Die Dinner Party
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Description
»Ich erinnere mich an alles, was in diesen drei Minuten zu Beginn des Abends geschah, an ihn und mich in der Küche. Das und das, was am Ende geschah: das Messer und was ich damit gemacht habe.«
Franca zieht Andrew zuliebe von Utrecht nach England, doch das Idyll beginnt schnell zu bröckeln. Als sie auf seinen Wunsch eine Dinnerparty für seine Kollegen ausrichtet - mitten in einer flirrenden Hitzewelle, der Kühlschrank streikt, der Alkohol fließt - spitzen sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem Abend zu, der alles verändert. Als lang verdrängte Wut in ihr aufsteigt, verliert Franca die Kontrolle ...
Book Information
Author Description
Viola van de Sandt hat Journalismus, Vergleichende Literaturwissenschaft und Englische Literatur am King's College in London studiert. Ein Entwurf eines früheren Romans kam auf die Longlist des Mslexia-Romanwettbewerbs 2019. Sie lebt in den Niederlanden.
Posts
Manchmal, wenn ich in den Spiegel schaue, frage ich mich, wie ich wohl aussehen würde, wenn ich Andrew nie begegnet wäre. 🪞
Franca zieht Andrew zuliebe von Utrecht nach England, doch die Beziehung gerät schnell ins Wanken. Bei einer chaotischen Dinnerparty für Andrews Kollegen eskalieren verdrängte Konflikte aus Vergangenheit und Gegenwart und ein scheinbar harmloser Abend wird zum Wendepunkt. 🔪 Viola van de Sandt gelingt es meisterhaft, mit Franca eine vielschichtige Protagonistin zu erschaffen, die weit von Perfektion entfernt ist und gerade deshalb tiefes Mitgefühl beim Leser weckt. Man taucht ein in Francas Gedankenwelt und erlebt ihre Unsicherheit, Verletzlichkeit und wachsende Verstörung hautnah. Während des Lesens schwankt man zwischen Mitgefühl, Traurigkeit, Hoffnung und Wut. Dieses Spannungsverhältnis verleiht dem Roman seine besondere Intensität. 🤩 Die Handlung wird nicht linear erzählt, und so erhalten wir drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an den verhängnisvollen Moment mit dem Messer während der Dinnerparty erinnern kann – oder will. Aber auch ihre Vergangenheit in Utrecht und die Zeit in England werden beleuchtet und spielen eine wichtige Rolle. Francas Therapeutin schlägt ihr vor, ihre Erlebnisse in Form eines Briefes zu verfassen, um sie besser verarbeiten zu können. Genau diesen Brief bekommen wir nun in Form des Buches zu lesen! ✉️ Die Atmosphäre der titelgebenden Dinnerparty ist meisterhaft eingefangen! Die drückende Hitze, das Kochen und der zunehmende Alkoholkonsum tragen zur wortwörtlichen Überhitzung bei. Stück für Stück enthüllt sich, dass unter der Oberfläche weit mehr brodelt, als es zunächst scheint. Da wir uns ausschließlich in Francas Wahrnehmung bewegen, bleibt unklar, was Erinnerung, Gefühl oder Realität ist. 💭 Viele Situationen waren verstörend und einige Wendungen unerwartet. Insgesamt lässt mich das Buch irritiert, fasziniert und ein wenig unzufrieden zurück, was, glaube ich, genau das ist, was die Autorin erreichen wollte. Dieser intensive, atmosphärische und psychologisch klug konstruierte Roman erzeugt eine emotionale Spannung, die aufwühlt, fordert und lange nachhallt, und setzt dabei weniger auf Handlung als auf psychologische Tiefe. 🍾

Raffinierter Roman
Franca und Andrew kennen sich seit ca. 4 Jahren. Um einen Geschäftsabschluss zu feiern, lädt Andrew seine Geschäftspartner zu einer Dinnerparty ein. Franca ist darüber nicht begeistert, lässt sich dann aber doch überreden die Party vorzubereiten. Doch dann geht irgendwie alles schief. Inklusive eines Überraschungsgastes. Franca lebt an der Seite von Andrew ein Leben, das nicht ihres ist. Ihr fehlendes Selbstvertrauen und ihre unterschwellige Unzufriedenheit führen zu einer inneren Anspannung und einem Druck, der immer mehr wächst. Die Dinnerparty wird zum Ventil. Ein raffinierter, kluger und gut inszenierter Roman, dessen Ende sehr gut gelungen ist.
