Der Großinquisitor

Der Großinquisitor

Hardback
3.524
ForschungKlassische BelletristikRoman/ErzählungKirchen Und Klöster

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Description

Dostojewskis große Parabel vom Kampf gegen entleerte Institutionen, für die Selbstbestimmung des Menschen und seine geistige Freiheit.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
47
Price
12.30 €

Author Description

Fjodor Michailowitsch Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren und starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. Er entstammte einer verarmten Adelsfamilie, sein Vater war Arzt. Nach dem Tod seiner Mutter 1837 ließ sich Dostojewski mit seinem Bruder Michail in St. Petersburg nieder, wo er von 1838 bis 1843 an der Militärakademie Bauingenieurwesen studierte. 1844 begann er mit den Arbeiten zu seinem 1846 veröffentlichten Erstlingswerk Arme Leute. Dieser Roman machte ihn zusammen mit Der Doppelgänger, der ebenfalls 1846 erschien, schlagartig berühmt. Zu seinem Hauptwerk zählen unter anderem die Romane Schuld und Sühne aus dem Jahr 1866, Der Idiot (1868) und Die Brüder Karamasow (1880). Dostojewski ist ein zentraler Vertreter des Realismus innerhalb der russischen Literatur und gilt neben Lew Nikolajewitsch Tolstoj als bedeutendster russischer Schriftsteller.

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„Der Großinquisitator“ ist ein Auszug aus dem Roman „Die Brüder Karamasow“ von Dostjoweski. In dieser kurzen Sequenz erzählt Iwan seinem Bruder Aljoscha eine von ihm erdachte Fantasie. Darin kehrt Jesus Christus in das Sevilla des 16. Jahrhunderts, das Jahrhundert der Inquisition, zurück. Die Menschen erkennen ihn und bringen ihn dazu, Wunder an ihnen zu vollbringen. Als der Kardinal-Großinquisitator das sieht lässt er Jesus festnehmen. Die Menschen lassen den Großinquisitator erfurchtsvoll gewähren. Im Kerker erklärt dieser Jesus, dass in der Menschheit kein Platz mehr für den wahren Jesus ist. Längst hat die katholische Kirche diesen Platz eingenommen und verändert… Die Erzählung liest sich zunächst als Jesus-Kritik. Er habe, so der Kardinal, dem Menschen zu viel Freiheit hinterlassen, was ihn überfordert. Doch schnell wird klar, hier vollführt Dostojewski eine Kritik am Katholizismus und dessen Würdenträgern. Die katholische Kirche habe die, den Menschen überfordernde, Freiheit gegen sie genutzt. Durch Machtergreifung, Machtmissbrauch und Dogmen habe die katholische Kirche die wahren Lehren Jesus aus der Menschheit verdrängt. Deshalb sei Jesus in der Fantasie Iwans gar nicht mehr willkommen. Jesus hört dem Großinquisitator nur zu und zeigt am Ende des langen Monologs lediglich eine Geste der Nächstenliebe: er küsst den Kardinal auf den vertrockneten Mund. In der Zwischenzeit haben sich viele Menschen der westlichen Welt die Freiheit zurückgeholt und die Religion geopfert. Religiös ist Der Großinquisitator also teilweise überholt. ABER: In der modernen Welt sehen wir zunehmend, wie Menschen mit der ihnen zurückgegebenen Freiheit (vor allem des Internets) nicht klarkommen und sich nach einfachen Antworten und starken Autokraten sehnen, die ihnen diese überfordernde Freiheit abnehmen. Nun stellt sich mir die Frage: Wäre Jesus heute vielleicht deutlich willkommener als im 16. Jahrhundert, der Fantasie von Iwan? Und ist der Akt der Nächstenliebe nicht das, was der Menschheit heute wieder so fehlt? Und so ist „Der Großinquisitator“ ein lehrreiches kurzes Stück, in welchem Religionskritik aber vor allem Philosophie steckt. Trotzdem muss ich erst noch das Gesamtwerk lesen, um mir ein wirklich abschließendes Urteil bilden zu können.

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i am too fucking stupid for this book. will probably reread in a few years

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