Überwintern. Wenn das Leben innehält
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Es gibt Zeiten, da liegt unser Leben „auf Eis“ und wir fühlen uns wie aus der Welt gefallen. Durch eine Krankheit oder den Verlust eines geliebten Menschen, durch Arbeitslosigkeit. Auch ein freudiges Ereignis wie die Geburt eines Kindes kann uns aus dem Gleichgewicht bringen. Katherine May nennt diese Zeiten des Rückzugs, die ihr selbst nur allzu vertraut sind, »Winter«. Und wie auch in der winterlichen Kälte alles ruht, um Kraft für den Frühling zu sammeln, so gibt May sich dem „Überwintern“ hin. Sie reist nach Tromsø zu den Polarlichtern, schwimmt im eisigen Meer, schwitzt in der Sauna und feiert das Winterfest Santa Lucia. Sie besinnt sich auf das Wesentliche und gibt sich der Ruhe und inneren Einkehr hin – bis sie sich wieder bereit fühlt, mit neuer Energie weiterzumachen.
Wir können uns unsere Winter nicht aussuchen. Aber wie wir überwintern, schon. Ein wunderbares Buch über die heilsame Kraft des Innehaltens.Book Information
Author Description
Katherine May schreibt Romane und Sachbücher, u. a. über Autismus. Sie verfasste zahlreiche Artikel für u. a. die Times und unterrichtete Creative Writing an der Christ Church University in Canterbury. Sie lebt am Meer im englischen Whitstable und liebt es, draußen zu sein. Mays Bücher erscheinen in 26 Sprachen. Ihr Buch Überwintern. Wenn das Leben innehält war ein internationaler Erfolg und stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste.
Posts
Den Jahreswechsel habe ich mit diesem Buch verbracht. Die Autorin gibt einen Erfahrungsbericht über ihren eigenen Umgang mit Krankheit und Krisen. Die persönlichen Krisen vergleicht sie mit Wintern und ihrem Stillstand, aber auch mit Strategien zum Überwintern aus der Tier- und Pflanzenwelt. Wahrscheinlich werden viele Menschen Abschnitte in dem Buch finden, die ihnen zusagen. Für mich war es zum Beispiel der Abschnitt rund ums Singen, Stimme und Sprache.
„Überwintern“ - Katherine May Dieses Buch ist eine Mischung aus Memoir , Natur-Essay und Lebensratgeber. Die Autorin nutzt die Jahreszeit Winter (hier Spätsommer September bis Ende März) als Metapher für schwierige Lebensphasen – Zeiten, in denen wir gezwungen sind, zur Ruhe zu kommen, zurückzutreten und Kraft zu sammeln, bevor es wieder „Frühling“ wird. Das Buch wurde in verschiedenen Monate aufgeteilt. Das Konzept des „Überwinterns“ – also schwierige Phasen nicht zu meiden, sondern bewusst zu durchleben – wird als ermutigend und tröstend empfunden. Es regt an, langsamer zu leben, sich selbst liebevoll zu begegnen und nicht sofort weiterzumachen, wenn das Leben stockt. Der Anfang war sehr stark und eindringlich, aber zum Ende hin wird es etwas flacher und nicht mehr so intensiv. Teilweise auch sehr persönlich und nicht unbedingt in der Praxis umsetzbar. Trotzdem hat es tolle Ansätze um den kalten Winter zu „überstehen“. Ein tolles Buch, dass meiner Meinung nach noch mehr potenzial hat.

Der Winter in mir...
Ein sehr beeindruckend ehrlicher Bericht über tiefe Gräben im Leben von jedem von uns. Den Umgang mit persönlichen Krisen und Dingen die helfen können, wieder Auftrieb zu bekommen, etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Mutmacher in heftigen Umbrüchen, angezweifelten Lebenswegen und vor allem den Erwartungen an uns selbst! Katherine May hält uns schonungslos offen den Spiegel vor, was Verdrängung mit uns macht. Wie unsere Umwelt auf Störfaktoren und disfunktionale Menschen reagiert, die aus dem Rahmen fallen. Wie wir Tod und Trauer verdrängen, einfach gar nicht zulassen können. Vom System gezwungen werden, nach zwei Tagen Sonderurlaub! bitte wieder absolut funktional auf der Arbeit erscheinen... Ihre Strategien im Umgang mit verschiedenen Winterphasen des Lebens sind einfach bis brillant. Eisbaden ist zwar nicht mein Fall, aber ich nehme ihr nach der Lektüre definitiv die Endorphinflut ab, die dabei aufkommt und das Gehirn im Schock - Kältezustand einfach alles andere an schlimmen, negativen und traurig belastenden Gedanken ausblenden kann/muss. Backen, lesen, Gespräche und Telefonate mit guten wohlmeinenden Freunden waren schon eher die Medis meiner Wahl. Auch die Betrachtungen der Natur und ihr innehalten im Winter ist tatsächlich heilsam. Vergleiche mit anderen Kulturkreisen (die finnische Freundin und saunieren) waren großartig erklärt und einfühlsam beschrieben. Ich habe direkt fünf Personen im Kopf, denen dieses Buch auch so viel geben kann. Danke an Frau May für diese ehrliche Bestandsaufnahme der seelischen Gemütszustände in schweren Lebenssituationen und die Vermittlung von Hoffnung, dass auf jeden Winter ein Frühling folgt!

„Jeder durchlebt irgendwann mal einen Winter. Und bei manchen kehrt er immer wieder. Winter ist nicht einfach nur eine kalte Jahreszeit. Auch im Leben kann es Phasen geben, die sich wie Winter anfühlen. Karge Phasen, in denen man sich ausgesondert, ausgeschlossen und ausgebremst fühlt, in eine Außenseiterrolle gedrängt.“ „Wir müssen lernen, unsere Winter zuzulassen. Es liegt nicht bei uns, ob ein Winter einkehrt – aber es liegt bei uns, wie wir mit ihm umgehen.“
Die britische Autorin Katherine May setzt in ihrem Essay die Jahreszeit Winter in Verbindung zu persönlichen Wintern, also schweren Zeiten, die jeder Mensch im Laufe des Lebens durchläuft. Sie zeigt in ihrem Text auf, dass diese persönlichen Winter jeden Menschen heimsuchen und dass wir oft keinen Einfluss darauf haben, wann bei uns der Winter einkehrt. Katherine May beschreibt, wieso persönliche Winter wichtig sind und zum Leben dazu gehören, genauso wie die Welt und die Natur den Winter als Jahreszeit brauchen, um sich zu erholen und neue Kraft für den Sommer zu tanken. Sie berichtet sehr persönlich von ihren eigenen persönlichen Wintern und wie sie diese mit unter anderem viel Selbstfürsorge überstanden hat. Der Text ermutigt dazu, sich sowohl in den persönlichen Wintern, als auch in den jahreszeitlichen Wintern zurückzuziehen und diese ruhige und stille Zeit zur Erholung und Vorbereitung auf den Frühling zu nutzen. Gleichzeitig nimmt die Autorin viel Bezug auf die Natur und Tierwelt und zeigt die Schönheit des Winters auf, die eher sparsam daherkommt, aber trotzdem wichtig und essenziell ist. Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die nach den Monaten September bis März benannt sind. Die Autorin durchläuft in ihrem Werk also quasi einen Winter vom Anfang bis zum Ende. Ich habe „Überwintern“ einmal im Dezember am Stück gelesen und im darauffolgenden Jahr kapitelweise in den entsprechenden Monaten. Das Buch eignet sich also wunderbar dazu, um das eigene Überwintern kapitelweise zu begleiten. Für mich persönlich bedeutet der Winter als Jahreszeit, dass ich mir Zeit für mich und Raum für innere Einkehr nehme. Mir hat das Buch viele gute Denkanstöße gegeben und mir teilweise aus der Seele gesprochen. Es hat mich sehr darin ermutigt, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und mein Leben nach ihnen zu gestalten, um dadurch persönliche Winter besser zu überstehen. Meiner Meinung nach ist „Überwintern“ das perfekte Buch, um den Winter als Jahreszeit besser annehmen und auch mehr anerkennen und genießen zu können, gerade wenn wir in der dunklen Jahreszeit den Frühling und Sommer vermissen.