𝚆𝚒𝚛 𝚔ö𝚗𝚗𝚎𝚗 𝚍𝚒𝚎 𝚅𝚎𝚛𝚐𝚊𝚗𝚐𝚎𝚗𝚑𝚎𝚒𝚝 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 ä𝚗𝚍𝚎𝚛𝚗 - 𝚎𝚗𝚝𝚜𝚌𝚑𝚎𝚒𝚍𝚎𝚗𝚍 𝚒𝚜𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚠𝚒𝚛 𝚊𝚞𝚜 𝚒𝚑𝚛 𝚖𝚊𝚌𝚑𝚎𝚗. 𝚄𝚗𝚍 𝚘𝚋 𝚠𝚒𝚛 𝚣𝚞𝚕𝚊𝚜𝚜𝚎𝚗, 𝚍𝚊𝚜𝚜 𝚜𝚒𝚎 𝚊𝚕𝚕𝚎𝚜 𝚋𝚎𝚎𝚒𝚗𝚏𝚕𝚞𝚜𝚜𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚍𝚊𝚗𝚊𝚌𝚑 𝚔𝚘𝚖𝚖𝚝. DIE DINNERPARTY - Viola van de Sandt ⁽ᵘⁿᵇᵉᶻᵃʰˡᵗᵉ ᵂᵉʳᵇᵘⁿᵍ | ˢᵉˡᵇˢᵗᵍᵉᵏᵃᵘᶠᵗ⁾ Den Klappentext findet ihr auf Bild 2. Ich muss tatsächlich mal auf die Triggerwarnungen verweisen, denn das war wahrlich keine leichte Kost- aber unglaublich lesenswert! Die Geschichte ist in verschiedene Zeitebenen unterteilt: Francas Vergangenheit vor der Dinnerparty, die Geschehnisse des Abends selbst und ihr Leben danach in der Gegenwart, begleitet von Gesprächen mit ihrer Therapeutin. Die Sprünge geschehen innerhalb der Kapitel- am Anfang hatte ich etwas Orientierungsschwierigkeiten, mit der Zeit fügte sich jedoch alles stimmig zusammen. Die Atmosphäre während der Dinnerparty ist beeindruckend greifbar geschildert: die drückende Sommerhitze, der zunehmende Alkoholfluss, schwelende Konflikte und Spannungen, die sich immer weiter zuspitzen, bis zum großen Finale! Zur Handlung möchte ich mich gar nicht weiter äußern, weil ich euren Lesegenuss nicht mindern möchte. Es ist Gegenwartsliteratur, aber meine Güte, diese überraschenden Momente...! Da kann so mancher Thriller nicht mithalten. Das Buch regt wirklich zum Nachdenken an, das gleich zu mehreren Themen, und bleibt definitiv im Gedächtnis. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Was für ein heftiges Buch 🥺 Ich habe es komplett am Stück gelesen und schwanke zwischen - was für ein unfassbar gutes Buch und was habe ich hier gerade gelesen 🙈
Dieses Buch hat mich sofort mit seinem Cover und dem gut klingenden Klappentext abgeholt. Außerdem haben wir für unseren Laden alle Pola Titel eingekauft 🙂 Daher wollte ich gerne wissen, was wir da genau verkaufen. Und ich muss sagen, das Buch hat mich absolut überzeugen können. Auch wenn ich hier noch einmal anmerken möchte: Nehmt die Triggerwarnung ernst! Der Schreibstil ist klar, einfach aber trotzdem nah an der Figur. Etwas herausfordernd fand ich die verschiedenen Erzählstränge, die auf drei Zeitzonen ablaufen, und mitten im Kapitel wechseln. Das hat mich als Leserin etwas herausgefordert, aber am Ende mochte ich es sogar. Wir lernen Franca kennen, eine Frau, die ich eigentlich von Anfang an mochte. Und was ich sehr gut von der Autorin fand, war dass sie uns Francas mentalen Zustand absolut über Beschreibungen gezeigt hat. Allein der Satz – ich sah nur noch The Crown an – das fühlte sich so real und nahbar an, dass man direkt an der Figur dran war. Die Szene sexualisierter Gewalt, die für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig ist, war für mich alles andere als leicht zu lesen. Gerade weil ich weiß, dass solche Erfahrungen in vielen Haushalten passieren und trotzdem oft niemand darüber spricht, hat mich diese Stelle sehr getroffen. Auch hier hat die Autorin für mich sehr eindrücklich geschrieben, weil sie nichts unnötig ausformuliert und trotzdem vollkommen klar wird, wie falsch und grenzüberschreitend das ist. Sexualisierte Gewalt beginnt nicht erst dort, wo viele sie vermuten, sondern oft schon viel früher, in Situationen, die übergangen oder kleingeredet werden. Achtet beim Lesen bitte gut auf euch, denn diese Szene ist deutlich beschrieben. Den Plot rund um Harry fand ich auch sehr gelungen und spannend gelöst – die ganze Situation am Abendtisch rund um das Essen hat mich absolut mitgenommen. Es war heilsam hier zu lesen, dass wir Franca auch in einer Zukunftsperspektive lesen können. Die Geschichte war alles andere als leicht und hat mich die Nacht darauf sehr beschäftigt. Aber umso wichtiger ist es, dass Geschichten wie eben diese gelesen werden. Fazit: Die Dinner Party war ein starker Debütroman, dessen Trigger man auf alle Fälle beachten sollte. Der kurzweilig, intensiv und sehr einnehmend war. Ich musste das Buch an einem Stück beenden, einfach weil Franca mir so ans Herz ging. 🦩🦩🦩🦩🦩- Für ein sehr intensives Buch, dass ich mir wünschen würde, dass es viele Menschen lesen. Weil hier Dinge passieren, die alltäglichen vielen weiblich gelesenen Menschen passiert und daher so unfassbar wichtig sind!

Was für ein aufwühlender Roman. Auf subtile Art und Weise wird hier sexueller Missbrauch und dessen Folgen verhandelt. Der Roman stellt Fragen, die er selbst nicht beantwortet, sondern die Leserschaft dazu auffordert: Welche Version hat recht? Welchen Anteil übernehmen strukturelle Benachteiligung von Frauen und misogyne Ansichten? Wie schlecht muss es Betroffenen gehen, um ernst genommen zu werden? Wie brutal muss Missbrauch sein, um auch als Missbrauch zu gelten? Der Roman hat mich viel nachdenken lassen. Es ist definitiv keine leichte Kost. Trotzdem habe ich das Buch verschlungen. Die verschiedenen Zeitsprünge sind anfangs etwas verwirrend, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Insgesamt liest sich das Buch sehr schnell durch, auch wenn man es gelegentlich kurz zur zuklappt, um das Gelesene Revue passieren zu lassen. Die Triggerwarnung hat ihre Berechtigung.
Wahnsinn! Was war das?
