Schuld und Sühne

Schuld und Sühne

Book
4.2463

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Ein packendes Drama zwischen Schuld, Strafe und Erlösung

Sankt Petersburg, um 1860: In seinem ersten großen Roman »Schuld und Sühne« erzählt Dostojewski die mitreißende Geschichte des verarmten, aber hochbegabten Jura-Studenten Rodion Raskolnikow. Getrieben von einer radikalen Idee begeht er einen Doppelmord – überzeugt, dass er damit ein höheres Ziel verfolgt.

Doch bald wird er von Reue und Schuldgefühlen überwältigt. Während er einerseits nach Strafe sucht, die ihn von seiner Last befreien soll, findet er in der Liebe zur selbstlosen Sonja einen Weg zur Erlösung und zu einem neuen Verständnis von Menschlichkeit.

Dostojewskis Meisterwerk ist ein psychologisches Drama von zeitloser Tiefe, das nicht nur die Abgründe der menschlichen Seele auslotet, sondern auch die Frage nach Moral, Vergebung und der Kraft der Liebe aufwirft.

Erleben Sie das Lesen dieser besonderen Bücher neu oder entdecken Sie diese wunderbaren Werke für sich!

Dostojewski bei nexx classics – WELTLITERATUR NEU INSPIRIERT

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Book
Pages
388
Price
20.00 €

Author Description

Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821–1881) zählt zu den bedeutendsten russischen Schriftstellern und gilt als einer der größten Psychologen der Weltliteratur. Seine Werke zeichnen ein intensives Bild der politischen, sozialen und spirituellen Umbrüche im Russland des 19. Jahrhunderts. Dostojewski erforschte mit unvergleichlicher Tiefe die menschliche Seele und deren Abgründe, wobei er komplexe Fragen nach Schuld, Freiheit und dem Sinn des Lebens aufwarf. Zu seinen berühmtesten Werken zählen »Schuld und Sühne«, »Der Idiot«, »Die Brüder Karamasow« und »Aufzeichnungen aus dem Kellerloch«. Dostojewskis literarisches Schaffen beeinflusst bis heute zahlreiche Schriftsteller und Denker.

Posts

58
All
3.5

Der Plot ist schnell erzählt: Der junge ehemalige Student Raskolnikow bringt eine alte Pfandleiherin und deren Schwester um und verzweifelt dann an seiner Tat. Raskolnikow ist sich sicher, richtig gehandelt zu haben, da die Pfandleiherin ein böser Mensch war, und er hat nicht vor zu gestehen. Doch dann kommen Zweifel auf und plötzlich hat er mit Gewissensbissen und Paranoia zu kämpfen. Einerseits gefällt er sich darin, ein schreckliches Geheimnis zu haben, andererseits befürchtet er ständig, entlarvt zu werden und verrät sich dadurch fast selbst. Das Buch ist, wie es damals modern war, extrem ausschweifend und mit viel Dramatik geschrieben und teilweise war das wirklich ermüdend. Für mich hat das Buch auf ca. Seite 700 seinen Höhepunkt erreicht, wo Raskolnikows Tat eine tiefere psychologische Ebene erhält, die auf vieles übertragbar ist und sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich bedeutsam ist. Aber an der Stelle darf man halt noch nicht eingeschlafen sein. Dann folgten weitere 250 Seiten. Ich konnte hier drei Übersetzungen ausprobieren und möchte darauf gerne eingehen, denn bei Klassikern finde ich das entscheidend und hier hat man ja oft die Wahl. Ich hatte mich letztlich dafür entschieden, das Buch in der Übersetzung von Werner Bergengruen in der kleinformatigen Ausgabe aus dem Manesse Verlag zu lesen, hier sind noch Zeichnungen, ein Nachwort und ein Personenregister (sehr hilfreich!) enthalten. Diese Übersetzung war für mich am flüssigsten, atmosphärischsten und auch am verständlichsten. Die Taschenbuchausgabe aus dem Aufbau-Verlag, übersetzt von Margit und Rolf Bräuer, klang für mich moderner, etwas flapsig und irgendwie holprig, also nicht ganz stimmig. Die Übersetzung von Hermann Röhl gibt es auf jeden Fall in verschiedenen Ausgaben, ich habe die aus dem Schuber von Anaconda. Die empfand ich als etwas steril. Es gibt noch eine Übersetzung von Swetlana Geier unter dem Titel "Verbrechen und Strafe". " Schuld und Sühne" war weder inhaltlich noch sprachlich ein wirklicher Lesegenuss. Dennoch denke ich, dass ich es mit einem weiteren großen Roman von Dostojewski versuchen werde. Habt ihr "Schuld und Sühne" schon gelesen oder es noch vor? Habt ihr eines seiner anderen Werke gelesen? Wie ging es euch damit? Was würdet ihr empfehlen?

Post image
4

Man muss rein finden, aber dann ist es ganz fantastisch! :) Ich würde es jedoch nicht als erstes Werk von Dostojewskij empfehlen, sondern erstmal mit kürzeren Geschichten wie „Weiße Nächte“ beginnen.

4

Gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, verwirrende Namen aber gute Geschichte mit gutem Ende

3.5

Tiefgreifend und zerrüttend

Dostojewski beschreibt die Atmosphäre einer von Leid geprägten Gesellschaft sowie die Geschichte eines vielschichtigen Mörders sehr eindrucksvoll. Dadurch wird das Lesen zu einer einmaligen und tiefgreifenden, aber auch zerüttenden Erfahrung.

5

Aufwühlend, fordernd, hinterfragend, FANTASTISCH

Der Roman hat mich sofort verschlungen in die Welt und in die psychologischen Gedankenströme. Wie Dostojewski mit den Perspektiven Gut und Böse, Verbrechen und Heldentat spielt, ist unbeschreiblich meisterlich. Er hinterfragt die Grenzen von Gesetz, Moral und Verstand. Ein Mensch ist nicht „mehr“ böse, nur weil er ein Verbrechen begangen hat. Ein Mensch der nichts verbrochen hat, kann ein weitaus „böserer“ Mensch sein, oder nicht? Der Titel ist Programm. Dieses Buch muss man gelesen haben!

