Stiller

Stiller

Softcover
3.871
Manesse WeltbibliothekIdentitätTagebuch StilGrosser Schillerpreis

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Bei seiner Einreise in die Schweiz wird Mister White festgenommen, weil er für die Polizei mit dem verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch ist. Frühere Freunde bestätigen den Verdacht. Er aber widersetzt sich dieser Festlegung, seine Aufzeichnungen in der Untersuchungshaft wehren sich gegen diese Behauptung mit der Feststellung: »Ich bin nicht Stiller!«.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
448
Price
12.40 €

Author Description

Max Frisch, geboren am 15. Mai 1911 in Zürich, arbeitete zunächst als Journalist, später als Architekt, bis ihm mit seinem Roman Stiller (1954) der Durchbruch als Schriftsteller gelang. Es folgten die Romane Homo faber (1957) und Mein Name sei Gantenbein (1964) sowie Erzählungen, Tagebücher, Theaterstücke, Hörspiele und Essays. Frisch starb am 4. April 1991 in Zürich.

Posts

12
All
2

Zweiter Versuch – zweite Enttäuschung

Bei seiner Einreise in die Schweiz wird ein Mann namens Mister White festgenommen. Die Behörden sind überzeugt, dass es sich bei ihm um den verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller handelt. Freunde und Bekannte bestätigen diese Identität. Doch Mister White widersetzt sich vehement: „Ich bin nicht Stiller!“ – so beginnt ein innerer und äußerer Kampf um Identität, Selbstbestimmung und die Frage, ob man sich von der Vergangenheit lösen kann. Ich habe „Stiller“ bereits in der Schulzeit gelesen – und damals hat mich der Roman nicht überzeugt. Nun, Jahre später, habe ich ihm eine zweite Chance gegeben, auch weil bald eine Verfilmung ins Kino kommt. Leider hat sich mein Eindruck nicht geändert: Der Roman hat mich von Anfang bis Ende gelangweilt. Trotz der philosophischen Tiefe und der literarischen Bedeutung, die dem Werk oft zugeschrieben wird, konnte ich keinen Zugang zur Geschichte finden. Die Figuren blieben mir fremd, die Handlung zäh, und die ständigen Reflexionen über Identität und Selbstbild empfand ich als ermüdend statt erhellend. Ich habe das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich den Film sehen möchte – nicht aus Lesefreude. Ein Klassiker der deutschsprachigen Literatur, der mich persönlich nicht erreicht hat – weder beim ersten noch beim zweiten Lesen. Vielleicht gelingt es dem Film, die Thematik zugänglicher und spannender umzusetzen. Ich bin gespannt, aber skeptisch.

Zweiter Versuch – zweite Enttäuschung
4.5

Selten so machtlos gefühlt, was meine Urteilskraft anbelangt, so ein genialer Pathos!

2

Max Frisch und ich. Eine zweifelhafte Bekanntschaft... Der Reread von Homo Faber hat mir damals plötzlich sehr gut gefallen, also dachte ich mir, könnte ich mich nun doch auch am restlichen Werk Frischs gütlich tun. Aber entweder muss ich alle seine Bücher zwei Mal lesen, oder aber Frisch liegt mir halt doch nicht. Auf Stiller war ich wirklich gespannt - die Idee hat mich schon lange neugierig gemacht. Aber irgendwie wurde dann doch nichts draus. Schlussendlich stellte sich auch dieses Buch nur wieder als eine zu lang geratene Liebesgeschichte heraus, mit viel Blabla und zu wenig wirklichem Inhalt. Hätte man das Ganze um die Hälfte gekürzt - dann hätte ma daraus etwas machen können. Aber so zieht sich die Handlung dahin, Stiller weist immer wieder darauf hin, dass er nicht Stiller ist, und dann bandelt er wieder mit seiner Julika an. Das wars dann auch schon. Da habe ich mir in der tat etwas Anderes erwartet. Interessant fände ich es auf jeden Fall, die Geschichte ins 21. Jahrhundert versetzt darzustellen. Inklusive der heutigen Technik und Hacking-Möglichkeiten.

5

Well, what should I say? Another extremely good piece of literature by Max Frisch. His whole work is based on the question of your own identity and that topic just resonates with me. Stiller takes a hot take on this topic and maybe it is even his work that's based most around just this topic. This one touched me, it did not hit as close to home as [b:Homo faber|1132274|Homo faber|Max Frisch|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1181248189l/1132274._SY75_.jpg|691697], but still one of the best books I've ever read.

