The Dinner Party
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Description
Lucy Rose, author of the Sunday Times bestseller The Lamb
I remember everything that happened in those three minutes at the beginning of the evening, him and me in the kitchen. That, and what happened at the end: the knife, and what I did with it.
Franca left the Netherlands behind to start her new life in England with Andrew. Andrew, whose parents lived in South Kensington but had a flat their son could 'borrow' nearby. Andrew, an old-fashioned British gentleman, who encourages her not to work but to instead focus on her writing. Andrew who suggests a dinner party with his colleagues to celebrate their big upcoming launch. A dinner party that Franca must plan and shop and cook and clean for. A dinner party during a heatwave, when the fridge breaks, alcohol replaces water and an unexpected guest joins their ranks. A dinner party where everything she once was and everything she now is comes together and she feels like she might implode.
Book Information
Posts
⭐️⭐️⭐️⭐️
🖋️ „Als ich dort im Keller stehe, weiß ich nur, dass ich dieselbe namenlose Angst spüre wie eine Woche zuvor mit Andrew auf dem Sofa – dieses diffuse, kaum greifbare Gefühl, das mich in diesem Haus, im Garten, im Dorf und letztlich überall verfolgt.“ 🍷 Was zunächst nach einer beinahe alltäglichen Ausgangssituation klingt, entwickelt sich in Die Dinner Party zu einem psychologisch vielschichtigen und beklemmenden Roman. Andrew bittet seine Verlobte Franca, ein Abendessen für einige Geschäftspartner auszurichten. Ein scheinbar gewöhnlicher Sommerabend, der jedoch zunehmend aus den Fugen gerät und in einer Atmosphäre endet, die von unterschwelliger Bedrohung und emotionaler Eskalation geprägt ist. 🤫 Über dieses Buch zu schreiben, ohne zu viel von seiner Wirkung vorwegzunehmen, ist tatsächlich schwierig. Immer wieder liest man, dass Die Dinner Party ganz anders verläuft, als man es zunächst erwartet, dass kann ich nicht wirklich bestätigen. Ich habe relativ schnell geahnt, was an diesem Abend wirklich passiert ist. Trotzdem spielt die Geschichte gekonnt mit Erwartungen und baut ihre Spannung nicht über große Schockmomente auf, sondern über dieses leise, stetig wachsende Gefühl, dass etwas nicht stimmt. 🕰️ Erzählt wird Francas Geschichte auf mehreren Zeitebenen, die eng miteinander verwoben sind. In der Gegenwart befindet sie sich in therapeutischer Behandlung und wird von ihrer Psychologin dazu angehalten, Briefe zu schreiben – Briefe, die nie abgeschickt werden müssen, aber helfen sollen, das Verdrängte sichtbar zu machen. ✉️ Über diese Briefe taucht man immer tiefer in ihre Vergangenheit ein: in ihre Kindheit und Jugend, ihre Studienzeit und schließlich in die Ereignisse, die zu jenem entscheidenden Abend geführt haben. 🧠 Gerade diese Erzählweise macht den Roman besonders anspruchsvoll. Die Zeitsprünge und die psychologische Tiefe verlangen Aufmerksamkeit und Konzentration, weil sich viele Zusammenhänge erst nach und nach erschließen. Das ist definitiv kein Buch, das man „mal eben nebenbei“ liest. Es fordert, belohnt diese Aufmerksamkeit aber mit einer komplexen und raffiniert aufgebauten Geschichte. 💭 Besonders eindrucksvoll ist, wie intensiv Viola van de Sandt Francas Innenleben zeichnet. Die Autorin schafft es, ihre innere Zerrissenheit, ihre Verletzlichkeit und ihre psychische Überforderung greifbar zu machen, ohne dabei jemals überladen oder künstlich zu wirken. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen zu einem eindringlichen Bild einer Frau, die versucht, ihre traumatischen Erfahrungen zu verstehen und aufzuarbeiten. 🌫️ Der Schreibstil besitzt dabei eine fast hypnotische Qualität. Vieles wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, beinahe alltäglich und genau darin liegt die beklemmende Kraft dieses Romans. 🍽️ Die Spannung entsteht in den Zwischentönen, in kleinen Beobachtungen, in scheinbar beiläufigen Details. Selbst Beschreibungen von Küchengeräten oder der Einrichtung entfalten plötzlich eine seltsam bedrohliche Wirkung und spiegeln Francas mentale Verfassung auf subtile Weise wider. 📖 Im Mittelteil hatte mich die Geschichte kurzzeitig etwas verloren, da sie stellenweise sehr ruhig erzählt wird und viel Konzentration verlangt. Doch gerade als ich dachte, sie würde sich zu sehr in Details verlieren, entwickelte sie erneut diesen starken erzählerischen Sog und zog mich wieder vollkommen hinein. 🎬 Die Atmosphäre erinnerte mich stellenweise an einen stillen psychologischen Horrorfilm: kein offensichtliches Grauen, keine plakative Dramatik, sondern ein permanentes, unterschwelliges Unbehagen, das sich mit jeder Seite tiefer festsetzt. ✨ Berührende, nachdenkliche Passagen wechseln sich mit verstörenden Szenen ab, während vieles bewusst offen bleibt und dadurch viel Raum für eigene Interpretationen schafft. 📚 Die Dinner Party ist ein literarisch anspruchsvoller, psychologisch fein komponierter Roman, der Konzentration und Geduld fordert, dafür aber mit einer intensiven, verstörenden und lange nachhallenden Leseerfahrung belohnt. 🖤 Kein leichtes Buch für zwischendurch, aber eines, das unter die Haut geht und noch lange nach dem Zuklappen beschäftigt.

Schwierig zu bewerten
Irgendwie kann ich gar nicht sagen, wie mich das Buch zurücklässt, aber es fühlt sich sehr unbefriedigt und genervt an. Erstmal war ich von der Story, um die junge, traumatisierte Frau Franca, schon sehr gefesselt. Die Handlung im Buch wird in verschiedenen Zeitfenstern erzählt, die Vergangenheit, die Dinnerparty, die Zukunft bei der Therapeutin. Das hat mir sehr gut gefallen, weil es die Beweggründe und die Psyche von Franca einem näher bringt. Die Dinnerparty mochte ich sehr, weil dort die skurrilsten Dinge auf den Tisch kommen und man immer eine Aufladung der Gemüter spürt, was sich an sich, als sehr spannend darstellte. Auf dieser Dinnerparty, eskaliert etwas und man weiß einfach nicht, was genau geschehen ist und warum. Am Ende vom Buch fühle ich aber nur, was wollte mir das Buch eigentlich sagen, irgendwie habe ich mir ständig mehr erhofft, an sich sind die psychologischen Tiefen von Franca sehr extrem und auch erschreckend, aber es lässt mich trotzdem leer zurück. Es hat mich tatsächlich einfach nicht umgehauen, oder mich so fühlen lassen, wie krass war das denn. Es war zum Teil sehr nervig, den Diskussionen am Tisch zu folgen und irgendwie bleiben die Charaktere alle sehr unnahbar und flach zurück. Ich muss sagen, alles in Allem, gut durchdacht, aber umgehauen hat es mich nicht, oder sehr überrascht, eher langatmig. ▪️der Kater▪️Kaninchen▪️Harry ▪️Andrew▪️toxisch ▪️Alkohol▪️die Tiefen in der Psyche ▪️Traumata

Die Dinner Party ist die Geschichte einer jungen Frau, die den Tod ihres Vaters, die Ablehnung seitens der Mutter und vor allem einen erlittenen sexuellen Missbrauch verarbeitet. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen - in der Gegenwart erzählt Fran ihrer Therapeutin ihre Geschichte. Auf der zweiten Handlungs- und Zeitebene erleben wir Fran vor und während der Dinnerparty, die sie für die Freunde ihres Verlobten Andrew ausrichtet. Unerwartet taucht ihre große Liebe Harry bei dem Dinner auf, was Gefühle und Erinnerungen in ihr aufwirbelt. Fran ist Andrew aus Utrecht nach Cambridge gefolgt. Um bei ihm zu sein, hat sie ihr Literaturstudium abgebrochen. Ihre Versuche, einen Job zu bekommen, waren erfolglos, während Andrew mit seiner Firma immer größere Erfolge feiert. An Geld mangelt es ihnen nicht. "Ich bin jetzt 27, hab keinen Abschluss, hab noch nie gearbeitet, und hab noch nicht mal ein verdammtes Hobby. Ich trinke zu viel und statt mit dem ganzen Luxus, den ich hab, was Sinnvolles anzustellen, komm ich morgens kaum aus dem Bett und schau den ganzen Tag Netflix." Immer wieder wandern ihre Gedanken zu ihrem Vater zurück, den sie sehr geliebt hatte und der gestorben ist, als sie 12 Jahre alt war. Ihre Mutter hat wieder geheiratet und ist erfolgreiche Geschäftsfrau, zu ihrer einzigen Tochter hält sie kaum Kontakt. Leider konnte mich das Buch nicht begeistern. Fran fand ich zwar bedauernswert, hätte ihr aber am liebsten einen Stoß gegeben, und gesagt: Reiß dich zusammen, und mach was aus deinem Leben, du bist jung, hübsch und intelligent, mach endlich was draus! Die Therapie ist ein Schritt in die richtige Richtung. Harry war ihre große Liebe, Andrew das Trostpflaster, nach dem sie gegriffen hat, nachdem Harry ohne sie nach Cambridge zurückgegangen ist. Für mich drehten sich Frans Selbstmitleid und ihre Erinnerungen an Harry sehr im Kreis, immer wieder wurden die gleichen Aspekte wiederholt. Die Diskussionen auf der Party haben mich gelangweilt, Frans Fantasien hinsichtlich des Katers waren üble Tierquälerei. Von mir leider keine Empfehlung.
Manchmal, wenn ich in den Spiegel schaue, frage ich mich, wie ich wohl aussehen würde, wenn ich Andrew nie begegnet wäre. 🪞
Franca zieht Andrew zuliebe von Utrecht nach England, doch die Beziehung gerät schnell ins Wanken. Bei einer chaotischen Dinnerparty für Andrews Kollegen eskalieren verdrängte Konflikte aus Vergangenheit und Gegenwart und ein scheinbar harmloser Abend wird zum Wendepunkt. 🔪 Viola van de Sandt gelingt es meisterhaft, mit Franca eine vielschichtige Protagonistin zu erschaffen, die weit von Perfektion entfernt ist und gerade deshalb tiefes Mitgefühl beim Leser weckt. Man taucht ein in Francas Gedankenwelt und erlebt ihre Unsicherheit, Verletzlichkeit und wachsende Verstörung hautnah. Während des Lesens schwankt man zwischen Mitgefühl, Traurigkeit, Hoffnung und Wut. Dieses Spannungsverhältnis verleiht dem Roman seine besondere Intensität. 🤩 Die Handlung wird nicht linear erzählt, und so erhalten wir drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an den verhängnisvollen Moment mit dem Messer während der Dinnerparty erinnern kann – oder will. Aber auch ihre Vergangenheit in Utrecht und die Zeit in England werden beleuchtet und spielen eine wichtige Rolle. Francas Therapeutin schlägt ihr vor, ihre Erlebnisse in Form eines Briefes zu verfassen, um sie besser verarbeiten zu können. Genau diesen Brief bekommen wir nun in Form des Buches zu lesen! ✉️ Die Atmosphäre der titelgebenden Dinnerparty ist meisterhaft eingefangen! Die drückende Hitze, das Kochen und der zunehmende Alkoholkonsum tragen zur wortwörtlichen Überhitzung bei. Stück für Stück enthüllt sich, dass unter der Oberfläche weit mehr brodelt, als es zunächst scheint. Da wir uns ausschließlich in Francas Wahrnehmung bewegen, bleibt unklar, was Erinnerung, Gefühl oder Realität ist. 💭 Viele Situationen waren verstörend und einige Wendungen unerwartet. Insgesamt lässt mich das Buch irritiert, fasziniert und ein wenig unzufrieden zurück, was, glaube ich, genau das ist, was die Autorin erreichen wollte. Dieser intensive, atmosphärische und psychologisch klug konstruierte Roman erzeugt eine emotionale Spannung, die aufwühlt, fordert und lange nachhallt, und setzt dabei weniger auf Handlung als auf psychologische Tiefe. 🍾

