Stummes Echo
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Description
Book Information
Author Description
Susan Hill wurde 1942 in Yorkshire geboren. Ihre Geistergeschichten und die Kriminalromane um Simon Serrailler haben sie zu einer der populärsten britischen Schriftstellerinnen gemacht. Ihr Gothic-Roman Die Frau in Schwarz wurde 2012 mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle verfilmt und lief als Theateradaption über dreißig Jahre lang am Londoner West End. Seit 2023 wird das Stück auf Bühnen in ganz Großbritannien aufgeführt. Für ihre Romane, Erzählungen und Jugendbücher wurde Hill mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Somerset Maugham Award, und zum Commander of the British Empire ernannt. Susan Hill lebt in Norfolk in einem alten Bauernhaus, in dem in jedem Winkel Bücher stehen, die im Winter gut isolieren.
Posts
"Stummes Echo" ist eine kurze Familiengeschichte auf 165 Seiten, die sich um Erinnerungen und die Verletzungen dreht, die das Leben hinterlässt.
Zu Beginn: Habe definitiv etwas Anderes erwartet, als das, was ich gelesen hatte🙈 ♦️TGW: Tod, Sterben♦️ Die Handlung beginnt traurig und düster. Mehrheitlich aus der Sicht von May erzählt, die im Gegensatz zu ihren Geschwistern Colin, Berenice und Frank auf der Farm "Beacon" bleibt, um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern. Die Geschichte zeigt, wie sich die vier Kinder unterschiedlich entwickeln und ihren eigenen Weg im Leben finden. Eine zentrale Frage ist, wann man den Mut aufbringen sollte, sich von den Eltern zu lösen und die Welt zu entdecken. Und was ist DIE Wahrheit? Hat jeder seine Eigene? Das Ende hat mich nachdenklich und fragend zurückgelassen. Obwohl ich von der Geschichte nicht begeistert bin, hat mich der hervorragende Schreibstil von Susan Hill beeindruckt. Die Charakterentwicklung ist besonders interessant, zeigt sie doch, wie unterschiedlich Kinder trotz derselben Erziehung sein können. Wenn es die Gleiche ist....? Ich gebe dem Buch drei Sterne und empfehle es allen, die gerne viel Handlung auf wenig Seiten mögen.

Gibt es die eine Wahrheit? Stummes Echo erzählt – ausgehend vom Tod der Mutter – die Geschichte einer Familie und lotet Wahrheitskonzepte aus: Wo endet Erinnerung, wo beginnt Verleumdung oder Verleugnung? Vier Geschwister wachsen auf dem Familienhof Beacon auf, ehe sie eigene Wege gehen. Während eine von ihnen fern der Heimat Mühe hat, Fuß zu fassen, bauen die anderen ihr Leben abseits des Hofes auf. Alles scheint in Ordnung. Als Frank ein Buch veröffentlicht – voller schwerer Vorwürfe gegen Eltern und Geschwister – kommt das für die anderen völlig überraschend. Es ist nicht ihre Wahrheit. Es entfaltet sich eine vielschichtige Erzählung über Familie, unausgesprochene Erfahrungen und den schmalen Grat zwischen persönlicher Erinnerung und objektiver Wahrheit.
