Die Mittelmeerreise
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Description
Der junge Hanns-Josef Ortheil begegnet dem auf seine Weise: er beobachtet, reflektiert, schreibt. Zwischen Kommandobrücke, Frachtraum und Schiffsbibliothek beginnt seine Suche nach Fixpunkten und dem, was für ihn zählt und weiterhilft: Die Lektüre Homers? Die neusten Songs der Beatles? Das Klavierspiel? Die Arbeit an der Bordzeitung? Die Freundschaft mit einer jungen Griechin? Oder die Aussteigerfantasien eines Besatzungsmitglieds? Immer reichhaltiger und intensiver wird die abenteuerliche Reise in unbekannte Gewässer, weit über frühere Ideen und Fantasien hinaus: der große Roman einer Odyssee ins Erwachsenenleben.
Book Information
Author Description
Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den beliebtesten und meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Villa Massimo-Stipendium in Rom, dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt. 2025 ist bei Luchterhand sein jüngster Roman „Schwebebahnen“ erschienen.
Posts
Alle Texte sind 1967 entstanden, die kursiv gedruckten noch während der Reise, die normal gedruckten unmittelbar danach. ... Ich habe sie (Material zur Reise aus dem Familienarchiv) abgetippt und zu diesem "Roman eines Heranwachsenden" collagiert. Zitat aus "Nachbemerkung (2018)" Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen. Doch dieser Reisebericht des Schriftstellers, Pianisten und Professoren für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus ist von besonderer Art. Wie eingangs zu dieser Rezension zitiert, erinnert sich Hanns-Josef Ortheil in diesem Werk an eine Reise, die er als Teenager mit seinem Vater unternahm. Der Text betont daher die autobiographische Note seines authentischen Ursprungs, aber gleichzeitig kann man sich bei der Lektüre von dem Gefühl der Nostalgie umwehen lassen, der die Sehnsucht nach Sommer weckt und Aufbruchstimmung verbreitet. Am 10. Juli sticht das Frachtschiff Albireo (Name wurde geändert) in See. Von Antwerpen bis Istanbul soll die Reise gehen, wobei an der griechischen Küste auch längere Aufenthalte geplant sind. Etwas ungewöhnlich ist, dass außer der üblichen Fracht, auch zwei Passagiere mit an Bord sind. Vater und Sohn freuen sich auf die gemeinsame Reise, die wahrscheinlich einzigartig bleiben wird. Denn der Junge wird bald eigene Wege gehen und ein Studium beginnen, während sich der Vater langsam an das Älterwerden gewöhnen muss. Ausgerüstet sind beide mit ausreichend Reiselektüre, wobei sie zu ihrer Freude sogar eine Bibliothek auf dem Schiff entdecken. Auch die Männer der Crew, selbst der Kapitän, sind ihren Gästen gegenüber sehr aufgeschlossen und nach dem ersten überstandenen Sturm nimmt nicht nur das Schiff, sondern auch die Geschichte an Fahrt auf. Obwohl der Autor betont, sich präzise an seinen Aufzeichnungen und den Reisetagebüchern von Vater und Sohn orientiert zu haben, kann man schnell die vielen kleinen Kunstgriffe hinter der entstandenen Collage erkennen. Ortheil versteht es sehr geschickt, die Aufmerksamkeit des Lesenden gezielt zu lenken. Manche Szenen wirken wie spontane Skizzen, andere dagegen werden aufwendig geschildert und bleiben wie großformatige Gemälde in Erinnerung. Auch die Literatur wird bewusster Teil der Handlung, besonders die Odyssee, aber auch Salingers "Der Fänger im Roggen" sind erwähnenswert, hier kann es nicht schaden, die Klassiker wenigstens in den Grundzügen zu kennen. Wie es für einen Reisebericht typisch ist, wird hier chronologisch erzählt. Allerdings hätte man sich aus persönlicher Perspektive den Aufenthalt in Istanbul sparen können, da dort die Schiffsreise endet und sich die Gruppe zerstreut, hätte ein offenes Ende im Roman moderner gewirkt. FAZIT Ein Roman, der wirklich eine Reisestimmung transportiert und die Beziehung von Vater und Sohn in den Mittelpunkt stellt, aber die damit verbundenen Themen angenehm ruhig bis heiter betrachtet. Es wird sehr langsam und ruhig erzählt. Diese Art der Entschleunigung ist wie ein kleiner Urlaub für den Geist. Durchaus lesenswert.