„Als ich dort im Keller stehe, weiß ich nur, dass ich die gleiche namenlose Angst verspüre, wie eine Woche zuvor mit Andrew auf dem Sofa, ein Gefühl, dass mich oft überkommt, in diesem Haus, im Garten, im Dorf, in der Landschaft, überall, wo ich bin und immer allein sein werde.“ Seite 36 INHALT Pola Geschichten sind anders. Diese hier ist ganz besonders - und völlig anders, als das was man kennt. Franca studiert Literaturwissenschaft. Nachdem der familiäre Rückhalt wegbricht, fängt sie an zu trinken und lernt Andrew kennen. Die Beziehung zu diesem Mann ist alles andere als ihre Rettung, sondern treibt sie eher noch mehr ins Unglück. Es folgt eine harmlose Einladung zu einer Dinnerparty, die nimmt allerdings eine dramatische Wendung. „Ich hätte nein sagen können, und vielleicht wäre es besser gewesen, sei es auch nur, um nicht zudem zu werden, was ich jetzt bin: eine Verlobte Hausfrau mit Schürze, die sich mit Alkohol und Netflix zu dröhnt.“ Seite 247 EINDRUCK UND FAZIT Dieses Bucht hat mich absolut in den Bann gezogen und einiges an Redebedarf erzeugt. Gut, dass @charlit.reads und ich es gemeinsam gelesen haben. Eine Geschichte, die so spannend geschrieben ist, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die explosive Stimmung vor und während der Dinnerparty ist kaum in Worte zufassen. Man liest und liest, und merkt erst im Nachhinein wie sehr man in der Geschichte steckte, wie sehr sich Dynamiken verschieben können und wie viele Warnsignale überhört - und übersehen werden können. Grosse Empfehlung! „Aber die Geschichte ist ja nur der Anfang eines Buches. Und ein Buch endet erst dann, wenn es nicht mehr gelesen wird.“ Seite 315
"Die Dinner Party" ist ein Buch, das ich nach dem Zuklappen erst einmal habe sacken lassen müssen. Es entwickelt sich nämlich ganz anders als gedacht und behandelt Themen, die ich anhand des Klappentextes so nicht erwartet habe. Es beginnt ganz harmlos: Andrew bittet seine Verlobte Franca, ein Abendessen für die Geschäftsfreunde auszurichten. Doch statt eines entspannten Sommerabends eskaliert die Situation, die Anspannung zwischen den Gästen kocht hoch und dann: ein Messer wird gezückt! Zwei Jahre später versucht Franca immernoch, diesen Abend mithilfe einer Therapeutin zu verarbeiten. Dazu soll sie einen Brief schreiben, den wir nun in Form dieses Buches in Händen halten. Die Autorin wechselt dabei zwischen drei Zeitebenen: dem Dinnerabend, dem Danach und der Vorgeschichte. Das macht das Lesen teilweise etwas anspruchsvoll, spiegelt aber Francas Auseinandersetzung mit dem Abend sehr gut wieder. Ich muss ein wenig wage bleiben, um nicht zu spoilern, aber das zentrale Thema ist eines, das leider viele Frauen im Laufe ihres Lebens einmal betrifft. Auf jeden Fall keine leichte Kost! Zu Ende gab es noch einen Twist, der mich total überrascht hat und mich einen Teil der Geschichte noch einmal in einem anderen Licht hat sehen lassen. Fazit: ein sehr starker Debütroman! Ich hoffe, schon ganz bald noch mehr von Viola van de Sandt lesen zu dürfen!

Ein herausforderndes Leseerlebnis!
"Die Dinner Party" handelt von der niederländischen Literaturstudentin Franca, die aus Einsamkeit zu dem reichen Andrew von Utrecht nach England zieht, kurz nachdem sie sich kennengelernt haben. Franca setzt ihr Studium nicht fort, die beiden verloben sich und Franca lebt von nun an ein häusliches Leben, versorgt von Andrew. Bei wem schrillen noch nicht sämtliche Alarmglocken? Andrew bittet Franca, für ihn und seine Arbeitskollegen spontan eine Dinnerparty zu organisieren, bei der alles aus dem Ruder läuft. Die Handlung spitzt sich rasant zu, als Franca mit ihrer Vergangenheit und ihren Entscheidungen konfrontiert wird und zu einem Messer greift... Die Handlung wird nicht linear erzählt, sondern wir haben drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an diesen verhängnisvollen Moment mit dem Messer erinnern kann. Ihre Therapeutin rät ihr deshalb, einen Brief über das alles an eine geliebte Person zu schreiben, um das Erlebte verarbeiten zu können. So ist dieser Roman, den wir lesen, der Brief an Harry (eine wichtige Person aus Francas Vergangenheit), in dem Franca ihre Vergangenheit schildert. Das ist richtig cool gemacht! Der Schreibstil ist sehr vulgär, was gut zu dieser verstörenden Geschichte passt, da auch auf sprachlicher Ebene nichts beschönigt wird. Keine der Figuren war mir sonderlich sympathisch, bis auf Harry und die Therapeutin Stella. Franca tat mir einfach nur leid und ich habe sehr mit ihr mitgefühlt. Sie macht Furchtbares durch und versucht nun, alles zu verarbeiten. Ich habe ihre Figur als sehr realistisch empfunden. Auf Andrew habe ich einen richtigen Hass entwickelt und die anderen Gäste der Dinnerparty (Andrews bester Freund Evan und ein alter, weißer, männlicher Literaturkritiker namens Gerald) betrachte ich ambivalent. Die Spannung wurde so doll gesteigert, dass es kaum auszuhalten war. Ich wollte unbedingt wissen, was genau mit dem Messer passiert ist, an das Franca sich nicht erinnern kann und warum sie jetzt in Berlin ist. Ich bin irgendwann nicht mehr mitgekommen bei dem was real war und was nicht. Das war sehr anstrengend zu lesen und hat Francas Gefühl der Überforderung für mich spürbar gemacht. Und dann diese Plottwists! Ich habe so vieles nicht kommen sehen und ab einem bestimmten Punkt, sieht man das Buch mit ganz anderen Augen. Ich wurde mit meiner normativen Sicht konfrontiert, die die Autorin auf großartige Weise dekonstruiert! Ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau! Gleichzeitig bringt sie Diskussionen über einen Literaturkanon auf grandiose Weise in die Handlung mit ein. Das heißt, wir haben hier viele feministische Themen drin, die miteinander verwoben werden. Generell habe ich das Leseerlebnis als unbequem und herausfordernd wahrgenommen. Es ist ganz sicher nicht das, was ich von dem Buch erwartet habe, aber es ist absolut genial! Definitiv etwas, über das ich noch sehr lange nachdenken werde. Jetzt brauche ich aber erstmal Erholung davon... Ich kann "Die Dinner Party" sehr empfehlen, allerdings sollte man sich vorher unbedingt mit den Content Notes auseinandersetzen, denn das Buch hat es echt in sich und es war auch für mich teilweise sehr hart zu lesen. *Großen Katzenliebhaber:innen rate ich eher vom Lesen ab, da hier die Gewalt gegen ein Haustier schon sehr arg ist.*
Salt in die Wunde
Als Franca für ihren Verlobten Andrew und seine Kollegen eine Dinnerparty ausrichten muss, sind wir Zeugen von alles verändernden Ereignissen. Das Debüt der Autorin fing unspektakulär an. Ich musste mit jeder gelesenen Seite eine weitere Schicht abtragen, um nach und nach zu entschlüsseln, was an jenem Abend geschehen war. Ich muss dabei zugeben, dass ich auf den ersten 50 Seiten keine hohen Erwartungen hatte. Nach dem ersten Eindruck dachte ich sogar, das wird nichts. Oh boy, was lag ich falsch. Immer, wenn ich kurz durchatmen konnte, hat die Autorin mir einen kalten Eimer Wasser in Gesicht geschüttet und mich ungläubig dastehen lassen. Viola Van de Sandt hat eine Geschichte konstruiert, die so realitätsnah wie erschütternd ist und dabei von Seite zu Seite an Intensität gewinnt. Mit der Beziehung zwischen Andrew und Franca wurde ganz gezielt ein Abbild der Realität von Machtdynamiken geschaffen, die für viele Frauen jenseits jeglicher Fiktion tatsächlich stattfindet. So ging mir durch Mark und Bein, als geschrieben wurde, dass Frauen, die Gewalt erfahren als Bewältigung lieber sich selber, als andere verletzten würden. Wer sieht sich da auch? JA! Und dann kam tatsächlich ein Plottwist, den ich nicht kommen sah. Ich liebeliebeliebe unvorhersehbare Wendungen und als am Ende das große Ganze wie ein fertiges Puzzle da lag, wurde ich sprachlos zurückgelassen.