Wunderschön aufgemacht ist dieses kleine Büchlein, mit seinem Leineneinband eine wahre Zierde fürs Regal. Die Geschichte entwickelt eine stille Wucht, die so bescheiden und dezent daherkommt wie das Titelbild und dennoch etwas Unwiderstehliches an sich hat – vom Umfang her ist sie jedoch wenig mehr als eine Novelle. Das kam mir sehr gelegen, denn nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte, dachte ich etwa eine Stunde lang intensiv darüber nach und las das Buch dann direkt ein zweites Mal. Denn die letzen Zeilen (die ich hier nicht verraten werde) werfen ein ganz neues Licht auf diese Geschichte: Colin, Frank, May und Berenice Prime hatten eine ganz normale Kindheit in Nordengland – glücklich, fast schon idyllisch, obgleich das Leben im elterlichen Farmhouse ‘The Beacon’ geprägt war von harter Arbeit und ärmlichen Mitteln. Doch als Erwachsener schreibt Frank, der als erfolgreicher Journalist seinem Elternhaus schon lange den Rücken gekehrt hat, ohne jegliche Vorwarnung ein Buch, in dem er behauptet, seine Eltern und Geschwister hätten ihn als Kind geschlagen, gedemütigt und gequält. Das Buch, eine typische Sensationsbiographie, wird zum Bestseller, die Geschwister sind fassungslos. Frank nennt die echten Namen, beschreibt die tatsächlichen Örtlichkeiten, die Geschichte lässt sich mühelos zurückverfolgen auf die Familie Prime. Der Vater ist schon tot, der kränklichen Mutter, die das Haus nicht mehr verlässt, verschweigen sie die Sache, der Titel “Stummes Echo” macht auf einmal Sinn: Franks Verrat hat gravierende Folgen für alle Beteiligten und dennoch gibt es über viele Jahre keine offene Konfrontation – obwohl der Widerhall kein Ende findet. Die zwei Gesichter der Wahrheit sind ein grundlegendes Thema des Buches. Das stimmt doch alles nicht, das ist niemals so gewesen! Nichts davon ist passiert! Empörung und Wut sind die ersten Reaktionen der Geschwister, sie sind sich der unumstößlichen Absolutheit ihrer Wahrheit ganz sicher: Lüge, alles Lüge. Doch im Stillen nagt im Laufe der Jahre der Zweifel an ihnen. Haben sie Dinge vergessen, falsch interpretiert? Derweil geht es Frank umgekehrt ganz ähnlich: die persönliche emotionale Wahrheit und die auf Fakten basierende Wahrheit schwingen nicht mehr im Einklang. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere zurückhaltend, taktvoll und mit sparsamen Worten. Dennoch wirken sie sehr lebendig und authentisch, wobei sich die Geschichte vor allem auf den verschlossenen Frank und die hochintelligente May konzentriert, während der freundliche Colin und die verwöhnte Beatrice eher im Hintergrund stehen. Interessant ist, dass Frank und May oft wirken wie Gegenpole der selben Wahrheit – doch hier möchte ich noch nicht zuviel verraten, denn darauf beruht meines Erachtens der Schlüsselmoment des Buches. FAZIT Die Geschwister Colin, Frank, May und Berenice hatten eine glückliche Kindheit auf dem Lande – oder nicht? Frank schreibt ein Buch über seine angeblich schreckliche Kindheit, das seine Eltern und Geschwister als Täter porträtiert. Alles eine Lüge? Selbst Frank glaubt nicht an die faktische Wahrheit seiner Erinnerungen – oder doch? Die Wahrheit ist fließend in diesem Roman, die Erinnerungen sind trügerisch. Doch jeder kämpft im Stillen mit seinen Zweifeln, obwohl Franks Buch ein starkes emotionales Echo hervorruft. Einfache, klare Wahrheiten und Antworten findet man hier nicht, und gerade deswegen entwickelte die Geschichte eine starke Sogwirkung auf mich. Ich habe das schmale Büchlein direkt zweimal hintereinander gelesen. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/2019/03/16/rezension-susan-hill-stummes-echo/
Aussehen ist nicht alles. Da ich das inzwischen einigermaßen verinnerlicht habe, habe ich mir hier auch die Inhaltsangabe genauer angesehen, bevor es mit nach Hause durfte. Doch auch diese hat ein falsches Bild auf den Inhalt geworfen. . 𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥 May, Frank, Colin und Berenice sind irgendwo auf dem Land in England groß geworden. Und eigentlich hatten sie eine glückliche Kindheit. Doch Frank scheint das etwas anders zu sehen. Und so veröffentlicht er ein Buch mit seiner Wahrheit. . 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘 Auf Grund der Inhaltsangabe habe ich erwartet eine Geschichte zu lesen in der es um die Familiengeschichte aller Geschwister geht. Was ist Frank passiert, wie haben die anderen das erlebt, waren sie beteiligt, stimmt alles überhaupt, was machen die Behauptung mit dem Rest der Familie???. Allerdings ging es ca. in 2/3 dieser kurzen Geschichte (es sind knapp 160 Seiten) hauptsächlich um Mays Leben. Franks Offenbarung und die Folgen werden mehr oder weniger nur angerissen. Und das Ende hat mich völlig unbefriedigt zurück gelassen. Auf Grund der Kürze und des angenehmen Schreibstils bin ich dennoch dran geblieben, auch in der Hoffnungen bald die Spannenden Erlebnisse von Frank zu lesen. . 𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥 Der erste Blick ist nicht immer sonderlich aussagekräftig. Aber es hätte auch gut werden können. Doch meine Erwartungen standen dem leider im Weg.
