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Dieses Buch tut weh 🥺🖤
Mit Tempting Venom beweist Rina Kent einmal mehr, dass sie keine einfachen Liebesgeschichten schreibt. Wer ihre Bücher kennt, weiß bereits, dass psychische Traumata, moralische Grauzonen und zutiefst kaputte Charaktere zu ihrem Markenzeichen gehören. Dieses Buch gehört jedoch definitiv zu den düstersten der Reihe. Vorweg: Lest bitte die Triggerwarnung. Die Themen, die hier behandelt werden, sind alles andere als leichte Kost und teilweise wirklich verstörend. Wer die vorherigen Bände gelesen hat, kennt bereits Ausschnitte aus Prestons Vergangenheit und weiß, dass seine Kindheit alles andere als normal war. In Tempting Venom bekommt diese Geschichte nun den Raum, den sie verdient und genau deshalb haben mich viele Szenen emotional deutlich mehr getroffen als erwartet. Was ich an der gesamten Vipers-Reihe – genauso wie an der God of-Reihe – unglaublich spannend finde, ist die Erzählstruktur. Alle Bücher spielen zeitlich nahezu parallel. Man erlebt dieselben Ereignisse immer wieder aus einer anderen Perspektive. Dadurch versteht man plötzlich Entscheidungen und Verhaltensweisen von Figuren, die man zuvor vielleicht gar nicht nachvollziehen konnte. Gleichzeitig sollte man wissen, dass die Bände sich gegenseitig spoilern. Wer Band 2 dieser Reihe gelesen hat, weiß bereits, welches Schicksal Preston ereilt. Mich persönlich hat es nicht gestört. Psychologisch ist Preston für mich einer der interessantesten Charaktere, die Rina Kent bisher geschrieben hat. Nach außen wirkt er impulsiv, provokant und selbstzerstörerisch. Doch je mehr man über seine Vergangenheit erfährt, desto deutlicher wird, dass hinter seiner Wut vor allem Angst, Schmerz und ein Mensch steht, der nie gelernt hat, was Sicherheit eigentlich bedeutet. Seine Selbstsabotage wirkt dadurch nicht wie ein künstliches Drama für den Plot, sondern wie die logische Folge seiner Kindheit. Marcus bildet dazu den perfekten Gegenpol. Er versucht Preston nicht zu "reparieren", sondern begegnet ihm mit einer Geduld, die ich stellenweise wirklich bewundert habe. Gerade dadurch funktioniert ihre Dynamik für mich deutlich besser als das klassische "Ich kann ihn retten", das man in Dark Romance so häufig liest. Trotzdem bleibt Rina Kent sich treu: Gesunde Beziehungen sollte man hier nicht erwarten. Auch dieses Buch lebt von Obsession, emotionaler Abhängigkeit und problematischen Dynamiken. Der Unterschied ist nur, dass sie hier psychologisch deutlich nachvollziehbarer wirken als in manch anderen Werken der Autorin. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich allerdings der Aufbau. Wie in vielen Büchern von Rina Kent wiederholen sich manche Beziehungsmuster recht häufig. Nähe, Rückzug, Versöhnung - dieser Kreislauf zieht sich durch einen großen Teil der Handlung. Psychologisch ergibt das durchaus Sinn, weil traumatisierte Menschen oft genau so handeln. Erzählerisch hätte ich mir dennoch etwas mehr Abwechslung gewünscht. Mein Fazit: Tempting Venom gehört für mich zu den stärkeren Büchern von Rina Kent. Nicht, weil es die gesündeste Liebesgeschichte erzählt - ganz im Gegenteil -, sondern weil sie es schafft, Prestons Verhalten psychologisch greifbar zu machen, ohne seine Vergangenheit als Entschuldigung für alles zu benutzen. Die Erzählstruktur der gesamten Reihe begeistert mich nach wie vor, weil sich mit jedem Band neue Zusammenhänge ergeben und Figuren plötzlich in einem völlig anderen Licht erscheinen. Wer bereits die vorherigen Bücher gelesen hat, sollte diesen Band unbedingt lesen. Wer allerdings zum ersten Mal zu einem Buch der Autorin greift, sollte sich bewusst sein, dass die behandelten Themen sehr belastend sein können. Die Triggerwarnung ist hier keine bloße Formalität, sondern wirklich wichtig.