4.5

Raskolnikow, let me be your Sonja

Ein wundervoller Einblick in die russische Seele und die Frage, ob man eine Laus ist, oder ein Auserwählter, für den die Gesetze der Moral außer Kraft sind.

3.5

Schwierige Moralvorstellung

Auch wenn Schuld und Sühne mit eines seiner bekanntesten Werke ist oder vielleicht sogar das bekannteste Werk muss ich persönlich sagen, finde ich die Moralvorstellung in diesem Buch äußerst schwierig. Ein Doppelmord aus Habgier. Egal wie verzweifelt man auch sein mag, sollte es nie eine Rechtfertigung sein, auch wenn das Opfer sozusagen das Wort gebrochen hat und eine nicht geltenden Schuldschein gültig machen wollte. Hinzukommt natürlich, wie es sich für ein Kriminalroman gehört ein Katz und Mausspiel mit der Polizei, welcher sich meiner Meinung nach aber über zu viele Seiten hinweg bewegt. Dennoch endet dieses Buch mit einem Teil Happy End. Die gefundene Liebe des Protagonisten steht loyal zu ihm und ist bereit, auf ihn zu warten, bis er seine Strafe verbüßt hat. Es ist natürlich bei Klassikern immer zu bedenken sie wurden in einer anderen Zeit in einem anderen Jahrhundert geschrieben. Von daher gelten auch andere Werte. Meine Meinung über Schuld und Sühne ist, dass es ein Werk ist, was man nicht unbedingt in seinem Leben gelesen haben muss, aber gelesen haben kann.

5

Damn.

I really loved this book, but it is necessary to say that the first few chapters where super boring. It took some time to get through them but after that I read the rest in a few days. I’m a big fan of all the characters and how their stories intertwine. The end had me in tears and sobbing. Definitely recommend.

4

Hassliebe

Schuld und Sühne ist eines dieser Bücher, bei denen ich lange nicht wusste, was ich eigentlich davon halte. Ich habe es zu Ende gelesen, und am Schluss blieb ein widersprüchliches Gefühl: Ich bewundere dieses Buch – und ich mag es trotzdem nicht. Der Schreibstil ist stark. Dostojewski kann Atmosphäre. Die Stadt, die Armut, die Enge, das Elend , all das ist so greifbar beschrieben. Das Russland dieser Zeit wirkt brutal, hoffnungslos und erschöpfend. Es ist beeindruckend dargestellt, aber kaum auszuhalten. Auch die Geschichte hat mich gereizt. Die Schuld, die inneren Kämpfe, die ständigen Rechtfertigungen, das ist spannend und psychologisch gut gemacht. Man folgt Raskolnikows Gedanken, versteht, wie er zu seinen Überzeugungen kommt, und leidet ein Stück weit mit ihm. Aber mögen konnte ich ihn kein einziges Mal. Er bleibt überheblich, kalt und egozentrisch. Seine Gewissensbisse wirken oft weniger wie echte Reue und mehr wie gekränkter Stolz. Mit den anderen Figuren ging es mir ähnlich. Besonders die männlichen Charaktere sind schwer erträglich: manipulativ, brutal oder moralisch kaputt. Kaum jemand ist sympathisch. Das mag Absicht sein, macht das Lesen aber anstrengend. Es fehlt jemand, an dem man sich emotional festhalten kann. Trotzdem hat das Buch eine starke Wirkung. Die zentrale Frage, ob man ein Verbrechen mit einer „höheren Idee“ rechtfertigen darf, ist bis heute relevant. Die Antwort, die Dostojewski gibt, ist klar und stark moralisch geprägt. Das kann man überzeugend finden oder zu eindeutig. Am Ende bleibt für mich ein Roman, der literarisch beeindruckt, aber emotional auf Abstand hält. Schuld und Sühne ist kein Buch, das man gerne liest. Es ist eines, das etwas mit einem macht – auch wenn man die Menschen darin kaum erträgt. Vielleicht liegt genau darin seine Stärke.

4

4,5 Sterne Ich habe bisher noch nicht so viele "alte Russen" gelesen. Aber Fjodor Dostojewski hat mir von den vorherigen (Maxim Gorky und Nicolai Gogol) mit Abstand am besten gefallen! Ein absolut gut zu lesender Schreibstil (was natürlich vielleicht auch an einer guten Übersetzung von Margit und Rolf Bräuer liegen könnte). Trotz der sehr monolg- und dialoglastigen Handlung hatte ich kein Problem in den Stil und Lesefluß hinein zu kommen! Im Grunde handelt es sich bei dem Buch um einen Krimi, wo aber der Leser sofort die Sicht des Mörders, seine Motive und seine Gefühle und Gedanken nach der Tat erfährt. Dostojewski hat hier einen brillianten psychologischen Blick auf den ehemaligen, bettelarmen Jura Studenten Rodion Romanowitsch Raskolnikow, der aus der fanatischen Idee heraus es gebe sogenannte "Übermenschen", die über dem Gesetz stehen und daher sogar ungestraft morden dürfen, weil sie moralisch edel handeln, wenn sie unbedeutende Menschen für das Wohl der Allgemeinheit opfern. Nebenbei prangert er die erbärmlichen Lebensumstände der verarmten Stadtbevölkerung dieser Zeit an. Auch wenn in meinen Augen Raskolnikow ein wirklich unsympathischer und extrem überheblicher Protagonist war, fand ich die Einblicken in seine Seele höchst interessant. Immer mal wieder lässt er sich zu guten Taten hinreißen (indem er zum Beispiel einer noch ärmeren Familie das Geld zur Beerdigung des Familienoberhauptes gibt). Dadurch, und durch den Blick den wir durch die Augen der Mutter , Schwester und besten Freundes auf ihn haben, kann man als Leser erkennen, dass er nicht immer so überheblich und wankelmütig in seinem Verhalten war und er durch Isolation und Armut dazu geworden ist. Auch wenn er alle drei immer wieder sehr schlecht behandelt, glauben sie weiter an das Gute in ihm. Herausragend fand ich auch die Erklärung des Untersuchungsrichters Porfiri, wie er Raskolnikow überführte und geschickt zum Geständnis brachte! Was das Wort "Sühne" allerdings im Titel meinte, wurde mir nicht ganz klar. Denn auch wenn Raskolnikow am Ende der Buches für seine Taten büßen musste, zeigte er bis zum Schluss überhaupt keine Reue. Das Ende des Buches fand ich einfach nur genial! Dostojewski machte hier die Andeutung einer Fortsetzung (die es aber meines Wissens nie gab?), ganz nach dem Motto: "Das ist eine andere Geschichte und wird woander weiter erzählt".