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Susan Hill wurde 1942 in Yorkshire geboren. Ihre Geistergeschichten und die Kriminalromane um Simon Serrailler haben sie zu einer der populärsten britischen Schriftstellerinnen gemacht. Ihr Gothic-Roman Die Frau in Schwarz wurde 2012 mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle verfilmt und lief als Theateradaption über dreißig Jahre lang am Londoner West End. Seit 2023 wird das Stück auf Bühnen in ganz Großbritannien aufgeführt. Für ihre Romane, Erzählungen und Jugendbücher wurde Hill mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Somerset Maugham Award, und zum Commander of the British Empire ernannt. Susan Hill lebt in Norfolk in einem alten Bauernhaus, in dem in jedem Winkel Bücher stehen, die im Winter gut isolieren.
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"Stummes Echo" ist eine kurze Familiengeschichte auf 165 Seiten, die sich um Erinnerungen und die Verletzungen dreht, die das Leben hinterlässt.
Zu Beginn: Habe definitiv etwas Anderes erwartet, als das, was ich gelesen hatte🙈 ♦️TGW: Tod, Sterben♦️ Die Handlung beginnt traurig und düster. Mehrheitlich aus der Sicht von May erzählt, die im Gegensatz zu ihren Geschwistern Colin, Berenice und Frank auf der Farm "Beacon" bleibt, um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern. Die Geschichte zeigt, wie sich die vier Kinder unterschiedlich entwickeln und ihren eigenen Weg im Leben finden. Eine zentrale Frage ist, wann man den Mut aufbringen sollte, sich von den Eltern zu lösen und die Welt zu entdecken. Und was ist DIE Wahrheit? Hat jeder seine Eigene? Das Ende hat mich nachdenklich und fragend zurückgelassen. Obwohl ich von der Geschichte nicht begeistert bin, hat mich der hervorragende Schreibstil von Susan Hill beeindruckt. Die Charakterentwicklung ist besonders interessant, zeigt sie doch, wie unterschiedlich Kinder trotz derselben Erziehung sein können. Wenn es die Gleiche ist....? Ich gebe dem Buch drei Sterne und empfehle es allen, die gerne viel Handlung auf wenig Seiten mögen.

Gibt es die eine Wahrheit? Stummes Echo erzählt – ausgehend vom Tod der Mutter – die Geschichte einer Familie und lotet Wahrheitskonzepte aus: Wo endet Erinnerung, wo beginnt Verleumdung oder Verleugnung? Vier Geschwister wachsen auf dem Familienhof Beacon auf, ehe sie eigene Wege gehen. Während eine von ihnen fern der Heimat Mühe hat, Fuß zu fassen, bauen die anderen ihr Leben abseits des Hofes auf. Alles scheint in Ordnung. Als Frank ein Buch veröffentlicht – voller schwerer Vorwürfe gegen Eltern und Geschwister – kommt das für die anderen völlig überraschend. Es ist nicht ihre Wahrheit. Es entfaltet sich eine vielschichtige Erzählung über Familie, unausgesprochene Erfahrungen und den schmalen Grat zwischen persönlicher Erinnerung und objektiver Wahrheit.