Den Winter willkommen heißen
Das Leben ist, so gerne ich es mir manchmal auch wünschen würde, kein endloser Sommer, es gibt immer wieder dunkle schwere Phasen, Winter. Und genau von diesen Phasen und dem Winter, dem saisonalen und den persönlichen, erzählt dieses Buch. Katherine May berichtet dabei in biografischen Episoden von ihren Wintern und wie sie gelernt hat, mit diesen umzugehen. Kluge Ratschläge, die unaufdringlich und sanft daherkommen, ohne belehren zu wollen, die helfen die Dunkelheit anzunehmen und gestärkt aus ihr hervorzugehen. Dabei ist es ein großartiges Plädoyer dafür, das Tabu Thema dieser schlechten Phasen anzusprechen. Sei es durch Depression, Trauer, Überforderung oder anderes. In einer Gesellschaft, in der immer alle funktionieren müssen, zu akzeptieren, dass man nicht immer funktionieren kann und dass das absolut nichts Verwerfliches ist, was uns als Mensch herabsetzt. Ganz im Gegenteil können wir Kraft ziehen aus dieser Ruhephase, uns besinnen und neu sammeln, verändern und wachsen. Genau wie es die Natur jeden Winter tut. Und dabei hilft dieses Buch auf wunderschöne Art und Weise. Und mal ganz ehrlich: wüssten wir den Sommer denn noch genauso zu schätzen, wenn es den Winter nicht geben würde?
Vielleicht liegt es an mir - aber dieses Buch war für mich persönlich eines der schlechtesten die ich bis jetzt gelesen habe. Anfangs dachte ich, ich gebe dem Ganzen etwas Zeit, aber ich konnte mich einfach nicht in die Erzählperspektive einfinden. Für mich war es nicht möglich eine Nähe zum Charakter aufzubauen - weil alles so unnahbar und weit weg geschrieben war. Zum Schluss habe ich eigentlich nur noch quer gelesen…
Katherine Mays Buch "Überwintern" ist ein feinfühliges, autobiografisch geprägtes Essay, das sich mit den dunklen, stillen Phasen des Lebens auseinandersetzt – jenen Momenten, in denen alles ins Stocken gerät und wir gezwungen sind, innezuhalten. May nennt diese Zeiten „Winter“, unabhängig von der tatsächlichen Jahreszeit, und plädiert dafür, sie nicht zu verdrängen, sondern bewusst zu durchleben. Sie beschreibt persönliche Krisen – von Krankheit über Depression bis zur Schreibblockade – und verwebt sie mit Reflexionen über Natur, Kultur und Rituale des Winters. Sie reist nach Tromsø, schwimmt im eisigen Meer, besucht Saunen und feiert das Luciafest – all das als Teil eines inneren Heilungsprozesses. Ihre zentrale These: Rückzug ist kein Scheitern, sondern eine notwendige Phase der Regeneration. "Überwintern" ist kein klassischer Ratgeber, sondern ein literarisches Plädoyer für Selbstmitgefühl und Akzeptanz. Wer sich in einer Lebenskrise befindet oder einfach eine stille, kluge Begleitung für die dunklen Monate sucht, wird in Katherine Mays Buch Trost und Tiefe finden.
❄️🌞 Wärmt im Winter.
"Jeder durchlebt irgendwann einen Winter. Und bei manchen kehrt er immer wieder." Was für ein lebenskluges, kleines Buch. Katherine May erzählt episodenweise von ihren Winterphasen. Nebenbei gespickt wird das ganze von interessanten Fakten, Überwinterungsansätzen von anderen und kleinen Beobachtungen. Ihr Schreibstil ist dabei ganz ruhig und bedacht. Bei mir erzeugte "Überwintern" ungefähr das Gefühl, das bei einem nächtlichen Schneespaziergang entsteht – wenn sich alles gedämpft und ganz still anfühlt, und man innerlich ganz ruhig wird, obwohl um einen herum der Schneesturm tobt und die Temperatur eigentlich alles andere als gemütlich ist. Auch ich kenne diese Winterphasen nur zu gut und las das Buch mitten in einer davon. Es wirkt wunderbar beruhigend und bestärkend. Einzig hätte ich mir gewünscht, etwas mehr Handlung darüber zu lesen, wie die Autorin ihren Winter übersteht. Dennoch kann ich "Überwintern" absolut empfehlen. Auch für die, die vielleicht selber solche Phasen noch gar nicht kennen. "So langsam glaube ich, dass Unglück – das Unglücklichsein – ein ganz einfacher Umstand im Leben ist: ein schlichtes, grundlegendes Gefühl, das respektiert werden muss, vielleicht sogar gewürdigt."

Sehr berührender Roman, der eine Mischung aus Memoire, Nature Writing und der Auseinandersetzung mit Traditionen und Ritualen ist. Super angenehmer ruhiger Ton, nachdenklich machende Impulse und ein ungeschönter Blick auf das eigene Leben und die schwierigen Phasen in ihm. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass dort eine sehr privilegierte Person erzählt, das hat sich zum Ende hin etwas gelegt und ich fand schön, dass die Botschaft nicht aus "einfach positiv denken" bestand, sondern einen unfassenderen und realistischeren Blick auf das Leben geboten hat. Einzig die Struktur war für mich zumindest im Hörbuch nicht ganz schlüssig, die verschiedenen Abschnitte folgten teils etwas abrupt und zusammenhangslos aufeinander, aber das kann auch am Medium liegen und im Buch besser strukturiert und kenntlich gemacht sein. Das Hörbuch, angenehm gelesen von Jennipher Antoni, hat mir gut gefallen, ich habe aber das Bedürfnis, den Text noch einmal als richtiges Buch durchzugehen und merkenswerte Stellen zu markieren oder rauszuschreiben, vielleicht im nächsten Winter. Große Leseempfehlung für alle, die sich nach etwas Ruhe, Nachdenklichkeit und echter Menschlichkeit sehnen, passt wunderbar in den Winter und lässt einen vorsichtig hoffnungsvoll zurück. Wunderbar übersetzt von Marieke Heimburger.
Katherine May schreibt vom Überwintern, dem Inneren und Äußeren. Ich musste das Buch in Etappen lesen, da es viele Erinnerungen an meine persönlichen Winter geweckt hat und ich darüber nachgedacht habe, wie ich überwintere. Es ist kein Wohlfühlbuch, dass man „weglesen“ kann, aber wenn man sich darauf einlässt, kann man vieles für sich und den Umgang mit den inneren Wintern mitnehmen.
Ein Sachbuchroman
Es ist zum Teil schon eher ein Sachbuch als Roman und an anderen eher ein Roman als ein Sachbuch. Ich habe dieses Buch grad in meinem persönlichen überwintern gelesen. Die ersten Seiten haben mich wirklich umarmt und irgendwie schon geholfen. Sich immer wieder bewusst zu machen, dass es alles normal ist und vielleicht auch gut mal auf eine Art Inne zu halten und über vieles Nachzudenken. Dass das jeder hat und wir es einfach auch anders benennen können als nur Depression. Dann fand ich es aber irgendwann etwas anstrengend zu lesen. Mir zu viel Sachbuch. Vielleicht auch zu viel, was ich selbst alles schon wusste und dachte. Zum Ende hin mit den Bienen und Eisbaden und der Abschließende Epilog, den ich sehr gut fand, wurde das Buch wieder angenehmer. Da hat es mich wieder berührt. Ich hatte zumindest größere Erwartungen vom Buch, durch den ganzen Rezessionen. Zum Teil erfüllt zum Teil halt nicht. Ich glaube, es kann vielen Menschen Trost geben, die sich mit all den Themen noch nicht so beschäftigt haben, die in diesem Buch angesprochen werden. Deswegen, kann ein jeder es mal lesen. Aber überragend ist es für mich nicht.
"Winter ist die Zeit, in der uns der Tod am nächsten kommt: Uns beschleicht das Gefühl, die bittere Kälte könnte uns dem Leben entreißen, ganz gleich, wie modern und komfortabel wir uns eingerichtet haben. An jenen langen, stillen und sehr dunklen Abenden spüren wir immernoch die Gegenwart derer, die wir verloren haben. Winter ist die Zeit der Geister. Ihre blassen Schemen sind bei Sonnenschein nicht zu erkennen. Erst im Winter treten sie wieder hervor." Katherine May beschreibt diesen Stillstand, in den wir manchmal geraten, wenn ein geliebter Mensch stirbt, wir plötzlich arbeitslos werden oder uns eine Krankheit trifft, als persönliche Winter. Wie in der dunklen, kalten Jahreszeit scheint alles etwas langsamer abzulaufen, die Zeit steht manchmal still, wir fühlen uns abgekoppelt vom Rest der Welt. In ihrem Essay "Überwintern: Wenn das Leben innehält" beschreibt sie eine genau solche Zeit in ihrem Leben, gegliedert in die Herbst- und Wintermonate. Sie gibt sich ganz ihrem Winter hin, reist nach Tromsø zu den Polarlichtern, unterhält sich mit Menschen, die aus dem Norden kommen, schwitzt in der Sauna und badet im eiskalten Meer. Sie durchlebt aber auch viele Momente des Rückzugs und der Besinnlichkeit, bleibt abends lieber zu Hause und liest ein Buch, anstatt sich mit anderen zu treffen oder schaut Filme mit ihrem Sohn. Mir hat das Lesen von "Überwintern" sehr gut getan, es entschleunigt und verschiebt den Blick auf persönliche Winter und den Winter im Allgemeinen - ein ruhiges, nachdenkliches Buch, das ich gerne weiterempfehle. Übersetzt von Marieke Heimburger.