Und am Ende des Buches wollte ich es am liebsten direkt noch einmal von vorne beginnen - so viel, was ich nicht wahrgenommen habe… Man könnte meinen, einer Dinnerparty mutet zunächst etwas Elegantes, Stilvolles, Exklusives und Genussvolles an. Ein Abend mit guten Freunden in schönem Ambiente. So hat sich Andrew das mit Sicherheit gedacht, als er Franca bittet, für seine Kollegen einen spontanen Abend zu organisieren. Und selbstverständlich scheut er keine Mühen und Kosten und … lässt seine Verlobte den Abend über selbst in der Küche stehen. Wäre das nicht schon erniedrigend genug, erlaubt er sich auch noch einen (gelinde ausgedrückt) Fehltritt vor der Party, bei dem man lange nicht weiß, ob es der erste dieser Art war. Und Franca fällt es zunehmend schwer, an diesem Abend ihr Gesicht vor Andrew, seinen Gästen und einer ihr zufällig selbst schon lange bekannten Person zu wahren. In einem zweiten Handlungsstrang erfahren wir von der Aufarbeitung genau jenes Abends – bis zu dem Moment, an dem sich die lange verdrängten Erinnerungen wieder begegnen. Und genau an dieser Stelle wollte ich das Buch direkt noch einmal von vorne lesen. Was hatte ich selbst übersehen im Rausch der Dinnerparty? Diesen Rausch erlebt der Lesende nicht nur bildlich durch die Erzählung, sondern spürt ihn auch im Lesestil. Denn im Handlungsstrang der Dinnerparty wird mehr als das ein oder andere Gläschen Alkohol zu viel getrunken, und beim Lesen frage ich mich zunehmend: Habe ich etwas verpasst oder überlesen? Wo liegt die Grenze zwischen Illusion, Vorstellung, Wahn und Wahrheit? Bin ich beim Lesen vielleicht selbst schon „lesetrunken“, habe ich gar einen Filmriss? Oder ist genau das die Wirkung, die die Autorin mit ihrem modernen Schreibstil erzielen möchte – mich am Ende des Buches verwirrt zurückzulassen? Verwirrt - wütend - geschockt. Ich mochte das Buch sehr und habe tatsächlich ganze Kapitel ein zweites Mal gelesen, nachdem ich es beendet hatte. Lange dachte ich, die Handlung sei vorhersehbar. Doch die Autorin schafft es, durch viele Hintergründe und Umstände aus Francas Leben die Geschichte auf ein ganz anderes Niveau zu heben. Die Fülle an Fehlbarkeiten aus ihrem Umfeld, die Francas gesamtes Leben beeinflussen, schmerzen und fesseln zugleich beim Lesen. Ich finde es sehr wichtig, dass es Bücher wie dieses gibt - um Frauen in ähnlichen Situationen zu zeigen: Sie sind nicht allein auf der Welt. Nein! Und es kann ihnen geholfen werden. Und ein klitzekleines bisschen Franca steckt vielleicht sogar … leider … in jeder von uns.

Stilistisch stark und durch die dynamische Erzählweise echt besonders – aber inhaltlich stellenweise sehr schwere, teils grenzwertige Kost.
Ich muss ehrlich sagen: Dieses Cover hat mich sofort gecatcht – total mein Geschmack! Aber inhaltlich ist das Buch definitiv keine leichte Kost. Die Geschichte folgt Franca, die für die Liebe von Utrecht nach London zieht. Doch das scheinbare Glück beginnt schnell zu bröckeln. Als sie für ihren Partner eine Dinnerparty organisiert, eskaliert der Abend – zwischen Hitze, Chaos und aufgestauten Emotionen. Besonders spannend fand ich die Erzählweise: Die drei Ebenen (davor, währenddessen und danach) wechseln nicht einfach kapitelweise, sondern passieren innerhalb eines Kapitels. Dadurch wirkt alles sehr dynamisch und gibt der Geschichte eine besondere Struktur, die mich beim Lesen echt gepackt hat. Allerdings war es mir thematisch stellenweise fast zu viel. Die Probleme und inneren Konflikte der Protagonistin haben sich teilweise sehr geballt angefühlt. Besonders schwierig fand ich die Aspekte rund um imaginäre Tierquälerei – das war für mich ehrlich gesagt grenzwertig und hat meinen Lesefluss eher gestört. Deshalb: Unbedingt Triggerwarnungen beachten! Trotzdem: Der Schreibstil ist wirklich gut und schafft eine dichte, unangenehme, aber auch fesselnde Atmosphäre. Und gegen Ende gibt es nochmal eine interessante Wendung, die dem Ganzen eine neue Perspektive gibt und definitiv im Kopf bleibt.
