Schwebebahnen

Schwebebahnen

Hardback
4.020

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Description

Von einer Kindheit in Wuppertal: das berührende Panorama einer Gesellschaft nach dem Krieg

Ende der fünfziger Jahre zieht der sechsjährige Josef mit den Eltern von Köln nach Wuppertal in ein Haus voller Eisenbahnerfamilien. Er ist ein stark introvertierter Einzelgänger, der am liebsten nur Klavier spielen würde. Die Schule in Köln musste er abbrechen, in der neuen Heimat nimmt er einen zweiten Anlauf. Als er Mücke, die Tochter des Gemüsehändlers von gegenüber, kennenlernt, entwickelt sich zwischen den beiden Kindern eine enge Freundschaft, die ihm hilft, seine Hemmungen zu überwinden. Allmählich öffnet er sich auch anderen Menschen, wie etwa den Patres des Kreuzherrenordens, die ihm lautes Vorlesen und Singen beibringen, oder einem Jugendtrainer, der ihn im Langlauf trainiert. Den stärksten Halt aber gibt ihm das Aufschreiben von Geschichten, über Schwebebahnflüge entlang der Wupper, Expeditionen mit skurrilen Tieren im Zoo oder abenteuerlichen Kämpfen mit Jugendbanden in einem nahen Waldgebiet.

Berührend intensiv erzählt Hanns-Josef Ortheil vom inneren und äußeren Wiederaufbau im westlichen Nachkriegsdeutschland. "Schwebebahnen" ist die Geschichte eines anfänglich autistischen Jungen, der seine eigenen, von Musik getragenen Fantasiewelten entdeckt. Zugleich ist er das große Panorama einer zutiefst traumatisierten Gesellschaft, in der die Menschen ein stilles und vom zweiten Weltkrieg gezeichnetes Leben führen und angesichts eines wiederum drohenden Krieges noch immer angstvoll agieren.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
320
Price
24.70 €

Author Description

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den beliebtesten und meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Villa Massimo-Stipendium in Rom, dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt. 2025 ist bei Luchterhand sein jüngster Roman „Schwebebahnen“ erschienen.

Posts

5
All
3.5

Reise ins Wuppertal und in eine Kindheit der 1950er Jahre aus Sicht des kleinen Josef. 🚟

Josef und seine Eltern ziehen in der Nachkriegszeit der 1950er Jahre von Köln nach Wuppertal, um Josef einen schulischen Neuanfang zu ermöglichen. Denn Josef ist besonders. Er hat ein außergewöhnlich musikalisches Talent und ein gutes musikalisches Gedächtnis. Er hört Melodien in alltäglichen Dingen und spielt seit frühester Kindheit virtuos Klavier. Außerdem klingt ein unausgesprochener Autismus mit, der sich in seinem Verhalten und seinen Gedankengängen zeigt. Diese Besonderheiten lassen ihn zur Zielscheibe von Hohn und Spott der Mitschüler werden. In Wuppertal hofft die Familie auf einen Neuanfang und Josef soll versuchen, keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, damit erneute Repressalien vermieden werden. Er knüpft schnell Freundschaft zu einem Mädchen aus der Nachbarschaft, die ihn akzeptiert wie er ist und die zu ihm hält. Die Geschichte wird aus Josefs Sicht erzählt und ich fand seine manchmal kindlich naiven aber dennoch nicht unintelligenten Gedanken des Jungen ganz interessant und berührend. Außerdem ist der liebevolle Zusammenhalt der Familie und die tiefe Freundschaft zwischen ihm und dem Mädchen namens Mücke beim Lesen deutlich zu spüren. Ich mochte auch den Wuppertaler Lokalkolorit, den der Autor in die Geschichte gewebt hat. Vor allem deshalb, weil ich Wuppertal gut kenne. "Schwebebahnen" ist ein ruhiges, unaufgeregtes Buch mit einem poetischen aber sehr kryptischen Ende, das mich ratlos und verwirrt zurückgelassen hat. Trotzdem empfehle ich es weiter, da das Buch insgesamt lesenswert war.