„Überwintern“ ist eine Mischung aus Erzählungen aus dem Leben der Autorin, Lebensweisheiten, Information und Tipps rund um das Überstehen des persönlichen Winters. Leider muss ich sagen, dass das Buch mich überhaupt nicht überzeugen konnte. Ich konnte weder zum Charakter noch zur Erzählweise richtig Zugang finden. Für mich wirkte alles sehr distanziert und nicht nahbar. Die „Lösungsansätze“ sind auch lediglich für Wohlhabende geeignet, für mich persönlich konnte ich nichts entnehmen. Ab der Mitte des Buches habe ich mich überwiegend gelangweilt und gegen Ende auch nur noch queer gelesen. Es fehlte jeglicher roter Faden und Spannungsbogen. Einzig die sprachliche Schönheit der Autorin hat mich davon abgehalten „Überwintern“ abzubrechen. Für mich hielt dieses Werk keinen Mehrwert bereit und ist deshalb ein Flop.
“Jeder durchlebt irgendwann einen Winter. Und bei manchen kehrt er immer wieder.” Katherine May berichtet in diesem Roman von ihren persönlichen Winter- Episoden und wie sie es geschafft hat diese zu überstehen bzw. zu überwintern. Vervollständigt mit Fakten anderer Lebewesen z.B. Haselmäuse und Bienen, sowie deren Umgang mit dem Winter. Gute und eindrucksvolle Ratschläge, die unaufdringlich und liebevoll gemeint sind, regt zum Nachdenken an: Daher bleibt abschließend nur noch die Frage, ob ich wirklich Eisbaden bzw. Winterschwimmen ausprobieren muss, um ins Gleichgewicht zurückzukommen oder doch lieber Winterschlaf abhalten sollte?
5/5
Ein sehr interessantes Buch, das mich durch den tatsächlichen Winter (nicht nur den metaphorischen) begleitet hat und mir dabei viele neue Einblicke geben konnte. Mir haben vor allem die kleinen Informationen gefallen, die immer wieder eingestreut wurden und das sich jedes Kapitel um eine neue Perspektive auf den Winter drehte. Auch die Verknüpfungen zur geistigen Gesundheit und zu den eigenen Erlebnissen der Autorin empfand ich als sehr gelungen. Es hat sich einfach gut angefühlt dieses Buch zu lesen.
Ein wunderschönes nachdenkliches Buch, das halb Roman, halb Sachbuch ist. Die Autorin sinniert darin über vielfältige Aspekte des Winters bzw. Überwinterns. Die dunkle Jahreszeit tut ihr - wie vielen anderen - nicht gut. Das Buch startet im Herbst und endet im Frühjahr. Jedes einzelne Kapitel beleuchtet dabei einzelne Aspekte, es gibt Kapitel über Wölfe, Bienen, Ameisen, Menschen, die am Polarkreis leben, Menschen, die ihre ganz eigenen Strategien durch z.B Eisschwimmen gefunden haben, aber auch persönliche Geschichten wie die Krankheit ihres Mannes oder das "Home Schooling" ihres Sohnes. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es ausdrückt, was viele Menschen empfinden, aber nicht so richtig in Worte packen können. Ich habe die Geschichte eher als Roman empfunden, obwohl wirklich viele Studien angeführt werden und die Autorin auch oft aus anderen Quellen zitiert (einige weise Worte von klugen Menschen). Das einzige, was ich als seltsam empfand, ist, dass ihr Mann nicht wirklich vorkam außer am Anfang, als er krank war. Normalerweise würde man solche Phasen ja gemeinsam durchstehen, aber die Autorin scheint alles mit sich selbst ausmachen zu müssen, ohne Unterstützung aus der Familie erfahren zu können. In Summe ein wirklich ungewöhnliches schön zu lesendes Buch, das alle anspricht, die Winterblues empfinden.
Eine andere Sichtweise auf das Thema.
Ich hatte etwas ganz anderes erwartet, als ich das Buch begonnen hatte. Die Autorin schreibt hier keine fiktive Geschichte, sondern berichtet aus ihren eigenen Erfahrungen und mischt diese mit sehr informativen und interessanten Geschichten die das Thema Winter beinhalten. Wie beispielsweise wie sich Bienen im Winter verhalten, was für einen positiven Effekt Winterbaden hat und noch vieles mehr. Auch wenn das Thema, die eigenen und ganz persönlichen Winter, eher ein ungemütliches ist, ist das Buch nicht bedrückend. Im Gegenteil, die Autorin zeigt anhand der Beispiele auf, dass jeder immer mal wieder einen Winter durchläuft und sich dieser unterschiedlich stark ausprägt. Das muss nicht gleich eine handfeste Depression sein, sondern kann auch einfach nur eine Zeit des Rückzugs sein. Und das man sich ein wenig darauf einstellen kann, sich vorbereiten und auch nach ein paar durchlebten Wintern weiß, dass er irgendwann aufhört. Ein wichtiges Buch, dass zeigt, dass wir und die Gesellschaft es akzeptieren müssen, dass nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Die Natur macht es uns ja wundervoll vor. Es liest sich flüssig und immer dann wenn ich dachte: jetzt schweift sie komplett vom Thema ab, kam der Wendepunkt zurück zum eigentlichen Thema. Es ist informativ, gut geschrieben und bringt einem das Thema gut nahe ohne den Zeigefinger zu erheben. Es bringt einen zum Nachdenken und Überdenken. Klare Leseempfehlung.

Das perfekte Buch für eine schwierige Zeit
Ein Buch über die Winter im Leben, Zeiten von Krankheit, Trauer, Krisen. Eine Reflexion über das Innehalten, das Annehmen und Aushalten. Aber auch ein Buch voller Zuversicht. Bestimmt werden manche Themen nur oberflächlich behandelt und es ist hier und da etwas langatmig, aber das hat mich nicht gestört. Wenn man selbst gerade in einem Winter steckt, ist dieses Buch wie eine warme Tasse Tee. Meine gesammelten Zitate: S 55: „Das Leben will mir ganz eindeutig etwas sagen, aber ich verstehe es noch nicht. Vermutlich hat es etwas damit zu tun, einen Gang zurückzuschalten, zu Hause zu bleiben und mich mal eine Zeit lang nicht in irgendwelche Abenteuer zu stürzen. Davon will ich aber nichts hören.“ S. 130: „Das Jahr wird so oder so weitergehen, aber wenn man ihm Aufmerksamkeit schenkt, seinen Pulsschlag spürt und die Momente des Übergangs und der Verwandlung wahrnimmt - vielleicht sogar die Zeit nimmt, darüber nachzudenken, was man sich von der neuen Phase des Jahres erhofft - fällt es uns möglicherweise leichter, ihm zu folgen.“ S. 136 „Auch darum geht es im Winter: um das aktive Annehmen von Traurigkeit. Darum, dass wir uns selbst gestatten, sie zu empfinden, sie zu brauchen. Darum, den Mut zu haben, unseren schlimmsten Erfahrungen ins Auge zu sehen und zu versuchen, unsere Wunden so gut es geht zu heilen. Winter ist eine Zeit der Intuition, in der wir unsere wahren Bedürfnisse so schneidend spüren wie ein Messer.“ S. 174 „Unser Alltag ist oft isoliert, trostlos und einsam. Da ist es nur verständlich, sich gelegentlich nach etwas zu sehen. Vielleicht ist ein bisschen Sehnsucht gerade das, was uns am Leben hält.“
TW: Depressionen // Dieses Buch ist eine Wohltat für mich. Es hat so viel Wärme ausgeströmt wie ein tiefsinniges, liebevolles Gespräch mit einer mir nahestehenden Person und verdient damit unbedingt eine Leseempfehlung. Katherine May nimmt uns in 'Überwintern' mit durch ihre eigene Winter - sowohl im wörtlichen, als auch metaphorischen Sinne. Als 'Winter' beschreibt sie die dunklen Phasen, die wir alle mal erfahren; Phasen, in denen wir "unsere Knochen zeigen", in denen wir das Gefühl haben, kein Licht mehr zu sehen. Dabei stellt sie eine wichtige Lektion in den Vordergrund: es ist normal, Winter zu erleben und es sollte normal sein, diese zu akzeptieren und nicht als ein Versagen zu betrachten. Jedoch ist 'Überwintern' kein klassischer Ratgeber, stattdessen ist es ein sich-drauf-einlassen: Katherine May schaut sich in ihrem Buch an, wie Überwintern überhaupt funktioniert. Wie überwintern Wölfe, Bienen, die Natur im Allgemeinen; wie gingen Menschen in früheren Epochen mit Wintern um, wie tun sie das heute und was können wir aus all dem lernen? Die einzelnen Kapitel sind nach den Monaten benannt, sodass auch diese die Lesenden einmal komplett durch den Winter führen und am Ende in den Frühlingsbeginn entlassen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich insbesondere zum Ende hin gelegentlich den Eindruck hatte, dass die Autorin Depressionen verharmlost. So weist sie darauf hin, dass es ganz normal sei, sich an manchen Tagen gut zu fühlen und an anderen nicht aufstehen zu wollen - was grundsätzlich natürlich stimmt, aber Depressionen als Erkrankungsbild sind doch etwas mehr als "manchmal nicht aufstehen wollen". Ich hätte mir gewünscht, dass - bei all den erhellenden und wärmenden Gesichtspunkten - zumindest auch erwähnt wird, dass eine Depression eine ernstzunehmende Erkrankungen mit diversen Schweregraden ist, die professionelle Hilfe verlangen und manchmal nicht nur durch Akzeptanz, Aushalten und Herauswachsen geheilt werden kann.
Die Idee hinter diesem Buch hat mich wirklich sehr gecatcht. Der Schreibstil und die Botschaft regt zum nachdenken an. Anfangs hatte die Geschichte eine sehr entschleunigende Wirkung auf mich, was mir sehr gefiel. Am Ende war es leider doch so langatmig, dass ich mich ein wenig zwingen musste es zu beenden. Eventuell war es auch einfach der falsche Zeitpunkt für mich.