𝚆𝚒𝚛 𝚔ö𝚗𝚗𝚎𝚗 𝚍𝚒𝚎 𝚅𝚎𝚛𝚐𝚊𝚗𝚐𝚎𝚗𝚑𝚎𝚒𝚝 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 ä𝚗𝚍𝚎𝚛𝚗 - 𝚎𝚗𝚝𝚜𝚌𝚑𝚎𝚒𝚍𝚎𝚗𝚍 𝚒𝚜𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚠𝚒𝚛 𝚊𝚞𝚜 𝚒𝚑𝚛 𝚖𝚊𝚌𝚑𝚎𝚗. 𝚄𝚗𝚍 𝚘𝚋 𝚠𝚒𝚛 𝚣𝚞𝚕𝚊𝚜𝚜𝚎𝚗, 𝚍𝚊𝚜𝚜 𝚜𝚒𝚎 𝚊𝚕𝚕𝚎𝚜 𝚋𝚎𝚎𝚒𝚗𝚏𝚕𝚞𝚜𝚜𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚍𝚊𝚗𝚊𝚌𝚑 𝚔𝚘𝚖𝚖𝚝. DIE DINNERPARTY - Viola van de Sandt ⁽ᵘⁿᵇᵉᶻᵃʰˡᵗᵉ ᵂᵉʳᵇᵘⁿᵍ | ˢᵉˡᵇˢᵗᵍᵉᵏᵃᵘᶠᵗ⁾ Den Klappentext findet ihr auf Bild 2. Ich muss tatsächlich mal auf die Triggerwarnungen verweisen, denn das war wahrlich keine leichte Kost- aber unglaublich lesenswert! Die Geschichte ist in verschiedene Zeitebenen unterteilt: Francas Vergangenheit vor der Dinnerparty, die Geschehnisse des Abends selbst und ihr Leben danach in der Gegenwart, begleitet von Gesprächen mit ihrer Therapeutin. Die Sprünge geschehen innerhalb der Kapitel- am Anfang hatte ich etwas Orientierungsschwierigkeiten, mit der Zeit fügte sich jedoch alles stimmig zusammen. Die Atmosphäre während der Dinnerparty ist beeindruckend greifbar geschildert: die drückende Sommerhitze, der zunehmende Alkoholfluss, schwelende Konflikte und Spannungen, die sich immer weiter zuspitzen, bis zum großen Finale! Zur Handlung möchte ich mich gar nicht weiter äußern, weil ich euren Lesegenuss nicht mindern möchte. Es ist Gegenwartsliteratur, aber meine Güte, diese überraschenden Momente...! Da kann so mancher Thriller nicht mithalten. Das Buch regt wirklich zum Nachdenken an, das gleich zu mehreren Themen, und bleibt definitiv im Gedächtnis. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Ich kann nicht einschätzen, ob es mir gefallen hat oder nicht… War viel Geschichte und Tragik, viele wichtige Themen. Aber vom Ausbau her zu viel und vielleicht auch ein bisschen zu direkt?! für mich. Schwierig passend Worte zufinden. Wenn einem der Klappentext gefällt, sollte man einfach rein lesen 😛

Zu viel gewollt
Eine Dinner Party, die komplett aus dem Ruder läuft - das Setting des Romans ist relativ eindeutig. Was dann jedoch mit der Protagonistin Fran passiert, erfahren wir in Fragmenten auf verschiedenen Zeitebenen. Das könnte grundsätzlich spannend sein, ist es jedoch leider nicht. Für mich hat sich das Buch sehr gezogen und ich war oft sehr verwirrt. Dabei spricht der Roman sooo viele wichtige Themen an: Übergriffe in Beziehungen, mentale Gesundheit, die Macht unterschiedlicher Lebensentwürfe und -Entscheidungen und weirdly enough die Auswirkungen des Patriacharts auf unser Literaturverständnis. Für mich ist das ein gutes Beispiel von "zu viel gewollt". Was darunter leidet, war für mich leider das Lesevergnügen.
Was für ein heftiges Buch 🥺 Ich habe es komplett am Stück gelesen und schwanke zwischen - was für ein unfassbar gutes Buch und was habe ich hier gerade gelesen 🙈
Dieses Buch hat mich sofort mit seinem Cover und dem gut klingenden Klappentext abgeholt. Außerdem haben wir für unseren Laden alle Pola Titel eingekauft 🙂 Daher wollte ich gerne wissen, was wir da genau verkaufen. Und ich muss sagen, das Buch hat mich absolut überzeugen können. Auch wenn ich hier noch einmal anmerken möchte: Nehmt die Triggerwarnung ernst! Der Schreibstil ist klar, einfach aber trotzdem nah an der Figur. Etwas herausfordernd fand ich die verschiedenen Erzählstränge, die auf drei Zeitzonen ablaufen, und mitten im Kapitel wechseln. Das hat mich als Leserin etwas herausgefordert, aber am Ende mochte ich es sogar. Wir lernen Franca kennen, eine Frau, die ich eigentlich von Anfang an mochte. Und was ich sehr gut von der Autorin fand, war dass sie uns Francas mentalen Zustand absolut über Beschreibungen gezeigt hat. Allein der Satz – ich sah nur noch The Crown an – das fühlte sich so real und nahbar an, dass man direkt an der Figur dran war. Die Szene sexualisierter Gewalt, die für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig ist, war für mich alles andere als leicht zu lesen. Gerade weil ich weiß, dass solche Erfahrungen in vielen Haushalten passieren und trotzdem oft niemand darüber spricht, hat mich diese Stelle sehr getroffen. Auch hier hat die Autorin für mich sehr eindrücklich geschrieben, weil sie nichts unnötig ausformuliert und trotzdem vollkommen klar wird, wie falsch und grenzüberschreitend das ist. Sexualisierte Gewalt beginnt nicht erst dort, wo viele sie vermuten, sondern oft schon viel früher, in Situationen, die übergangen oder kleingeredet werden. Achtet beim Lesen bitte gut auf euch, denn diese Szene ist deutlich beschrieben. Den Plot rund um Harry fand ich auch sehr gelungen und spannend gelöst – die ganze Situation am Abendtisch rund um das Essen hat mich absolut mitgenommen. Es war heilsam hier zu lesen, dass wir Franca auch in einer Zukunftsperspektive lesen können. Die Geschichte war alles andere als leicht und hat mich die Nacht darauf sehr beschäftigt. Aber umso wichtiger ist es, dass Geschichten wie eben diese gelesen werden. Fazit: Die Dinner Party war ein starker Debütroman, dessen Trigger man auf alle Fälle beachten sollte. Der kurzweilig, intensiv und sehr einnehmend war. Ich musste das Buch an einem Stück beenden, einfach weil Franca mir so ans Herz ging. 🦩🦩🦩🦩🦩- Für ein sehr intensives Buch, dass ich mir wünschen würde, dass es viele Menschen lesen. Weil hier Dinge passieren, die alltäglichen vielen weiblich gelesenen Menschen passiert und daher so unfassbar wichtig sind!

Was für ein aufwühlender Roman. Auf subtile Art und Weise wird hier sexueller Missbrauch und dessen Folgen verhandelt. Der Roman stellt Fragen, die er selbst nicht beantwortet, sondern die Leserschaft dazu auffordert: Welche Version hat recht? Welchen Anteil übernehmen strukturelle Benachteiligung von Frauen und misogyne Ansichten? Wie schlecht muss es Betroffenen gehen, um ernst genommen zu werden? Wie brutal muss Missbrauch sein, um auch als Missbrauch zu gelten? Der Roman hat mich viel nachdenken lassen. Es ist definitiv keine leichte Kost. Trotzdem habe ich das Buch verschlungen. Die verschiedenen Zeitsprünge sind anfangs etwas verwirrend, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Insgesamt liest sich das Buch sehr schnell durch, auch wenn man es gelegentlich kurz zur zuklappt, um das Gelesene Revue passieren zu lassen. Die Triggerwarnung hat ihre Berechtigung.
Wahnsinn! Was war das?
„Als ich dort im Keller stehe, weiß ich nur, dass ich die gleiche namenlose Angst verspüre, wie eine Woche zuvor mit Andrew auf dem Sofa, ein Gefühl, dass mich oft überkommt, in diesem Haus, im Garten, im Dorf, in der Landschaft, überall, wo ich bin und immer allein sein werde.“ Seite 36 INHALT Pola Geschichten sind anders. Diese hier ist ganz besonders - und völlig anders, als das was man kennt. Franca studiert Literaturwissenschaft. Nachdem der familiäre Rückhalt wegbricht, fängt sie an zu trinken und lernt Andrew kennen. Die Beziehung zu diesem Mann ist alles andere als ihre Rettung, sondern treibt sie eher noch mehr ins Unglück. Es folgt eine harmlose Einladung zu einer Dinnerparty, die nimmt allerdings eine dramatische Wendung. „Ich hätte nein sagen können, und vielleicht wäre es besser gewesen, sei es auch nur, um nicht zudem zu werden, was ich jetzt bin: eine Verlobte Hausfrau mit Schürze, die sich mit Alkohol und Netflix zu dröhnt.“ Seite 247 EINDRUCK UND FAZIT Dieses Bucht hat mich absolut in den Bann gezogen und einiges an Redebedarf erzeugt. Gut, dass @charlit.reads und ich es gemeinsam gelesen haben. Eine Geschichte, die so spannend geschrieben ist, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die explosive Stimmung vor und während der Dinnerparty ist kaum in Worte zufassen. Man liest und liest, und merkt erst im Nachhinein wie sehr man in der Geschichte steckte, wie sehr sich Dynamiken verschieben können und wie viele Warnsignale überhört - und übersehen werden können. Grosse Empfehlung! „Aber die Geschichte ist ja nur der Anfang eines Buches. Und ein Buch endet erst dann, wenn es nicht mehr gelesen wird.“ Seite 315
"Die Dinner Party" ist ein Buch, das ich nach dem Zuklappen erst einmal habe sacken lassen müssen. Es entwickelt sich nämlich ganz anders als gedacht und behandelt Themen, die ich anhand des Klappentextes so nicht erwartet habe. Es beginnt ganz harmlos: Andrew bittet seine Verlobte Franca, ein Abendessen für die Geschäftsfreunde auszurichten. Doch statt eines entspannten Sommerabends eskaliert die Situation, die Anspannung zwischen den Gästen kocht hoch und dann: ein Messer wird gezückt! Zwei Jahre später versucht Franca immernoch, diesen Abend mithilfe einer Therapeutin zu verarbeiten. Dazu soll sie einen Brief schreiben, den wir nun in Form dieses Buches in Händen halten. Die Autorin wechselt dabei zwischen drei Zeitebenen: dem Dinnerabend, dem Danach und der Vorgeschichte. Das macht das Lesen teilweise etwas anspruchsvoll, spiegelt aber Francas Auseinandersetzung mit dem Abend sehr gut wieder. Ich muss ein wenig wage bleiben, um nicht zu spoilern, aber das zentrale Thema ist eines, das leider viele Frauen im Laufe ihres Lebens einmal betrifft. Auf jeden Fall keine leichte Kost! Zu Ende gab es noch einen Twist, der mich total überrascht hat und mich einen Teil der Geschichte noch einmal in einem anderen Licht hat sehen lassen. Fazit: ein sehr starker Debütroman! Ich hoffe, schon ganz bald noch mehr von Viola van de Sandt lesen zu dürfen!