4

4,5 Sterne Ich habe bisher noch nicht so viele "alte Russen" gelesen. Aber Fjodor Dostojewski hat mir von den vorherigen (Maxim Gorky und Nicolai Gogol) mit Abstand am besten gefallen! Ein absolut gut zu lesender Schreibstil (was natürlich vielleicht auch an einer guten Übersetzung von Margit und Rolf Bräuer liegen könnte). Trotz der sehr monolg- und dialoglastigen Handlung hatte ich kein Problem in den Stil und Lesefluß hinein zu kommen! Im Grunde handelt es sich bei dem Buch um einen Krimi, wo aber der Leser sofort die Sicht des Mörders, seine Motive und seine Gefühle und Gedanken nach der Tat erfährt. Dostojewski hat hier einen brillianten psychologischen Blick auf den ehemaligen, bettelarmen Jura Studenten Rodion Romanowitsch Raskolnikow, der aus der fanatischen Idee heraus es gebe sogenannte "Übermenschen", die über dem Gesetz stehen und daher sogar ungestraft morden dürfen, weil sie moralisch edel handeln, wenn sie unbedeutende Menschen für das Wohl der Allgemeinheit opfern. Nebenbei prangert er die erbärmlichen Lebensumstände der verarmten Stadtbevölkerung dieser Zeit an. Auch wenn in meinen Augen Raskolnikow ein wirklich unsympathischer und extrem überheblicher Protagonist war, fand ich die Einblicken in seine Seele höchst interessant. Immer mal wieder lässt er sich zu guten Taten hinreißen (indem er zum Beispiel einer noch ärmeren Familie das Geld zur Beerdigung des Familienoberhauptes gibt). Dadurch, und durch den Blick den wir durch die Augen der Mutter , Schwester und besten Freundes auf ihn haben, kann man als Leser erkennen, dass er nicht immer so überheblich und wankelmütig in seinem Verhalten war und er durch Isolation und Armut dazu geworden ist. Auch wenn er alle drei immer wieder sehr schlecht behandelt, glauben sie weiter an das Gute in ihm. Herausragend fand ich auch die Erklärung des Untersuchungsrichters Porfiri, wie er Raskolnikow überführte und geschickt zum Geständnis brachte! Was das Wort "Sühne" allerdings im Titel meinte, wurde mir nicht ganz klar. Denn auch wenn Raskolnikow am Ende der Buches für seine Taten büßen musste, zeigte er bis zum Schluss überhaupt keine Reue. Das Ende des Buches fand ich einfach nur genial! Dostojewski machte hier die Andeutung einer Fortsetzung (die es aber meines Wissens nie gab?), ganz nach dem Motto: "Das ist eine andere Geschichte und wird woander weiter erzählt".

4.5

Gerade der Anfang des Romans ist sehr atmosphärisch gestaltet: Die bedrückende Stimmung baut sich langsam auf und wird mit jeder Seite intensiver. Dostojewski schildert St. Petersburg als einen Ort der Enge, Hitze und Hoffnungslosigkeit, in dem Armut eine zentrale Rolle spielt und die psychische Belastung der Figuren ständig präsent ist. Diese soziale Not ist nicht nur Hintergrund, sondern ein wesentlicher Teil der Geschichte und treibt die Handlung unaufhaltsam auf die Tat zu. Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie gefährlich der Gedanke ist, sich selbst über moralische und gesellschaftliche Regeln zu erheben, und macht deutlich, dass Schuld nicht durch Rechtfertigungen verschwindet. Schuld und Sühne ist damit nicht nur ein psychologischer Roman, sondern ein zeitloses Werk über Verantwortung, Hybris und die Konsequenzen menschlichen Handelns. Während die Handlung zu Beginn sehr dicht und ereignisreich ist, verlangsamt sich das Erzähltempo ab der Mitte von Teil 2 spürbar. Die ungewohnten russischen Namen stellten anfangs eine kleine Hürde dar, die sich im Verlauf des Romans jedoch legte.

5

Das Verbrechen ist ein Protest gegen die anormale soziale Ordnung.