Description
»Ich erinnere mich an alles, was in diesen drei Minuten zu Beginn des Abends geschah, an ihn und mich in der Küche. Das und das, was am Ende geschah: das Messer und was ich damit gemacht habe.«
Franca zieht Andrew zuliebe von Utrecht nach England, doch das Idyll beginnt schnell zu bröckeln. Als sie auf seinen Wunsch eine Dinnerparty für seine Kollegen ausrichtet - mitten in einer flirrenden Hitzewelle, der Kühlschrank streikt, der Alkohol fließt - spitzen sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem Abend zu, der alles verändert. Als lang verdrängte Wut in ihr aufsteigt, verliert Franca die Kontrolle ...
Book Information
Author Description
Viola van de Sandt hat Journalismus, Vergleichende Literaturwissenschaft und Englische Literatur am King's College in London studiert. Ein Entwurf eines früheren Romans kam auf die Longlist des Mslexia-Romanwettbewerbs 2019. Sie lebt in den Niederlanden.
Posts
Manchmal, wenn ich in den Spiegel schaue, frage ich mich, wie ich wohl aussehen würde, wenn ich Andrew nie begegnet wäre. 🪞
Franca zieht Andrew zuliebe von Utrecht nach England, doch die Beziehung gerät schnell ins Wanken. Bei einer chaotischen Dinnerparty für Andrews Kollegen eskalieren verdrängte Konflikte aus Vergangenheit und Gegenwart und ein scheinbar harmloser Abend wird zum Wendepunkt. 🔪 Viola van de Sandt gelingt es meisterhaft, mit Franca eine vielschichtige Protagonistin zu erschaffen, die weit von Perfektion entfernt ist und gerade deshalb tiefes Mitgefühl beim Leser weckt. Man taucht ein in Francas Gedankenwelt und erlebt ihre Unsicherheit, Verletzlichkeit und wachsende Verstörung hautnah. Während des Lesens schwankt man zwischen Mitgefühl, Traurigkeit, Hoffnung und Wut. Dieses Spannungsverhältnis verleiht dem Roman seine besondere Intensität. 🤩 Die Handlung wird nicht linear erzählt, und so erhalten wir drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an den verhängnisvollen Moment mit dem Messer während der Dinnerparty erinnern kann – oder will. Aber auch ihre Vergangenheit in Utrecht und die Zeit in England werden beleuchtet und spielen eine wichtige Rolle. Francas Therapeutin schlägt ihr vor, ihre Erlebnisse in Form eines Briefes zu verfassen, um sie besser verarbeiten zu können. Genau diesen Brief bekommen wir nun in Form des Buches zu lesen! ✉️ Die Atmosphäre der titelgebenden Dinnerparty ist meisterhaft eingefangen! Die drückende Hitze, das Kochen und der zunehmende Alkoholkonsum tragen zur wortwörtlichen Überhitzung bei. Stück für Stück enthüllt sich, dass unter der Oberfläche weit mehr brodelt, als es zunächst scheint. Da wir uns ausschließlich in Francas Wahrnehmung bewegen, bleibt unklar, was Erinnerung, Gefühl oder Realität ist. 💭 Viele Situationen waren verstörend und einige Wendungen unerwartet. Insgesamt lässt mich das Buch irritiert, fasziniert und ein wenig unzufrieden zurück, was, glaube ich, genau das ist, was die Autorin erreichen wollte. Dieser intensive, atmosphärische und psychologisch klug konstruierte Roman erzeugt eine emotionale Spannung, die aufwühlt, fordert und lange nachhallt, und setzt dabei weniger auf Handlung als auf psychologische Tiefe. 🍾

Raffinierter Roman
Franca und Andrew kennen sich seit ca. 4 Jahren. Um einen Geschäftsabschluss zu feiern, lädt Andrew seine Geschäftspartner zu einer Dinnerparty ein. Franca ist darüber nicht begeistert, lässt sich dann aber doch überreden die Party vorzubereiten. Doch dann geht irgendwie alles schief. Inklusive eines Überraschungsgastes. Franca lebt an der Seite von Andrew ein Leben, das nicht ihres ist. Ihr fehlendes Selbstvertrauen und ihre unterschwellige Unzufriedenheit führen zu einer inneren Anspannung und einem Druck, der immer mehr wächst. Die Dinnerparty wird zum Ventil. Ein raffinierter, kluger und gut inszenierter Roman, dessen Ende sehr gut gelungen ist.
