschläge, die schon fast kafkaesk über die Protagonistin hinein brechen. Manchmal spannend, manchmal grotesk, manchmal bemitleidenswert finde ich die Darstellung des Krankenhauspersonals, welches anonym und austauschbar zu sein scheint. Es findet keine persönliche Identifikation statt. Ich finde zum einen, dass Polansky mit kraftvollen Bildern arbeitet, die Emotionen prägnant rüberbringen. Zum anderen hege ich eine große Bewunderung für alles, was die Protagonistin bewältigt hat und wie sie sich durchschlägt. Mich hat sie mit dem Roman tief berührt. Von mir eine klare Leseempfehlung.

3

Emotional, doch zu viele lose Fäden

Die Aufarbeitung der Krankheitsgeschichte finde ich emotional und spannend und kann sie persönlich gut nachvollziehen. Dennoch erschließt sich mir der Sinn mancher Einschiebungen nicht, teilweise kommt man zeitlich durcheinander und es wirkt ein bisschen wahllos.

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