Raffinierter Roman
Franca und Andrew kennen sich seit ca. 4 Jahren. Um einen Geschäftsabschluss zu feiern, lädt Andrew seine Geschäftspartner zu einer Dinnerparty ein. Franca ist darüber nicht begeistert, lässt sich dann aber doch überreden die Party vorzubereiten. Doch dann geht irgendwie alles schief. Inklusive eines Überraschungsgastes. Franca lebt an der Seite von Andrew ein Leben, das nicht ihres ist. Ihr fehlendes Selbstvertrauen und ihre unterschwellige Unzufriedenheit führen zu einer inneren Anspannung und einem Druck, der immer mehr wächst. Die Dinnerparty wird zum Ventil. Ein raffinierter, kluger und gut inszenierter Roman, dessen Ende sehr gut gelungen ist.
Ein herausforderndes Leseerlebnis!
"Die Dinner Party" handelt von der niederländischen Literaturstudentin Franca, die aus Einsamkeit zu dem reichen Andrew von Utrecht nach England zieht, kurz nachdem sie sich kennengelernt haben. Franca setzt ihr Studium nicht fort, die beiden verloben sich und Franca lebt von nun an ein häusliches Leben, versorgt von Andrew. Bei wem schrillen noch nicht sämtliche Alarmglocken? Andrew bittet Franca, für ihn und seine Arbeitskollegen spontan eine Dinnerparty zu organisieren, bei der alles aus dem Ruder läuft. Die Handlung spitzt sich rasant zu, als Franca mit ihrer Vergangenheit und ihren Entscheidungen konfrontiert wird und zu einem Messer greift... Die Handlung wird nicht linear erzählt, sondern wir haben drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an diesen verhängnisvollen Moment mit dem Messer erinnern kann. Ihre Therapeutin rät ihr deshalb, einen Brief über das alles an eine geliebte Person zu schreiben, um das Erlebte verarbeiten zu können. So ist dieser Roman, den wir lesen, der Brief an Harry (eine wichtige Person aus Francas Vergangenheit), in dem Franca ihre Vergangenheit schildert. Das ist richtig cool gemacht! Der Schreibstil ist sehr vulgär, was gut zu dieser verstörenden Geschichte passt, da auch auf sprachlicher Ebene nichts beschönigt wird. Keine der Figuren war mir sonderlich sympathisch, bis auf Harry und die Therapeutin Stella. Franca tat mir einfach nur leid und ich habe sehr mit ihr mitgefühlt. Sie macht Furchtbares durch und versucht nun, alles zu verarbeiten. Ich habe ihre Figur als sehr realistisch empfunden. Auf Andrew habe ich einen richtigen Hass entwickelt und die anderen Gäste der Dinnerparty (Andrews bester Freund Evan und ein alter, weißer, männlicher Literaturkritiker namens Gerald) betrachte ich ambivalent. Die Spannung wurde so doll gesteigert, dass es kaum auszuhalten war. Ich wollte unbedingt wissen, was genau mit dem Messer passiert ist, an das Franca sich nicht erinnern kann und warum sie jetzt in Berlin ist. Ich bin irgendwann nicht mehr mitgekommen bei dem was real war und was nicht. Das war sehr anstrengend zu lesen und hat Francas Gefühl der Überforderung für mich spürbar gemacht. Und dann diese Plottwists! Ich habe so vieles nicht kommen sehen und ab einem bestimmten Punkt, sieht man das Buch mit ganz anderen Augen. Ich wurde mit meiner normativen Sicht konfrontiert, die die Autorin auf großartige Weise dekonstruiert! Ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau! Gleichzeitig bringt sie Diskussionen über einen Literaturkanon auf grandiose Weise in die Handlung mit ein. Das heißt, wir haben hier viele feministische Themen drin, die miteinander verwoben werden. Generell habe ich das Leseerlebnis als unbequem und herausfordernd wahrgenommen. Es ist ganz sicher nicht das, was ich von dem Buch erwartet habe, aber es ist absolut genial! Definitiv etwas, über das ich noch sehr lange nachdenken werde. Jetzt brauche ich aber erstmal Erholung davon... Ich kann "Die Dinner Party" sehr empfehlen, allerdings sollte man sich vorher unbedingt mit den Content Notes auseinandersetzen, denn das Buch hat es echt in sich und es war auch für mich teilweise sehr hart zu lesen. *Großen Katzenliebhaber:innen rate ich eher vom Lesen ab, da hier die Gewalt gegen ein Haustier schon sehr arg ist.*
Salt in die Wunde
Als Franca für ihren Verlobten Andrew und seine Kollegen eine Dinnerparty ausrichten muss, sind wir Zeugen von alles verändernden Ereignissen. Das Debüt der Autorin fing unspektakulär an. Ich musste mit jeder gelesenen Seite eine weitere Schicht abtragen, um nach und nach zu entschlüsseln, was an jenem Abend geschehen war. Ich muss dabei zugeben, dass ich auf den ersten 50 Seiten keine hohen Erwartungen hatte. Nach dem ersten Eindruck dachte ich sogar, das wird nichts. Oh boy, was lag ich falsch. Immer, wenn ich kurz durchatmen konnte, hat die Autorin mir einen kalten Eimer Wasser in Gesicht geschüttet und mich ungläubig dastehen lassen. Viola Van de Sandt hat eine Geschichte konstruiert, die so realitätsnah wie erschütternd ist und dabei von Seite zu Seite an Intensität gewinnt. Mit der Beziehung zwischen Andrew und Franca wurde ganz gezielt ein Abbild der Realität von Machtdynamiken geschaffen, die für viele Frauen jenseits jeglicher Fiktion tatsächlich stattfindet. So ging mir durch Mark und Bein, als geschrieben wurde, dass Frauen, die Gewalt erfahren als Bewältigung lieber sich selber, als andere verletzten würden. Wer sieht sich da auch? JA! Und dann kam tatsächlich ein Plottwist, den ich nicht kommen sah. Ich liebeliebeliebe unvorhersehbare Wendungen und als am Ende das große Ganze wie ein fertiges Puzzle da lag, wurde ich sprachlos zurückgelassen.

Das Buch hallt noch immer nach, trotzdem und vielleicht gerade deshalb bin ich noch unsicher, wie ich es rezensieren soll. Mit der ersten Hälfte hatte ich meine Schwierigkeiten. Das lag vor allem an der Überlagerung der drei Zeitebenen, wodurch ich mich nicht so gut in die Szenen fühlen konnte, weil sie so schnell wechselten. Auf der anderen Seite hat mich nur die Ebene bei der Party richtig gefesselt. Das lag daran, dass die Therapie erst zur zweiten Hälfte Sinn machte und reflektiert behandelt werden konnte, weil wir ja nicht wussten, was passiert ist. Das wurde so lange hinausgezögert, bis es mich zunächst gar nicht mehr richtig interessiert hat, was mir dem Messer passiert ist. Die Szenen in der Vergangenheit hatten für mich nur wenig Bezug zum Thema, auch das hat erst mit der zweiten Hälfte mehr Sinn ergeben. Zuerst hat es mich die Protagonistin ziemlich aufgeregt, weil sie die brave Hausfrau gespielt hat, entgegen ihren eigenen Wunsch oder sich gezwungen sah, als Vegeterierin Fleisch zu kochen, weil ihr Verlobter es wünschte. Ich sehe es deshalb wie Harry und fand es schwierig, dass sie so gar keine Entscheidung für sich selbst treffen konnte. Das Trauma hingegen war sehr gut ausgearbeitet, auch die Halluzinationen und ihre Emotionen, ab hier hat mich die Dinner Party wirklich gefesselt. Auch die Diskussion um den literarischen Kanon und die Frage, weshalb bestimmte westliche Literatur als repräsentativ gilt, was der Westen überhaupt ist und warum diese Werke zum Mond geschossen werden sollen, waren richtig interessant, ab hier habe ich mir einiges markiert. Ebenso wie die Therapeutin sah ich Harrys Identität nicht kommen, habe mich dann aber gefragt, warum man das so voraussetzt. Großartige Idee und regt definitiv zum Nachdenken an. Die Auflösung mit dem Messer ließ mich zwiegespalten zurück, warum sie ausgerechnet diesen Ausweg wählte, aber damit gerechnet habe ich nicht. Die Figurenkonstellation bei der Party hat mir wahnsinnig gut gefallen, diese völlig verschiedenen Menschen, deren Anschauung aufeinanderprallt. Ich kann das Buch eingeschränkt empfehlen, eben weil die erste Hälfte für mich etwad zäh verlief, die zweite es aber wieder um 180 Grad ausgeglichen hat. Auf jeden Fall ein sehr spannender, kontroverser Titel!
Und am Ende des Buches wollte ich es am liebsten direkt noch einmal von vorne beginnen - so viel, was ich nicht wahrgenommen habe… Man könnte meinen, einer Dinnerparty mutet zunächst etwas Elegantes, Stilvolles, Exklusives und Genussvolles an. Ein Abend mit guten Freunden in schönem Ambiente. So hat sich Andrew das mit Sicherheit gedacht, als er Franca bittet, für seine Kollegen einen spontanen Abend zu organisieren. Und selbstverständlich scheut er keine Mühen und Kosten und … lässt seine Verlobte den Abend über selbst in der Küche stehen. Wäre das nicht schon erniedrigend genug, erlaubt er sich auch noch einen (gelinde ausgedrückt) Fehltritt vor der Party, bei dem man lange nicht weiß, ob es der erste dieser Art war. Und Franca fällt es zunehmend schwer, an diesem Abend ihr Gesicht vor Andrew, seinen Gästen und einer ihr zufällig selbst schon lange bekannten Person zu wahren. In einem zweiten Handlungsstrang erfahren wir von der Aufarbeitung genau jenes Abends – bis zu dem Moment, an dem sich die lange verdrängten Erinnerungen wieder begegnen. Und genau an dieser Stelle wollte ich das Buch direkt noch einmal von vorne lesen. Was hatte ich selbst übersehen im Rausch der Dinnerparty? Diesen Rausch erlebt der Lesende nicht nur bildlich durch die Erzählung, sondern spürt ihn auch im Lesestil. Denn im Handlungsstrang der Dinnerparty wird mehr als das ein oder andere Gläschen Alkohol zu viel getrunken, und beim Lesen frage ich mich zunehmend: Habe ich etwas verpasst oder überlesen? Wo liegt die Grenze zwischen Illusion, Vorstellung, Wahn und Wahrheit? Bin ich beim Lesen vielleicht selbst schon „lesetrunken“, habe ich gar einen Filmriss? Oder ist genau das die Wirkung, die die Autorin mit ihrem modernen Schreibstil erzielen möchte – mich am Ende des Buches verwirrt zurückzulassen? Verwirrt - wütend - geschockt. Ich mochte das Buch sehr und habe tatsächlich ganze Kapitel ein zweites Mal gelesen, nachdem ich es beendet hatte. Lange dachte ich, die Handlung sei vorhersehbar. Doch die Autorin schafft es, durch viele Hintergründe und Umstände aus Francas Leben die Geschichte auf ein ganz anderes Niveau zu heben. Die Fülle an Fehlbarkeiten aus ihrem Umfeld, die Francas gesamtes Leben beeinflussen, schmerzen und fesseln zugleich beim Lesen. Ich finde es sehr wichtig, dass es Bücher wie dieses gibt - um Frauen in ähnlichen Situationen zu zeigen: Sie sind nicht allein auf der Welt. Nein! Und es kann ihnen geholfen werden. Und ein klitzekleines bisschen Franca steckt vielleicht sogar … leider … in jeder von uns.