𝚆𝚒𝚛 𝚔ö𝚗𝚗𝚎𝚗 𝚍𝚒𝚎 𝚅𝚎𝚛𝚐𝚊𝚗𝚐𝚎𝚗𝚑𝚎𝚒𝚝 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 ä𝚗𝚍𝚎𝚛𝚗 - 𝚎𝚗𝚝𝚜𝚌𝚑𝚎𝚒𝚍𝚎𝚗𝚍 𝚒𝚜𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚠𝚒𝚛 𝚊𝚞𝚜 𝚒𝚑𝚛 𝚖𝚊𝚌𝚑𝚎𝚗. 𝚄𝚗𝚍 𝚘𝚋 𝚠𝚒𝚛 𝚣𝚞𝚕𝚊𝚜𝚜𝚎𝚗, 𝚍𝚊𝚜𝚜 𝚜𝚒𝚎 𝚊𝚕𝚕𝚎𝚜 𝚋𝚎𝚎𝚒𝚗𝚏𝚕𝚞𝚜𝚜𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚍𝚊𝚗𝚊𝚌𝚑 𝚔𝚘𝚖𝚖𝚝. DIE DINNERPARTY - Viola van de Sandt ⁽ᵘⁿᵇᵉᶻᵃʰˡᵗᵉ ᵂᵉʳᵇᵘⁿᵍ | ˢᵉˡᵇˢᵗᵍᵉᵏᵃᵘᶠᵗ⁾ Den Klappentext findet ihr auf Bild 2. Ich muss tatsächlich mal auf die Triggerwarnungen verweisen, denn das war wahrlich keine leichte Kost- aber unglaublich lesenswert! Die Geschichte ist in verschiedene Zeitebenen unterteilt: Francas Vergangenheit vor der Dinnerparty, die Geschehnisse des Abends selbst und ihr Leben danach in der Gegenwart, begleitet von Gesprächen mit ihrer Therapeutin. Die Sprünge geschehen innerhalb der Kapitel- am Anfang hatte ich etwas Orientierungsschwierigkeiten, mit der Zeit fügte sich jedoch alles stimmig zusammen. Die Atmosphäre während der Dinnerparty ist beeindruckend greifbar geschildert: die drückende Sommerhitze, der zunehmende Alkoholfluss, schwelende Konflikte und Spannungen, die sich immer weiter zuspitzen, bis zum großen Finale! Zur Handlung möchte ich mich gar nicht weiter äußern, weil ich euren Lesegenuss nicht mindern möchte. Es ist Gegenwartsliteratur, aber meine Güte, diese überraschenden Momente...! Da kann so mancher Thriller nicht mithalten. Das Buch regt wirklich zum Nachdenken an, das gleich zu mehreren Themen, und bleibt definitiv im Gedächtnis. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Was für ein heftiges Buch 🥺 Ich habe es komplett am Stück gelesen und schwanke zwischen - was für ein unfassbar gutes Buch und was habe ich hier gerade gelesen 🙈
Dieses Buch hat mich sofort mit seinem Cover und dem gut klingenden Klappentext abgeholt. Außerdem haben wir für unseren Laden alle Pola Titel eingekauft 🙂 Daher wollte ich gerne wissen, was wir da genau verkaufen. Und ich muss sagen, das Buch hat mich absolut überzeugen können. Auch wenn ich hier noch einmal anmerken möchte: Nehmt die Triggerwarnung ernst! Der Schreibstil ist klar, einfach aber trotzdem nah an der Figur. Etwas herausfordernd fand ich die verschiedenen Erzählstränge, die auf drei Zeitzonen ablaufen, und mitten im Kapitel wechseln. Das hat mich als Leserin etwas herausgefordert, aber am Ende mochte ich es sogar. Wir lernen Franca kennen, eine Frau, die ich eigentlich von Anfang an mochte. Und was ich sehr gut von der Autorin fand, war dass sie uns Francas mentalen Zustand absolut über Beschreibungen gezeigt hat. Allein der Satz – ich sah nur noch The Crown an – das fühlte sich so real und nahbar an, dass man direkt an der Figur dran war. Die Szene sexualisierter Gewalt, die für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig ist, war für mich alles andere als leicht zu lesen. Gerade weil ich weiß, dass solche Erfahrungen in vielen Haushalten passieren und trotzdem oft niemand darüber spricht, hat mich diese Stelle sehr getroffen. Auch hier hat die Autorin für mich sehr eindrücklich geschrieben, weil sie nichts unnötig ausformuliert und trotzdem vollkommen klar wird, wie falsch und grenzüberschreitend das ist. Sexualisierte Gewalt beginnt nicht erst dort, wo viele sie vermuten, sondern oft schon viel früher, in Situationen, die übergangen oder kleingeredet werden. Achtet beim Lesen bitte gut auf euch, denn diese Szene ist deutlich beschrieben. Den Plot rund um Harry fand ich auch sehr gelungen und spannend gelöst – die ganze Situation am Abendtisch rund um das Essen hat mich absolut mitgenommen. Es war heilsam hier zu lesen, dass wir Franca auch in einer Zukunftsperspektive lesen können. Die Geschichte war alles andere als leicht und hat mich die Nacht darauf sehr beschäftigt. Aber umso wichtiger ist es, dass Geschichten wie eben diese gelesen werden. Fazit: Die Dinner Party war ein starker Debütroman, dessen Trigger man auf alle Fälle beachten sollte. Der kurzweilig, intensiv und sehr einnehmend war. Ich musste das Buch an einem Stück beenden, einfach weil Franca mir so ans Herz ging. 🦩🦩🦩🦩🦩- Für ein sehr intensives Buch, dass ich mir wünschen würde, dass es viele Menschen lesen. Weil hier Dinge passieren, die alltäglichen vielen weiblich gelesenen Menschen passiert und daher so unfassbar wichtig sind!

Was für ein aufwühlender Roman. Auf subtile Art und Weise wird hier sexueller Missbrauch und dessen Folgen verhandelt. Der Roman stellt Fragen, die er selbst nicht beantwortet, sondern die Leserschaft dazu auffordert: Welche Version hat recht? Welchen Anteil übernehmen strukturelle Benachteiligung von Frauen und misogyne Ansichten? Wie schlecht muss es Betroffenen gehen, um ernst genommen zu werden? Wie brutal muss Missbrauch sein, um auch als Missbrauch zu gelten? Der Roman hat mich viel nachdenken lassen. Es ist definitiv keine leichte Kost. Trotzdem habe ich das Buch verschlungen. Die verschiedenen Zeitsprünge sind anfangs etwas verwirrend, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Insgesamt liest sich das Buch sehr schnell durch, auch wenn man es gelegentlich kurz zur zuklappt, um das Gelesene Revue passieren zu lassen. Die Triggerwarnung hat ihre Berechtigung.
Wahnsinn! Was war das?