„Transformation ist die Kernaufgabe des Winters.“
Jap, und das merkt man beim Lesen dieses Buches. Und Lesen würde ich ebenfalls als transformierend bezeichnen. 😁 „Es heißt, man soll tanzen, als würde niemand zusehen. Ich glaube, das gilt auch fürs Lesen.“ Ich bin froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, auch wenn ich jetzt mit der Geschichte bis zum Ende des Frühlings überwintert habe. 😅 Was bedeutet überwintern? Wieso haben wir Angst vor dunklen Lebensphasen? Wieso nehmen wir sie nicht an? Wieso halten wir diese immer für Anomalien? In diesem Buch finden sich viele Gedanken und Erfahrungen dazu. Und Perspektiven. Wir müssen alle hin und wieder überwintern. Es gehört zu unserem Sein und Leben hier: Es geht darum, uns und unseren Winter anzunehmen. Es stecken Botschaften in unseren Wintern. 🤗 Ich habe das Buch im Winter draußen und auch in meinem persönlichen Winter angefangen und fühle mich gestärkt. Mays Schreibweise finde ich sehr sympathisch und ich habe mich liebevoll begleitet gefühlt. Auch wenn jetzt draußen der Sommer vor der Tür steht, fürchte ich mich nicht vor meinen persönlichen Wintern. Und mit diesem Zitat empfehle ich diese Lektüre: „Wir müssen lernen, wieder in Beziehung zu treten: In lebendige, nährende Beziehung zum Universum…Wir müssen wieder Rituale pflegen, morgens, mittags und abends, beim Entzünden von Feuer und beim Einschenken von Wasser, beim ersten Atemzug und beim letzten.“ Von D. H. Lawrence, hier zitiert von der Autorin Katherine May. 🥰

Katherine May - Überwintern (aus dem Englischen von Mareike Heimburger) Jeder Mensch hat seine persönlichen Winter. Zeiten, in denen man nicht wirklich weiß, was einem bevorsteht, ein Gefühl wie in einem luftleeren Raum, ohne Halt und ohne Perspektive. Katherine May erzählt von ihren persönlichen Wintern und wie sie diese auf ihre individuelle Art zu überstehen lernt. Sei es, indem sie bei einer Wassertemperatur von 3°C schwimmen geht, die Polarlichter bewundert oder Gesangsunterricht nimmt, um ihre Stimme wieder zu finden. Sie spricht auch mit anderen Personen über diese Winter und die Leser*innen kriegen ein Gefühl davon, wie unterschiedlich diese aussehen können. Doch eins haben alle Winter gemeinsam: jeder Mensch hat sie, jeder sollte sich in dieser Zeit zurückziehen (können), um mit neuen Kräften im Frühling wieder durchstarten zu können. Denn laut May verläuft das Leben nicht linear, nein, es ist ein Auf und Ab der Emotionen und Kräfte und das ist natürlich. "Wir tun, als wäre jede dieser Winterphasen eine beschämende Anomalie, die es zu verstecken oder zu ignorieren gilt." Mit ihren ehrlichen und doch warmen Worten hat mir May das Gefühl gegeben, nicht allein zu sein. Wie eine Decke haben mich ihre Sätze umarmt und mich in meinem eigenen kleinen Winter eingelullt, auf positive Art und Weise. Scheinbar kleine Geschichten haben mich inspiriert, mich auf diese Winter einzulassen, so schmerzhaft sie auch sein mögen und sie zuzulassen. Nicht dagegen anzukämpfen, sondern auf mich Acht zu geben, um gestärkt und klüger daraus hervorzugehen. Mit jeder Geschichte macht May die Notwendigkeit des bewussten Erlebens unserer Winter, aber auch Sommer, deutlich. Vielleicht habe ich zwar ein wenig zu viel von dem Buch erwartet, auch weil es so hoch gelobt wurde, aber tatsächlich fehlte mir doch das I-Tüpfelchen. Was nicht heißt, dass das Buch nicht dennoch fantastisch war und ich es sehr gern gelesen habe. Aber zu 5 Sternen hat es nicht ganz gereicht. Daher: 4,5
Das Thema fand ich generell sehr interessant, da ich darüber in dieser Form noch nie nachgedacht hatte und es doch sehr gut zu Dingen passte, die ich selbst auch schon gefühlt habe. Ich denke jedoch, dass ich aus dem Epilog wirklich am meisten mitgenommen habe. Der Rest des Buches plätscherte so dahin und ich hatte das Gefühl das Buch „erledigen“ zu müssen. Einige Anekdoten empfand ich auch eher als nervig.
Rezension zu „Überwintern“ von Katherine May
Manchmal fühlt sich das Leben an, als würde alles stillstehen. Genau dieses Gefühl beschreibt Katherine May in Überwintern auf eine sehr ruhige, kluge und gleichzeitig tröstliche Weise. Krisen – ob Krankheit, Verlust oder andere Umbrüche – werden hier als „Winter“ verstanden. Nicht als Scheitern. Nicht als Rückschritt. Sondern als notwendige Phase. Besonders mochte ich den Perspektivwechsel: Diese schwierigen Zeiten nicht nur auszuhalten, sondern sie als Teil des Lebens anzunehmen. Als etwas, das dazugehört und vielleicht sogar wichtig ist. Wie in der Natur, in der im Winter alles ruht, um Kraft für den Frühling zu sammeln. Dieser Gedanke hat bei mir wirklich nachgewirkt. Dabei ist das Buch erstaunlich leichtgängig zu lesen. Trotz der schweren Themen wirkt es nie erdrückend. Es ist persönlich, reflektiert und dabei angenehm unaufgeregt. Die winterlichen Bilder, Reisen und Rituale schaffen eine besondere Atmosphäre, ohne kitschig zu sein. Ein ruhiges, kluges Buch über das Innehalten, über Akzeptanz – und darüber, dass auch kalte, dunkle Zeiten ihren Sinn haben können.

Wie ein Mensch überwintern kann
Mich hat das Buch zwar sehr unterhalten, doch mir hat der Spannungsbogen gefehlt. Das Überwintern und seinen eigenen Winter zu lassen und auf sich zu schauen, was einem gut tut ist angekommen. Das "Bei eisigen Temperaturen im Meer schwimmen gehen" fand ich sehr interessant.

Mit vielen Geschichten und Erlebnissen konnte ich mich auch identifizieren, verstanden fühlen und Frieden finden. Im ersten Teil des Buches habe ich oft geschmunzelt, aus dem zweiten einige Denkanstöße mitgenommen. Das Lesen hat sehr viel Freude gemacht & der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut!