Schwierig…
Also was mir sehr gefallen hat war der Schreibstil und auch die Idee der Geschichte. Ich mochte die wechselnden Perspektiven auch sehr sehr gerne. Ich fand es auch durchgehend spannend und ich wollte unbedingt immer weiterzulesen. Aber.. der Plot war unerwartet aber …auf mich wirkte dieses Thema, gemischt mit den anderen Themen irgendwann,,zu gewollt“. Ich weiß gar nicht wie ich das am besten beschreiben soll aber für mich fühlte es sich so an, als hätte man sich gedacht, man packt alle gesellschaftlichen relevanten Themen die es gerade in der Gen Z gibt in ein Buch, sodass sie irgendwie erwähnt wurden und ..macht dann irgendwie nichts draus. Ich bin irgendwie enttäuscht und das Ende lässt mich auch sehr ..komisch zurück.
Stilistisch stark und durch die dynamische Erzählweise echt besonders – aber inhaltlich stellenweise sehr schwere, teils grenzwertige Kost.
Ich muss ehrlich sagen: Dieses Cover hat mich sofort gecatcht – total mein Geschmack! Aber inhaltlich ist das Buch definitiv keine leichte Kost. Die Geschichte folgt Franca, die für die Liebe von Utrecht nach London zieht. Doch das scheinbare Glück beginnt schnell zu bröckeln. Als sie für ihren Partner eine Dinnerparty organisiert, eskaliert der Abend – zwischen Hitze, Chaos und aufgestauten Emotionen. Besonders spannend fand ich die Erzählweise: Die drei Ebenen (davor, währenddessen und danach) wechseln nicht einfach kapitelweise, sondern passieren innerhalb eines Kapitels. Dadurch wirkt alles sehr dynamisch und gibt der Geschichte eine besondere Struktur, die mich beim Lesen echt gepackt hat. Allerdings war es mir thematisch stellenweise fast zu viel. Die Probleme und inneren Konflikte der Protagonistin haben sich teilweise sehr geballt angefühlt. Besonders schwierig fand ich die Aspekte rund um imaginäre Tierquälerei – das war für mich ehrlich gesagt grenzwertig und hat meinen Lesefluss eher gestört. Deshalb: Unbedingt Triggerwarnungen beachten! Trotzdem: Der Schreibstil ist wirklich gut und schafft eine dichte, unangenehme, aber auch fesselnde Atmosphäre. Und gegen Ende gibt es nochmal eine interessante Wendung, die dem Ganzen eine neue Perspektive gibt und definitiv im Kopf bleibt.
Franca lebt ein Leben, das nicht ihres ist. Fehlendes Selbstvertrauen und ihre unterschwellige Unzufriedenheit führen zu einer spürbar wachsenden Anspannung, dessen Ventil die Dinnerparty wird... • Der Schreibstil ist ziemlich klar, dennoch empfand ich die verschiedenen Erzählstränge, die auf drei Zeitzonen (Vergangenheit, Dinnerparty, Zukunft bei der Therapeutin) ablaufen und mitten im Kapitel wechseln, als sehr herausfordernd. Ich musste mehrfach Abschnitte wiederholen, weil mir schwer viel, Gesagtes, Geschriebenes oder Gedachtes zuzuordnen. Ein entspannter Lesefluss kam nur selten zustande. • Anfangs gefesselt von der jungen, traumatisierten Franca und ihren psychologischen Tiefen, war der Verlauf eher langatmig. Mein Wissensdrang, was genau mit dem Messer passiert ist, an das Franca sich nicht erinnern kann, gab den Ausschlag, nicht abzubrechen. • Die aufgeladene Atmosphäre der Dinnerparty war spürbar, viele skurrile Dinge kamen zur Sprache, aber ich war mehr genervt den Diskussionen am Tisch zu folgen, als das ich sie interessant fand. Als die Situation eskaliert, bleibt lange unklar, was genau passiert ist und warum. Die Figuren, bis auf Stella und Harry, sehr unnahbar, flach und unsymphatisch und ich bekam keinen Zugang. • Ein Buch, das viele feministische Themen miteinander verwoben hat, von dem ich aber etwas anderes erwartet habe. Ich habe mein Leseerlebnis eher als verstörend, herausfordernd und unbefriedigt wahrgenommen. Vorallem fühle ich nur Leere, was wollte die Story mir vermitteln...
Franca zieht extra für Andrew nach England. Doch als dieser sie überredet, an einem heißen Sommertag ein Dinner für sich und seine Freunde zu kochen, in dem auch noch Fleisch vorkommt, obwohl sie Vegetarierin ist, drohen alle ihre Gefühle überzukochen, spätestens als der Kühlschrank ausfällt und viel Alkohol fließt. Die Autorin zeigt in ihrem Roman, was passieren kann, wenn man alle negativen Gefühle unterdrückt. Franca hat alles für Andrew aufgegeben, ihr Studium abgebrochen, zudem findet sie keinen Job. Ihre Tage verbringt sie damit Alkohol zu trinken und die immergleichen Serien bei Netflix zu schauen. Was die Autorin sehr gut macht, was aber gleichermaßen auch verwirrend ist, ist die unzuverlässige Erzählweise der Protagonistin. Oft stellt sie sich etwas vor, der Leser denkt das passiert grade und ein paar Sätze später merkt man, dass es nur in ihrer Gedankenwelt war. Auch manchmal etwas verwirrend ist das Springen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Man springt als Leser zwischen drei Zeitebenen hin und her: einmal die Gegenwart, dann die Zeit vor Andrew und während Andrew. Man bemerkt, wie Franca unter immer mehr psychischem Druck leidet, ohne, dass es explizit benannt wird. Dadurch, dass Andrew ein Weltraum Projekt fördert, wo Kulturgüter ins All geschossen werden, kommt es auch zu hitzigen Diskussionen bei den Dinnergästen darüber, was Kultur ist und wer diese repräsentiert. Alles in allem ist es zwar vor allem zu Beginn ein sehr verwirrendes Buch, welches man aber nicht weglegen möchte, weil es gleichzeitig doch sehr spannend ist. Es kann perfekt beschreiben was passiert, wenn man negative Gefühle im Alkohol ertrinkt.
Ein aufwühlender Roman über Nähe, Macht und das alltägliche Ringen um Selbstbestimmung ✨
Wo soll ich anfangen? Der Roman hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Zu Beginn war ich durch die vielen Gedanken der Protagonistin und die ständigen Zeitsprünge oft etwas verwirrt. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich das Buch in seinen Bann gezogen – und am Ende konnte es mich vollkommen überzeugen. Worum geht's? „Franca zieht Andrew zuliebe von Utrecht nach England, doch das Idyll beginnt schnell zu bröckeln. Als sie auf seinen Wunsch eine Dinnerparty für seine Kollegen ausrichtet – mitten in einer flirrenden Hitzewelle, der Kühlschrank streikt, der Alkohol fließt – spitzen sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem Abend zu, der alles verändert.“ Auch wenn mich die Zeitsprünge zwischen Francas Kindheit, ihrer Studienzeit, der Dinnerparty und den Therapiestunden zunächst etwas verwirrt haben, ergaben sie im Nachhinein absolut Sinn. Rückblickend fand ich die Erzählweise sogar sehr gelungen, weil sich die einzelnen Puzzleteile nach und nach zu einem stimmigen Gesamtbild zusammensetzen. Besonders gefallen haben mir die authentische Freundschaft zwischen Franca und Harry sowie die vielschichtige Familiengeschichte. Auch die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter fand ich spannend und emotional erzählt. Immer wieder wird auf das Ende der Dinnerparty und das geheimnisvolle Messer angespielt, sodass man unbedingt wissen möchte, wie dieser Abend ausgeht. Als schließlich alles aufgelöst wird, war ich wirklich überrascht. Mit dieser Wendung hätte ich überhaupt nicht gerechnet – obwohl es im Verlauf des Romans immer wieder kleine Hinweise darauf gab. Genau das macht den Schluss für mich so gelungen. Insgesamt hat mich der Roman deshalb trotz des etwas holprigen Einstiegs am Ende voll und ganz überzeugt 🍸🐈

Was für eine Überraschung!
Das Buch hat mich wirklich in vielerlei Hinsicht überrascht - fast immer im positiven Sinne. Ich hatte zunächst Probleme ins Buch zu finden, weil die Adressaten wechseln, die Zeitebenen und ich nicht immer ganz sicher war, wo ich mich gerade befinde. Das hat sich nach einer Zeit gelegt und hat mich dann total in seinen Bann gezogen. Die ganze Dinnerparty fängt so harmlos an, Man weiß aber aus Rückblenden, dass sie das nicht bleiben wird, undenklich habe ich am Anfang nicht geahnt, woraus es am Ende hinauslaufen wird. Klar, einige Sachen wurden angedeutet, aber das ganze (ungeheuerliche) Ausmaß der Geschichte war mir nicht klar. Zudem fand ich den Erzählstil der Autorin unaufregend, aber direkt und leicht zu lesen, das hat mir gut gefallen. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel, das Jetzt, die Retrospektive und die Zeit in Utrecht habe ich zudem einen sehr tiefen Einblick in Fran bekommen und konnte am Ende mit ihr mitfiebern und -leiden. Ein tolles Debüt der Autorin, von der ich gerne mehr lesen würde.
Irgendwie war es total abgedreht, aber irgendwie habe ich es sehr geliebt! Das Buch behandelt sehr wichtige, emotionale, traumatische und tiefgreifende Themen. Also auf jeden Fall die Triggerwarnung beachten! Ich fand den Aufbau des Buches total spannend. Es wird in drei Zeitebenen erzählt, ohne wirklich darauf hinzuweisen. Das hat’s aber sehr interessant gemacht, weil man wirklich aufmerksam lesen musste. Zudem war das ganze Buch voll von Spannung, aber unterschwelliger Spannung. Die Spannung (und Anspannung) stand zwischen den Zeilen geschrieben. Die Gefühle von Fran waren so abstrus und echt beschrieben, das hat mich wirklich beeindruckt. Und der Plottwist?! Damit habe ich absolut nicht gerechnet. Das einzige was mich gestört hat waren die Szenen mit der Katze. Ich verstehe die Symbolik dahinter, aber das hätte man auch weglassen oder ersetzen können. Ansonsten absolute Leseempfehlung!
4,5* Dieses Buch hat mich wirklich umgehauen, ich bin sprachlos. Anfangs wirkt alles noch distanziert und kühl, aber genau daraus entwickelt sich eine unglaublich intensive, ehrliche und emotional aufwühlende Geschichte. Das Erzähltempo ist eher langsam, aber sehr bedacht, es passiert viel zwischen den Zeilen und man beobachtet die Situation und die Protagonisten bei einer langsamen, aber intensiven Eskalation. Erzählt wird auf mehreren Zeitebenen, die sich Stück für Stück zu einem chaotischen, aber extrem gut aufgebauten Gesamtbild verbinden. Der Roman ist sprachlich wirklich wunderschön gestaltet und sehr durchdacht konstruiert, sodass alles nach und nach seine Wirkung entfaltet. Inhaltlich ist das Buch nicht leicht: Es geht um Verlust, Trauer und Depressionen, um Überforderung und Female Rage, aber auch um Liebe und dieses leise, schmerzhafte Gefühl, etwas im eigenen Leben falsch gemacht zu haben oder nie wirklich angekommen zu sein. Genau diese Mischung macht es so intensiv und teilweise richtig schwer auszuhalten. Die Triggerwarnung sollte übrigens unbedingt beachtet werden, einige Szenen sind sehr verstörend und ich musste zwischendurch wirklich schlucken. Die Szenen mit der Katze haben mich wirklich fertig gemacht, ich hatte kurz überlegt, das Buch abzubrechen und ehrlich gesagt ist das auch der einzige Grund, warum ich 0,5-1 Sterne hier abziehe. Mit der Zeit spitzt sich die Situationen zu, es wird emotionaler und teilweise richtig überwältigend. Die Dinner-Party selbst ist chaotisch, überfordernd, verstörend und fast wie ein Fiebertraum und spiegelt dadurch Francas aufgeheizten, verwirrten, chaotischen und unter Druck stehenden Zustand perfekt wider. Die Atmosphäre hat einfach perfekt dazu gepasst. Ich muss zugeben, dass ich keine der Figuren hundert Prozent sympathisch fand (einige besser gesagt überhaupt nicht), aber dafür umso echter und authentischer. Gerade Franca hat definitiv ihre Ecken und Kanten, aber ich habe wahnsinnig stark mit ihr mitgefühlt. Am Ende gibt es einen überraschenden Twist, der mir unglaublich gut gefallen hat und mein Herz auf ganz andere Art und Weise irgendwie erwärmt hat, das hat die Autorin wirklich fantastisch konstruiert. Ich bin froh, dass ich im Vorfeld so gut wie nichts über dieses Buch wusste, denn nur so hat diese Wendung so wunderbar funktioniert. Als man erfahren hat, dass Harry eine Frau ist, wollte ich das ganze Buch am liebsten von vorne lesen und dabei mehr auf hints und Vorahnung achten. Ich habe das definitiv nicht kommen sehen und schäme mich selbst für mein heteronormatives Denken, auch wenn die Autorin das bewusst genauso konstruiert hat. Ich habe mich richtig erwischt gefühlt, hat mir aber wirklich wahnsinnig gut gefallen! Insgesamt ist das ein Roman, der sich langsam entfaltet, aber genau dadurch umso stärker trifft. Extrem atmosphärisch, intensiv, schmerzhaft, ehrlich und chaotisch, aber sprachlich so gut konstruiert, dass es mich sprachlos zurückgelassen hat und ich das Buch nach der letzten Seite am liebsten wieder von vorn gelesen hätte.
Description
Lucy Rose, author of the Sunday Times bestseller The Lamb
I remember everything that happened in those three minutes at the beginning of the evening, him and me in the kitchen. That, and what happened at the end: the knife, and what I did with it.
Franca left the Netherlands behind to start her new life in England with Andrew. Andrew, whose parents lived in South Kensington but had a flat their son could 'borrow' nearby. Andrew, an old-fashioned British gentleman, who encourages her not to work but to instead focus on her writing. Andrew who suggests a dinner party with his colleagues to celebrate their big upcoming launch. A dinner party that Franca must plan and shop and cook and clean for. A dinner party during a heatwave, when the fridge breaks, alcohol replaces water and an unexpected guest joins their ranks. A dinner party where everything she once was and everything she now is comes together and she feels like she might implode.
Book Information
Posts
⭐️⭐️⭐️⭐️
🖋️ „Als ich dort im Keller stehe, weiß ich nur, dass ich dieselbe namenlose Angst spüre wie eine Woche zuvor mit Andrew auf dem Sofa – dieses diffuse, kaum greifbare Gefühl, das mich in diesem Haus, im Garten, im Dorf und letztlich überall verfolgt.“ 🍷 Was zunächst nach einer beinahe alltäglichen Ausgangssituation klingt, entwickelt sich in Die Dinner Party zu einem psychologisch vielschichtigen und beklemmenden Roman. Andrew bittet seine Verlobte Franca, ein Abendessen für einige Geschäftspartner auszurichten. Ein scheinbar gewöhnlicher Sommerabend, der jedoch zunehmend aus den Fugen gerät und in einer Atmosphäre endet, die von unterschwelliger Bedrohung und emotionaler Eskalation geprägt ist. 🤫 Über dieses Buch zu schreiben, ohne zu viel von seiner Wirkung vorwegzunehmen, ist tatsächlich schwierig. Immer wieder liest man, dass Die Dinner Party ganz anders verläuft, als man es zunächst erwartet, dass kann ich nicht wirklich bestätigen. Ich habe relativ schnell geahnt, was an diesem Abend wirklich passiert ist. Trotzdem spielt die Geschichte gekonnt mit Erwartungen und baut ihre Spannung nicht über große Schockmomente auf, sondern über dieses leise, stetig wachsende Gefühl, dass etwas nicht stimmt. 🕰️ Erzählt wird Francas Geschichte auf mehreren Zeitebenen, die eng miteinander verwoben sind. In der Gegenwart befindet sie sich in therapeutischer Behandlung und wird von ihrer Psychologin dazu angehalten, Briefe zu schreiben – Briefe, die nie abgeschickt werden müssen, aber helfen sollen, das Verdrängte sichtbar zu machen. ✉️ Über diese Briefe taucht man immer tiefer in ihre Vergangenheit ein: in ihre Kindheit und Jugend, ihre Studienzeit und schließlich in die Ereignisse, die zu jenem entscheidenden Abend geführt haben. 🧠 Gerade diese Erzählweise macht den Roman besonders anspruchsvoll. Die Zeitsprünge und die psychologische Tiefe verlangen Aufmerksamkeit und Konzentration, weil sich viele Zusammenhänge erst nach und nach erschließen. Das ist definitiv kein Buch, das man „mal eben nebenbei“ liest. Es fordert, belohnt diese Aufmerksamkeit aber mit einer komplexen und raffiniert aufgebauten Geschichte. 💭 Besonders eindrucksvoll ist, wie intensiv Viola van de Sandt Francas Innenleben zeichnet. Die Autorin schafft es, ihre innere Zerrissenheit, ihre Verletzlichkeit und ihre psychische Überforderung greifbar zu machen, ohne dabei jemals überladen oder künstlich zu wirken. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen zu einem eindringlichen Bild einer Frau, die versucht, ihre traumatischen Erfahrungen zu verstehen und aufzuarbeiten. 🌫️ Der Schreibstil besitzt dabei eine fast hypnotische Qualität. Vieles wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, beinahe alltäglich und genau darin liegt die beklemmende Kraft dieses Romans. 🍽️ Die Spannung entsteht in den Zwischentönen, in kleinen Beobachtungen, in scheinbar beiläufigen Details. Selbst Beschreibungen von Küchengeräten oder der Einrichtung entfalten plötzlich eine seltsam bedrohliche Wirkung und spiegeln Francas mentale Verfassung auf subtile Weise wider. 📖 Im Mittelteil hatte mich die Geschichte kurzzeitig etwas verloren, da sie stellenweise sehr ruhig erzählt wird und viel Konzentration verlangt. Doch gerade als ich dachte, sie würde sich zu sehr in Details verlieren, entwickelte sie erneut diesen starken erzählerischen Sog und zog mich wieder vollkommen hinein. 🎬 Die Atmosphäre erinnerte mich stellenweise an einen stillen psychologischen Horrorfilm: kein offensichtliches Grauen, keine plakative Dramatik, sondern ein permanentes, unterschwelliges Unbehagen, das sich mit jeder Seite tiefer festsetzt. ✨ Berührende, nachdenkliche Passagen wechseln sich mit verstörenden Szenen ab, während vieles bewusst offen bleibt und dadurch viel Raum für eigene Interpretationen schafft. 📚 Die Dinner Party ist ein literarisch anspruchsvoller, psychologisch fein komponierter Roman, der Konzentration und Geduld fordert, dafür aber mit einer intensiven, verstörenden und lange nachhallenden Leseerfahrung belohnt. 🖤 Kein leichtes Buch für zwischendurch, aber eines, das unter die Haut geht und noch lange nach dem Zuklappen beschäftigt.

