Venezianische Scharade

Venezianische Scharade

Softcover
4.081
BrunettiPolizeiBrunetti, GuidoProstitution

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Description

Eigentlich wollte Brunetti mit seiner Familie in die Berge fahren. Doch dann wird vor Mestre die Leiche eines Mannes in Frauenkleidern gefunden. Ein Transvestit? Wird Streitigkeiten mit seinen Freiern gehabt haben – so die allgemeine Meinung, auch bei der Polizei. Brunetti schaut genauer hin und lernt bei seinen Ermittlungen, weniger schnell zu urteilen als die ach so ehrenwerten Normalbürger.

Book Information

Main Genre
Thriller
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
384
Price
14.40 €

Author Description

Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, arbeitete als Reiseleiterin in Rom und als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin und Dozentin im Iran, in China und Saudi-Arabien. Die Brunetti-Romane machten sie weltberühmt. Donna Leon lebte viele Jahre in Italien und wohnt heute in der Schweiz. In Venedig ist sie nach wie vor häufig zu Gast.

Posts

10
All
5

Schatten über Venedig 🕯️🚬

Nachdem mir der erste Brunetti-Band schon gefallen hat, ging es bei mir direkt mit Teil 3 weiter — schlicht weil mir Band 2 aktuell noch fehlt. Überraschend war dabei, wie problemlos das funktioniert. Die Reihe lebt nicht nur von den Fällen selbst, sondern stark von Brunetti als Figur, seinen Gedanken und der bedrückenden Atmosphäre, die Donna Leon erschafft. Dieses Mal wirkte alles noch düsterer, weil sich die Ermittlungen teilweise ausserhalb des gewohnten venezianischen Umfelds bewegen und der Fall schnell zeigt, wie eng Macht, Ruf und gesellschaftliche Vorurteile miteinander verknüpft sein können. Was mir deutlich besser gefällt als bei vielen modernen Thrillern: Das Buch setzt kaum auf künstliche Schockmomente oder permanente Cliffhanger. Stattdessen entwickelt sich langsam ein unangenehmes Gefühl, dass hinter dem Mord mehr steckt als anfangs sichtbar ist. Die Ermittlungen wirken mühsam, manchmal fast frustrierend, aber genau dadurch glaubwürdig. Gleichzeitig rückt Brunetti stärker in den Mittelpunkt. Seine Beobachtungen, seine Moralvorstellungen und seine Reaktionen auf die Menschen um ihn herum machen den Roman für mich spannender als die reine Frage nach dem Täter. Genau diese Mischung erinnert mich eher an Autoren wie Henning Mankell als an schnelllebige Thriller von Sebastian Fitzek. Vieles bleibt hängen, weil Atmosphäre, Gesellschaftskritik und Figuren wichtiger wirken als reine Überraschungen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und war nach wenigen Tagen schon durch. Für mich ein weiterer starker Einstieg in die Brunetti-Reihe — und aktuell ein Kandidat dafür, irgendwann zu einer echten Lieblingsreihe zu werden.

Schatten über Venedig 🕯️🚬
5

Ich habe Venezianische Scharade, den dritten Fall von Commissario Brunetti, nicht zum ersten Mal gelesen – und werde es sicher auch nicht zum letzten Mal tun. Wie so viele Bücher aus der Brunetti-Reihe gehört auch dieses für mich zu jenen Büchern, die man immer wieder zur Hand nehmen möchte. Donna Leons Schreibstil ist für mich ein absoluter Genuss. Sie versteht es meisterhaft, eine Atmosphäre zu schaffen, die gleichzeitig entspannend , tiefgründig und voller feiner Nuancen ist. Die Fälle selbst sind spannend und durchdacht, aber es ist weit mehr als reine Kriminalliteratur: Es sind die Zwischentöne, die dieses Buch so besonders machen. Ich liebe die privaten Einblicke in das Leben von Brunetti und seiner Familie – das gemeinsame Kochen und Essen, die Gespräche über Literatur, die kultivierten, respektvollen Umgangsformen. All das verleiht den Figuren eine Tiefe und Wärme, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Gleichzeitig gelingt es Donna Leon, Ironie, gesellschaftliche Kritik und auch eine gewisse Härte punktgenau und wohldosiert einzusetzen – nie übertrieben, aber immer wirkungsvoll. Für mich ist jedes Buch um Commissario Brunetti wie eine kleine Auszeit, fast wie ein Urlaub: Ich tauche ein in das faszinierende, manchmal melancholische Venedig, genieße das Tempo der Geschichte und lasse mich von der Atmosphäre tragen. Ein großartiges Buch – und Teil einer Reihe, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

4

Solider Brunetti. Könnte zum Erben Maigrets wachsen. Aber Simenon konnte das soziale Drumherum besser und literarischer....

3

In Brunettis drittem Fall wird ein Toter gefunden. In Frauenklamotten. Ein ziemlich heikler Fall, vor allem, als sich herausstellt, um wen es sich bei der übel zugerichteten Leiche handelt... Viel passiert in Leons Krimis eigentlich nie, deshalb kann man diese Bücher auch gut weglesen und sind wohl bald wieder vergessen. Die Handlung plätschert so vor sich hin und Brunetti erzählt uns, was er heute zu Abend isst. Spannung ist nur dezent vorhanden und eigentlich wurde ich während des gesamten Buches nicht ein einziges Mal dazu ermutigt, selber zu rätseln, wer der Mörder ist. Dieser wird schlussendlich auf dem Silbertablett serviert und das Buch ist zu Ende. Ab und zu lese ich ganz gerne Leon. Es ist entspannend und beruhigend, wie ein warmer Tee vor dem Schlafengehen.