Faszinierend und wunderschön!
Zugegeben das Buch passt nicht wirklich zur aktuellen Jahreszeit, aber es war das Cover und der Klappentext, welche eine große Neugier in mir geweckt haben. 🤓 Zudem ist der Winter nicht bloß eine Jahreszeit, sondern kann auch ein Gefühl sein, dass das eigene Leben zum Stillstand bringt. Katherine May findet in ihrem Werk „Überwintern“ die passenden Worte für diese Stimmung. ❄️ Es geht um Momente des Rückzugs, Krankheit, Arbeitslosigkeit und der Verlust geliebter Menschen. Die Autorin nimmt uns auf ihre ganz persönliche Gefühlsreise durch die Herbst- und Wintermonate mit. Sie beschreibt in Form von kleinen poetischen „Überwinterungshilfen“, warum es für uns Menschen so wichtig ist auch mal innezuhalten und durchzuatmen. ✨ Faszinierend und einfach wunderschön: Mich hat dieses Buch begeistert! 😍
Description
Es gibt Zeiten, da liegt unser Leben „auf Eis“ und wir fühlen uns wie aus der Welt gefallen. Durch eine Krankheit oder den Verlust eines geliebten Menschen, durch Arbeitslosigkeit. Auch ein freudiges Ereignis wie die Geburt eines Kindes kann uns aus dem Gleichgewicht bringen. Katherine May nennt diese Zeiten des Rückzugs, die ihr selbst nur allzu vertraut sind, »Winter«. Und wie auch in der winterlichen Kälte alles ruht, um Kraft für den Frühling zu sammeln, so gibt May sich dem „Überwintern“ hin. Sie reist nach Tromsø zu den Polarlichtern, schwimmt im eisigen Meer, schwitzt in der Sauna und feiert das Winterfest Santa Lucia. Sie besinnt sich auf das Wesentliche und gibt sich der Ruhe und inneren Einkehr hin – bis sie sich wieder bereit fühlt, mit neuer Energie weiterzumachen.
Wir können uns unsere Winter nicht aussuchen. Aber wie wir überwintern, schon. Ein wunderbares Buch über die heilsame Kraft des Innehaltens.Book Information
Author Description
Katherine May schreibt Romane und Sachbücher, u. a. über Autismus. Sie verfasste zahlreiche Artikel für u. a. die Times und unterrichtete Creative Writing an der Christ Church University in Canterbury. Sie lebt am Meer im englischen Whitstable und liebt es, draußen zu sein. Mays Bücher erscheinen in 26 Sprachen. Ihr Buch Überwintern. Wenn das Leben innehält war ein internationaler Erfolg und stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste.
Posts
Den Jahreswechsel habe ich mit diesem Buch verbracht. Die Autorin gibt einen Erfahrungsbericht über ihren eigenen Umgang mit Krankheit und Krisen. Die persönlichen Krisen vergleicht sie mit Wintern und ihrem Stillstand, aber auch mit Strategien zum Überwintern aus der Tier- und Pflanzenwelt. Wahrscheinlich werden viele Menschen Abschnitte in dem Buch finden, die ihnen zusagen. Für mich war es zum Beispiel der Abschnitt rund ums Singen, Stimme und Sprache.
„Überwintern“ - Katherine May Dieses Buch ist eine Mischung aus Memoir , Natur-Essay und Lebensratgeber. Die Autorin nutzt die Jahreszeit Winter (hier Spätsommer September bis Ende März) als Metapher für schwierige Lebensphasen – Zeiten, in denen wir gezwungen sind, zur Ruhe zu kommen, zurückzutreten und Kraft zu sammeln, bevor es wieder „Frühling“ wird. Das Buch wurde in verschiedenen Monate aufgeteilt. Das Konzept des „Überwinterns“ – also schwierige Phasen nicht zu meiden, sondern bewusst zu durchleben – wird als ermutigend und tröstend empfunden. Es regt an, langsamer zu leben, sich selbst liebevoll zu begegnen und nicht sofort weiterzumachen, wenn das Leben stockt. Der Anfang war sehr stark und eindringlich, aber zum Ende hin wird es etwas flacher und nicht mehr so intensiv. Teilweise auch sehr persönlich und nicht unbedingt in der Praxis umsetzbar. Trotzdem hat es tolle Ansätze um den kalten Winter zu „überstehen“. Ein tolles Buch, dass meiner Meinung nach noch mehr potenzial hat.

Der Winter in mir...
Ein sehr beeindruckend ehrlicher Bericht über tiefe Gräben im Leben von jedem von uns. Den Umgang mit persönlichen Krisen und Dingen die helfen können, wieder Auftrieb zu bekommen, etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Mutmacher in heftigen Umbrüchen, angezweifelten Lebenswegen und vor allem den Erwartungen an uns selbst! Katherine May hält uns schonungslos offen den Spiegel vor, was Verdrängung mit uns macht. Wie unsere Umwelt auf Störfaktoren und disfunktionale Menschen reagiert, die aus dem Rahmen fallen. Wie wir Tod und Trauer verdrängen, einfach gar nicht zulassen können. Vom System gezwungen werden, nach zwei Tagen Sonderurlaub! bitte wieder absolut funktional auf der Arbeit erscheinen... Ihre Strategien im Umgang mit verschiedenen Winterphasen des Lebens sind einfach bis brillant. Eisbaden ist zwar nicht mein Fall, aber ich nehme ihr nach der Lektüre definitiv die Endorphinflut ab, die dabei aufkommt und das Gehirn im Schock - Kältezustand einfach alles andere an schlimmen, negativen und traurig belastenden Gedanken ausblenden kann/muss. Backen, lesen, Gespräche und Telefonate mit guten wohlmeinenden Freunden waren schon eher die Medis meiner Wahl. Auch die Betrachtungen der Natur und ihr innehalten im Winter ist tatsächlich heilsam. Vergleiche mit anderen Kulturkreisen (die finnische Freundin und saunieren) waren großartig erklärt und einfühlsam beschrieben. Ich habe direkt fünf Personen im Kopf, denen dieses Buch auch so viel geben kann. Danke an Frau May für diese ehrliche Bestandsaufnahme der seelischen Gemütszustände in schweren Lebenssituationen und die Vermittlung von Hoffnung, dass auf jeden Winter ein Frühling folgt!

„Jeder durchlebt irgendwann mal einen Winter. Und bei manchen kehrt er immer wieder. Winter ist nicht einfach nur eine kalte Jahreszeit. Auch im Leben kann es Phasen geben, die sich wie Winter anfühlen. Karge Phasen, in denen man sich ausgesondert, ausgeschlossen und ausgebremst fühlt, in eine Außenseiterrolle gedrängt.“ „Wir müssen lernen, unsere Winter zuzulassen. Es liegt nicht bei uns, ob ein Winter einkehrt – aber es liegt bei uns, wie wir mit ihm umgehen.“
Die britische Autorin Katherine May setzt in ihrem Essay die Jahreszeit Winter in Verbindung zu persönlichen Wintern, also schweren Zeiten, die jeder Mensch im Laufe des Lebens durchläuft. Sie zeigt in ihrem Text auf, dass diese persönlichen Winter jeden Menschen heimsuchen und dass wir oft keinen Einfluss darauf haben, wann bei uns der Winter einkehrt. Katherine May beschreibt, wieso persönliche Winter wichtig sind und zum Leben dazu gehören, genauso wie die Welt und die Natur den Winter als Jahreszeit brauchen, um sich zu erholen und neue Kraft für den Sommer zu tanken. Sie berichtet sehr persönlich von ihren eigenen persönlichen Wintern und wie sie diese mit unter anderem viel Selbstfürsorge überstanden hat. Der Text ermutigt dazu, sich sowohl in den persönlichen Wintern, als auch in den jahreszeitlichen Wintern zurückzuziehen und diese ruhige und stille Zeit zur Erholung und Vorbereitung auf den Frühling zu nutzen. Gleichzeitig nimmt die Autorin viel Bezug auf die Natur und Tierwelt und zeigt die Schönheit des Winters auf, die eher sparsam daherkommt, aber trotzdem wichtig und essenziell ist. Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die nach den Monaten September bis März benannt sind. Die Autorin durchläuft in ihrem Werk also quasi einen Winter vom Anfang bis zum Ende. Ich habe „Überwintern“ einmal im Dezember am Stück gelesen und im darauffolgenden Jahr kapitelweise in den entsprechenden Monaten. Das Buch eignet sich also wunderbar dazu, um das eigene Überwintern kapitelweise zu begleiten. Für mich persönlich bedeutet der Winter als Jahreszeit, dass ich mir Zeit für mich und Raum für innere Einkehr nehme. Mir hat das Buch viele gute Denkanstöße gegeben und mir teilweise aus der Seele gesprochen. Es hat mich sehr darin ermutigt, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und mein Leben nach ihnen zu gestalten, um dadurch persönliche Winter besser zu überstehen. Meiner Meinung nach ist „Überwintern“ das perfekte Buch, um den Winter als Jahreszeit besser annehmen und auch mehr anerkennen und genießen zu können, gerade wenn wir in der dunklen Jahreszeit den Frühling und Sommer vermissen.