Schwierig zu bewerten
Irgendwie kann ich gar nicht sagen, wie mich das Buch zurücklässt, aber es fühlt sich sehr unbefriedigt und genervt an. Erstmal war ich von der Story, um die junge, traumatisierte Frau Franca, schon sehr gefesselt. Die Handlung im Buch wird in verschiedenen Zeitfenstern erzählt, die Vergangenheit, die Dinnerparty, die Zukunft bei der Therapeutin. Das hat mir sehr gut gefallen, weil es die Beweggründe und die Psyche von Franca einem näher bringt. Die Dinnerparty mochte ich sehr, weil dort die skurrilsten Dinge auf den Tisch kommen und man immer eine Aufladung der Gemüter spürt, was sich an sich, als sehr spannend darstellte. Auf dieser Dinnerparty, eskaliert etwas und man weiß einfach nicht, was genau geschehen ist und warum. Am Ende vom Buch fühle ich aber nur, was wollte mir das Buch eigentlich sagen, irgendwie habe ich mir ständig mehr erhofft, an sich sind die psychologischen Tiefen von Franca sehr extrem und auch erschreckend, aber es lässt mich trotzdem leer zurück. Es hat mich tatsächlich einfach nicht umgehauen, oder mich so fühlen lassen, wie krass war das denn. Es war zum Teil sehr nervig, den Diskussionen am Tisch zu folgen und irgendwie bleiben die Charaktere alle sehr unnahbar und flach zurück. Ich muss sagen, alles in Allem, gut durchdacht, aber umgehauen hat es mich nicht, oder sehr überrascht, eher langatmig. ▪️der Kater▪️Kaninchen▪️Harry ▪️Andrew▪️toxisch ▪️Alkohol▪️die Tiefen in der Psyche ▪️Traumata

Die Dinner Party ist die Geschichte einer jungen Frau, die den Tod ihres Vaters, die Ablehnung seitens der Mutter und vor allem einen erlittenen sexuellen Missbrauch verarbeitet. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen - in der Gegenwart erzählt Fran ihrer Therapeutin ihre Geschichte. Auf der zweiten Handlungs- und Zeitebene erleben wir Fran vor und während der Dinnerparty, die sie für die Freunde ihres Verlobten Andrew ausrichtet. Unerwartet taucht ihre große Liebe Harry bei dem Dinner auf, was Gefühle und Erinnerungen in ihr aufwirbelt. Fran ist Andrew aus Utrecht nach Cambridge gefolgt. Um bei ihm zu sein, hat sie ihr Literaturstudium abgebrochen. Ihre Versuche, einen Job zu bekommen, waren erfolglos, während Andrew mit seiner Firma immer größere Erfolge feiert. An Geld mangelt es ihnen nicht. "Ich bin jetzt 27, hab keinen Abschluss, hab noch nie gearbeitet, und hab noch nicht mal ein verdammtes Hobby. Ich trinke zu viel und statt mit dem ganzen Luxus, den ich hab, was Sinnvolles anzustellen, komm ich morgens kaum aus dem Bett und schau den ganzen Tag Netflix." Immer wieder wandern ihre Gedanken zu ihrem Vater zurück, den sie sehr geliebt hatte und der gestorben ist, als sie 12 Jahre alt war. Ihre Mutter hat wieder geheiratet und ist erfolgreiche Geschäftsfrau, zu ihrer einzigen Tochter hält sie kaum Kontakt. Leider konnte mich das Buch nicht begeistern. Fran fand ich zwar bedauernswert, hätte ihr aber am liebsten einen Stoß gegeben, und gesagt: Reiß dich zusammen, und mach was aus deinem Leben, du bist jung, hübsch und intelligent, mach endlich was draus! Die Therapie ist ein Schritt in die richtige Richtung. Harry war ihre große Liebe, Andrew das Trostpflaster, nach dem sie gegriffen hat, nachdem Harry ohne sie nach Cambridge zurückgegangen ist. Für mich drehten sich Frans Selbstmitleid und ihre Erinnerungen an Harry sehr im Kreis, immer wieder wurden die gleichen Aspekte wiederholt. Die Diskussionen auf der Party haben mich gelangweilt, Frans Fantasien hinsichtlich des Katers waren üble Tierquälerei. Von mir leider keine Empfehlung.
Manchmal, wenn ich in den Spiegel schaue, frage ich mich, wie ich wohl aussehen würde, wenn ich Andrew nie begegnet wäre. 🪞
Franca zieht Andrew zuliebe von Utrecht nach England, doch die Beziehung gerät schnell ins Wanken. Bei einer chaotischen Dinnerparty für Andrews Kollegen eskalieren verdrängte Konflikte aus Vergangenheit und Gegenwart und ein scheinbar harmloser Abend wird zum Wendepunkt. 🔪 Viola van de Sandt gelingt es meisterhaft, mit Franca eine vielschichtige Protagonistin zu erschaffen, die weit von Perfektion entfernt ist und gerade deshalb tiefes Mitgefühl beim Leser weckt. Man taucht ein in Francas Gedankenwelt und erlebt ihre Unsicherheit, Verletzlichkeit und wachsende Verstörung hautnah. Während des Lesens schwankt man zwischen Mitgefühl, Traurigkeit, Hoffnung und Wut. Dieses Spannungsverhältnis verleiht dem Roman seine besondere Intensität. 🤩 Die Handlung wird nicht linear erzählt, und so erhalten wir drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an den verhängnisvollen Moment mit dem Messer während der Dinnerparty erinnern kann – oder will. Aber auch ihre Vergangenheit in Utrecht und die Zeit in England werden beleuchtet und spielen eine wichtige Rolle. Francas Therapeutin schlägt ihr vor, ihre Erlebnisse in Form eines Briefes zu verfassen, um sie besser verarbeiten zu können. Genau diesen Brief bekommen wir nun in Form des Buches zu lesen! ✉️ Die Atmosphäre der titelgebenden Dinnerparty ist meisterhaft eingefangen! Die drückende Hitze, das Kochen und der zunehmende Alkoholkonsum tragen zur wortwörtlichen Überhitzung bei. Stück für Stück enthüllt sich, dass unter der Oberfläche weit mehr brodelt, als es zunächst scheint. Da wir uns ausschließlich in Francas Wahrnehmung bewegen, bleibt unklar, was Erinnerung, Gefühl oder Realität ist. 💭 Viele Situationen waren verstörend und einige Wendungen unerwartet. Insgesamt lässt mich das Buch irritiert, fasziniert und ein wenig unzufrieden zurück, was, glaube ich, genau das ist, was die Autorin erreichen wollte. Dieser intensive, atmosphärische und psychologisch klug konstruierte Roman erzeugt eine emotionale Spannung, die aufwühlt, fordert und lange nachhallt, und setzt dabei weniger auf Handlung als auf psychologische Tiefe. 🍾