„Als ich dort im Keller stehe, weiß ich nur, dass ich die gleiche namenlose Angst verspüre, wie eine Woche zuvor mit Andrew auf dem Sofa, ein Gefühl, dass mich oft überkommt, in diesem Haus, im Garten, im Dorf, in der Landschaft, überall, wo ich bin und immer allein sein werde.“ Seite 36 INHALT Pola Geschichten sind anders. Diese hier ist ganz besonders - und völlig anders, als das was man kennt. Franca studiert Literaturwissenschaft. Nachdem der familiäre Rückhalt wegbricht, fängt sie an zu trinken und lernt Andrew kennen. Die Beziehung zu diesem Mann ist alles andere als ihre Rettung, sondern treibt sie eher noch mehr ins Unglück. Es folgt eine harmlose Einladung zu einer Dinnerparty, die nimmt allerdings eine dramatische Wendung. „Ich hätte nein sagen können, und vielleicht wäre es besser gewesen, sei es auch nur, um nicht zudem zu werden, was ich jetzt bin: eine Verlobte Hausfrau mit Schürze, die sich mit Alkohol und Netflix zu dröhnt.“ Seite 247 EINDRUCK UND FAZIT Dieses Bucht hat mich absolut in den Bann gezogen und einiges an Redebedarf erzeugt. Gut, dass @charlit.reads und ich es gemeinsam gelesen haben. Eine Geschichte, die so spannend geschrieben ist, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die explosive Stimmung vor und während der Dinnerparty ist kaum in Worte zufassen. Man liest und liest, und merkt erst im Nachhinein wie sehr man in der Geschichte steckte, wie sehr sich Dynamiken verschieben können und wie viele Warnsignale überhört - und übersehen werden können. Grosse Empfehlung! „Aber die Geschichte ist ja nur der Anfang eines Buches. Und ein Buch endet erst dann, wenn es nicht mehr gelesen wird.“ Seite 315
"Die Dinner Party" ist ein Buch, das ich nach dem Zuklappen erst einmal habe sacken lassen müssen. Es entwickelt sich nämlich ganz anders als gedacht und behandelt Themen, die ich anhand des Klappentextes so nicht erwartet habe. Es beginnt ganz harmlos: Andrew bittet seine Verlobte Franca, ein Abendessen für die Geschäftsfreunde auszurichten. Doch statt eines entspannten Sommerabends eskaliert die Situation, die Anspannung zwischen den Gästen kocht hoch und dann: ein Messer wird gezückt! Zwei Jahre später versucht Franca immernoch, diesen Abend mithilfe einer Therapeutin zu verarbeiten. Dazu soll sie einen Brief schreiben, den wir nun in Form dieses Buches in Händen halten. Die Autorin wechselt dabei zwischen drei Zeitebenen: dem Dinnerabend, dem Danach und der Vorgeschichte. Das macht das Lesen teilweise etwas anspruchsvoll, spiegelt aber Francas Auseinandersetzung mit dem Abend sehr gut wieder. Ich muss ein wenig wage bleiben, um nicht zu spoilern, aber das zentrale Thema ist eines, das leider viele Frauen im Laufe ihres Lebens einmal betrifft. Auf jeden Fall keine leichte Kost! Zu Ende gab es noch einen Twist, der mich total überrascht hat und mich einen Teil der Geschichte noch einmal in einem anderen Licht hat sehen lassen. Fazit: ein sehr starker Debütroman! Ich hoffe, schon ganz bald noch mehr von Viola van de Sandt lesen zu dürfen!

Ein herausforderndes Leseerlebnis!
"Die Dinner Party" handelt von der niederländischen Literaturstudentin Franca, die aus Einsamkeit zu dem reichen Andrew von Utrecht nach England zieht, kurz nachdem sie sich kennengelernt haben. Franca setzt ihr Studium nicht fort, die beiden verloben sich und Franca lebt von nun an ein häusliches Leben, versorgt von Andrew. Bei wem schrillen noch nicht sämtliche Alarmglocken? Andrew bittet Franca, für ihn und seine Arbeitskollegen spontan eine Dinnerparty zu organisieren, bei der alles aus dem Ruder läuft. Die Handlung spitzt sich rasant zu, als Franca mit ihrer Vergangenheit und ihren Entscheidungen konfrontiert wird und zu einem Messer greift... Die Handlung wird nicht linear erzählt, sondern wir haben drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an diesen verhängnisvollen Moment mit dem Messer erinnern kann. Ihre Therapeutin rät ihr deshalb, einen Brief über das alles an eine geliebte Person zu schreiben, um das Erlebte verarbeiten zu können. So ist dieser Roman, den wir lesen, der Brief an Harry (eine wichtige Person aus Francas Vergangenheit), in dem Franca ihre Vergangenheit schildert. Das ist richtig cool gemacht! Der Schreibstil ist sehr vulgär, was gut zu dieser verstörenden Geschichte passt, da auch auf sprachlicher Ebene nichts beschönigt wird. Keine der Figuren war mir sonderlich sympathisch, bis auf Harry und die Therapeutin Stella. Franca tat mir einfach nur leid und ich habe sehr mit ihr mitgefühlt. Sie macht Furchtbares durch und versucht nun, alles zu verarbeiten. Ich habe ihre Figur als sehr realistisch empfunden. Auf Andrew habe ich einen richtigen Hass entwickelt und die anderen Gäste der Dinnerparty (Andrews bester Freund Evan und ein alter, weißer, männlicher Literaturkritiker namens Gerald) betrachte ich ambivalent. Die Spannung wurde so doll gesteigert, dass es kaum auszuhalten war. Ich wollte unbedingt wissen, was genau mit dem Messer passiert ist, an das Franca sich nicht erinnern kann und warum sie jetzt in Berlin ist. Ich bin irgendwann nicht mehr mitgekommen bei dem was real war und was nicht. Das war sehr anstrengend zu lesen und hat Francas Gefühl der Überforderung für mich spürbar gemacht. Und dann diese Plottwists! Ich habe so vieles nicht kommen sehen und ab einem bestimmten Punkt, sieht man das Buch mit ganz anderen Augen. Ich wurde mit meiner normativen Sicht konfrontiert, die die Autorin auf großartige Weise dekonstruiert! Ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau! Gleichzeitig bringt sie Diskussionen über einen Literaturkanon auf grandiose Weise in die Handlung mit ein. Das heißt, wir haben hier viele feministische Themen drin, die miteinander verwoben werden. Generell habe ich das Leseerlebnis als unbequem und herausfordernd wahrgenommen. Es ist ganz sicher nicht das, was ich von dem Buch erwartet habe, aber es ist absolut genial! Definitiv etwas, über das ich noch sehr lange nachdenken werde. Jetzt brauche ich aber erstmal Erholung davon... Ich kann "Die Dinner Party" sehr empfehlen, allerdings sollte man sich vorher unbedingt mit den Content Notes auseinandersetzen, denn das Buch hat es echt in sich und es war auch für mich teilweise sehr hart zu lesen. *Großen Katzenliebhaber:innen rate ich eher vom Lesen ab, da hier die Gewalt gegen ein Haustier schon sehr arg ist.*
Salt in die Wunde
Als Franca für ihren Verlobten Andrew und seine Kollegen eine Dinnerparty ausrichten muss, sind wir Zeugen von alles verändernden Ereignissen. Das Debüt der Autorin fing unspektakulär an. Ich musste mit jeder gelesenen Seite eine weitere Schicht abtragen, um nach und nach zu entschlüsseln, was an jenem Abend geschehen war. Ich muss dabei zugeben, dass ich auf den ersten 50 Seiten keine hohen Erwartungen hatte. Nach dem ersten Eindruck dachte ich sogar, das wird nichts. Oh boy, was lag ich falsch. Immer, wenn ich kurz durchatmen konnte, hat die Autorin mir einen kalten Eimer Wasser in Gesicht geschüttet und mich ungläubig dastehen lassen. Viola Van de Sandt hat eine Geschichte konstruiert, die so realitätsnah wie erschütternd ist und dabei von Seite zu Seite an Intensität gewinnt. Mit der Beziehung zwischen Andrew und Franca wurde ganz gezielt ein Abbild der Realität von Machtdynamiken geschaffen, die für viele Frauen jenseits jeglicher Fiktion tatsächlich stattfindet. So ging mir durch Mark und Bein, als geschrieben wurde, dass Frauen, die Gewalt erfahren als Bewältigung lieber sich selber, als andere verletzten würden. Wer sieht sich da auch? JA! Und dann kam tatsächlich ein Plottwist, den ich nicht kommen sah. Ich liebeliebeliebe unvorhersehbare Wendungen und als am Ende das große Ganze wie ein fertiges Puzzle da lag, wurde ich sprachlos zurückgelassen.