Schuld und Sühne nimmt uns mit in das Leben und die Gefühlswelt des armen, niedergeschlagenen und isolierten Studenten Rodion Raskolnikow. Zu Beginn begegnen wir einem verzweifelten, fanatisch verblendeten, zugleich stolzen und arroganten jungen Mann, der zum Studieren in Sankt Petersburg lebt und zunehmend von seinen eigenen Gedanken und Idealen beherrscht wird. Dabei stellt sich unweigerlich die Frage, ob nicht jeder junge Student in gewissem Maße von seinen eigenen Überzeugungen verblendet und von seinen Idealen besessen ist. Doch bei Rodion nimmt diese Verblendung eine extreme Form an. So begeht er schließlich den Mord an einer Pfandleiherin und ihrer Schwester, allein weil er die Pfandleiherin als einen minderwertigen Menschen betrachtet, dessen Tod seiner Ansicht nach anderen – und auch ihm selbst – helfen würde. Der Mord an der Schwester erscheint ihm dabei zunächst lediglich als ein unbeabsichtigter, aber notwendiger Zwischenfall. Im ersten Teil des sechsteiligen Buches erscheint einem der Student trotz seiner Mordgedanken überraschend sympathisch, und man wünscht ihm beinahe, dass er damit davonkommen möge und sein Leben nicht vollständig zerstört wird. Doch durch den sich entwickelnden tiefen inneren Konflikt zwischen seinem Anspruch, ein Recht auf diese Tat gehabt zu haben, und seinem Gewissen sowie seiner Fähigkeit zur menschlichen Nähe, wird Rodion von Kapitel zu Kapitel getriebener, unsympathischer und zunehmend verletzend gegenüber den Menschen, die ihm eigentlich helfen wollen. Er projiziert sein eigenes Leiden auf sein Umfeld und stößt jene von sich weg, die sich um ihn sorgen. Dadurch wurde er für mich zu einem der unsympathischsten, zugleich aber auch faszinierendsten Hauptcharaktere, denen ich bisher begegnet bin. Hier stellt sich auch die grundlegende Frage, ob Schuld überhaupt durch äußere Gesetze bestimmt werden kann oder ob sie nicht vielmehr ein innerer Zustand ist, der unabhängig von juristischen Konsequenzen im Menschen selbst existiert. Ebenso scheint auch die Sühne zunächst nicht von außen zu kommen, sondern im Inneren stattzufinden. Gerade diese innere Schuld ist es vermutlich, die den Hauptcharakter zunehmend unsympathisch erscheinen lässt, da ein Teil von ihm sich seiner Schuld bewusst ist und er die Freundlichkeit und Fürsorge anderer kaum ertragen kann, weil er tief in sich überzeugt ist, diese nicht zu verdienen. Diese Schuldfrage bildet zugleich die Grundlage der Theorie, die ihn überhaupt erst zur Tat bewegt. Gerade diese innere Getriebenheit und den psychologischen Konflikt fängt Dostojewski meisterhaft ein. Er erschafft eine dichte und lebendige Darstellung von Petersburg, mit Charakteren, die trotz ihrer klaren Rollen eine bemerkenswerte Tiefe besitzen. Die bedrückende Atmosphäre der Stadt und die zunehmende innere Zerrissenheit Rodions übertragen sich auf den Leser selbst, fesseln ihn und lassen ihn das Buch nur schwer aus der Hand legen. Neben den bereits angesprochenen moralischen Fragen – Was ist ein Verbrechen? Gibt es Menschen, die glauben, über moralischen Gesetzen zu stehen? Kann eine Tat durch ihre vermeintliche Gerechtigkeit gerechtfertigt werden? – spielt auch die Rolle der Frau eine zentrale Rolle im Roman. So begegnen wir mit Awdotja Romanowna (Dunja) Raskolnikowa, der Schwester Rodions, einer Frau, die unter starkem gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Druck steht. Nachdem ein wohlhabender Mann ihr Avancen macht und sie diese zurückweist, wird ihr Ruf beschädigt, und sie sieht sich gezwungen, eine andere Ehe in Betracht zu ziehen – nicht aus Liebe, sondern aus finanzieller Not und dem Wunsch heraus, ihrem Bruder und ihrer Mutter zu helfen. Die Männer, denen sie dabei begegnet, erscheinen beide auf ihre eigene Weise moralisch fragwürdig. Der eine versucht, sie durch finanzielle Abhängigkeit an sich zu binden, um sich selbst als Retter inszenieren zu können, während der andere von einer besitzergreifenden und triebhaften Begierde geprägt ist und Frauen weniger als eigenständige Persönlichkeiten, sondern vielmehr als Objekte seiner Wünsche betrachtet. Ebenso begegnen wir mit Sofja (Sonja) Semjonowna Marmeladowa einer Figur, die sich gezwungen sieht, sich zu prostituieren, um ihre Familie zu ernähren. Auch ihr Schicksal wirft tiefgreifende moralische Fragen auf und stellt in gewisser Weise einen Gegenpol zu Rodions Überzeugungen dar. Nicht nur die Figuren, sondern auch der Schauplatz Petersburg selbst wirkt wie ein Spiegel und Kontrast zu Rodions innerem Zustand. Die Enge, die Armut und die bedrückende Atmosphäre der Stadt verstärken das Gefühl der Isolation und inneren Zerrissenheit. Schuld und Sühne ist ein Buch, das zum Lesen, Nachdenken und inneren Mitfühlen einlädt. Es konfrontiert den Leser mit grundlegenden Fragen über Moral, Schuld, Stolz und die menschliche Natur und bleibt noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis.

5

Beim Lesen fühlte ich mich zeitweise wie in einem Fiebertraum, und das meine ich keineswegs negativ. Die dichte, bedrückende Atmosphäre und die intensive Darstellung der inneren Konflikte des Protagonisten erzeugen eine beinahe beklemmende Nähe zu seinen Gedanken und Gefühlen. Man begleitet den jungen, verarmten Studenten Rodion Raskolnikow durch die Straßen von St. Petersburg. Getrieben von seiner Theorie, dass außergewöhnliche Menschen aufgrund ihres Intellekts und ihrer Überlegenheit das Recht hätten, über das Leben anderer zu entscheiden, versucht er, seine moralischen Grenzen zu überwinden. Um diese Überzeugung zu prüfen, geht er über Leichen. Doch die Tat stürzt ihn in einen Strudel aus Schuld, Gewissensqualen und innerer Zerrissenheit. „Schuld und Sühne“ war mein erster Kontakt mit klassischer russischer Literatur – und ich bin restlos begeistert. Dieses Werk hat mich so sehr beeindruckt, dass es sicherlich nicht das letzte Buch von Fjodor Dostojewski gewesen sein wird, das ich lese.

4

„Schuld und Sühne“ ist keine leichte Kost. Es mag von Leser zu Leser unterschiedlich sein, mit welcher Leichtigkeit und Aufmerksamkeit man auch die im ersten Moment als überflüssigen erscheinenden, teils ganze Seiten füllenden Passagen liest, die sich rahmend um die eigentliche Handlung legen. Doch je mehr man sich dem Stoff hingibt und je mehr man Dostojewski zu vertrauen lernt, desto mehr wird man belohnt. Dienen teils fantastisch detaillierte Beschreibungen von heruntergenommen Interieuren doch dazu ein Stimmungsbild zu erzeugen, in dem die folgenden Szenen wie ein perfekter Schlüssel in das dazugehörige Schloss hineinpassen. Dienen scheinbar völlig aus dem Kontext gerissene Handlungen im späteren Verlauf als fehlendes Puzzleteil um das Gesamtbild zu vervollständigen und es überhaupt erst begreifen zu können. Vor allem wird dies deutlich in den psychologischen Spielchen, die der Untersuchungskommisar P. mit unserem Protagonisten treibt. Besonders hier zeigt sich m.M.n Dostojewskis ganzes Genie. Ein großartiges Werk.