3.5

Ein Krimi aus einer Zeit in der die LGBTQ-Bewegung noch in den Kinderschuhen steckte. Die erste Hälfte des Buches sehr zäh, danach wird es mit jedem Kapitel spannender.

5

Ihre Bücher sind für mich ein Garantie für sehr gute Unterhaltung!

4.5

Dafür, dass das Buch schon 1994 erschienen ist, ist es erstaunlich unkonservativ geschrieben trotz des Themas Travestie. Ein wie immer sehr spannender und gut geschriebener Krimi von Donna Leon. Auch wenn Paola diesmal eine kleinere Rolle spielt. Ich persönlich mag es, wenn sie eine entscheidende Rolle spielt.

4.5

4.5; spannendes Setting und ein „Klischee“ - Ende das aber genau so passt!

3.5

Im dritten Fall von Commissario Guido Brunetti taucht Donna Leon tiefer in die düstere und verborgene Seite Venedigs ein. Venezianische Scharade beginnt mit dem Fund einer übel zugerichteten Leiche auf einem Parkplatz außerhalb der Stadt – die Kleidung des Opfers führt Brunetti bald in die Szene der Transvestiten, was für die damalige Zeit, in der das Buch (1994) erschien, durchaus mutig und progressiv war. Im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden wird hier ein klar komplexerer Fall aufgebaut: Die Ermittlungen führen Brunetti durch ein Geflecht aus Lügen, Geheimnissen und gesellschaftlichen Tabus. Der moralische Anspruch der Geschichte ist höher, die Figuren vielschichtiger, die Spannung dichter. Gleichzeitig rückt Donna Leon einmal mehr die sozialen Realitäten in Italien ins Licht – diesmal mit Fokus auf Randgruppen, Vorurteile und Doppelmoral. Was auffällt: Die für viele Fans so geliebte Beziehung zwischen Brunetti und seiner klugen Frau Paola spielt diesmal eine untergeordnete Rolle. Kein vertrautes Zusammensitzen am Esstisch oder spitze gesellschaftskritische Gespräche – denn Paola und die Kinder sind in den Bergen im Urlaub. Das hinterlässt ein kleines Loch im ansonsten starken erzählerischen Gefüge. Erwähnenswert ist die überraschend zeitlose Aktualität des Themas: Auch heute noch wird über Geschlechtsidentität, Toleranz und gesellschaftliche Akzeptanz debattiert – und Brunetti zeigt sich dabei als einfühlsamer, vorurteilsfreier Ermittler, der von Donna Leon bemerkenswert respektvoll gezeichnet wurde. Für ein Buch aus den 90ern ist das fast schon visionär. Fazit: Venezianische Scharade ist ein spannender, gesellschaftlich relevanter Kriminalroman, der inhaltlich klar über den ersten beiden Bänden steht, aber dafür ein wenig an zwischenmenschlicher Tiefe einbüßt. Von mir gibt’s solide 3,5 von 5 Sternen

4

Donna Leon erlangte mit ihren Commissario Brunetti Krimis große Berühmtheit. Die Amerikanerin lebt in Italien. Dies ist Brunettis dritter Fall. Auf dem brachliegenden Hinterhof einer Schlachterei wird eine Leiche gefunden. Bei näherer Betrachtung stellt sich die vermeintliche Prostituierte als Transvestit heraus. Da die zuständige Questura unterbesetzt ist, ermittelt Brunetti in diesem Fall. Statt mit seiner Familie in den Urlaub zu fahren, ermittelt er nun im Schwulen-Milieu. Mir gefällt es sehr, wie aufgeschlossen Donna Leon kritischen Themen ist. Im vorigen Band ging es um illegale Giftmüllentsorgung, hier nun um Schwule und Transvestiten. Gängige Vorurteile werden thematisiert, meist durch Brunettis eigene Vorurteile. Ein wenig erinnert mich Donna Leon an Wolfgang Schorlau, der in seinen Dengler-Krimis ebenso brisante Themen aufgreift (NSU, Tierschutz uvm.). In Venezianische Scharade taucht eine neue Figur auf, die uns fortan begleiten wird: Pattas zauberhafte und stets hilfsbereite Sekretärin Elettra. Allerdings fühle ich mich komisch, im selben Satz zauberhaft/ hilfsbereit und Patta zu schreiben. Brunettis Vorgesetzter ist mal wieder keine Hilfe und nur am öffentlichen Auftreten und daran, wichtigen Persönlichkeiten nicht auf die Füße zu treten, interessiert. Der Fall bietet ein paar Wendungen, ist aber insgesamt wieder recht gemächlich.Dafür ist am Ende alles stimmig. Donna Leon bietet mal wieder tollen Lesegenuss! Doch bevor ich mich an den viertel Teil mache, werde ich mir heute Abend die Verfilmung mit Joachim Król in der Rolle des Brunetti ansehen. Schau doch gern auf meinem blog www.buchstuetze.wordpress.com vorbei1

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