3.5

Schwebebahnen von Hanns‑Josef Ortheil ist eine szenenhafte Beschreibung der Erlebnisse eines Jungen, der vermutlich nicht nur zufällige Ähnlichkeiten mit seinem Autor aufweist. Aufwühlende Erfahrungen, familiäre Traumata und die Geschichte der Eltern bilden den Hintergrund dieses Romans. Einem besonderen Teil seiner Lebensgeschichte widmet Ortheil den prägenden Erinnerungen an den Umzug der Familie von Köln nach Wuppertal mitte der 1950er Jahre. Der Zweite Weltkrieg liegt erst wenige Jahre zurück. Nach traumatischen Verlusten der Eltern – vier seiner Geschwister sind gestorben – bedeutet der Umzug einen weiteren Einschnitt. Auch der kleine Josef blickt voller Angst und Unsicherheit auf seine Umwelt. Josef ist ein besonderes Kind: in sich gekehrt, oft isoliert, in manchen Interessen hoch konzentriert, in anderen Bereichen der Schule kaum erreichbar. Einige Erwachsene erkennen jedoch sein Potenzial – ein Geistlicher, ein Sport-, ein Musik- und ein Sachkundelehrer fördern ihn. Auch „Mücke“, ein Jahr älter und seine einzige Freundin außerhalb der Familie, findet einen Zugang zu ihm. Unausgesprochen steht dabei ein Thema im Raum, das aus heutiger Perspektive an Autismus erinnert. Die Mutter versucht, ihren Sohn vor der Welt zu schützen, nachdem er in Köln von anderen Kindern grausam gemobbt wurde und nun die erste Klasse wiederholen muss. Überraschend ist die sehr verträumte Schreibweise Ortheils. Der Autor, der auch als Lyriker stark auf Klang und Rhythmus achtet, bevorzugt nach eigener Aussage „weiche“ Buchstaben und meidet möglichst Umlaute wie Ä, Ö oder Ü. Das wirkt zunächst ungewohnt, passt aber zur Atmosphäre des Romans. So liest sich Schwebebahnen wie der Weg des kleinen Josef durch die Grundschule: behütet, fast in Watte gepackt, traumwandlerisch – irgendwo zwischen Isolation, Bewunderung und der stillen Freude an den Dingen, die einem wirklich etwas bedeuten.

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5

Ein sehr berührendes Buch über einen Jungen in der Nachkriegszeit, der so ganz anders ist als andere Jungs und über Freundschaft

5

Ach, was für ein schönes Buch. Der Klappen-/Umschlagtext formuliert es schön und treffend. Erzählt wird die Geschichte des Jungen mit dem Namen Josef im Nachkriegsdeutschland der späten 50er Jahre, der seine eigenen, von Musik getragenen Fantasiewelten entdeckt. Berührend ist seine Freundschaft mit seiner Freundin Rosa, genannt Mücke. Sehr entspannt zu lesen, mit vielen kleinen Feinheiten, die auch zum Nachdenken anregen.

4

Stark angefangen, Ende war etwas irritierend

In dem Buch geht es um Josef. Josef ist ein besonderes Kind - er spielt gerne Klavier, kommt nicht so gut mit anderen Kindern klar und liebt seine Familie. Die Familie zieht nach Wuppertal um und da ändert sich vieles für Josef. Josef trifft Mücke, spielt weiter Klavier und engagiert sich in der Kirche. In dem Buch geht es um einen Jungen mit besonderen Begabungen und wie er sein Leben meistert. Es wird beschrieben mit welchen Schwierigkeiten er hadert und wie es der Familie damit geht. Mir hat das Buch an sich sehr gefallen. Vermutlich geht es um ein Kind mit Autismus mit der einer hohen musikalischen Begabung und einem fotografischen Gedächtnis. Die Beschreibungen als solches hat mir sehr gut gefallen. Die Sprache war toll. Auch die Beschreibung was den Komposition ist, fand ich klasse. Zum Schluss war mir der Schreibstil etwas zu anstrengend. Es wird aus der Sicht des Jungen geschrieben und der kann viele Dinge nicht verstehen. Aber mit der gleichen Irritation bleibe ich als Leserin zurück. Handwerklich gut gemacht, aber ich bin allwissende Erzähler gewohnt und das ist für mich unbefriedigend. ;) Aber ansonsten war es ein interessantes und gutes Buch!

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