4

Psychoanalyse eines Verbrechen

Dostojewski behandelt in „Schuld und Sühne“ wieder einmal viele Themen. Es ist unmöglich für mich dieses Buch in wenigen Sätzen adäquat wiederzugeben. So lesen wir über ein Verbrechen, begangen von einem vermeintlich mittellosen, ehemaligen Studenten mit Napoleon Komplex. Eine wirklich spannende psychologische und gesellschaftliche Analyse, seitens Dostojewski beginnt. Wahnsinnige Dialoge mit aufregenden Protagonisten, begleiten uns durch die Geschichte.

Psychoanalyse eines Verbrechen
5

Hat mich sehr berührt

Dieses Buch lag ewig auf meinem TBR. Hatte es dann schließlich angefangen, aber schnell abgebrochen. Man muss sich für das Buch viel Zeit nehmen und es am Anfang erstmal durchkauen, aber wenn man einmal richtig in der Geschichte drin ist, kann man kaum mit dem Lesen aufhören. Es ist definitiv keine leichte Kost, aber sehr empfehlenswert es mal gelesen zu haben. Man muss sich auf den Autor und das Buch einlassen. Es hat definitiv einen besonderen Platz in meinem Herzen und ich werde sicher noch oft daran denken müssen.

Hat mich sehr berührt
5

Schuld und Sühne ist die ergreifende und tiefe Reise eines Mannes, der sich in seinem eigenen moralischen und psychologischen Labyrinth verirrt. Raskolnikow, ein armer, zerrissener Student in St. Petersburg, begeht einen Mord, getrieben von seiner Überzeugung, dass er über den gesellschaftlichen Gesetzen steht. Doch anstatt seine Tat zu rechtfertigen oder sich befreit zu fühlen, wird er von Schuldgefühlen und innerer Qual zerrissen. Der Roman fängt meisterhaft die Abgründe der menschlichen Seele ein. Er zeigt uns die zerstörerische Kraft der Schuld und die unendliche Suche nach Erlösung. Raskolnikows Kampf ist nicht nur ein Kampf gegen das Gesetz, sondern vor allem ein Kampf gegen sich selbst, gegen seine Überzeugungen und seine Einsamkeit. Durch die Liebe und Hingabe von Sonja, die selbst in tiefstem Elend Hoffnung und Vergebung verkörpert, findet Raskolnikow einen Weg, sich seiner Schuld zu stellen und den ersten Schritt zur inneren Heilung zu gehen. Dostojewski malt ein tief berührendes Bild des menschlichen Daseins, in dem Sünde und Reue, Verzweiflung und Hoffnung, Verlorenheit und Erlösung untrennbar miteinander verbunden sind. Am Ende zeigt uns Schuld und Sühne, dass Erlösung möglich ist, aber nur durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld und den Mut zur Liebe und zur Reue. Der Weg ist hart und schmerzhaft, aber er ist es wert, gegangen zu werden.

Post image
5

Das Buch hat extrem nach gewirkt bei mir

Manche Charaktere werde ich sicher nie vergessen. Ihre Geschichten haben mich tief bewegt und mich zum Nachdenken angeregt. Ich bin selten so intensiv mit existenziellen Fragen konfrontiert worden wie bei diesem Buch. Die literarische Leistung hier ist bemerkenswert. Es ist eine Kunst für sich, dem Leser ein Gefühl zu vermitteln. Man fragt sich: „Warte … bin ich jetzt Rodja? Und folge ich Rodja noch?“ Durch den Einsatz bestimmter Stilmittel kreiert das Buch seine eigene, einzigartige Stimmung. Ich würde sogar sagen, dass das Buch etwas mit einem macht. Zumindest bei mir ist es der Fall. In welchen Situationen ich mich auch befand, wie tief ich auch in manche Charaktere eintauchte, das Buch schien fast ein Eigenleben zu führen. Es hat mich bewusst dazu gebracht, mich mit unbequemen Fragen auseinanderzusetzen, die aber eben auch Teil des Erlebnisses sind. Um dem gerecht zu werden, müsste ich wohl ewig schreiben. Es geht so tief, weit über den Dialog hinaus. Es ist unglaublich. Es hat mich komplett weggefegt.

5

Trotz des „Geyappes“ fand ich, dass es ein genialer Klassiker ist.

5

Schuld und Sühne hat mich tief erschüttert. Dostojewski dringt mit brutaler Ehrlichkeit in die Abgründe der menschlichen Psyche vor. Raskolnikows innerer Kampf zwischen moralischem Anspruch und existenzieller Verzweiflung ist mehr als nur spannend, er ist philosophisch, verstörend und erschreckend aktuell. Dieses Buch hat mein Denken über Schuld, Freiheit und Erlösung nachhaltig geprägt. Ein Meisterwerk ohne jede Schwäche

2.5

Ich kam echt kaum so richtig in die Story rein. Schade, weil ich Dostojewski sehr mag.

4.5

This book… I already wrote a personal review on the meaning and interpretation of the story inside of my book so I will be very brief here. The way Dostoyevsky writes - it’s incredible. He really understood how human thoughts and processes work even up to this day. Therefore all of the scenes as well as characters felt so real. His writing style may seem a bit disordered, clunky and overwhelming at first but after reading  his other books I got used to it and now I can’t get enough. Although I enjoyed how it went in-depth into every situation and many characters too, sometimes it was a bit TOO much but again, I get how it’s important for the story (but man listening to marmeladov at the bar or Katerina’s outbursts and worst of all THAT DISGUSTING PIG SWIDRIGAILOW was a bit exhausting sometimes).That being said, I would give this book 5 stars because it became one of my favs but minus points for the mentioned reasons (also because I would have loved to get even more scenes with Rasumichin, I TOTALLY fell in love with that guy omfg).