5

Eigentlich eine Riesensauerei, was Frisch hier seiner Leserschaft zumutet. Fast den ganzen Roman über kann man keiner Aussage trauen, wird hin- und hergerissen zwischen subjektiver und tatsächlicher Wirklichkeit und ist sich noch nicht mal sicher, ob nicht alles gelogen ist, was aus Stillers Mund kommt. Der Roman heißt Stiller, der erste Teil ist mit Stillers Aufzeichnungen aus dem Gefängnis benannt und dann der erste Satz, der einem schon umhaut. „Ich bin nicht Stiller!“. Und so taumelt man durch die vehemente Tirade des Protagonisten und seinen Fluchen auf die Schweiz, die Gesellschaft im Allgemeinen und diesem Stiller im Besonderen, dass man gar nicht weiß, in was für einem Genre man sich befindet. Kriminalgeschichte oder Gesellschaftsroman. Zunächst hat dieser Mr. White, der nicht Stiller sein will, unsere Sympathie. Immerhin wird der Ich-Erzähler doch wissen wer er ist und wer nicht. Aber irgendwann bröckelt diese Gewissheit und man steckt mitten in einem Vierecksbeziehung Stiller-Julika-Rolf-Sibylle, bekommt Sachverhalte aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt und merkt, dass alles nur subjektive Wirklichkeit ist. Kann man seine Vergangenheit einfach verleugnen, einfach ein Anderer sein, die eigene Vita neu erfinden? Was ist, wenn man merkt, dass man nicht so gelebt hat, wie man eigentlich wollte, wie es authentisch gewesen wäre? Stiller will diese Radikalität für sich in Anspruch nehmen, aber die Gesellschaft vergisst nicht. Herrlich, wie Stillers Verteidiger vor Gericht ihm ins Gewissen redet, auch mal an die Anderen zu denken, nicht nur an sich. Es gibt viele Romane zum Thema Vergangenheitsauseinandersetzung und Identitätssuche. Gerade in heutiger Zeit ist dieser Roman meines Erachtens aktueller denn je. Alle Menschen, die aus dem Korsett der zugewiesenen Identität ausbrechen und sich eine Neue erschaffen, sind quasi Stillers. Oder besser gesagt: Lauters. Denn sie bleiben ja in ihrer Identität, während Stiller still wird mit dem Urteilsspruch der Gesellschaft. Er zieht sich in die alte Identität zurück, innerlich wie äußerlich und scheitert tragisch. Ganz große Literatur für mich.

5

Eigentlich eine Riesensauerei, was Frisch hier seiner Leserschaft zumutet. Fast den ganzen Roman über kann man keiner Aussage trauen, wird hin- und hergerissen zwischen subjektiver und tatsächlicher Wirklichkeit und ist sich noch nicht mal sicher, ob nicht alles gelogen ist, was aus Stillers Mund kommt. Der Roman heißt Stiller, der erste Teil ist mit Stillers Aufzeichnungen aus dem Gefängnis benannt und dann der erste Satz, der einem schon umhaut. „Ich bin nicht Stiller!“. Und so taumelt man durch die vehemente Tirade des Protagonisten und seinen Fluchen auf die Schweiz, die Gesellschaft im Allgemeinen und diesem Stiller im Besonderen, dass man gar nicht weiß, in was für einem Genre man sich befindet. Kriminalgeschichte oder Gesellschaftsroman. Zunächst hat dieser Mr. White, der nicht Stiller sein will, unsere Sympathie. Immerhin wird der Ich-Erzähler doch wissen wer er ist und wer nicht. Aber irgendwann bröckelt diese Gewissheit und man steckt mitten in einem Vierecksbeziehung Stiller-Julika-Rolf-Sibylle, bekommt Sachverhalte aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt und merkt, dass alles nur subjektive Wirklichkeit ist. Kann man seine Vergangenheit einfach verleugnen, einfach ein Anderer sein, die eigene Vita neu erfinden? Was ist, wenn man merkt, dass man nicht so gelebt hat, wie man eigentlich wollte, wie es authentisch gewesen wäre? Stiller will diese Radikalität für sich in Anspruch nehmen, aber die Gesellschaft vergisst nicht. Herrlich, wie Stillers Verteidiger vor Gericht ihm ins Gewissen redet, auch mal an die Anderen zu denken, nicht nur an sich. Es gibt viele Romane zum Thema Vergangenheitsauseinandersetzung und Identitätssuche. Gerade in heutiger Zeit ist dieser Roman meines Erachtens aktueller denn je. Alle Menschen, die aus dem Korsett der zugewiesenen Identität ausbrechen und sich eine Neue erschaffen, sind quasi Stillers. Oder besser gesagt: Lauters. Denn sie bleiben ja in ihrer Identität, während Stiller still wird mit dem Urteilsspruch der Gesellschaft. Er zieht sich in die alte Identität zurück, innerlich wie äußerlich und scheitert tragisch. Ganz große Literatur für mich.