𝚆𝚒𝚛 𝚔ö𝚗𝚗𝚎𝚗 𝚍𝚒𝚎 𝚅𝚎𝚛𝚐𝚊𝚗𝚐𝚎𝚗𝚑𝚎𝚒𝚝 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 ä𝚗𝚍𝚎𝚛𝚗 - 𝚎𝚗𝚝𝚜𝚌𝚑𝚎𝚒𝚍𝚎𝚗𝚍 𝚒𝚜𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚠𝚒𝚛 𝚊𝚞𝚜 𝚒𝚑𝚛 𝚖𝚊𝚌𝚑𝚎𝚗. 𝚄𝚗𝚍 𝚘𝚋 𝚠𝚒𝚛 𝚣𝚞𝚕𝚊𝚜𝚜𝚎𝚗, 𝚍𝚊𝚜𝚜 𝚜𝚒𝚎 𝚊𝚕𝚕𝚎𝚜 𝚋𝚎𝚎𝚒𝚗𝚏𝚕𝚞𝚜𝚜𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚍𝚊𝚗𝚊𝚌𝚑 𝚔𝚘𝚖𝚖𝚝. DIE DINNERPARTY - Viola van de Sandt ⁽ᵘⁿᵇᵉᶻᵃʰˡᵗᵉ ᵂᵉʳᵇᵘⁿᵍ | ˢᵉˡᵇˢᵗᵍᵉᵏᵃᵘᶠᵗ⁾ Den Klappentext findet ihr auf Bild 2. Ich muss tatsächlich mal auf die Triggerwarnungen verweisen, denn das war wahrlich keine leichte Kost- aber unglaublich lesenswert! Die Geschichte ist in verschiedene Zeitebenen unterteilt: Francas Vergangenheit vor der Dinnerparty, die Geschehnisse des Abends selbst und ihr Leben danach in der Gegenwart, begleitet von Gesprächen mit ihrer Therapeutin. Die Sprünge geschehen innerhalb der Kapitel- am Anfang hatte ich etwas Orientierungsschwierigkeiten, mit der Zeit fügte sich jedoch alles stimmig zusammen. Die Atmosphäre während der Dinnerparty ist beeindruckend greifbar geschildert: die drückende Sommerhitze, der zunehmende Alkoholfluss, schwelende Konflikte und Spannungen, die sich immer weiter zuspitzen, bis zum großen Finale! Zur Handlung möchte ich mich gar nicht weiter äußern, weil ich euren Lesegenuss nicht mindern möchte. Es ist Gegenwartsliteratur, aber meine Güte, diese überraschenden Momente...! Da kann so mancher Thriller nicht mithalten. Das Buch regt wirklich zum Nachdenken an, das gleich zu mehreren Themen, und bleibt definitiv im Gedächtnis. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Ich kann nicht einschätzen, ob es mir gefallen hat oder nicht… War viel Geschichte und Tragik, viele wichtige Themen. Aber vom Ausbau her zu viel und vielleicht auch ein bisschen zu direkt?! für mich. Schwierig passend Worte zufinden. Wenn einem der Klappentext gefällt, sollte man einfach rein lesen 😛

Zu viel gewollt
Eine Dinner Party, die komplett aus dem Ruder läuft - das Setting des Romans ist relativ eindeutig. Was dann jedoch mit der Protagonistin Fran passiert, erfahren wir in Fragmenten auf verschiedenen Zeitebenen. Das könnte grundsätzlich spannend sein, ist es jedoch leider nicht. Für mich hat sich das Buch sehr gezogen und ich war oft sehr verwirrt. Dabei spricht der Roman sooo viele wichtige Themen an: Übergriffe in Beziehungen, mentale Gesundheit, die Macht unterschiedlicher Lebensentwürfe und -Entscheidungen und weirdly enough die Auswirkungen des Patriacharts auf unser Literaturverständnis. Für mich ist das ein gutes Beispiel von "zu viel gewollt". Was darunter leidet, war für mich leider das Lesevergnügen.
Was für ein heftiges Buch 🥺 Ich habe es komplett am Stück gelesen und schwanke zwischen - was für ein unfassbar gutes Buch und was habe ich hier gerade gelesen 🙈
Dieses Buch hat mich sofort mit seinem Cover und dem gut klingenden Klappentext abgeholt. Außerdem haben wir für unseren Laden alle Pola Titel eingekauft 🙂 Daher wollte ich gerne wissen, was wir da genau verkaufen. Und ich muss sagen, das Buch hat mich absolut überzeugen können. Auch wenn ich hier noch einmal anmerken möchte: Nehmt die Triggerwarnung ernst! Der Schreibstil ist klar, einfach aber trotzdem nah an der Figur. Etwas herausfordernd fand ich die verschiedenen Erzählstränge, die auf drei Zeitzonen ablaufen, und mitten im Kapitel wechseln. Das hat mich als Leserin etwas herausgefordert, aber am Ende mochte ich es sogar. Wir lernen Franca kennen, eine Frau, die ich eigentlich von Anfang an mochte. Und was ich sehr gut von der Autorin fand, war dass sie uns Francas mentalen Zustand absolut über Beschreibungen gezeigt hat. Allein der Satz – ich sah nur noch The Crown an – das fühlte sich so real und nahbar an, dass man direkt an der Figur dran war. Die Szene sexualisierter Gewalt, die für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig ist, war für mich alles andere als leicht zu lesen. Gerade weil ich weiß, dass solche Erfahrungen in vielen Haushalten passieren und trotzdem oft niemand darüber spricht, hat mich diese Stelle sehr getroffen. Auch hier hat die Autorin für mich sehr eindrücklich geschrieben, weil sie nichts unnötig ausformuliert und trotzdem vollkommen klar wird, wie falsch und grenzüberschreitend das ist. Sexualisierte Gewalt beginnt nicht erst dort, wo viele sie vermuten, sondern oft schon viel früher, in Situationen, die übergangen oder kleingeredet werden. Achtet beim Lesen bitte gut auf euch, denn diese Szene ist deutlich beschrieben. Den Plot rund um Harry fand ich auch sehr gelungen und spannend gelöst – die ganze Situation am Abendtisch rund um das Essen hat mich absolut mitgenommen. Es war heilsam hier zu lesen, dass wir Franca auch in einer Zukunftsperspektive lesen können. Die Geschichte war alles andere als leicht und hat mich die Nacht darauf sehr beschäftigt. Aber umso wichtiger ist es, dass Geschichten wie eben diese gelesen werden. Fazit: Die Dinner Party war ein starker Debütroman, dessen Trigger man auf alle Fälle beachten sollte. Der kurzweilig, intensiv und sehr einnehmend war. Ich musste das Buch an einem Stück beenden, einfach weil Franca mir so ans Herz ging. 🦩🦩🦩🦩🦩- Für ein sehr intensives Buch, dass ich mir wünschen würde, dass es viele Menschen lesen. Weil hier Dinge passieren, die alltäglichen vielen weiblich gelesenen Menschen passiert und daher so unfassbar wichtig sind!

Was für ein aufwühlender Roman. Auf subtile Art und Weise wird hier sexueller Missbrauch und dessen Folgen verhandelt. Der Roman stellt Fragen, die er selbst nicht beantwortet, sondern die Leserschaft dazu auffordert: Welche Version hat recht? Welchen Anteil übernehmen strukturelle Benachteiligung von Frauen und misogyne Ansichten? Wie schlecht muss es Betroffenen gehen, um ernst genommen zu werden? Wie brutal muss Missbrauch sein, um auch als Missbrauch zu gelten? Der Roman hat mich viel nachdenken lassen. Es ist definitiv keine leichte Kost. Trotzdem habe ich das Buch verschlungen. Die verschiedenen Zeitsprünge sind anfangs etwas verwirrend, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Insgesamt liest sich das Buch sehr schnell durch, auch wenn man es gelegentlich kurz zur zuklappt, um das Gelesene Revue passieren zu lassen. Die Triggerwarnung hat ihre Berechtigung.
Wahnsinn! Was war das?
„Als ich dort im Keller stehe, weiß ich nur, dass ich die gleiche namenlose Angst verspüre, wie eine Woche zuvor mit Andrew auf dem Sofa, ein Gefühl, dass mich oft überkommt, in diesem Haus, im Garten, im Dorf, in der Landschaft, überall, wo ich bin und immer allein sein werde.“ Seite 36 INHALT Pola Geschichten sind anders. Diese hier ist ganz besonders - und völlig anders, als das was man kennt. Franca studiert Literaturwissenschaft. Nachdem der familiäre Rückhalt wegbricht, fängt sie an zu trinken und lernt Andrew kennen. Die Beziehung zu diesem Mann ist alles andere als ihre Rettung, sondern treibt sie eher noch mehr ins Unglück. Es folgt eine harmlose Einladung zu einer Dinnerparty, die nimmt allerdings eine dramatische Wendung. „Ich hätte nein sagen können, und vielleicht wäre es besser gewesen, sei es auch nur, um nicht zudem zu werden, was ich jetzt bin: eine Verlobte Hausfrau mit Schürze, die sich mit Alkohol und Netflix zu dröhnt.“ Seite 247 EINDRUCK UND FAZIT Dieses Bucht hat mich absolut in den Bann gezogen und einiges an Redebedarf erzeugt. Gut, dass @charlit.reads und ich es gemeinsam gelesen haben. Eine Geschichte, die so spannend geschrieben ist, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die explosive Stimmung vor und während der Dinnerparty ist kaum in Worte zufassen. Man liest und liest, und merkt erst im Nachhinein wie sehr man in der Geschichte steckte, wie sehr sich Dynamiken verschieben können und wie viele Warnsignale überhört - und übersehen werden können. Grosse Empfehlung! „Aber die Geschichte ist ja nur der Anfang eines Buches. Und ein Buch endet erst dann, wenn es nicht mehr gelesen wird.“ Seite 315
"Die Dinner Party" ist ein Buch, das ich nach dem Zuklappen erst einmal habe sacken lassen müssen. Es entwickelt sich nämlich ganz anders als gedacht und behandelt Themen, die ich anhand des Klappentextes so nicht erwartet habe. Es beginnt ganz harmlos: Andrew bittet seine Verlobte Franca, ein Abendessen für die Geschäftsfreunde auszurichten. Doch statt eines entspannten Sommerabends eskaliert die Situation, die Anspannung zwischen den Gästen kocht hoch und dann: ein Messer wird gezückt! Zwei Jahre später versucht Franca immernoch, diesen Abend mithilfe einer Therapeutin zu verarbeiten. Dazu soll sie einen Brief schreiben, den wir nun in Form dieses Buches in Händen halten. Die Autorin wechselt dabei zwischen drei Zeitebenen: dem Dinnerabend, dem Danach und der Vorgeschichte. Das macht das Lesen teilweise etwas anspruchsvoll, spiegelt aber Francas Auseinandersetzung mit dem Abend sehr gut wieder. Ich muss ein wenig wage bleiben, um nicht zu spoilern, aber das zentrale Thema ist eines, das leider viele Frauen im Laufe ihres Lebens einmal betrifft. Auf jeden Fall keine leichte Kost! Zu Ende gab es noch einen Twist, der mich total überrascht hat und mich einen Teil der Geschichte noch einmal in einem anderen Licht hat sehen lassen. Fazit: ein sehr starker Debütroman! Ich hoffe, schon ganz bald noch mehr von Viola van de Sandt lesen zu dürfen!