5

Ein unvergleichliches Lese-Erlebnis und eine Spannung, die körperlich spürbar wird. Dostojewski bewegt mit diesem Roman die Leser bis heute, und die moralischen Fragen, die sich hier auftun und von den Figuren erörtert werden, sind so aktuell und brisant, wie zur Zeit der Entstehung dieses fantastischen Romans.

3

[3.5/5] This accompanied me for quite a while now and if that itself doesn't already tell it was hard to read, let me phrase it this way: that was exhausting. It's such a fascinating read, insightful and strange as well, but it's also very, very tiresome to read endless tirades - of course, they make some kind of sense in the setting, in the plot as well, but still, this was a read that took me so long and not without reason. For anyone who doesn't struggle with very long passages of monologue and dialogue that will find their paths crossed at some point of the book (so they are most definitely not pointless), this might be a once in a lifetime read. I'm happy I've read it - I'm also happy I've finally finished it and can move it from silently judging me from my nightstand to my "Read this"-pile.

5

Faszinierende Einblicke in die menschliche Psyche und ihre Abgründe. Das Buch ist gedankenreich und eröffnet Perspektiven, auf die man von allein vielleicht nie gekommen wäre. Es ist etwas zäh geschrieben, aber dennoch ein Buch, das bereichert.

4

Das war ziemlich „viel“.

Ich würde das Buch empfehlen. Typisch Dostojewski. Aber doch besser als alles andere von ihm.

4

Liest sich gut. Interessante Perspektive. Mentale Stimmung der Hauptfigur extrem gelungen.

An manchen Stellen hätte man anderen Charakteren mehr Substanz geben können (Sonya), Schuld und Sühne ist wirklich die falsche Übersetzung für den Inhalt des Buches.

5

Auch einer meiner Lieblinge. Diese detaillierte Figurenbeschreibungen und deren Emotionen sind einfach nur krass. Kann niemand so gut wie Dostojewski. Ihr müsst das unbedingt lesen!

5

Mein erster Dostojewski-Roman und wow, was für eine irre Geschichte! Wahnsinnig spannend erzählt, auch wenn die russischen Namen teilweise etwas schwer zu merken waren, aber insgesamt wirklich absolut verständlich, dass seine Werke zu den Klassikern der Weltliteratur zählen.

4

Muss man mögen!

Das Buch hat seine Längen aber es hat so unfassbar gut beschrieben, was die Psyche und das Gewissen mit einem Menschen machen können.

4.5

I’m actually in love with this book!!!

Reading this book was such an amazing experience. Dostoyevsky truly manages to suck you into this world and the mind of the characters so well that sometimes it felt like I was the main character and not just reading about him. The mood in this book is depressing for sure, but it’s so well written. It’s very philosophical and because of that it can feel boring at times but I still never once wanted to put it down and I would recommend this to almost anyone. It just takes some time to get into the story and to read it since it is pretty long, but it’s so worth it, go read this now!!

5

wunderschön! „An die Stelle des theoretischen Denkens, war das wirkliche Leben getreten“

4

Heute möchte ich euch "Schuld und Sühne" von Fjodor Dostojewski aus dem Jahre 1866 vorstellen. Hierbei handelt es sich um einen Feuilletonroman. Raskolnikow, ein armer Student, begeht einen Doppelmord und hat immer wieder schreckliche Erinnerungen daran. Er möchte gefasst werden, fürchtet sich jedoch gleichzeitig davor. Als er sich in die Dirne Sofja verliebt, verspricht er sich selbst Besserung. Dieses Buch habe ich mir in ungekürzter Form als Hörbuch angehört. Es ging etwa 30 Stunden und wurde von Laura Vergada gelesen. Für mich wirklich spannend und düster erzählt. Laura Vergada hat es mit ihrer Erzählweise und Darstellungen (z. B. Husten) geschafft, mich immer weiter in die Welt abtauchen zu lassen. Zwischendurch habe ich manchmal den Personenüberblick verloren, da Dostojewski so viele Charaktere hat, die auch ähnlich hießen. Außerdem empfand ich die ungekürzte Version auch manchmal zu lang. Ein bisschen weniger 'Geschwafel' und dann wäre es perfekt. Wenn ich mir das Buch für meine 'Sammlung' kaufe, dann auf jeden Fall die gekürzte Version. Von mir gibt es hier 4 von 5 Sterne. ✨️

3

I liked it but it is definitely hard to get through and tough to stick with, still very well written and obviously brilliant!