Wunderschön aufgemacht ist dieses kleine Büchlein, mit seinem Leineneinband eine wahre Zierde fürs Regal. Die Geschichte entwickelt eine stille Wucht, die so bescheiden und dezent daherkommt wie das Titelbild und dennoch etwas Unwiderstehliches an sich hat – vom Umfang her ist sie jedoch wenig mehr als eine Novelle. Das kam mir sehr gelegen, denn nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte, dachte ich etwa eine Stunde lang intensiv darüber nach und las das Buch dann direkt ein zweites Mal. Denn die letzen Zeilen (die ich hier nicht verraten werde) werfen ein ganz neues Licht auf diese Geschichte: Colin, Frank, May und Berenice Prime hatten eine ganz normale Kindheit in Nordengland – glücklich, fast schon idyllisch, obgleich das Leben im elterlichen Farmhouse ‘The Beacon’ geprägt war von harter Arbeit und ärmlichen Mitteln. Doch als Erwachsener schreibt Frank, der als erfolgreicher Journalist seinem Elternhaus schon lange den Rücken gekehrt hat, ohne jegliche Vorwarnung ein Buch, in dem er behauptet, seine Eltern und Geschwister hätten ihn als Kind geschlagen, gedemütigt und gequält. Das Buch, eine typische Sensationsbiographie, wird zum Bestseller, die Geschwister sind fassungslos. Frank nennt die echten Namen, beschreibt die tatsächlichen Örtlichkeiten, die Geschichte lässt sich mühelos zurückverfolgen auf die Familie Prime. Der Vater ist schon tot, der kränklichen Mutter, die das Haus nicht mehr verlässt, verschweigen sie die Sache, der Titel “Stummes Echo” macht auf einmal Sinn: Franks Verrat hat gravierende Folgen für alle Beteiligten und dennoch gibt es über viele Jahre keine offene Konfrontation – obwohl der Widerhall kein Ende findet. Die zwei Gesichter der Wahrheit sind ein grundlegendes Thema des Buches. Das stimmt doch alles nicht, das ist niemals so gewesen! Nichts davon ist passiert! Empörung und Wut sind die ersten Reaktionen der Geschwister, sie sind sich der unumstößlichen Absolutheit ihrer Wahrheit ganz sicher: Lüge, alles Lüge. Doch im Stillen nagt im Laufe der Jahre der Zweifel an ihnen. Haben sie Dinge vergessen, falsch interpretiert? Derweil geht es Frank umgekehrt ganz ähnlich: die persönliche emotionale Wahrheit und die auf Fakten basierende Wahrheit schwingen nicht mehr im Einklang. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere zurückhaltend, taktvoll und mit sparsamen Worten. Dennoch wirken sie sehr lebendig und authentisch, wobei sich die Geschichte vor allem auf den verschlossenen Frank und die hochintelligente May konzentriert, während der freundliche Colin und die verwöhnte Beatrice eher im Hintergrund stehen. Interessant ist, dass Frank und May oft wirken wie Gegenpole der selben Wahrheit – doch hier möchte ich noch nicht zuviel verraten, denn darauf beruht meines Erachtens der Schlüsselmoment des Buches. FAZIT Die Geschwister Colin, Frank, May und Berenice hatten eine glückliche Kindheit auf dem Lande – oder nicht? Frank schreibt ein Buch über seine angeblich schreckliche Kindheit, das seine Eltern und Geschwister als Täter porträtiert. Alles eine Lüge? Selbst Frank glaubt nicht an die faktische Wahrheit seiner Erinnerungen – oder doch? Die Wahrheit ist fließend in diesem Roman, die Erinnerungen sind trügerisch. Doch jeder kämpft im Stillen mit seinen Zweifeln, obwohl Franks Buch ein starkes emotionales Echo hervorruft. Einfache, klare Wahrheiten und Antworten findet man hier nicht, und gerade deswegen entwickelte die Geschichte eine starke Sogwirkung auf mich. Ich habe das schmale Büchlein direkt zweimal hintereinander gelesen. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/2019/03/16/rezension-susan-hill-stummes-echo/
Aussehen ist nicht alles. Da ich das inzwischen einigermaßen verinnerlicht habe, habe ich mir hier auch die Inhaltsangabe genauer angesehen, bevor es mit nach Hause durfte. Doch auch diese hat ein falsches Bild auf den Inhalt geworfen. . 𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥 May, Frank, Colin und Berenice sind irgendwo auf dem Land in England groß geworden. Und eigentlich hatten sie eine glückliche Kindheit. Doch Frank scheint das etwas anders zu sehen. Und so veröffentlicht er ein Buch mit seiner Wahrheit. . 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘 Auf Grund der Inhaltsangabe habe ich erwartet eine Geschichte zu lesen in der es um die Familiengeschichte aller Geschwister geht. Was ist Frank passiert, wie haben die anderen das erlebt, waren sie beteiligt, stimmt alles überhaupt, was machen die Behauptung mit dem Rest der Familie???. Allerdings ging es ca. in 2/3 dieser kurzen Geschichte (es sind knapp 160 Seiten) hauptsächlich um Mays Leben. Franks Offenbarung und die Folgen werden mehr oder weniger nur angerissen. Und das Ende hat mich völlig unbefriedigt zurück gelassen. Auf Grund der Kürze und des angenehmen Schreibstils bin ich dennoch dran geblieben, auch in der Hoffnungen bald die Spannenden Erlebnisse von Frank zu lesen. . 𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥 Der erste Blick ist nicht immer sonderlich aussagekräftig. Aber es hätte auch gut werden können. Doch meine Erwartungen standen dem leider im Weg.