Raffinierter Roman
Franca und Andrew kennen sich seit ca. 4 Jahren. Um einen Geschäftsabschluss zu feiern, lädt Andrew seine Geschäftspartner zu einer Dinnerparty ein. Franca ist darüber nicht begeistert, lässt sich dann aber doch überreden die Party vorzubereiten. Doch dann geht irgendwie alles schief. Inklusive eines Überraschungsgastes. Franca lebt an der Seite von Andrew ein Leben, das nicht ihres ist. Ihr fehlendes Selbstvertrauen und ihre unterschwellige Unzufriedenheit führen zu einer inneren Anspannung und einem Druck, der immer mehr wächst. Die Dinnerparty wird zum Ventil. Ein raffinierter, kluger und gut inszenierter Roman, dessen Ende sehr gut gelungen ist.
Ein herausforderndes Leseerlebnis!
"Die Dinner Party" handelt von der niederländischen Literaturstudentin Franca, die aus Einsamkeit zu dem reichen Andrew von Utrecht nach England zieht, kurz nachdem sie sich kennengelernt haben. Franca setzt ihr Studium nicht fort, die beiden verloben sich und Franca lebt von nun an ein häusliches Leben, versorgt von Andrew. Bei wem schrillen noch nicht sämtliche Alarmglocken? Andrew bittet Franca, für ihn und seine Arbeitskollegen spontan eine Dinnerparty zu organisieren, bei der alles aus dem Ruder läuft. Die Handlung spitzt sich rasant zu, als Franca mit ihrer Vergangenheit und ihren Entscheidungen konfrontiert wird und zu einem Messer greift... Die Handlung wird nicht linear erzählt, sondern wir haben drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an diesen verhängnisvollen Moment mit dem Messer erinnern kann. Ihre Therapeutin rät ihr deshalb, einen Brief über das alles an eine geliebte Person zu schreiben, um das Erlebte verarbeiten zu können. So ist dieser Roman, den wir lesen, der Brief an Harry (eine wichtige Person aus Francas Vergangenheit), in dem Franca ihre Vergangenheit schildert. Das ist richtig cool gemacht! Der Schreibstil ist sehr vulgär, was gut zu dieser verstörenden Geschichte passt, da auch auf sprachlicher Ebene nichts beschönigt wird. Keine der Figuren war mir sonderlich sympathisch, bis auf Harry und die Therapeutin Stella. Franca tat mir einfach nur leid und ich habe sehr mit ihr mitgefühlt. Sie macht Furchtbares durch und versucht nun, alles zu verarbeiten. Ich habe ihre Figur als sehr realistisch empfunden. Auf Andrew habe ich einen richtigen Hass entwickelt und die anderen Gäste der Dinnerparty (Andrews bester Freund Evan und ein alter, weißer, männlicher Literaturkritiker namens Gerald) betrachte ich ambivalent. Die Spannung wurde so doll gesteigert, dass es kaum auszuhalten war. Ich wollte unbedingt wissen, was genau mit dem Messer passiert ist, an das Franca sich nicht erinnern kann und warum sie jetzt in Berlin ist. Ich bin irgendwann nicht mehr mitgekommen bei dem was real war und was nicht. Das war sehr anstrengend zu lesen und hat Francas Gefühl der Überforderung für mich spürbar gemacht. Und dann diese Plottwists! Ich habe so vieles nicht kommen sehen und ab einem bestimmten Punkt, sieht man das Buch mit ganz anderen Augen. Ich wurde mit meiner normativen Sicht konfrontiert, die die Autorin auf großartige Weise dekonstruiert! Ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau! Gleichzeitig bringt sie Diskussionen über einen Literaturkanon auf grandiose Weise in die Handlung mit ein. Das heißt, wir haben hier viele feministische Themen drin, die miteinander verwoben werden. Generell habe ich das Leseerlebnis als unbequem und herausfordernd wahrgenommen. Es ist ganz sicher nicht das, was ich von dem Buch erwartet habe, aber es ist absolut genial! Definitiv etwas, über das ich noch sehr lange nachdenken werde. Jetzt brauche ich aber erstmal Erholung davon... Ich kann "Die Dinner Party" sehr empfehlen, allerdings sollte man sich vorher unbedingt mit den Content Notes auseinandersetzen, denn das Buch hat es echt in sich und es war auch für mich teilweise sehr hart zu lesen. *Großen Katzenliebhaber:innen rate ich eher vom Lesen ab, da hier die Gewalt gegen ein Haustier schon sehr arg ist.*
Salt in die Wunde
Als Franca für ihren Verlobten Andrew und seine Kollegen eine Dinnerparty ausrichten muss, sind wir Zeugen von alles verändernden Ereignissen. Das Debüt der Autorin fing unspektakulär an. Ich musste mit jeder gelesenen Seite eine weitere Schicht abtragen, um nach und nach zu entschlüsseln, was an jenem Abend geschehen war. Ich muss dabei zugeben, dass ich auf den ersten 50 Seiten keine hohen Erwartungen hatte. Nach dem ersten Eindruck dachte ich sogar, das wird nichts. Oh boy, was lag ich falsch. Immer, wenn ich kurz durchatmen konnte, hat die Autorin mir einen kalten Eimer Wasser in Gesicht geschüttet und mich ungläubig dastehen lassen. Viola Van de Sandt hat eine Geschichte konstruiert, die so realitätsnah wie erschütternd ist und dabei von Seite zu Seite an Intensität gewinnt. Mit der Beziehung zwischen Andrew und Franca wurde ganz gezielt ein Abbild der Realität von Machtdynamiken geschaffen, die für viele Frauen jenseits jeglicher Fiktion tatsächlich stattfindet. So ging mir durch Mark und Bein, als geschrieben wurde, dass Frauen, die Gewalt erfahren als Bewältigung lieber sich selber, als andere verletzten würden. Wer sieht sich da auch? JA! Und dann kam tatsächlich ein Plottwist, den ich nicht kommen sah. Ich liebeliebeliebe unvorhersehbare Wendungen und als am Ende das große Ganze wie ein fertiges Puzzle da lag, wurde ich sprachlos zurückgelassen.

Das Buch hallt noch immer nach, trotzdem und vielleicht gerade deshalb bin ich noch unsicher, wie ich es rezensieren soll. Mit der ersten Hälfte hatte ich meine Schwierigkeiten. Das lag vor allem an der Überlagerung der drei Zeitebenen, wodurch ich mich nicht so gut in die Szenen fühlen konnte, weil sie so schnell wechselten. Auf der anderen Seite hat mich nur die Ebene bei der Party richtig gefesselt. Das lag daran, dass die Therapie erst zur zweiten Hälfte Sinn machte und reflektiert behandelt werden konnte, weil wir ja nicht wussten, was passiert ist. Das wurde so lange hinausgezögert, bis es mich zunächst gar nicht mehr richtig interessiert hat, was mir dem Messer passiert ist. Die Szenen in der Vergangenheit hatten für mich nur wenig Bezug zum Thema, auch das hat erst mit der zweiten Hälfte mehr Sinn ergeben. Zuerst hat es mich die Protagonistin ziemlich aufgeregt, weil sie die brave Hausfrau gespielt hat, entgegen ihren eigenen Wunsch oder sich gezwungen sah, als Vegeterierin Fleisch zu kochen, weil ihr Verlobter es wünschte. Ich sehe es deshalb wie Harry und fand es schwierig, dass sie so gar keine Entscheidung für sich selbst treffen konnte. Das Trauma hingegen war sehr gut ausgearbeitet, auch die Halluzinationen und ihre Emotionen, ab hier hat mich die Dinner Party wirklich gefesselt. Auch die Diskussion um den literarischen Kanon und die Frage, weshalb bestimmte westliche Literatur als repräsentativ gilt, was der Westen überhaupt ist und warum diese Werke zum Mond geschossen werden sollen, waren richtig interessant, ab hier habe ich mir einiges markiert. Ebenso wie die Therapeutin sah ich Harrys Identität nicht kommen, habe mich dann aber gefragt, warum man das so voraussetzt. Großartige Idee und regt definitiv zum Nachdenken an. Die Auflösung mit dem Messer ließ mich zwiegespalten zurück, warum sie ausgerechnet diesen Ausweg wählte, aber damit gerechnet habe ich nicht. Die Figurenkonstellation bei der Party hat mir wahnsinnig gut gefallen, diese völlig verschiedenen Menschen, deren Anschauung aufeinanderprallt. Ich kann das Buch eingeschränkt empfehlen, eben weil die erste Hälfte für mich etwad zäh verlief, die zweite es aber wieder um 180 Grad ausgeglichen hat. Auf jeden Fall ein sehr spannender, kontroverser Titel!
Und am Ende des Buches wollte ich es am liebsten direkt noch einmal von vorne beginnen - so viel, was ich nicht wahrgenommen habe… Man könnte meinen, einer Dinnerparty mutet zunächst etwas Elegantes, Stilvolles, Exklusives und Genussvolles an. Ein Abend mit guten Freunden in schönem Ambiente. So hat sich Andrew das mit Sicherheit gedacht, als er Franca bittet, für seine Kollegen einen spontanen Abend zu organisieren. Und selbstverständlich scheut er keine Mühen und Kosten und … lässt seine Verlobte den Abend über selbst in der Küche stehen. Wäre das nicht schon erniedrigend genug, erlaubt er sich auch noch einen (gelinde ausgedrückt) Fehltritt vor der Party, bei dem man lange nicht weiß, ob es der erste dieser Art war. Und Franca fällt es zunehmend schwer, an diesem Abend ihr Gesicht vor Andrew, seinen Gästen und einer ihr zufällig selbst schon lange bekannten Person zu wahren. In einem zweiten Handlungsstrang erfahren wir von der Aufarbeitung genau jenes Abends – bis zu dem Moment, an dem sich die lange verdrängten Erinnerungen wieder begegnen. Und genau an dieser Stelle wollte ich das Buch direkt noch einmal von vorne lesen. Was hatte ich selbst übersehen im Rausch der Dinnerparty? Diesen Rausch erlebt der Lesende nicht nur bildlich durch die Erzählung, sondern spürt ihn auch im Lesestil. Denn im Handlungsstrang der Dinnerparty wird mehr als das ein oder andere Gläschen Alkohol zu viel getrunken, und beim Lesen frage ich mich zunehmend: Habe ich etwas verpasst oder überlesen? Wo liegt die Grenze zwischen Illusion, Vorstellung, Wahn und Wahrheit? Bin ich beim Lesen vielleicht selbst schon „lesetrunken“, habe ich gar einen Filmriss? Oder ist genau das die Wirkung, die die Autorin mit ihrem modernen Schreibstil erzielen möchte – mich am Ende des Buches verwirrt zurückzulassen? Verwirrt - wütend - geschockt. Ich mochte das Buch sehr und habe tatsächlich ganze Kapitel ein zweites Mal gelesen, nachdem ich es beendet hatte. Lange dachte ich, die Handlung sei vorhersehbar. Doch die Autorin schafft es, durch viele Hintergründe und Umstände aus Francas Leben die Geschichte auf ein ganz anderes Niveau zu heben. Die Fülle an Fehlbarkeiten aus ihrem Umfeld, die Francas gesamtes Leben beeinflussen, schmerzen und fesseln zugleich beim Lesen. Ich finde es sehr wichtig, dass es Bücher wie dieses gibt - um Frauen in ähnlichen Situationen zu zeigen: Sie sind nicht allein auf der Welt. Nein! Und es kann ihnen geholfen werden. Und ein klitzekleines bisschen Franca steckt vielleicht sogar … leider … in jeder von uns.