Den Winter willkommen heißen
Das Leben ist, so gerne ich es mir manchmal auch wünschen würde, kein endloser Sommer, es gibt immer wieder dunkle schwere Phasen, Winter. Und genau von diesen Phasen und dem Winter, dem saisonalen und den persönlichen, erzählt dieses Buch. Katherine May berichtet dabei in biografischen Episoden von ihren Wintern und wie sie gelernt hat, mit diesen umzugehen. Kluge Ratschläge, die unaufdringlich und sanft daherkommen, ohne belehren zu wollen, die helfen die Dunkelheit anzunehmen und gestärkt aus ihr hervorzugehen. Dabei ist es ein großartiges Plädoyer dafür, das Tabu Thema dieser schlechten Phasen anzusprechen. Sei es durch Depression, Trauer, Überforderung oder anderes. In einer Gesellschaft, in der immer alle funktionieren müssen, zu akzeptieren, dass man nicht immer funktionieren kann und dass das absolut nichts Verwerfliches ist, was uns als Mensch herabsetzt. Ganz im Gegenteil können wir Kraft ziehen aus dieser Ruhephase, uns besinnen und neu sammeln, verändern und wachsen. Genau wie es die Natur jeden Winter tut. Und dabei hilft dieses Buch auf wunderschöne Art und Weise. Und mal ganz ehrlich: wüssten wir den Sommer denn noch genauso zu schätzen, wenn es den Winter nicht geben würde?
Vielleicht liegt es an mir - aber dieses Buch war für mich persönlich eines der schlechtesten die ich bis jetzt gelesen habe. Anfangs dachte ich, ich gebe dem Ganzen etwas Zeit, aber ich konnte mich einfach nicht in die Erzählperspektive einfinden. Für mich war es nicht möglich eine Nähe zum Charakter aufzubauen - weil alles so unnahbar und weit weg geschrieben war. Zum Schluss habe ich eigentlich nur noch quer gelesen…
Katherine Mays Buch "Überwintern" ist ein feinfühliges, autobiografisch geprägtes Essay, das sich mit den dunklen, stillen Phasen des Lebens auseinandersetzt – jenen Momenten, in denen alles ins Stocken gerät und wir gezwungen sind, innezuhalten. May nennt diese Zeiten „Winter“, unabhängig von der tatsächlichen Jahreszeit, und plädiert dafür, sie nicht zu verdrängen, sondern bewusst zu durchleben. Sie beschreibt persönliche Krisen – von Krankheit über Depression bis zur Schreibblockade – und verwebt sie mit Reflexionen über Natur, Kultur und Rituale des Winters. Sie reist nach Tromsø, schwimmt im eisigen Meer, besucht Saunen und feiert das Luciafest – all das als Teil eines inneren Heilungsprozesses. Ihre zentrale These: Rückzug ist kein Scheitern, sondern eine notwendige Phase der Regeneration. "Überwintern" ist kein klassischer Ratgeber, sondern ein literarisches Plädoyer für Selbstmitgefühl und Akzeptanz. Wer sich in einer Lebenskrise befindet oder einfach eine stille, kluge Begleitung für die dunklen Monate sucht, wird in Katherine Mays Buch Trost und Tiefe finden.
❄️🌞 Wärmt im Winter.
"Jeder durchlebt irgendwann einen Winter. Und bei manchen kehrt er immer wieder." Was für ein lebenskluges, kleines Buch. Katherine May erzählt episodenweise von ihren Winterphasen. Nebenbei gespickt wird das ganze von interessanten Fakten, Überwinterungsansätzen von anderen und kleinen Beobachtungen. Ihr Schreibstil ist dabei ganz ruhig und bedacht. Bei mir erzeugte "Überwintern" ungefähr das Gefühl, das bei einem nächtlichen Schneespaziergang entsteht – wenn sich alles gedämpft und ganz still anfühlt, und man innerlich ganz ruhig wird, obwohl um einen herum der Schneesturm tobt und die Temperatur eigentlich alles andere als gemütlich ist. Auch ich kenne diese Winterphasen nur zu gut und las das Buch mitten in einer davon. Es wirkt wunderbar beruhigend und bestärkend. Einzig hätte ich mir gewünscht, etwas mehr Handlung darüber zu lesen, wie die Autorin ihren Winter übersteht. Dennoch kann ich "Überwintern" absolut empfehlen. Auch für die, die vielleicht selber solche Phasen noch gar nicht kennen. "So langsam glaube ich, dass Unglück – das Unglücklichsein – ein ganz einfacher Umstand im Leben ist: ein schlichtes, grundlegendes Gefühl, das respektiert werden muss, vielleicht sogar gewürdigt."

Sehr berührender Roman, der eine Mischung aus Memoire, Nature Writing und der Auseinandersetzung mit Traditionen und Ritualen ist. Super angenehmer ruhiger Ton, nachdenklich machende Impulse und ein ungeschönter Blick auf das eigene Leben und die schwierigen Phasen in ihm. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass dort eine sehr privilegierte Person erzählt, das hat sich zum Ende hin etwas gelegt und ich fand schön, dass die Botschaft nicht aus "einfach positiv denken" bestand, sondern einen unfassenderen und realistischeren Blick auf das Leben geboten hat. Einzig die Struktur war für mich zumindest im Hörbuch nicht ganz schlüssig, die verschiedenen Abschnitte folgten teils etwas abrupt und zusammenhangslos aufeinander, aber das kann auch am Medium liegen und im Buch besser strukturiert und kenntlich gemacht sein. Das Hörbuch, angenehm gelesen von Jennipher Antoni, hat mir gut gefallen, ich habe aber das Bedürfnis, den Text noch einmal als richtiges Buch durchzugehen und merkenswerte Stellen zu markieren oder rauszuschreiben, vielleicht im nächsten Winter. Große Leseempfehlung für alle, die sich nach etwas Ruhe, Nachdenklichkeit und echter Menschlichkeit sehnen, passt wunderbar in den Winter und lässt einen vorsichtig hoffnungsvoll zurück. Wunderbar übersetzt von Marieke Heimburger.
Katherine May schreibt vom Überwintern, dem Inneren und Äußeren. Ich musste das Buch in Etappen lesen, da es viele Erinnerungen an meine persönlichen Winter geweckt hat und ich darüber nachgedacht habe, wie ich überwintere. Es ist kein Wohlfühlbuch, dass man „weglesen“ kann, aber wenn man sich darauf einlässt, kann man vieles für sich und den Umgang mit den inneren Wintern mitnehmen.
Ein Sachbuchroman
Es ist zum Teil schon eher ein Sachbuch als Roman und an anderen eher ein Roman als ein Sachbuch. Ich habe dieses Buch grad in meinem persönlichen überwintern gelesen. Die ersten Seiten haben mich wirklich umarmt und irgendwie schon geholfen. Sich immer wieder bewusst zu machen, dass es alles normal ist und vielleicht auch gut mal auf eine Art Inne zu halten und über vieles Nachzudenken. Dass das jeder hat und wir es einfach auch anders benennen können als nur Depression. Dann fand ich es aber irgendwann etwas anstrengend zu lesen. Mir zu viel Sachbuch. Vielleicht auch zu viel, was ich selbst alles schon wusste und dachte. Zum Ende hin mit den Bienen und Eisbaden und der Abschließende Epilog, den ich sehr gut fand, wurde das Buch wieder angenehmer. Da hat es mich wieder berührt. Ich hatte zumindest größere Erwartungen vom Buch, durch den ganzen Rezessionen. Zum Teil erfüllt zum Teil halt nicht. Ich glaube, es kann vielen Menschen Trost geben, die sich mit all den Themen noch nicht so beschäftigt haben, die in diesem Buch angesprochen werden. Deswegen, kann ein jeder es mal lesen. Aber überragend ist es für mich nicht.
"Winter ist die Zeit, in der uns der Tod am nächsten kommt: Uns beschleicht das Gefühl, die bittere Kälte könnte uns dem Leben entreißen, ganz gleich, wie modern und komfortabel wir uns eingerichtet haben. An jenen langen, stillen und sehr dunklen Abenden spüren wir immernoch die Gegenwart derer, die wir verloren haben. Winter ist die Zeit der Geister. Ihre blassen Schemen sind bei Sonnenschein nicht zu erkennen. Erst im Winter treten sie wieder hervor." Katherine May beschreibt diesen Stillstand, in den wir manchmal geraten, wenn ein geliebter Mensch stirbt, wir plötzlich arbeitslos werden oder uns eine Krankheit trifft, als persönliche Winter. Wie in der dunklen, kalten Jahreszeit scheint alles etwas langsamer abzulaufen, die Zeit steht manchmal still, wir fühlen uns abgekoppelt vom Rest der Welt. In ihrem Essay "Überwintern: Wenn das Leben innehält" beschreibt sie eine genau solche Zeit in ihrem Leben, gegliedert in die Herbst- und Wintermonate. Sie gibt sich ganz ihrem Winter hin, reist nach Tromsø zu den Polarlichtern, unterhält sich mit Menschen, die aus dem Norden kommen, schwitzt in der Sauna und badet im eiskalten Meer. Sie durchlebt aber auch viele Momente des Rückzugs und der Besinnlichkeit, bleibt abends lieber zu Hause und liest ein Buch, anstatt sich mit anderen zu treffen oder schaut Filme mit ihrem Sohn. Mir hat das Lesen von "Überwintern" sehr gut getan, es entschleunigt und verschiebt den Blick auf persönliche Winter und den Winter im Allgemeinen - ein ruhiges, nachdenkliches Buch, das ich gerne weiterempfehle. Übersetzt von Marieke Heimburger.