4

Nach über 30 Jahren habe ich mal wieder Dostojewski gelesen. Ich konnte mich gar nicht mehr an seinen Stil erinnern und war daher gespannt, wie dieser äußerst seitenstarke Kriminalroman seine Spannung halten wollte. Denn eines war ja klar: Aufgrund der Bekanntheit des Klassikers war eine gewisse Spannung schon von vornherein weggenommen worden. Der mittellose Student Raskolnikow tötet die biestige Pfandleiherin. Quasi schon Allgemeinwissen. Und was sollte dann kommen? Nach der Schuld, die Sühne? Damit wäre ich schon bei der ersten Enttäuschung des Buchs, denn gesühnt wird überhaupt nicht in dem Buch. Aber wirklich kein bißchen, denn der Mörder zeigt bis zuletzt weder Reue noch Scham. Raskolnikov ist ein Besessener, ein geistig Verwirrter, nicht besser in seiner Gesinnung und seinem gestörtem Ego wie ein feiger Amokläufer an einer Schule oder ein Terrorist, der meint, für eine größere Sache Menschenleben vernichten zu müssen. Raskolnikov sieht seine Tat bis zum Ende nicht als Gräuel, denn für ihn war die Ermordete nur eine nichtsnutzige Laus. Warum darf Napoleon für eine große Sache töten und er nicht. Mehr muss man zum Verwirrtheitszustand nicht schrieben. Die Kriminalhandlung geht über weite Strecken bei den vielen anderen Nebenhandlungen unter. Gegen Ende führt Dostojewski die Stränge zusammen, doch wenn man als treuer Tolstoi-Leser eine höhere Moral aus der Geschichte erwartet, dann ist man enttäuscht. Warum trotzdem 4 Sterne bei aller bislang vorgebrachten Kritik? Weil Dostojewski schon einen sehr eigenen Stil hat, der zum Teil nervt, aber auch größtenteils faszinieren kann. Ich empfand den Autor nicht als besonders guten Erzähler oder Romancier. Im Gegenteil. Es gibt so gut wie kaum Handlung für einen 800 Seiten Wälzer. Stattdessen wird monologisiert, was das Zeug hält. Dostojewski vermittelt seine Geschichte eindeutig über die direkte Rede. Was in der Musik die Frage, ob Beatles oder Stones, scheint in der Literatur des 19. Jahrhunderts die Frage, ob Tolstoi oder Dostojewski. Tolstoi kann meines Erachtens episch breiter erzählen und am Ende kommt immer Tolstois christliche Gesinnung in Form der Askese und der Selbstlosigkeit heraus. Nimmt man diesen Roman von Dostojewski dann kann man eher erkennen, dass der Autor auf Mitgefühl Wert legt. Da wird wird Geld an die Armen verschenkt oder arme Familienmitglieder stecken ihren letzten Rubel in die Hoffnung einer angesehnen Laufbahn ihres Erstgeborenen. Das wirkt ab und zu auf mich kitschig, aber auch sehr empathisch, was z.B. Mutter und Schwester des Mörders angehen. Ich könnte mir aufgrund der Szenen eher vorstellen, dass Schuld und Sühne als Bühnendrama funktionieren würde. Beeindruckend sind in dem Roman auf jeden Fall die einzelnen Charaktere, die sich weniger über die Beschreibungen als über das gesprochene Wort definieren. Allen voran, der Verlobte der Schwester (Luschin), ein übler Egozentriker und auch der Untersuchungsrichter Profirij, der in einem geschickten psychologischen Spiel Raskolnikov zur Weisglut und letztlich auch zum Geständnis treibt. Man denkt sich beim Lesen, wie kann man dieses seitenweise süffisante Geschwätz als Verdächtigter nur aushalten, ohne nicht gleich nach ein paar Bemerkungen um Gnade zu winseln. Schuld und Sühne ist auf jeden Fall ein Klassiker, den man gelesen haben muss, wenn man sich für den Realismus des 19. Jahrhunderts in der Literatur interessiert. Die größte Erkenntnis aus dem Buch ist für mich aber, dass ich von Dostojewski nun noch gerne mehr lesen würde, um ihn als Autor einschätzen zu können.

5

Die Strafe macht die Straftat

Macht eine Straftat nur verwerflich, dass andere dich dafür Verurteilen? Kann jemand beliebtes, reiches, angesehenes eine Straftat begehen, oder wird ihm alles verzeihen und dadurch ist es keine Straftat? Wenn der Schaden an einer anderen Person Mittel zu einem guten Zweck ist, glaubt Raskalnikov, dass dieser berechtigt sei. Er guckt zu "Kriegshelden", welche Ansehen erhalten, trotz ihrer Taten im Krieg. Ich glaube zur heutigen Zeit würde er Trump und Bezos gucken und sein schluss wäre schnell, dass nicht manche Personen einfach "besonders" sind und alles dürfen sondern einfach "reich". Ich habe noch nie bei einem Buch so viel Spannung gefühlt. Zwischendurch ist das Tempo langsam und die Stimmung bedrückt und dann wird es plötzlich schnell und super spannend. Ich würde die psychologische Anspannung mit der ersten Szene in "Inglorious Bastards" vergleichen.

Die Strafe macht die Straftat
3.5

Tiefgründig!

Dem Buch wird nachgesagt, dass es eine sehr zähe und langatmige Lektüre sei, was ich an manchen Stellen durchaus Bestätigen kann. Das heißt aber nicht, dass dieses Buch schlecht ist; im Gegenteil. Größtenteils hat mich die Geschichte mit ihren Konflikten und verschiedenen Blickwinkeln auf die Gesellschaft gepackt, wodurch man sehr gut über die ein oder andere langatmige Stelle hinweg sehen konnte. Kommen wir aber mal zum Eingemachten 💪 Spoiler, dies das nh Schuld und Sühne handelt von dem Ex-Studenten Rodion Raskolnikov, der getrieben von vielerlei Gründen einen Doppelmord begeht. Nun begleitet der Leser ihn durch eine Art Entwicklung, in der er jenes Ereignis verarbeitet bzw. mit der Schuld lebt. Man wird feststellen, dass das ein sehr anstrengendes Leben ist, das Raskolnikov da führt 🥲 Es werden Themen angesprochen, die in der damaligen Zeit aktuell waren, doch sind mit besonderes jene wichtig, die recht...Zeitlos sind? So wird sich einige Seiten lang mit der Frage beschäftigt, was der Auslöser für ein Verbrechen ist und ob es einen gewissen Punkt gibt, ab dem ein solches gerechtfertigt ist. Oder es wird darüber gesprochen, wie man die Welt verändern kann. Hier und da hängen solche Themen dicht beieinander, doch will ich das jetzt nicht hier ganz so ausführlich darlegen. Lol. Selbstverständlich finde ich den Schreibstil einfach fantastisch, auch wenn der ein oder andere Satz lang des Todes ist- I love it. Und Ja, hier und da sind Dinge nicht so einfach zu verstehen, dennoch ist es das Wert, weil die Geschichte mit ihrem Tiefgrund einfach genial ist. Ich habe eben nur wenige Punkte der Story an sich angesprochen, doch geht das ganze so viel tiefer, besonders wenn man sich mal die Hauptfigur Rodion Raskolnikov anschaut. Der Typ ist Absturz und Aufstieg zur gleichen Zeit und es gefällt mir ngl ✋😭 Aber mal nebenbei- ich konnte mich als Leser wirklich nicht entscheiden, ob ich Raskolnikov mag oder nicht mag. Ich finde, dass das in diesen Roman sehr gut passt, weil es dem Leser jenen Konflikt so...einzigartig Präsentiert. Aber wie gesagt liegt einiges Wahrheit in der Aussage, dass dieses Werk sehr Zäh ist. Manchmal bestand ein Kapitel einzig und allein aus dem Monolog eines Charakters, in dem er seine Ansicht über die Welt teilte- und die Kapitel sind in der Regel zwanzig Seiten lang 🥲 Ja, ab und an müsste man sich schon durch den Schinken prügeln, aber das war es wert! Ich fand es gut. Und für jeden der sich gerne mit derartigen Dingen wie Gesellschaft und menschlichen Abgründen beschäftigt, könnte dieses Buch etwas sein. Okay Adieu 💃💃💃

4

Warum versprüre ich den plötzlichen Drang jemanden umzubringen?