Schwierig…
Also was mir sehr gefallen hat war der Schreibstil und auch die Idee der Geschichte. Ich mochte die wechselnden Perspektiven auch sehr sehr gerne. Ich fand es auch durchgehend spannend und ich wollte unbedingt immer weiterzulesen. Aber.. der Plot war unerwartet aber …auf mich wirkte dieses Thema, gemischt mit den anderen Themen irgendwann,,zu gewollt“. Ich weiß gar nicht wie ich das am besten beschreiben soll aber für mich fühlte es sich so an, als hätte man sich gedacht, man packt alle gesellschaftlichen relevanten Themen die es gerade in der Gen Z gibt in ein Buch, sodass sie irgendwie erwähnt wurden und ..macht dann irgendwie nichts draus. Ich bin irgendwie enttäuscht und das Ende lässt mich auch sehr ..komisch zurück.
Stilistisch stark und durch die dynamische Erzählweise echt besonders – aber inhaltlich stellenweise sehr schwere, teils grenzwertige Kost.
Ich muss ehrlich sagen: Dieses Cover hat mich sofort gecatcht – total mein Geschmack! Aber inhaltlich ist das Buch definitiv keine leichte Kost. Die Geschichte folgt Franca, die für die Liebe von Utrecht nach London zieht. Doch das scheinbare Glück beginnt schnell zu bröckeln. Als sie für ihren Partner eine Dinnerparty organisiert, eskaliert der Abend – zwischen Hitze, Chaos und aufgestauten Emotionen. Besonders spannend fand ich die Erzählweise: Die drei Ebenen (davor, währenddessen und danach) wechseln nicht einfach kapitelweise, sondern passieren innerhalb eines Kapitels. Dadurch wirkt alles sehr dynamisch und gibt der Geschichte eine besondere Struktur, die mich beim Lesen echt gepackt hat. Allerdings war es mir thematisch stellenweise fast zu viel. Die Probleme und inneren Konflikte der Protagonistin haben sich teilweise sehr geballt angefühlt. Besonders schwierig fand ich die Aspekte rund um imaginäre Tierquälerei – das war für mich ehrlich gesagt grenzwertig und hat meinen Lesefluss eher gestört. Deshalb: Unbedingt Triggerwarnungen beachten! Trotzdem: Der Schreibstil ist wirklich gut und schafft eine dichte, unangenehme, aber auch fesselnde Atmosphäre. Und gegen Ende gibt es nochmal eine interessante Wendung, die dem Ganzen eine neue Perspektive gibt und definitiv im Kopf bleibt.
Franca lebt ein Leben, das nicht ihres ist. Fehlendes Selbstvertrauen und ihre unterschwellige Unzufriedenheit führen zu einer spürbar wachsenden Anspannung, dessen Ventil die Dinnerparty wird... • Der Schreibstil ist ziemlich klar, dennoch empfand ich die verschiedenen Erzählstränge, die auf drei Zeitzonen (Vergangenheit, Dinnerparty, Zukunft bei der Therapeutin) ablaufen und mitten im Kapitel wechseln, als sehr herausfordernd. Ich musste mehrfach Abschnitte wiederholen, weil mir schwer viel, Gesagtes, Geschriebenes oder Gedachtes zuzuordnen. Ein entspannter Lesefluss kam nur selten zustande. • Anfangs gefesselt von der jungen, traumatisierten Franca und ihren psychologischen Tiefen, war der Verlauf eher langatmig. Mein Wissensdrang, was genau mit dem Messer passiert ist, an das Franca sich nicht erinnern kann, gab den Ausschlag, nicht abzubrechen. • Die aufgeladene Atmosphäre der Dinnerparty war spürbar, viele skurrile Dinge kamen zur Sprache, aber ich war mehr genervt den Diskussionen am Tisch zu folgen, als das ich sie interessant fand. Als die Situation eskaliert, bleibt lange unklar, was genau passiert ist und warum. Die Figuren, bis auf Stella und Harry, sehr unnahbar, flach und unsymphatisch und ich bekam keinen Zugang. • Ein Buch, das viele feministische Themen miteinander verwoben hat, von dem ich aber etwas anderes erwartet habe. Ich habe mein Leseerlebnis eher als verstörend, herausfordernd und unbefriedigt wahrgenommen. Vorallem fühle ich nur Leere, was wollte die Story mir vermitteln...
Franca zieht extra für Andrew nach England. Doch als dieser sie überredet, an einem heißen Sommertag ein Dinner für sich und seine Freunde zu kochen, in dem auch noch Fleisch vorkommt, obwohl sie Vegetarierin ist, drohen alle ihre Gefühle überzukochen, spätestens als der Kühlschrank ausfällt und viel Alkohol fließt. Die Autorin zeigt in ihrem Roman, was passieren kann, wenn man alle negativen Gefühle unterdrückt. Franca hat alles für Andrew aufgegeben, ihr Studium abgebrochen, zudem findet sie keinen Job. Ihre Tage verbringt sie damit Alkohol zu trinken und die immergleichen Serien bei Netflix zu schauen. Was die Autorin sehr gut macht, was aber gleichermaßen auch verwirrend ist, ist die unzuverlässige Erzählweise der Protagonistin. Oft stellt sie sich etwas vor, der Leser denkt das passiert grade und ein paar Sätze später merkt man, dass es nur in ihrer Gedankenwelt war. Auch manchmal etwas verwirrend ist das Springen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Man springt als Leser zwischen drei Zeitebenen hin und her: einmal die Gegenwart, dann die Zeit vor Andrew und während Andrew. Man bemerkt, wie Franca unter immer mehr psychischem Druck leidet, ohne, dass es explizit benannt wird. Dadurch, dass Andrew ein Weltraum Projekt fördert, wo Kulturgüter ins All geschossen werden, kommt es auch zu hitzigen Diskussionen bei den Dinnergästen darüber, was Kultur ist und wer diese repräsentiert. Alles in allem ist es zwar vor allem zu Beginn ein sehr verwirrendes Buch, welches man aber nicht weglegen möchte, weil es gleichzeitig doch sehr spannend ist. Es kann perfekt beschreiben was passiert, wenn man negative Gefühle im Alkohol ertrinkt.
Ein aufwühlender Roman über Nähe, Macht und das alltägliche Ringen um Selbstbestimmung ✨
Wo soll ich anfangen? Der Roman hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Zu Beginn war ich durch die vielen Gedanken der Protagonistin und die ständigen Zeitsprünge oft etwas verwirrt. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich das Buch in seinen Bann gezogen – und am Ende konnte es mich vollkommen überzeugen. Worum geht's? „Franca zieht Andrew zuliebe von Utrecht nach England, doch das Idyll beginnt schnell zu bröckeln. Als sie auf seinen Wunsch eine Dinnerparty für seine Kollegen ausrichtet – mitten in einer flirrenden Hitzewelle, der Kühlschrank streikt, der Alkohol fließt – spitzen sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem Abend zu, der alles verändert.“ Auch wenn mich die Zeitsprünge zwischen Francas Kindheit, ihrer Studienzeit, der Dinnerparty und den Therapiestunden zunächst etwas verwirrt haben, ergaben sie im Nachhinein absolut Sinn. Rückblickend fand ich die Erzählweise sogar sehr gelungen, weil sich die einzelnen Puzzleteile nach und nach zu einem stimmigen Gesamtbild zusammensetzen. Besonders gefallen haben mir die authentische Freundschaft zwischen Franca und Harry sowie die vielschichtige Familiengeschichte. Auch die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter fand ich spannend und emotional erzählt. Immer wieder wird auf das Ende der Dinnerparty und das geheimnisvolle Messer angespielt, sodass man unbedingt wissen möchte, wie dieser Abend ausgeht. Als schließlich alles aufgelöst wird, war ich wirklich überrascht. Mit dieser Wendung hätte ich überhaupt nicht gerechnet – obwohl es im Verlauf des Romans immer wieder kleine Hinweise darauf gab. Genau das macht den Schluss für mich so gelungen. Insgesamt hat mich der Roman deshalb trotz des etwas holprigen Einstiegs am Ende voll und ganz überzeugt 🍸🐈

Was für eine Überraschung!
Das Buch hat mich wirklich in vielerlei Hinsicht überrascht - fast immer im positiven Sinne. Ich hatte zunächst Probleme ins Buch zu finden, weil die Adressaten wechseln, die Zeitebenen und ich nicht immer ganz sicher war, wo ich mich gerade befinde. Das hat sich nach einer Zeit gelegt und hat mich dann total in seinen Bann gezogen. Die ganze Dinnerparty fängt so harmlos an, Man weiß aber aus Rückblenden, dass sie das nicht bleiben wird, undenklich habe ich am Anfang nicht geahnt, woraus es am Ende hinauslaufen wird. Klar, einige Sachen wurden angedeutet, aber das ganze (ungeheuerliche) Ausmaß der Geschichte war mir nicht klar. Zudem fand ich den Erzählstil der Autorin unaufregend, aber direkt und leicht zu lesen, das hat mir gut gefallen. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel, das Jetzt, die Retrospektive und die Zeit in Utrecht habe ich zudem einen sehr tiefen Einblick in Fran bekommen und konnte am Ende mit ihr mitfiebern und -leiden. Ein tolles Debüt der Autorin, von der ich gerne mehr lesen würde.
Irgendwie war es total abgedreht, aber irgendwie habe ich es sehr geliebt! Das Buch behandelt sehr wichtige, emotionale, traumatische und tiefgreifende Themen. Also auf jeden Fall die Triggerwarnung beachten! Ich fand den Aufbau des Buches total spannend. Es wird in drei Zeitebenen erzählt, ohne wirklich darauf hinzuweisen. Das hat’s aber sehr interessant gemacht, weil man wirklich aufmerksam lesen musste. Zudem war das ganze Buch voll von Spannung, aber unterschwelliger Spannung. Die Spannung (und Anspannung) stand zwischen den Zeilen geschrieben. Die Gefühle von Fran waren so abstrus und echt beschrieben, das hat mich wirklich beeindruckt. Und der Plottwist?! Damit habe ich absolut nicht gerechnet. Das einzige was mich gestört hat waren die Szenen mit der Katze. Ich verstehe die Symbolik dahinter, aber das hätte man auch weglassen oder ersetzen können. Ansonsten absolute Leseempfehlung!
4,5* Dieses Buch hat mich wirklich umgehauen, ich bin sprachlos. Anfangs wirkt alles noch distanziert und kühl, aber genau daraus entwickelt sich eine unglaublich intensive, ehrliche und emotional aufwühlende Geschichte. Das Erzähltempo ist eher langsam, aber sehr bedacht, es passiert viel zwischen den Zeilen und man beobachtet die Situation und die Protagonisten bei einer langsamen, aber intensiven Eskalation. Erzählt wird auf mehreren Zeitebenen, die sich Stück für Stück zu einem chaotischen, aber extrem gut aufgebauten Gesamtbild verbinden. Der Roman ist sprachlich wirklich wunderschön gestaltet und sehr durchdacht konstruiert, sodass alles nach und nach seine Wirkung entfaltet. Inhaltlich ist das Buch nicht leicht: Es geht um Verlust, Trauer und Depressionen, um Überforderung und Female Rage, aber auch um Liebe und dieses leise, schmerzhafte Gefühl, etwas im eigenen Leben falsch gemacht zu haben oder nie wirklich angekommen zu sein. Genau diese Mischung macht es so intensiv und teilweise richtig schwer auszuhalten. Die Triggerwarnung sollte übrigens unbedingt beachtet werden, einige Szenen sind sehr verstörend und ich musste zwischendurch wirklich schlucken. Die Szenen mit der Katze haben mich wirklich fertig gemacht, ich hatte kurz überlegt, das Buch abzubrechen und ehrlich gesagt ist das auch der einzige Grund, warum ich 0,5-1 Sterne hier abziehe. Mit der Zeit spitzt sich die Situationen zu, es wird emotionaler und teilweise richtig überwältigend. Die Dinner-Party selbst ist chaotisch, überfordernd, verstörend und fast wie ein Fiebertraum und spiegelt dadurch Francas aufgeheizten, verwirrten, chaotischen und unter Druck stehenden Zustand perfekt wider. Die Atmosphäre hat einfach perfekt dazu gepasst. Ich muss zugeben, dass ich keine der Figuren hundert Prozent sympathisch fand (einige besser gesagt überhaupt nicht), aber dafür umso echter und authentischer. Gerade Franca hat definitiv ihre Ecken und Kanten, aber ich habe wahnsinnig stark mit ihr mitgefühlt. Am Ende gibt es einen überraschenden Twist, der mir unglaublich gut gefallen hat und mein Herz auf ganz andere Art und Weise irgendwie erwärmt hat, das hat die Autorin wirklich fantastisch konstruiert. Ich bin froh, dass ich im Vorfeld so gut wie nichts über dieses Buch wusste, denn nur so hat diese Wendung so wunderbar funktioniert. Als man erfahren hat, dass Harry eine Frau ist, wollte ich das ganze Buch am liebsten von vorne lesen und dabei mehr auf hints und Vorahnung achten. Ich habe das definitiv nicht kommen sehen und schäme mich selbst für mein heteronormatives Denken, auch wenn die Autorin das bewusst genauso konstruiert hat. Ich habe mich richtig erwischt gefühlt, hat mir aber wirklich wahnsinnig gut gefallen! Insgesamt ist das ein Roman, der sich langsam entfaltet, aber genau dadurch umso stärker trifft. Extrem atmosphärisch, intensiv, schmerzhaft, ehrlich und chaotisch, aber sprachlich so gut konstruiert, dass es mich sprachlos zurückgelassen hat und ich das Buch nach der letzten Seite am liebsten wieder von vorn gelesen hätte.


