1 days ago
Dieses Buch tut weh 🥺🖤
Mit Tempting Venom beweist Rina Kent einmal mehr, dass sie keine einfachen Liebesgeschichten schreibt. Wer ihre Bücher kennt, weiß bereits, dass psychische Traumata, moralische Grauzonen und zutiefst kaputte Charaktere zu ihrem Markenzeichen gehören. Dieses Buch gehört jedoch definitiv zu den düstersten der Reihe. Vorweg: Lest bitte die Triggerwarnung. Die Themen, die hier behandelt werden, sind alles andere als leichte Kost und teilweise wirklich verstörend. Wer die vorherigen Bände gelesen hat, kennt bereits Ausschnitte aus Prestons Vergangenheit und weiß, dass seine Kindheit alles andere als normal war. In Tempting Venom bekommt diese Geschichte nun den Raum, den sie verdient und genau deshalb haben mich viele Szenen emotional deutlich mehr getroffen als erwartet. Was ich an der gesamten Vipers-Reihe – genauso wie an der God of-Reihe – unglaublich spannend finde, ist die Erzählstruktur. Alle Bücher spielen zeitlich nahezu parallel. Man erlebt dieselben Ereignisse immer wieder aus einer anderen Perspektive. Dadurch versteht man plötzlich Entscheidungen und Verhaltensweisen von Figuren, die man zuvor vielleicht gar nicht nachvollziehen konnte. Gleichzeitig sollte man wissen, dass die Bände sich gegenseitig spoilern. Wer Band 2 dieser Reihe gelesen hat, weiß bereits, welches Schicksal Preston ereilt. Mich persönlich hat es nicht gestört. Psychologisch ist Preston für mich einer der interessantesten Charaktere, die Rina Kent bisher geschrieben hat. Nach außen wirkt er impulsiv, provokant und selbstzerstörerisch. Doch je mehr man über seine Vergangenheit erfährt, desto deutlicher wird, dass hinter seiner Wut vor allem Angst, Schmerz und ein Mensch steht, der nie gelernt hat, was Sicherheit eigentlich bedeutet. Seine Selbstsabotage wirkt dadurch nicht wie ein künstliches Drama für den Plot, sondern wie die logische Folge seiner Kindheit. Marcus bildet dazu den perfekten Gegenpol. Er versucht Preston nicht zu "reparieren", sondern begegnet ihm mit einer Geduld, die ich stellenweise wirklich bewundert habe. Gerade dadurch funktioniert ihre Dynamik für mich deutlich besser als das klassische "Ich kann ihn retten", das man in Dark Romance so häufig liest. Trotzdem bleibt Rina Kent sich treu: Gesunde Beziehungen sollte man hier nicht erwarten. Auch dieses Buch lebt von Obsession, emotionaler Abhängigkeit und problematischen Dynamiken. Der Unterschied ist nur, dass sie hier psychologisch deutlich nachvollziehbarer wirken als in manch anderen Werken der Autorin. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich allerdings der Aufbau. Wie in vielen Büchern von Rina Kent wiederholen sich manche Beziehungsmuster recht häufig. Nähe, Rückzug, Versöhnung - dieser Kreislauf zieht sich durch einen großen Teil der Handlung. Psychologisch ergibt das durchaus Sinn, weil traumatisierte Menschen oft genau so handeln. Erzählerisch hätte ich mir dennoch etwas mehr Abwechslung gewünscht. Mein Fazit: Tempting Venom gehört für mich zu den stärkeren Büchern von Rina Kent. Nicht, weil es die gesündeste Liebesgeschichte erzählt - ganz im Gegenteil -, sondern weil sie es schafft, Prestons Verhalten psychologisch greifbar zu machen, ohne seine Vergangenheit als Entschuldigung für alles zu benutzen. Die Erzählstruktur der gesamten Reihe begeistert mich nach wie vor, weil sich mit jedem Band neue Zusammenhänge ergeben und Figuren plötzlich in einem völlig anderen Licht erscheinen. Wer bereits die vorherigen Bücher gelesen hat, sollte diesen Band unbedingt lesen. Wer allerdings zum ersten Mal zu einem Buch der Autorin greift, sollte sich bewusst sein, dass die behandelten Themen sehr belastend sein können. Die Triggerwarnung ist hier keine bloße Formalität, sondern wirklich wichtig.
1 days ago