„Überwintern“ ist eine Mischung aus Erzählungen aus dem Leben der Autorin, Lebensweisheiten, Information und Tipps rund um das Überstehen des persönlichen Winters. Leider muss ich sagen, dass das Buch mich überhaupt nicht überzeugen konnte. Ich konnte weder zum Charakter noch zur Erzählweise richtig Zugang finden. Für mich wirkte alles sehr distanziert und nicht nahbar. Die „Lösungsansätze“ sind auch lediglich für Wohlhabende geeignet, für mich persönlich konnte ich nichts entnehmen. Ab der Mitte des Buches habe ich mich überwiegend gelangweilt und gegen Ende auch nur noch queer gelesen. Es fehlte jeglicher roter Faden und Spannungsbogen. Einzig die sprachliche Schönheit der Autorin hat mich davon abgehalten „Überwintern“ abzubrechen. Für mich hielt dieses Werk keinen Mehrwert bereit und ist deshalb ein Flop.
“Jeder durchlebt irgendwann einen Winter. Und bei manchen kehrt er immer wieder.” Katherine May berichtet in diesem Roman von ihren persönlichen Winter- Episoden und wie sie es geschafft hat diese zu überstehen bzw. zu überwintern. Vervollständigt mit Fakten anderer Lebewesen z.B. Haselmäuse und Bienen, sowie deren Umgang mit dem Winter. Gute und eindrucksvolle Ratschläge, die unaufdringlich und liebevoll gemeint sind, regt zum Nachdenken an: Daher bleibt abschließend nur noch die Frage, ob ich wirklich Eisbaden bzw. Winterschwimmen ausprobieren muss, um ins Gleichgewicht zurückzukommen oder doch lieber Winterschlaf abhalten sollte?
5/5
Ein sehr interessantes Buch, das mich durch den tatsächlichen Winter (nicht nur den metaphorischen) begleitet hat und mir dabei viele neue Einblicke geben konnte. Mir haben vor allem die kleinen Informationen gefallen, die immer wieder eingestreut wurden und das sich jedes Kapitel um eine neue Perspektive auf den Winter drehte. Auch die Verknüpfungen zur geistigen Gesundheit und zu den eigenen Erlebnissen der Autorin empfand ich als sehr gelungen. Es hat sich einfach gut angefühlt dieses Buch zu lesen.
Ein wunderschönes nachdenkliches Buch, das halb Roman, halb Sachbuch ist. Die Autorin sinniert darin über vielfältige Aspekte des Winters bzw. Überwinterns. Die dunkle Jahreszeit tut ihr - wie vielen anderen - nicht gut. Das Buch startet im Herbst und endet im Frühjahr. Jedes einzelne Kapitel beleuchtet dabei einzelne Aspekte, es gibt Kapitel über Wölfe, Bienen, Ameisen, Menschen, die am Polarkreis leben, Menschen, die ihre ganz eigenen Strategien durch z.B Eisschwimmen gefunden haben, aber auch persönliche Geschichten wie die Krankheit ihres Mannes oder das "Home Schooling" ihres Sohnes. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es ausdrückt, was viele Menschen empfinden, aber nicht so richtig in Worte packen können. Ich habe die Geschichte eher als Roman empfunden, obwohl wirklich viele Studien angeführt werden und die Autorin auch oft aus anderen Quellen zitiert (einige weise Worte von klugen Menschen). Das einzige, was ich als seltsam empfand, ist, dass ihr Mann nicht wirklich vorkam außer am Anfang, als er krank war. Normalerweise würde man solche Phasen ja gemeinsam durchstehen, aber die Autorin scheint alles mit sich selbst ausmachen zu müssen, ohne Unterstützung aus der Familie erfahren zu können. In Summe ein wirklich ungewöhnliches schön zu lesendes Buch, das alle anspricht, die Winterblues empfinden.
Eine andere Sichtweise auf das Thema.
Ich hatte etwas ganz anderes erwartet, als ich das Buch begonnen hatte. Die Autorin schreibt hier keine fiktive Geschichte, sondern berichtet aus ihren eigenen Erfahrungen und mischt diese mit sehr informativen und interessanten Geschichten die das Thema Winter beinhalten. Wie beispielsweise wie sich Bienen im Winter verhalten, was für einen positiven Effekt Winterbaden hat und noch vieles mehr. Auch wenn das Thema, die eigenen und ganz persönlichen Winter, eher ein ungemütliches ist, ist das Buch nicht bedrückend. Im Gegenteil, die Autorin zeigt anhand der Beispiele auf, dass jeder immer mal wieder einen Winter durchläuft und sich dieser unterschiedlich stark ausprägt. Das muss nicht gleich eine handfeste Depression sein, sondern kann auch einfach nur eine Zeit des Rückzugs sein. Und das man sich ein wenig darauf einstellen kann, sich vorbereiten und auch nach ein paar durchlebten Wintern weiß, dass er irgendwann aufhört. Ein wichtiges Buch, dass zeigt, dass wir und die Gesellschaft es akzeptieren müssen, dass nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Die Natur macht es uns ja wundervoll vor. Es liest sich flüssig und immer dann wenn ich dachte: jetzt schweift sie komplett vom Thema ab, kam der Wendepunkt zurück zum eigentlichen Thema. Es ist informativ, gut geschrieben und bringt einem das Thema gut nahe ohne den Zeigefinger zu erheben. Es bringt einen zum Nachdenken und Überdenken. Klare Leseempfehlung.

Das perfekte Buch für eine schwierige Zeit
Ein Buch über die Winter im Leben, Zeiten von Krankheit, Trauer, Krisen. Eine Reflexion über das Innehalten, das Annehmen und Aushalten. Aber auch ein Buch voller Zuversicht. Bestimmt werden manche Themen nur oberflächlich behandelt und es ist hier und da etwas langatmig, aber das hat mich nicht gestört. Wenn man selbst gerade in einem Winter steckt, ist dieses Buch wie eine warme Tasse Tee. Meine gesammelten Zitate: S 55: „Das Leben will mir ganz eindeutig etwas sagen, aber ich verstehe es noch nicht. Vermutlich hat es etwas damit zu tun, einen Gang zurückzuschalten, zu Hause zu bleiben und mich mal eine Zeit lang nicht in irgendwelche Abenteuer zu stürzen. Davon will ich aber nichts hören.“ S. 130: „Das Jahr wird so oder so weitergehen, aber wenn man ihm Aufmerksamkeit schenkt, seinen Pulsschlag spürt und die Momente des Übergangs und der Verwandlung wahrnimmt - vielleicht sogar die Zeit nimmt, darüber nachzudenken, was man sich von der neuen Phase des Jahres erhofft - fällt es uns möglicherweise leichter, ihm zu folgen.“ S. 136 „Auch darum geht es im Winter: um das aktive Annehmen von Traurigkeit. Darum, dass wir uns selbst gestatten, sie zu empfinden, sie zu brauchen. Darum, den Mut zu haben, unseren schlimmsten Erfahrungen ins Auge zu sehen und zu versuchen, unsere Wunden so gut es geht zu heilen. Winter ist eine Zeit der Intuition, in der wir unsere wahren Bedürfnisse so schneidend spüren wie ein Messer.“ S. 174 „Unser Alltag ist oft isoliert, trostlos und einsam. Da ist es nur verständlich, sich gelegentlich nach etwas zu sehen. Vielleicht ist ein bisschen Sehnsucht gerade das, was uns am Leben hält.“
TW: Depressionen // Dieses Buch ist eine Wohltat für mich. Es hat so viel Wärme ausgeströmt wie ein tiefsinniges, liebevolles Gespräch mit einer mir nahestehenden Person und verdient damit unbedingt eine Leseempfehlung. Katherine May nimmt uns in 'Überwintern' mit durch ihre eigene Winter - sowohl im wörtlichen, als auch metaphorischen Sinne. Als 'Winter' beschreibt sie die dunklen Phasen, die wir alle mal erfahren; Phasen, in denen wir "unsere Knochen zeigen", in denen wir das Gefühl haben, kein Licht mehr zu sehen. Dabei stellt sie eine wichtige Lektion in den Vordergrund: es ist normal, Winter zu erleben und es sollte normal sein, diese zu akzeptieren und nicht als ein Versagen zu betrachten. Jedoch ist 'Überwintern' kein klassischer Ratgeber, stattdessen ist es ein sich-drauf-einlassen: Katherine May schaut sich in ihrem Buch an, wie Überwintern überhaupt funktioniert. Wie überwintern Wölfe, Bienen, die Natur im Allgemeinen; wie gingen Menschen in früheren Epochen mit Wintern um, wie tun sie das heute und was können wir aus all dem lernen? Die einzelnen Kapitel sind nach den Monaten benannt, sodass auch diese die Lesenden einmal komplett durch den Winter führen und am Ende in den Frühlingsbeginn entlassen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich insbesondere zum Ende hin gelegentlich den Eindruck hatte, dass die Autorin Depressionen verharmlost. So weist sie darauf hin, dass es ganz normal sei, sich an manchen Tagen gut zu fühlen und an anderen nicht aufstehen zu wollen - was grundsätzlich natürlich stimmt, aber Depressionen als Erkrankungsbild sind doch etwas mehr als "manchmal nicht aufstehen wollen". Ich hätte mir gewünscht, dass - bei all den erhellenden und wärmenden Gesichtspunkten - zumindest auch erwähnt wird, dass eine Depression eine ernstzunehmende Erkrankungen mit diversen Schweregraden ist, die professionelle Hilfe verlangen und manchmal nicht nur durch Akzeptanz, Aushalten und Herauswachsen geheilt werden kann.
Die Idee hinter diesem Buch hat mich wirklich sehr gecatcht. Der Schreibstil und die Botschaft regt zum nachdenken an. Anfangs hatte die Geschichte eine sehr entschleunigende Wirkung auf mich, was mir sehr gefiel. Am Ende war es leider doch so langatmig, dass ich mich ein wenig zwingen musste es zu beenden. Eventuell war es auch einfach der falsche Zeitpunkt für mich.