Und am Ende des Buches wollte ich es am liebsten direkt noch einmal von vorne beginnen - so viel, was ich nicht wahrgenommen habe… Man könnte meinen, einer Dinnerparty mutet zunächst etwas Elegantes, Stilvolles, Exklusives und Genussvolles an. Ein Abend mit guten Freunden in schönem Ambiente. So hat sich Andrew das mit Sicherheit gedacht, als er Franca bittet, für seine Kollegen einen spontanen Abend zu organisieren. Und selbstverständlich scheut er keine Mühen und Kosten und … lässt seine Verlobte den Abend über selbst in der Küche stehen. Wäre das nicht schon erniedrigend genug, erlaubt er sich auch noch einen (gelinde ausgedrückt) Fehltritt vor der Party, bei dem man lange nicht weiß, ob es der erste dieser Art war. Und Franca fällt es zunehmend schwer, an diesem Abend ihr Gesicht vor Andrew, seinen Gästen und einer ihr zufällig selbst schon lange bekannten Person zu wahren. In einem zweiten Handlungsstrang erfahren wir von der Aufarbeitung genau jenes Abends – bis zu dem Moment, an dem sich die lange verdrängten Erinnerungen wieder begegnen. Und genau an dieser Stelle wollte ich das Buch direkt noch einmal von vorne lesen. Was hatte ich selbst übersehen im Rausch der Dinnerparty? Diesen Rausch erlebt der Lesende nicht nur bildlich durch die Erzählung, sondern spürt ihn auch im Lesestil. Denn im Handlungsstrang der Dinnerparty wird mehr als das ein oder andere Gläschen Alkohol zu viel getrunken, und beim Lesen frage ich mich zunehmend: Habe ich etwas verpasst oder überlesen? Wo liegt die Grenze zwischen Illusion, Vorstellung, Wahn und Wahrheit? Bin ich beim Lesen vielleicht selbst schon „lesetrunken“, habe ich gar einen Filmriss? Oder ist genau das die Wirkung, die die Autorin mit ihrem modernen Schreibstil erzielen möchte – mich am Ende des Buches verwirrt zurückzulassen? Verwirrt - wütend - geschockt. Ich mochte das Buch sehr und habe tatsächlich ganze Kapitel ein zweites Mal gelesen, nachdem ich es beendet hatte. Lange dachte ich, die Handlung sei vorhersehbar. Doch die Autorin schafft es, durch viele Hintergründe und Umstände aus Francas Leben die Geschichte auf ein ganz anderes Niveau zu heben. Die Fülle an Fehlbarkeiten aus ihrem Umfeld, die Francas gesamtes Leben beeinflussen, schmerzen und fesseln zugleich beim Lesen. Ich finde es sehr wichtig, dass es Bücher wie dieses gibt - um Frauen in ähnlichen Situationen zu zeigen: Sie sind nicht allein auf der Welt. Nein! Und es kann ihnen geholfen werden. Und ein klitzekleines bisschen Franca steckt vielleicht sogar … leider … in jeder von uns.

Stilistisch stark und durch die dynamische Erzählweise echt besonders – aber inhaltlich stellenweise sehr schwere, teils grenzwertige Kost.
Ich muss ehrlich sagen: Dieses Cover hat mich sofort gecatcht – total mein Geschmack! Aber inhaltlich ist das Buch definitiv keine leichte Kost. Die Geschichte folgt Franca, die für die Liebe von Utrecht nach London zieht. Doch das scheinbare Glück beginnt schnell zu bröckeln. Als sie für ihren Partner eine Dinnerparty organisiert, eskaliert der Abend – zwischen Hitze, Chaos und aufgestauten Emotionen. Besonders spannend fand ich die Erzählweise: Die drei Ebenen (davor, währenddessen und danach) wechseln nicht einfach kapitelweise, sondern passieren innerhalb eines Kapitels. Dadurch wirkt alles sehr dynamisch und gibt der Geschichte eine besondere Struktur, die mich beim Lesen echt gepackt hat. Allerdings war es mir thematisch stellenweise fast zu viel. Die Probleme und inneren Konflikte der Protagonistin haben sich teilweise sehr geballt angefühlt. Besonders schwierig fand ich die Aspekte rund um imaginäre Tierquälerei – das war für mich ehrlich gesagt grenzwertig und hat meinen Lesefluss eher gestört. Deshalb: Unbedingt Triggerwarnungen beachten! Trotzdem: Der Schreibstil ist wirklich gut und schafft eine dichte, unangenehme, aber auch fesselnde Atmosphäre. Und gegen Ende gibt es nochmal eine interessante Wendung, die dem Ganzen eine neue Perspektive gibt und definitiv im Kopf bleibt.




