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Der junge Hanns-Josef Ortheil begegnet dem auf seine Weise: er beobachtet, reflektiert, schreibt. Zwischen Kommandobrücke, Frachtraum und Schiffsbibliothek beginnt seine Suche nach Fixpunkten und dem, was für ihn zählt und weiterhilft: Die Lektüre Homers? Die neusten Songs der Beatles? Das Klavierspiel? Die Arbeit an der Bordzeitung? Die Freundschaft mit einer jungen Griechin? Oder die Aussteigerfantasien eines Besatzungsmitglieds? Immer reichhaltiger und intensiver wird die abenteuerliche Reise in unbekannte Gewässer, weit über frühere Ideen und Fantasien hinaus: der große Roman einer Odyssee ins Erwachsenenleben.
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Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den beliebtesten und meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Villa Massimo-Stipendium in Rom, dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt. 2025 ist bei Luchterhand sein jüngster Roman „Schwebebahnen“ erschienen.
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Alle Texte sind 1967 entstanden, die kursiv gedruckten noch während der Reise, die normal gedruckten unmittelbar danach. ... Ich habe sie (Material zur Reise aus dem Familienarchiv) abgetippt und zu diesem "Roman eines Heranwachsenden" collagiert. Zitat aus "Nachbemerkung (2018)" Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen. Doch dieser Reisebericht des Schriftstellers, Pianisten und Professoren für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus ist von besonderer Art. Wie eingangs zu dieser Rezension zitiert, erinnert sich Hanns-Josef Ortheil in diesem Werk an eine Reise, die er als Teenager mit seinem Vater unternahm. Der Text betont daher die autobiographische Note seines authentischen Ursprungs, aber gleichzeitig kann man sich bei der Lektüre von dem Gefühl der Nostalgie umwehen lassen, der die Sehnsucht nach Sommer weckt und Aufbruchstimmung verbreitet. Am 10. Juli sticht das Frachtschiff Albireo (Name wurde geändert) in See. Von Antwerpen bis Istanbul soll die Reise gehen, wobei an der griechischen Küste auch längere Aufenthalte geplant sind. Etwas ungewöhnlich ist, dass außer der üblichen Fracht, auch zwei Passagiere mit an Bord sind. Vater und Sohn freuen sich auf die gemeinsame Reise, die wahrscheinlich einzigartig bleiben wird. Denn der Junge wird bald eigene Wege gehen und ein Studium beginnen, während sich der Vater langsam an das Älterwerden gewöhnen muss. Ausgerüstet sind beide mit ausreichend Reiselektüre, wobei sie zu ihrer Freude sogar eine Bibliothek auf dem Schiff entdecken. Auch die Männer der Crew, selbst der Kapitän, sind ihren Gästen gegenüber sehr aufgeschlossen und nach dem ersten überstandenen Sturm nimmt nicht nur das Schiff, sondern auch die Geschichte an Fahrt auf. Obwohl der Autor betont, sich präzise an seinen Aufzeichnungen und den Reisetagebüchern von Vater und Sohn orientiert zu haben, kann man schnell die vielen kleinen Kunstgriffe hinter der entstandenen Collage erkennen. Ortheil versteht es sehr geschickt, die Aufmerksamkeit des Lesenden gezielt zu lenken. Manche Szenen wirken wie spontane Skizzen, andere dagegen werden aufwendig geschildert und bleiben wie großformatige Gemälde in Erinnerung. Auch die Literatur wird bewusster Teil der Handlung, besonders die Odyssee, aber auch Salingers "Der Fänger im Roggen" sind erwähnenswert, hier kann es nicht schaden, die Klassiker wenigstens in den Grundzügen zu kennen. Wie es für einen Reisebericht typisch ist, wird hier chronologisch erzählt. Allerdings hätte man sich aus persönlicher Perspektive den Aufenthalt in Istanbul sparen können, da dort die Schiffsreise endet und sich die Gruppe zerstreut, hätte ein offenes Ende im Roman moderner gewirkt. FAZIT Ein Roman, der wirklich eine Reisestimmung transportiert und die Beziehung von Vater und Sohn in den Mittelpunkt stellt, aber die damit verbundenen Themen angenehm ruhig bis heiter betrachtet. Es wird sehr langsam und ruhig erzählt. Diese Art der Entschleunigung ist wie ein kleiner Urlaub für den Geist. Durchaus lesenswert.