4

Max Frisch mochte ich schon in der Schule - wir hatten im Deutschunterricht sowohl "Homo Faber" als auch "Andorra" behandelt, "Biedermann und die Brandstifter" las ich später privat. Warum "Stiller" nun geschlagene 15 Jahre - seit 2007! - auf meinem SuB vergammelte, von Bücherschrank zu Regal zu Umzugskiste getragen wurde, kann ich mir absolut nicht erklären, vor allem da ich nun nach Lektüre vom bislang für mich besten Werk Max Frischs sprechen kann. Max Frisch bereitet mit seinem Charakter Anatol Stiller bzw. Jim White die Bühne für die ganz großen Fragen der Identität, wie sie im Existentialismus besprochen werden. Jim White wird im Zug an der Grenze zur Schweiz verhaftet und bezichtigt, der verschollene Bildhauer Anatol Stiller zu sein. In 7 Heften dokumentiert White in seiner Gefängniszelle, was ihm widerfährt und was ihn beschäftigt. Dass er Stiller sei, weist er vehement von sich, vielmehr versucht er mit wilden Geschichten aus Mexiko und Amerika sein Umfeld vom Gegenteil zu überzeugen. Er wird mit unterschiedlichen Charakteren konfrontiert - der Ehefrau Stillers; dem Staatsanwalt und dessen Frau, die den echten Stiller ebenfalls kannten - und rekonstruiert in seinen Aufzeichnungen das Geschehene und die Beziehungen, die Stiller mit diesen Personen pflegte. Im zweiten, deutlich kleineren Teil des Romans, wird über Stiller aus Sicht eines Dritten nach seinem Gefängnisaufenthalt berichtet. Wir springen hier in Zeiten und Orten, haben einige Geschichten in der Geschichte und dringen Schicht für Schicht zum Wesen Whites/Schillers vor. Ob White tatsächlich der gesuchte Stiller ist, steht auch für die Leserin nicht fest, und so ergibt sich sowohl ein spannender Plot als auch ein interessantes Gedankenexperiment: Kann man seine Identität frei wählen, kann man sein altes Leben hinter sich lassen und ist Liebe nur möglich, wenn man sich aller Identitäten, aller Bildnisse entledigt? Dass dies ein Meisterwerk der deutschen Literatur ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen - es versteht sich von selbst, dass Max Frisch völlig zurecht einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller ist. Für mein subjektives Lesevergnügen waren doch einige unnötige Ausschweifungen und eine ermüdende Detailgenauigkeit zeitweise hinderlich, weswegen es nicht ganz zu 5 Sternen reichte (4.5 wären wohl passend). Dennoch ein sprachlicher wie erzählerischer Hochgenuss, aus dem ich sehr viel mitnehmen konnte.

2

We read this book in school and I actually not sure what to think about it. At the beginning it was definitely interesting, because you could actually wonder in what direction person wise it goes but as the book goes on and on and even without searching it gets clear and yet you get to wonder about the main character. The book is rounded by some out-of-person stories. Due to the fact that we read this one in school, we looked out for details and paralells but without caring for those and looking for those it is an kind of enjoyable book. The beginning definitely bounds you and you kind of want to know what happens next (but for me without a desire to go on like some books have) but as the book continues, the passages get longer and longer and you start to wonder if it ever gets on the point of solving the question if White is Stiller or not because you for yourself know the answer by going on reading kind of fast while book itself still surrounds around this question without getting forward. So for me it was partly enjoyale but partly just lush.

3

Mh, im Großen und Ganzen sehr gut. Sehr gefallen hat mir der Stil des Autors. Dafür, dass der Roman erstmals 1954 veröffentlich wurde, schreibt er erstaunlich modern und "auf den Punkt". Zeitgenossen neigen da sehr zum Schwafeln, wenn ich das mal so banal ausdrücken darf. Stellenweise war ich sehr begeistert, vieles war mir dann aber auch zu verwirrend und etwas zu langatmig.

5

Suchtfaktor! Konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Max Frisch und sein hypnotisierender Schreibstil, die radikale Subjektivität, die gefühlsinkompetenten Charaktere, die völlig unvorhersehbare Handlung, die wilden Handlungswechsel, die radikal wütende Systemkritik haben mich völlig in den Bann gezogen. Meiner Meinung nach eine Homage an den Spruch, Liebe reicht nicht allein. In einer Ehe muss man sich auch respektieren, vertrauen, sehen. Große, große Empfehlung!

2

We read this book in school and I actually not sure what to think about it. At the beginning it was definitely interesting, because you could actually wonder in what direction person wise it goes but as the book goes on and on and even without searching it gets clear and yet you get to wonder about the main character. The book is rounded by some out-of-person stories. Due to the fact that we read this one in school, we looked out for details and paralells but without caring for those and looking for those it is an kind of enjoyable book. The beginning definitely bounds you and you kind of want to know what happens next (but for me without a desire to go on like some books have) but as the book continues, the passages get longer and longer and you start to wonder if it ever gets on the point of solving the question if White is Stiller or not because you for yourself know the answer by going on reading kind of fast while book itself still surrounds around this question without getting forward. So for me it was partly enjoyale but partly just lush.

Create Post