5

absoluter banger es gab viele gründe warum es so lange gedauert hat das buch zu ende zu lesen 100% empfehlung, jede seite ist ein genuss

absoluter banger
es gab viele gründe warum es so lange gedauert hat das buch zu ende zu lesen
100% empfehlung, jede seite ist ein genuss
5

Love it!

Ich bin, wie bereits auch schon von anderen Werken von Dostojewski, sehr Begeistert! Die damalige Armut Russlands ist wahrlich genial beschrieben. Auch der ganze Prozess unseres Hauptcharakters ist für mein Geschmack ausserordentlich gut aufgezeigt. Definitiv ein Buch, welches ich Empfehlen kann. Wenn es auch Passagen gibt, welche Langatmig sind, hatte ich einen schnellen und angenehmen Lesefluss.

4.5

Ein tolles Buch, die Schreibweise von Dostojewski packt mich jedesmal. Sehr bedeutsam und gefühlvoll.

5

Mein absolutes Lieblingsbeschäftigung unter den Klassikern!

Dostojewski ist ein wirklich toller Schriftsteller und die Story hat mich mitgerissen. Der innere Konflikt und die Schuldgefühle des Protagonisten sind zeitweise geradezu spürbar. Ich könnte dieses Buch immer wieder lesen.

4

Weckt das Bedürfnis, sich zu Betrinken und sich einen langen Bart wachsen zu lassen

Ob es wirklich, wie von Thomas Mann behauptet, der größte Kriminalroman aller Zeiten ist, kann ich nicht beurteilen. Zumindest ist er eine wortgewaltige Studie der menschlichen Psyche und der russischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts (vorwiegend betrunken, seelisch geschunden und voller politischer Ideen). Stellenweise ist er dann allerdings doch recht langatmig und mühsam.

3

Ich habe mit den russischen Autoren im Allgemeinen (und Tolstoi im Besonderen) immer meine Probleme. Deswegen war ich verblüfft, wie schnell ich diesen Klassiker doch weg gelesen hab. Dostojewski und sein 'Schuld und Sühne' war überraschend unterhaltsam.

5

"Meinst du nicht, daß ein einziges, winzig kleines Verbrechen durch Tausende guter Taten aufgewogen wird? Für ein einziges Leben werden Tausende Leben vor Fäulnis und Verwesung gerettet. Ein einziger Tod für hundert Leben - das ist Arithmetik! Und was bedeutet schon, gemessen an der Allgemeinheit, das Leben dieses schwindsüchtigen, dummen und bösen alten Weibes?" Die Frage, die entscheidet über Schuld und über Sühne - zumindest in den Augen des Protagonisten. Das Buch war mein "Corona-Projekt" und hat mir während der Kontaktsperre viel Freude (kann man das in dem Zusammenhang sagen?) bereitet. Mein erster Dostojewski und bestimmt nicht mein letzter. Ich bin fasziniert davon, wie auf 706 Seiten so wenig passiert und doch so viel vor sich geht, vor allem in den Menschen selbst. Bis zum Ende konnte ich mich nicht entscheiden, wie ich die Hauptfigur Raskolnikow eigentlich finde und ob ich nun Mitleid mit ihm habe oder nicht. Mitleid hatte ich auf jeden Fall mit den weiblichen Figuren des Romans - von Prostitution, Unterdrückung, Mord und Pädophile ist alles dabei. Und dann bleibt noch die Frage übrig: darf man denn nun Verbrechen begehen, wenn man damit eigentlich was Gutes bewirkt? Im Falle von Raskolnikow finde ich die Antwort sehr eindeutig, grundsätzlich aber sehr schwierig. Wer darf über Leben und Tod bestimmen? Ist man noch besser als ein Täter, wenn man selbst zum Täter wird? Fragen, die schon seit Jahrhunderten die Menschen bewegen. Und spannend zu sehen, wie vielschichtig Dostojewski seine Figuren um diese Frage kreisen lässt.

4

Im zweiten Anlauf geschafft

Dieser Roman war ewig auf meiner Sub-Liste. Vor zehn Jahren habe ich den ersten Versuch gestartet und habe ca nach der Hälfte abgebrochen. Dieses Mal habe ich es durchgezogen, und bin im Endeffekt froh, es getan zu haben. Ich habe den Roman in der Originalsprache gelesen und frage mich, wie es möglich ist, diesen in andere Sprache zu übersetzen. Die russische Sprache ist bekannterweise sehr komplex und speziell. Der Roman ist tiefgründig und beleuchtet sowohl die innere Gedankenwelt, als auch die äußeren Umstände des russischen Lebens im 19. Jahrhundert sehr eindrucksvoll. Hier gibt es keine Wohlfühlatmosphäre, nur das Rohe, Hinundhergerissene, zuweilen Paradoxe der russischen Seele. Wie bei so vielen Klassikern, ist der Roman zeitlos und die Handlung könnte mühelos auf das heutige Leben übertragen werden. Damals, wie heute quälen den Menschen die selben Fragen: Wer bin ich und wo ist mein Platz in diesem Leben und dieser Gesellschaft? Der Stil Dostojewskis ist filigran, ausschmückend und deshalb zeitweise langatmig. Die Dialoge sind dafür meisterhaft verfasst. Und der Einblick in die Gefühlswelt Raskolnikows beispiellos. Tatsächlich ein Meilenstein der Literatur.

3.5

Meine Meinung Schwankt

Ich habe verdammt lange gebraucht um in die Geschichte ein zu tauchen. Ich schwanke immer noch zwischen ich finds gut und ich habe mich teilweise zu sehr durchkämpfen müssen. Dennoch ein guter Klassiker und man sollte ihn schon gelesen haben☺️

Create Post