„Transformation ist die Kernaufgabe des Winters.“
Jap, und das merkt man beim Lesen dieses Buches. Und Lesen würde ich ebenfalls als transformierend bezeichnen. 😁 „Es heißt, man soll tanzen, als würde niemand zusehen. Ich glaube, das gilt auch fürs Lesen.“ Ich bin froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, auch wenn ich jetzt mit der Geschichte bis zum Ende des Frühlings überwintert habe. 😅 Was bedeutet überwintern? Wieso haben wir Angst vor dunklen Lebensphasen? Wieso nehmen wir sie nicht an? Wieso halten wir diese immer für Anomalien? In diesem Buch finden sich viele Gedanken und Erfahrungen dazu. Und Perspektiven. Wir müssen alle hin und wieder überwintern. Es gehört zu unserem Sein und Leben hier: Es geht darum, uns und unseren Winter anzunehmen. Es stecken Botschaften in unseren Wintern. 🤗 Ich habe das Buch im Winter draußen und auch in meinem persönlichen Winter angefangen und fühle mich gestärkt. Mays Schreibweise finde ich sehr sympathisch und ich habe mich liebevoll begleitet gefühlt. Auch wenn jetzt draußen der Sommer vor der Tür steht, fürchte ich mich nicht vor meinen persönlichen Wintern. Und mit diesem Zitat empfehle ich diese Lektüre: „Wir müssen lernen, wieder in Beziehung zu treten: In lebendige, nährende Beziehung zum Universum…Wir müssen wieder Rituale pflegen, morgens, mittags und abends, beim Entzünden von Feuer und beim Einschenken von Wasser, beim ersten Atemzug und beim letzten.“ Von D. H. Lawrence, hier zitiert von der Autorin Katherine May. 🥰

Katherine May - Überwintern (aus dem Englischen von Mareike Heimburger) Jeder Mensch hat seine persönlichen Winter. Zeiten, in denen man nicht wirklich weiß, was einem bevorsteht, ein Gefühl wie in einem luftleeren Raum, ohne Halt und ohne Perspektive. Katherine May erzählt von ihren persönlichen Wintern und wie sie diese auf ihre individuelle Art zu überstehen lernt. Sei es, indem sie bei einer Wassertemperatur von 3°C schwimmen geht, die Polarlichter bewundert oder Gesangsunterricht nimmt, um ihre Stimme wieder zu finden. Sie spricht auch mit anderen Personen über diese Winter und die Leser*innen kriegen ein Gefühl davon, wie unterschiedlich diese aussehen können. Doch eins haben alle Winter gemeinsam: jeder Mensch hat sie, jeder sollte sich in dieser Zeit zurückziehen (können), um mit neuen Kräften im Frühling wieder durchstarten zu können. Denn laut May verläuft das Leben nicht linear, nein, es ist ein Auf und Ab der Emotionen und Kräfte und das ist natürlich. "Wir tun, als wäre jede dieser Winterphasen eine beschämende Anomalie, die es zu verstecken oder zu ignorieren gilt." Mit ihren ehrlichen und doch warmen Worten hat mir May das Gefühl gegeben, nicht allein zu sein. Wie eine Decke haben mich ihre Sätze umarmt und mich in meinem eigenen kleinen Winter eingelullt, auf positive Art und Weise. Scheinbar kleine Geschichten haben mich inspiriert, mich auf diese Winter einzulassen, so schmerzhaft sie auch sein mögen und sie zuzulassen. Nicht dagegen anzukämpfen, sondern auf mich Acht zu geben, um gestärkt und klüger daraus hervorzugehen. Mit jeder Geschichte macht May die Notwendigkeit des bewussten Erlebens unserer Winter, aber auch Sommer, deutlich. Vielleicht habe ich zwar ein wenig zu viel von dem Buch erwartet, auch weil es so hoch gelobt wurde, aber tatsächlich fehlte mir doch das I-Tüpfelchen. Was nicht heißt, dass das Buch nicht dennoch fantastisch war und ich es sehr gern gelesen habe. Aber zu 5 Sternen hat es nicht ganz gereicht. Daher: 4,5
Das Thema fand ich generell sehr interessant, da ich darüber in dieser Form noch nie nachgedacht hatte und es doch sehr gut zu Dingen passte, die ich selbst auch schon gefühlt habe. Ich denke jedoch, dass ich aus dem Epilog wirklich am meisten mitgenommen habe. Der Rest des Buches plätscherte so dahin und ich hatte das Gefühl das Buch „erledigen“ zu müssen. Einige Anekdoten empfand ich auch eher als nervig.
Rezension zu „Überwintern“ von Katherine May
Manchmal fühlt sich das Leben an, als würde alles stillstehen. Genau dieses Gefühl beschreibt Katherine May in Überwintern auf eine sehr ruhige, kluge und gleichzeitig tröstliche Weise. Krisen – ob Krankheit, Verlust oder andere Umbrüche – werden hier als „Winter“ verstanden. Nicht als Scheitern. Nicht als Rückschritt. Sondern als notwendige Phase. Besonders mochte ich den Perspektivwechsel: Diese schwierigen Zeiten nicht nur auszuhalten, sondern sie als Teil des Lebens anzunehmen. Als etwas, das dazugehört und vielleicht sogar wichtig ist. Wie in der Natur, in der im Winter alles ruht, um Kraft für den Frühling zu sammeln. Dieser Gedanke hat bei mir wirklich nachgewirkt. Dabei ist das Buch erstaunlich leichtgängig zu lesen. Trotz der schweren Themen wirkt es nie erdrückend. Es ist persönlich, reflektiert und dabei angenehm unaufgeregt. Die winterlichen Bilder, Reisen und Rituale schaffen eine besondere Atmosphäre, ohne kitschig zu sein. Ein ruhiges, kluges Buch über das Innehalten, über Akzeptanz – und darüber, dass auch kalte, dunkle Zeiten ihren Sinn haben können.

Wie ein Mensch überwintern kann
Mich hat das Buch zwar sehr unterhalten, doch mir hat der Spannungsbogen gefehlt. Das Überwintern und seinen eigenen Winter zu lassen und auf sich zu schauen, was einem gut tut ist angekommen. Das "Bei eisigen Temperaturen im Meer schwimmen gehen" fand ich sehr interessant.

Mit vielen Geschichten und Erlebnissen konnte ich mich auch identifizieren, verstanden fühlen und Frieden finden. Im ersten Teil des Buches habe ich oft geschmunzelt, aus dem zweiten einige Denkanstöße mitgenommen. Das Lesen hat sehr viel Freude gemacht & der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut!

Faszinierend und wunderschön!
Zugegeben das Buch passt nicht wirklich zur aktuellen Jahreszeit, aber es war das Cover und der Klappentext, welche eine große Neugier in mir geweckt haben. 🤓 Zudem ist der Winter nicht bloß eine Jahreszeit, sondern kann auch ein Gefühl sein, dass das eigene Leben zum Stillstand bringt. Katherine May findet in ihrem Werk „Überwintern“ die passenden Worte für diese Stimmung. ❄️ Es geht um Momente des Rückzugs, Krankheit, Arbeitslosigkeit und der Verlust geliebter Menschen. Die Autorin nimmt uns auf ihre ganz persönliche Gefühlsreise durch die Herbst- und Wintermonate mit. Sie beschreibt in Form von kleinen poetischen „Überwinterungshilfen“, warum es für uns Menschen so wichtig ist auch mal innezuhalten und durchzuatmen. ✨ Faszinierend und einfach wunderschön: Mich hat dieses Buch begeistert! 😍






















































